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Podcast "Stimmenfang": Hat Merkel genial geplant oder Glück gehabt?
John MacDougall/ AFP

Geniestreich der Bundeskanzlerin oder Anzeichen ihrer bröckelnden Macht? Welche Rolle spielte Angela Merkel bei der überraschenden Nominierung von Ursula von der Leyen als künftige EU-Kommissionspräsidentin?

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rosaberg 04.07.2019, 18:14
1. Hat Merkel genial geplant oder Glück gehabt?

Eher das Erste, aber ob es genial war, wird sich noch herausstellen.
Ich halte die Sache eher für eine Macronsche Falle für AM und vdL

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notty 04.07.2019, 18:24
2. Merkels Coup?

Ohhh, bitte aufhoeren, Merkel in puncto v.d.L. einen "Coup" anzudichten, fuer den sie sicherlich nicht verantwortlich ist.
Macron hat Weber "abgeschossen" und Merkel blieb still, sie war sogar ausdruecklich mit Timmermans einverstanden. (der aus der Fraktion stammt, die bei der Wahl ziemlich Federn gelassen hatte = Wahlverlierer)
Bei der Person Weidmann als EZB-Chef hat sie sich wiederum nicht eingesetzt (wie schon bei Axel Weber damals)
Die Personalie Lagarde ging wohl runter wie Honig, weil Macron damit den v.d.Leyen-Koeder ausgeworfen hatte und sie sich dann als tolle Strategin produzieren koennte....
Noch ist v.d.Leyen nicht Kommissarin und wuerde sie es...waere es schwer verdaulich.

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fottesfott 04.07.2019, 18:25
3. An den "genialen Plan" glaube ich wahrlich nicht.

Merkel war nie eine große Freundin des Prinzips "Spitzenkandidat" und nie überzeugt von den Chancen von Manfred Weber. So weit so klar und so vernünftig. Auch dass Timmermanns von den Osteuropäern mit allen Kräften verhindert wird war vorhersehbar. Warum Vestager so schnell aus dem Rennen war: keine Ahnung.
Aber vorherzusehen, warum nach dem Scheitern der 3 "Spitzenkandidaten" die Diskussion binnen 48 ausgerechnet auf vdL zulaufen würde wäre so wahrscheinlich wie ein 6er im Lotto.
Im übrigen ist sie ja noch nicht gewählt; die EU-Abgeordneten sind vergleichsweise frei in ihrem Abstimmungsverhalten, und - völlig zu recht - stinksauer über den Ablauf.
Ich bin persönlich heilfroh, meine Stimme bei der EU-Wahl nicht verschwendet zu haben; "Die PARTEI" hat meine Erwartungen bislang voll erfüllt. Die werden sicher auch nicht vdL wählen.

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Schindelaar 04.07.2019, 18:40
4. Völlig egal wer Kommissinspräsident/in wird.

Wer Kommissionspräsident/in wird ist ehrlich gesagt ziemlich Schnuppe. Hauptsache der Deutsche Kandidat wurde nicht EZB Chef. Denn wäre er es geworden, gäbe es in fünf Jahren keine EU mehr. Kein EU Land wird sich je wieder derart entmündigen und entwürdigen lassen wie Griechenland es tun musste.

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reinerotto 04.07.2019, 18:45
5. Vestager waere bessere Wahl gewesen

Sie hat aber einen Makel: Zu erfolgreich in bisheriger Taetigkeit.

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Ekkehard Grube 04.07.2019, 18:51
6. Wahrscheinlich geplant, und ich nehme an ...

… dieses Szenario wurde schon vor Monaten ausbaldowert.

Weber wurde von Merkel von Anfang an bestenfalls halbherzig unterstützt. Er war nur ein Pappkamerad, der bewusst verbrannt wurde, damit von der Leyen zum Zuge kommen sollte.

Inwieweit Macron und andere noch mitgemischt haben, weiß ich nicht. Ich vermute aber hinter diesem abgekarteten Spiel folgendes Kalkül von Merkel:

Hätte man von der Leyens Kandidatur zu früh bekannt gegeben, so wäre sie wahrscheinlich nicht durchsetzbar gewesen. So kann man sie jetzt scheinheilig als Retterin in der Not präsentieren.

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sans_words 04.07.2019, 18:57
7. ?

Merkel, Macron, von der Leyen, Lagarde

Wer da wohl das Sagen hat?

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motoko_kusanagi 04.07.2019, 18:58
8. Das Beste daraus gemacht

Nachdem Präsident Macron brutal auf den Machiavelli gemacht und alle Spitzenkandidaten abgeschmettert hat, blieb als Zuckerstück vdL und das war angesichts der Verhältnisse (auch Ost-Europa), das Beste für BK Merkel, was rauszuholen war.
Es war Glück.
Und zu gleich genial: Zwei Frauen an der Spitze und dazu noch eine Deutsche nach 50 Jahren ist ein gute Partie.

Ich hoffe inständig, dass bei allen Vorbehalten die GRÜNEN mit Ska Keller auch die Chancen erkennen und zustimmen werden.
Zwei Frauen an der Spitze ist ein gewichtiges Moment.
Hinzu kommt auch die Zusage, dass die GRÜNEN im weiterem Gestaltungsprozess mehr eingebunden wird; voraussichtlich auch mit einem Kommissionsposten.

Der Punkt ist schlicht der, dass die GRÜNEN bis jetzt kein Regierungsmitglied irgendwo ist, erst recht nicht Präsident oder Kanzler oder so - und demzufolge an den nach EU-Recht völlig legitimen Entscheidungsprozess keine Stimme hatten. Das kann nun zumindest im weiterem Verlauf nachgeholt werden.
Da sollte nach meiner Meinung die GRÜNEN - bei allem bedenken - zugreifen!

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hans.lotz 04.07.2019, 19:00
9. Kein Grund stolz zu sein

In der Politik wird das als genial bezeichnet, was Im Alltag der einfachen Bürger schlicht hinterhältig genannt wird.

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