Forum: Politik
Podcast "Stimmenfang": Tempolimit und Fahrverbote - droht jetzt der Aufstand im Autol
DPA

Ein Glaubenskrieg über Feinstaub-Grenzwerte und Wut auf ein Tempolimit (das gar nicht kommt) - warum wird die Debatte über Verkehrspolitik immer irrationaler?

Seite 3 von 18
zappomat 31.01.2019, 13:28
20.

Ich kann die Emotionen in der Debatte nicht nachvollziehen, obwohl ich schon häufiger als "Raser" tituliert wurde und tatsächlich auch gern schnell fahre - wenn es der verkehr denn hergibt. Allerdings sehe ich das pragmatisch: ich halte mich an die geltenden Regeln, d.h., wenn die BAB unlimitiert ist, fahre ich eben schnell - sonst nicht. Sollte das Tempolimit tatsächlich kommen, lohnt sich natürlich kein besonders großer Motor mehr und vermutlich werden wir teilweise auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Aber sich deswegen aufregen? Lohnt sich nicht, ich habe noch andere Betätigigungsfelder in meinem Leben.

Beitrag melden
babbi7 31.01.2019, 13:29
21. Verdrehung von Tatsachen!

Der Dieselmotor wurde bis vor kurzem von allen Parteien, übrigens auch von den Grünen, als der umweltfreundlichere Motor angepriesen, nicht zuletzt wegen des viel niedrigeren CO2 Ausstoßes.. Zur Belohnung durfte man höhere Kfz-Steuern zahlen - vielen Dank auch. Nun haben es sich ein paar Spinner anders überlegt. Ich gehe übrigens eher auf dieser Seite von Lobbyisten aus, denn was kurbelt den Umsatz der Autoindustrie mehr an, als wenn 20% der Autofahrer sich einen neuen Wagen zulegen müssen, obwohl der gerade mal 6 jahre alt ist und gerade mal 50 tausend km gefahren ist? Wenn denen und allen Befürwortern Umwelt so wichtig, dann sollte mein Verlust doch bitte mit Steuermitteln ausgeglichen werden. So habben alle was davon.

Beitrag melden
stefan.martens.75 31.01.2019, 13:29
22. Was ist den bitte irrational?

Eine ganze Industrie gegen die Wand zu fahren, weil irgendwer vor 10 Jahren fragwürdige Grenzwerte festgelegt hat, die jetzt von einem Lobbyministerium sehr fragwürdig gemessen werden?

Eine ideologische Energiepolitik zu betreiben, die eine weitere Industrie sehendes Auges gegen die Wand fahren lässt?

Wenn ich mir anschaue was für ein Irrsinn hier, insbesondere von Medien, flankiert und befürwortet wird, dann wird mir Angst und Bange.

Es gibt in ganz Deutschland keinen einzigen dokumentierten Fall wo irgendwer durch Stickokzide des Diesels gesundheitlich geschädigt wurde.
Wir sind aber bereit Fahrverbote zu erlassen und zu fordern, dass die gesamte Produktionspalette der gesamten Autoindustrie in Frage stellt.
Dazu noch Millionen von Mitbürgern völlig unverschuldet finanziell belastet.

Wenn hier irgendwas völlig irrational ist, dann sind das diese Entwicklungen.

Beitrag melden
berndasbrot 31.01.2019, 13:30
23. Spiegel

Wenn man die letzten 3 Wochen betrachtet, schlage ich vor den Spiegel umzubenennen in "Tempolimit-Gazette", vielleicht regelmässig mit der Beilage "Promillegrenze" und dem Sonderheft "Fahrverbote". Herrschaftszeiten, hat dieses Land keine echten Probleme?
Schauen Sie mal 40 Jahre nach vorne.
- Wer zahlt die Renten
- Wer zahlt für die Gesundheit
- Wie und wo sollen wir wohnen
- Wieviel Einwohner verträgt Deutschland
- Wer hat noch Arbeit, wer erarbeitet den Wohlstand
- Wie bleiben wir mobil, schnell, sauber und effizient (Tip: kein E-Mobil, alternative Kraftstoffe sind die Lösung!)
- Woher kommt unser Strom?
- Was wollen / dürfen / können wir essen
- Wie begegnen wir dem globalen Wohlstandsgefälle?

Und sie beantworten alle diese Fragen mit Fahrverboten in der Innenstadt und Tempolimit auch nachts auf menschenleerer Autobahn?
An ideologischer Verbohrtheit und Engstirnigkeit kaum zu überbieten!

Beitrag melden
jim.panse 31.01.2019, 13:32
24. Irrational ist nur Ihr Beitrag.

Zitat von mart!n
Hält es wer für rational, einem Zwei-Personen-Haushalt ein E-Auto als Fünftwagen zu subventionieren, der mit 2000km Jahresfahrleistung dann in den Zulassungsstatistiken von Hersteller und Regierung als Beitrag zum Umweltschutz verkauft wird? Ist es rational erklärbar, dass eine prominente Grüne davon redet, ihr Partei würde "die Welt retten", dann nach CA in Urlaub fliegt und gleichzeitig dem Pendler erklärt, seinen sechs Jahre alten Diesel zu "verschrotten", was meist nix anderes heißt als ein Verkauf nach Osteuropa, sei Umweltschutz? Umweltpolitik die aus Autovermehrung, Symbolpolitik und Ressourcenvergeudung besteht nicht in Frage zu stellen, das wäre irrational.
Es ist oft so, dass mit einem BEV mehr als vorher gefahren wird. Die 2k km sind an den Haaren herbeigezogener Stuss!
Gehen Sie auf die Seite von Goingelectric und lesen dort wie viel die fahren. Ich haben nur ein BEV und sonst kein weiteres Auto und ich fahre im Jahr an die 30k km mithin doppelt so viel wie der Durchschnitt und das elektrisch. Ihrer Ansicht nach geht das nicht, aber die Realität straft sie Lügen!

Beitrag melden
jim.panse 31.01.2019, 13:36
25.

Zitat von NotSoGood
Leute kaufen sich für viel Geld ein Fahrzeug welches zum Kaufzeitpunkt den Vorgaben der Regierung entspricht und bekommen dann die Nachricht, dass sogar relativ junge Fahrzeuge mit einem Fahrverbot belegt werden könnten. Das ist irrational? Das Tempolimit mag rational gesehen vollkommen angebracht sein. Das wären aber andere mögliche Verbote auch: Rauchen, Alkohol, Fahrradfahren ohne Helm, etc.. Wenn die Gesellschaft mehrheitlich dafür ist, sich diese "Freiheit" zu nehmen, trotz aller Nachteile, dann ist es m.E. nicht Sache der Politik, dem dummen Volk etwas anders vorzuschreiben. Man kann ja versuchen über dieses Thema einen gesellschaftlichen Konsens zu erreichen - aber mit der überheblichen Art der Berichterstattung die u.a. auch den Spiegel auszeichnet, treibt man viele Wähler in die Hände des rechten politischen Spektrums. Nicht alles was gut und schlau ist, muss man machen, wenn die Gesellschaft dazu noch nicht bereit ist. Das trifft auf fast alle Themen zu ... wer einem ordentlichen Teil der Bevölkerung das Gefühl gibt, dass eine vom Rationalen oder Guten abweichende Meinung nicht zählt, dem wird irgendwann die Rechnung in Form einer populistischen Regierung präsentiert. Dann ist der Jammer natürlich groß.
Niemand hat beim Kauf eines PKW jemals zugesichert bekommen zukünftig jederzeit überall hinfahren zu dürfen. Wenn es Veränderungen gibt ist das so und eben keine Enteignung wie einige nun krakeelen zumal Fahrverbote fast ausschließlich Städte betreffen und dort gibt es alternativ den ÖPNV.
Für Gewerbetreibende und Polizei usw. sind ja Ausnahmen vorgesehen also alles vernünftig geregelt.

Beitrag melden
themistokles 31.01.2019, 13:38
26.

Zitat von duke_van_hudde
Menschen die einen alten Diesel haben und den brauchen um zur Arbeit zu kommen und sich keinen neuen leistne können, wird hier ein massiv hoher wirtschaftlicher Schaden zugefügt den sie sich nicht leisten können.
Das ist richtig. Nur: deren Ansprechpartner ist nicht der Staat oder gar die Allgemeinheit. Sondern der Dieselhersteller, der seine Kunden bei den Messwerten besch*** hat. Diese gilt es endlich, in die Pflicht zu nehmen. Auch vom Gesetzgeber. Warum soll ich mit meinem Geld und meiner Gesundheit für den Dieselfahrer haften? Die Grünen sind seit 2005 übrigens nicht mehr in der Regierung. Keine Ahnung, was das Grünen- Bashing an dieser Stelle immer soll.

Beitrag melden
Cogitatio33 31.01.2019, 13:41
27. Alles in einem Topf

Tempolimit und Fahrverbote in einen Topf zu werfen ist schon mal der erste Fehler. Hängt beides irgendwie zusammen - sind aber völlig unterschiedliche Themen. Wenn man aber ein eher rationales Thema mit einem irrationalem verbindet, dann kommt man leichter zum Schluss, dass die "Gegenseite" generell irrational handelt.
Meines Erachtens gibt es wesentlich mehr Gründe für ein Tempolimit, als dagegen sprechen - das heisst aber nicht, dass es nicht auch gute Gründe gegen ein Fahrverbot gibt.
Beim Fahrverbot verhält es sich m.M.n. ähnlich - aber dies ist sowas von am Menschen vorbei umgesetzt worden. Ist doch klar, dass sich ein Dieselfahrer verarscht fühlt, denn es handelt sich hier um Kräfte, die in sein Leben eingreifen, die er/sie nicht beeinflussen kann. Wer den Unmut derer, die nun auf ihren Fahrzeugen sitzen bleiben als "Klimagegner" herunterspielt, hat den Kontakt zu seinen Mitmenschen absolut verloren. Was können die den dafür, dass die Autoindustrie schlichtweg gelogen hat?
Ein langsamer Übergangsprozess wäre hier wesentlich sinnvoller gewesen. Da hat auch die Bundesregierung eine Verantwortung, und nicht nur eine globale (Umwelt), sondern auch eine individuelle (Bedürfnisse der Menschen im Staat).
Niemand fühlt sich mehr verstanden oder angehört. Egal auf welcher Seite man steht. Folglich werden Diskussionen ideologisch und immer mehr frei von Fakten geführt, als vielleicht einmal den Versuch zu starten, die Argumente der "anderen Seite" anzuhören und zu versuchen zu verstehen.

Beitrag melden
ruhepuls 31.01.2019, 13:41
28. Der Umwelt ist es egal, ob jemand laufen muss...

Zitat von duke_van_hudde
Menschen die einen alten Diesel haben und den brauchen um zur Arbeit zu kommen und sich keinen neuen leistne können, wird hier ein massiv hoher wirtschaftlicher Schaden zugefügt den sie sich nicht leisten können. Der extreme Umweltschutz ohne irgendeinen Blick für die unterne Klassen wird hier durchgedrückt von einer Partei wie die SPD die früher sich um die kleinen Leute kümmern wollte. Bei den Grünen die Partei der Lehrer ist das natürlich anders, den die können sich immer ein neues Auto leisten oder sie wohne in den teuersten Wohnungen am Platz und brauchen daher kein Auto. Bei dne Menschen die isch im Notfall einen neuen leistne könnte kommt immerhin der gigantische Wertverlust vom alten diesel hinzu, da diese nur noch nach Osteuropa zu verkaufen sind. Das die Politik in der EU hier Gesetze gemacht hat die jeden Art von Vertrauensschutz auflöst kommt hinzu. Für Neuwagen kann man ja neue Grenzwerte festlegen, wenn sie den Sinn haben sollten, aber für 4 Jahre alte Wagen sollte ganz klar Vertrauensschutz für den Kaeufer gelten und wenn der Hersteller betrogen haben sollte muss der dafür haften. Wir laufen aber halt überall auf Schwarz Grün zu. Die Unternehmen haften nicht für Müll (CDU) und die untere Mittelschicht gönnt man nicht mal Vertrauensschutz (grüne)
WENN man die Umweltproblematik ernst nimmt, dann muss man leider feststellen, dass es eh darauf hinausläuft, dass Individualverkehr reduziert wird. Das wird dann die einen mehr treffen als die anderen. Aber auch der "alte Dieselfahrer" wird vielleicht auf die Idee kommen, dass es noch Busse und Bahnen gibt - auch wenn er dann ein paar Minuten länger unterwegs sein wird.
Veränderungen sind nie gerecht verteilt. Die einen passen sich eben besser an als die anderen.

Beitrag melden
misterknowitall2 31.01.2019, 13:42
29. Lustig

Zitat von skeptikerjörg
Tempolimit als Kampfbegriff. Es geht um Emotionen, nicht um Fakten. Den deutschen Autofahrern ein generelles Tempolimit auf Autobahnen abzuringen ist ebenso unmöglich, wie den US-Bürgern ein Waffenverbot aufzuzwingen. Beide Anti-Gruppen sehen es als Beschneidung von Freiheitswerten, als illegitimen Eingriff des Staates in die persönliche Freiheit. "Freie Fahrt für freie Bürger" war ein Slogan des ADAC ist weiterhin ein Slogan der Anti-Tempolimit-Fraktion. Sachargumente zählen nicht, Vermeidung eines Teils der schweren Unfälle, eines Teils der Verkehrstoten auf Autobahnen sind nebensächlich; 5 bis 6% Reduzierung der CO2 Emissionen erst Recht. Noch scheint die Stimmung der Bevölkerung 52:48% gegen Tempolimit zu sein und solange das so ausgeglichen ist, werden Politiker das heiße Eisen nicht anfassen. Weil es unpopulär wäre. Ein sinnvoller Kompromiss wäre: Geschwindigkeitsbegrenzung 130 km/h auf allen zweispurigen Autobahnen und 80 km/h auf allen einspurigen Landstraßen - wenn schon nicht der Umwelt zuliebe, dann den Verkehrsopfern zuliebe. Wird aber nicht kommen und wir werden die einzigen Europäer bleiben, die rasen als Volkssport legal betreiben dürfen.
es geht doch gar nicht um das Tempolimit, sondern warum die Diskussionen so ausarten.

Aber dafür haben sie ein gutes Beispiel geliefert. Sie gestalten ihren Kommentar so, dass sich jeder mit einer anderen Meinung daran hochziehen kann. Leicht ironisch und vorwurfsvoll, garniert mit ein paar Zahlen und deutlich so, dass sie mit ihrer Meinung moralisch im Recht sind. Also auf mich hat es gewirkt und wollte sofort widersprechen, von wegen Sachargumente und so weiter. Ich bin in vielen Punkten anderer Meinung, werde aber vorher von ihnen schon moralisch zurecht gerückt, in dem sie mich gleich am Anfang mit einem NRA-Jünger vergleichen. (Weiß der Himmel, wie sie auf so einen schrägen Vergleich kommen).

Insgesamt legen sie also einen mit Emotionen geladen Tweet vor und erwarten eine entsprechende Reaktion. Toll auch, dass sie gleich am Anfang klarstellen, dass die anderen mit Emotionen arbeiten und sie nur mit Fakten (türlich, türlich...sicher digga).

Beitrag melden
Seite 3 von 18
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!