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Podcast "Stimmenfang": "Dass ich mal studiere, hätte meine Mutter mir nie zugetraut"
DPA

Schon als Schüler muss Kilian arbeiten und zur Miete dazuverdienen. Fürs Lernen bleibt wenig Zeit. Sein Studium ist hart erkämpft. Warum macht Deutschland armen Kindern den sozialen Aufstieg so schwer?

dsktchef 02.05.2019, 20:14
1. Es liegt also NICHT primär am Geld

Eltern, die selbst studiert haben, können ihren Kindern das Thema Bildung besser nahebringen. Analytisches Denken, Durchhaltevermögen... Diese Eltern könnten sich Nachhilfelehrer leisten, brauchen dies aber oft nicht, da sie selbst Mathe, Latein, englisch, Französisch, Naturwissenschaften, Geschichte usw beherrschen bzw sich da einarbeiten können.
Ganztagsschule: Ein großer Murks, das in der Breite zu wollen. Kinder können viel mehr lernen, wenn der Staat die Finger weglässt. Pfadfinder, Sportverein, Musikschule, im Wald spielen, alles nicht möglich bei Ganztagsschulen.

Wer Spaß daran hat, Leistung zu erbringen, wird erfolgreich sein. Das gezeigte Beispiel macht das dich deutlich. Und es zeigt auch, warum nur eine kleine Minderheit zum Studium fähig ist. Man muss Spaß daran haben, sich reinzuhängen.

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Paddel2 02.05.2019, 20:41
2. Was soll der Mist?

Ich komme auch aus armen Verhältnissen und habe studiert und promoviert. Wie das möglich war? Weil meine Eltern mich gefördert haben. Es braucht dafür keine teuren Musikstunden, Auslandsreisen oder Nachhilfelehrer sondern allein ein geordneter Rahmen zu Hause und der Fokus der Eltern. Es ist nicht die Gesellschaft die die Verantwortung trägt. Andernfalls müsste man Kindern ihren Eltern wegnehmen und in Internate stecken. Akzeptiert, dass Familien unterschiedlich sind. Wenn Eltern sich einen Dreck um die Bildung kümmern, kann der Staat nicht viel machen.

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wago 02.05.2019, 20:58
3. Wenn Kindern in der Schule entsprechend gefördert werden, brauchen,

brauchen sie keine Akademikereltern. Ich habe das auch geschafft, obwohl mein Vater fast Analphabetiker war. Allerdings war es schon verdammt schwer.

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andre_36 02.05.2019, 21:16
4.

Die finanziellen Mittel spielen erst dann eine Rolle, wenn jemand versucht, sich auf dem zweiten Bildungsweg einen Abschluss zu erkämpfen. Wer einmal auf Hilfsarbeiter-Jobs festgelegt wurde, den lässt man dort nicht so leicht herauskommen. Die Frage stellt sich nach dem gesellschaftlichem Nutzen, warum Arbeitslosen die Unterstützung verweigert wird, wenn sie sich schulisch weiterbilden wollen. Ohne Abschluss liegen sie dem Staat teilweise Jahre lang auf den Steuern.

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nordwega 02.05.2019, 22:13
5. palimpalim

Kommilitonen fuhren in den Semesterferien mit den Eltern ans Meer oder machten Sprachkurse in Spanien, während man selbst neben den Hausarbeiten und Lernen in den Semesterferien natürlich noch einen Vollzeitferienjob hatte, um Studiengebühren und nicht ausreichendes Voll-Bafög zu finanzieren. Und sicherlich haben auch die Noten unter der Vielfachbelastung gelitten.
Geld hatte immer gefehlt, da nutzt auch nichts der gute Wille bildungsferner und finanzschwacher Eltern, Herr/Frau promovierter Paddel. Sie hatten einfach Glück. Richtige Unterstützung kann vieles ermöglichen.
Aber vielfach schwierig finde ich im Nachhinein eher die gesellschaftliche bzw berufliche Geringschätzung dieses Werdegangs.

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Didi55 02.05.2019, 23:35
6. Unser Bildungssystem

Zitat von nordwega
Kommilitonen fuhren in den Semesterferien mit den Eltern ans Meer oder machten Sprachkurse in Spanien, während man selbst neben den Hausarbeiten und Lernen in den Semesterferien natürlich noch einen Vollzeitferienjob hatte, um Studiengebühren und nicht ausreichendes Voll-Bafög zu finanzieren. ... ... vielfach schwierig finde ich im Nachhinein eher die gesellschaftliche bzw berufliche Geringschätzung dieses Werdegangs.
ist von der Anlage her erstaunlich durchlässig. Man schaue nur auf die elitären Bildungsanstalten, z.B. in GB oder in Frankreich, wo sich die politische und wirtschaftliche Elite re-produziert.

Vergleichsweise preiswert ist unser Bildungssystem zudem. Kostenlose Schulbildung und weitgehend kostenlose Universitätsausbildung. Geld spielt auf keiner Ebene die Hauptrolle.
Das heißt natürlich nicht, dass es z.B. beim BaföG mittlerweile massiven Nachholbedarf gibt und der bauliche Zustand sehr vieler Schulen unsäglich ist.
Entgegen anders lautender Behauptungen spielt allerdings die individuelle Leistung noch immer die größte Rolle.

Unklar bleibt, inwiefern die Urlaubsreisen Ihrer Kommilitonen "mit den Eltern ans Meer" Sie daran gehindert haben, Ihr Studienziel mit guten Noten zu erreichen.
Vielleicht ist die angeführte "Vielfachbelastung" ja auch nur eine wohlfeile Entschuldigung für angestrebte, aber aus anderen Gründen nicht erlangte Noten. Und wer sollte eigentlich Ihre Leistung "gesellschaftlich oder beruflich" in besonderer Weise wertschätzen? Fragen über Fragen ... ...

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rumans 02.05.2019, 23:48
7. "Stimmenfang" ist ein Demokratie verachtender Name

Ich empfinde ihn als mich persönlich angreifenden Namen. Argumente sind keine Dumme fangender Stimmenfang. Und keiner merkt's und hat's gemerkt. Es sollte wohl cool klingen.

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nordwega 05.05.2019, 13:42
8. nunja

Zitat von Didi55
ist von der Anlage her erstaunlich durchlässig. Man schaue nur auf die elitären Bildungsanstalten, z.B. in GB oder in Frankreich, wo sich die politische und wirtschaftliche Elite re-produziert. Vergleichsweise preiswert ist unser Bildungssystem zudem. Kostenlose Schulbildung und weitgehend kostenlose Universitätsausbildung. Geld spielt auf keiner Ebene die Hauptrolle. Das heißt natürlich nicht, dass es z.B. beim BaföG mittlerweile massiven Nachholbedarf gibt und der bauliche Zustand sehr vieler Schulen unsäglich ist. Entgegen anders lautender Behauptungen spielt allerdings die individuelle Leistung noch immer die größte Rolle. Unklar bleibt, inwiefern die Urlaubsreisen Ihrer Kommilitonen "mit den Eltern ans Meer" Sie daran gehindert haben, Ihr Studienziel mit guten Noten zu erreichen. Vielleicht ist die angeführte "Vielfachbelastung" ja auch nur eine wohlfeile Entschuldigung für angestrebte, aber aus anderen Gründen nicht erlangte Noten. Und wer sollte eigentlich Ihre Leistung "gesellschaftlich oder beruflich" in besonderer Weise wertschätzen? Fragen über Fragen ... ...
Wenn Sie doch so viele Fragen haben, dann beschäftigen Sie sich doch tiefgehender mit der Materie. Sprechen Sie mit Betroffenen und erfragen Sie für sich, weshalb die sogenannten Arbeiterschichtnachkommen so auffällig selten an der Hochschule, und ich schreibe nicht Fachhochschule, vertreten sind. Sie können natürlich auf Gebäudeinfrastruktur, intransparente Bildungssysteme von Nachbarländer oder gar auf individuelle Defizite verweisen, aber den Kern der Problematik berührt das kaum. Zur Information: durch internationale Studien wird seit Jahren darauf hingewiesen, dass die Herkunft in der BRD den Bildungsweg bestimmt. Mit Intelligenz der Kinder hat das nicht immer zu tun.
Ich empfehle den Soziologen Bourdieu, der hat sich schon im 20.jhdt ausgiebig mit dem Dilemma beschäftigt.
Wohlstand ist ein gutes Schmiermittel, Armut aber nicht.

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