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Podcast "Stimmenfang": Von 494 auf 1320 Euro Nettokalt - so sieht Mietenexplosion aus
DPA

Die Debatte über die Enteignung von großen Wohnungsunternehmen polarisiert die Politik. Aber wie fühlt es sich Realität an, wenn die dreifache Mieterhöhung im Briefkasten liegt?

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Marvel Master 18.04.2019, 16:37
1.

Das die Mieten teilweise so extrem gestiegen sind hat auch damit zu tun, dass der Staat seine ganzen Wohnungen vor 10 bis 20 Jahren verkauft hat.

Siehe hier:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/milliardendeal-dresden-verkauft-wohnungsbestand-und-wird-schuldenfrei-a-405194.html

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/neubau-in-berlin-als-das-tafelsilber-verkauft-wurde/13019974-2.html

Sprich, der Staat müsste jetzt gar keine Eigentümer enteignen. Das sind ja die selben Wohnungen, die er vorher verkauft hat. Da hätte er sie auch gleich behalten können.

VG

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kayakclc 18.04.2019, 16:54
2. EZB getriebe Inflation

Wenn jemand glaubt, man können Billionen Euro in die Finanzmärkte zur Stabilisierung von Banken und Staatsfinanzen pumpen, wie die EZB das macht, und das hätte keine Auswirkung auf die Realwirtschaft, der irrt! Die Inflation ist nicht in Obst und Gemüse angekommen, sondern seit ca 2015 im Immobilienmarkt und hat über Mieten die Realwirtschaft erreicht. Enteignung beseitig das Problem nicht, da in der Politik und in Frankfurt die Ursachen zu finden sind. Berlin kann aber natürliche billige Kredite aufnehmen, um den Aktionären von Deutsche Wohnen ein Übernahmeangebot zu machen (dazu sind nur 16Mrd Euro Notwenig). Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass dann der Bock zum Gärtner gemacht wird. denn der Rot-Grüne Senat hat ja bekanntlich die Kommunalen Wohnungen in der Nuller Jahren massenhaft an Investoren verkauft! Da muss sich auch die SPD und die Grünen heute sich kritischen Fragen stellen. Besser wird das durch Verstaatlchen nicht. Berlin hat über den BER ausreichend demonstiert, dass es mit Bauvorhaben und Baumanagment völlig überfordert ist. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass Berlin die Hauptstadt ist, und im EU Vergleich die Mieten immer noch gering sind. Auch beim Wohneigentum hat Deutschland im EU Vergleich Nachholbedarf, obwohl manche Leute immer Mieten als da wahre Paradies anpreisen. Im kern handelt es sich um ein reines Populismusthema, diese mal von der Linken Ecke, was es nicht besser macht. In Brandenburg gibt es beliebig günstigen Wohnraum, aber alle wollen an den Prenzlauer Berg oder Berlin Mitte. Das kann nicht gut gehen.

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lobro 18.04.2019, 16:57
3.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß es sich bei einer Mieterhöhung von 494 auf 1320 EURO um die gleiche Wohnung im gleichen Zustand wie vor der Mieterhöhung handelt. Da ist doch bestimmt aus einer Bruchbude mit Ofenheizung, undichten, einfach verglasten Fenstern, undichtem Dach und Toilette auf halber Treppe, wie ich sie noch aus den 1970er Jahren im Berliner Wedding kenne, eine moderne, zeitgemäße Wohnung geworden.

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Freidenker10 18.04.2019, 17:01
4.

Da die Welt mit "billigem" Geld überschwemmt wird sind nun eben die Immobilien ins Fadenkreuz gerückt. Wo sonst gibts noch so schöne Renditen? Ich werfe dem Staat vor nichts dagegen zu unternehmen, sondern sich im Gegenteil wahrscheinlich noch darüber freut dass das ganze Geld nach D schwappt. Bei Firmen die die nationale Sicherheit betreffen legt man sich auch quer wenn diese von ausländischen Konzernen gekauft werden sollen, warum nicht mal den Investoren das aufkaufen deutscher Immobilien erschweren? Auch darf die Bestandsmiete egal was der Besitzer "modernisiert" nicht in diesem Maße steigen! Ich wird die soziale Verträglichkeit mit Füßen getreten und die "Berliner Helden" schauen nur zu! Auch sämtliche Neubauten die ich in meiner Stadt so sehe sind ausschließlich für das Hochpreissegment gedacht...

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effing 18.04.2019, 17:01
5.

Bei aller negativen Meinungsmache: Die extreme Höhe der Steigerungen ist sicherlich zu verurteilen. Allerdings ist es eben schon so, dass es ebenfalls ein Fehler im System ist, wenn Leute, nur weil sie schon seit 20 Jahren dort wohnen, in allerbester Innenstadtlage für ihre 120 qm Altbauwohnung nur 500 Euro bezahlen. Hier hatte sich in den letzten Jahren eine große Gerechtigkeitslücke aufgetan, zwischen den "Alteingesessenen" und allen anderen die in ihrem Leben mal umziehen mussten. Außerdem kann man in vielen Regionen Deutschlands gut beobachten, was passiert wenn die Mieten zu niedrig sind - nämlich gar nichts. In ländlichen Regionen ist es nicht die Ausnahme sondern eher die Regel, dass Bäder kackbraun oder lindgrün im Stilnder 70er gefliest sind, Fassaden noch nie gestrichen wurden, Dächer marode sind etc. pp.

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redwed11 18.04.2019, 17:23
6.

Zitat von Marvel Master
Das die Mieten teilweise so extrem gestiegen sind hat auch damit zu tun, dass der Staat seine ganzen Wohnungen vor 10 bis 20 Jahren verkauft hat. Siehe hier: https://www.spiegel.de/wirtschaft/milliardendeal-dresden-verkauft-wohnungsbestand-und-wird-schuldenfrei-a-405194.html https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/neubau-in-berlin-als-das-tafelsilber-verkauft-wurde/13019974-2.html Sprich, der Staat müsste jetzt gar keine Eigentümer enteignen. Das sind ja die selben Wohnungen, die er vorher verkauft hat. Da hätte er sie auch gleich behalten können. VG
Das der Verkauf der Wohnungen einer der größten Fehler der Politik in den letzten 20 Jahren war, steht außer Zweifel. Man kann das tausendmal beklagen, aber es hilft nicht weiter. Jetzt sind konsequente Maßnahmen gefordert und zwar sofort. Es bleibt keine Zeit mehr. Und wenn Vergesellschaftung die letzte Möglichkeit ist, dann muss das eben durchgezogen werden.

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Guerilla_79 18.04.2019, 17:38
7. ...

Ehrlicherweise sollte man in unserer verkommenen westlichen "Wertegemeinschaften" diesbezüglich nichts erwarten...

Allerdings sehne ich nicht nur den Tag herbei wo das Umverteilungskonstrukt implodiert, selbst ohne Puls kann man dies erahnen.

Es werden ausschließlich Bonzenbuden gebaut, wie lange ist die Planung, Bau und Einzug? 2Jahre?

Es wird massiv überplant, in nicht allzuferner zukunft werden diesen Bauherren die Mieter ausgehen, schließlich ist die zahl der Bonzen begrenzt.

Dann wird die Immobilienblase platzen.... und meine tränchen halten sich ausscheifend in Grenzen für diese "Menschen"....

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Bob Hund 18.04.2019, 17:44
8.

Zitat von effing
Allerdings ist es eben schon so, dass es ebenfalls ein Fehler im System ist, wenn Leute, nur weil sie schon seit 20 Jahren dort wohnen, in allerbester Innenstadtlage für ihre 120 qm Altbauwohnung nur 500 Euro bezahlen.
Das wird halt auch zum Problem, wenn ältere Leute sich dadurch nicht mehr verkleinern können um Platz zu machen für junge Familien.
Dann sitzt die Witwe in der 4 Zimmer Wohnung, die sie kaum mehr alleine bewirtschaften kann, aber es lohnt sich nicht, in etwas kleineres zu ziehen, weil das dann mehr Miete kostet.
Bei Eigentumswohnungen eigentlich genau das gleiche.
Durch die hohen Transaktionskosten lohnt es sich kaum, im Alter zu verkleinern, wenn man nicht gerade aus großen Haus in der Metropole in eine 2 Zimmerwohnung draußen im Grünen zieht.

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redwed11 18.04.2019, 17:55
9.

Zitat von kayakclc
Wenn jemand glaubt, man können Billionen Euro in die Finanzmärkte zur Stabilisierung von Banken und Staatsfinanzen pumpen, wie die EZB das macht, und das hätte keine Auswirkung auf die Realwirtschaft, der irrt! Die Inflation ist nicht in Obst und Gemüse angekommen, sondern seit ca 2015 im Immobilienmarkt und hat über Mieten die Realwirtschaft erreicht. Enteignung beseitig das Problem nicht, da in der Politik und in Frankfurt die Ursachen zu finden sind. Berlin kann aber natürliche billige Kredite aufnehmen, um den Aktionären von Deutsche Wohnen ein Übernahmeangebot zu machen (dazu sind nur 16Mrd Euro Notwenig). Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass dann der Bock zum Gärtner gemacht wird. denn der Rot-Grüne Senat hat ja bekanntlich die Kommunalen Wohnungen in der Nuller Jahren massenhaft an Investoren verkauft! Da muss sich auch die SPD und die Grünen heute sich kritischen Fragen stellen. Besser wird das durch Verstaatlchen nicht. Berlin hat über den BER ausreichend demonstiert, dass es mit Bauvorhaben und Baumanagment völlig überfordert ist. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass Berlin die Hauptstadt ist, und im EU Vergleich die Mieten immer noch gering sind. Auch beim Wohneigentum hat Deutschland im EU Vergleich Nachholbedarf, obwohl manche Leute immer Mieten als da wahre Paradies anpreisen. Im kern handelt es sich um ein reines Populismusthema, diese mal von der Linken Ecke, was es nicht besser macht. In Brandenburg gibt es beliebig günstigen Wohnraum, aber alle wollen an den Prenzlauer Berg oder Berlin Mitte. Das kann nicht gut gehen.
Einige der von Ihnen genannten Fakten stimmen einfach nicht. Berlin hat leider einen Teil seines Wohnungsbestandes an Heuschrecken verschleudert. Aber Berlin hat immer noch 6 Kommunale Wohnungsgesellschaften mit insgesamt ca. 267.000 Wohnungen. Dazu kommen noch ca. 185.000 Wohnungen bei den Gemeinnützigen Baugenossenschaften. Die von den Kommunalen Wohnungsgesellschaften vermieteten Wohnungen sind in einem guten Zustand und sie werden zu bezahlbaren Preisen vermietet. Das alles im Gegensatz zu den Wohnungen der Deutschen Wohnen, der Vonovia und anderer. Deren Wohnungen sind im schlechten Zustand und werden zu überteuerten Mieten vermietet. Dazu kommen Betrügereien mit den Nebenkostenabrechnungen.
Wie Sie auf die wirre Idee kommen, dass die Berliner Mieten zu niedrig sind ist für die betroffenen Mieter blanker Hohn. Es ist für die Mieter der Stadt völlig egal, welche Mieten in London oder Paris bezahlt werden. Was soll das die Berliner Mieter interessieren?
Die Mieten von 15 bis 20 Euro m² werden nicht nur in den sogenannten Szenebezirken verlangt sondern im gesamten Stadtgebiet von Neukölln bis Reinickendorf. Ihre Ausführungen dazu sind um es nett zu sagen, Mist. Überall in der Stadt und auch im Umland werden diese Wuchermieten verlangt. Wenn man natürlich 150 bis 200 km weiter eine Wohnung suchen soll, dann gibt es noch annehmbare Preise. In Orten mit 2 Busverbindungen am Tag. Aber wer soll dahinziehen wenn man in Berlin seine Tätigkeit hat. Das sind doch alles Vorschläge ohne realen Bezug. Vorschläge, nur um den immer weiter um sich greifenden Mietwucher zu relativieren.

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