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Podcast "Stimmenfang": Von 494 auf 1320 Euro Nettokalt - so sieht Mietenexplosion aus
DPA

Die Debatte über die Enteignung von großen Wohnungsunternehmen polarisiert die Politik. Aber wie fühlt es sich Realität an, wenn die dreifache Mieterhöhung im Briefkasten liegt?

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larsmach 18.04.2019, 18:55
20. Raus aus Berlin! - ...und "0% Zinssatz" sind viel: Bei Nullwachstum!

Liebe Leute, die Stadt WILL euch nicht! - Und in Berlin ansässige Unternehmen sollen gefälligst zusehen, woher sie ihr Personal nehmen! "Meidet diese Stadt", müsste Ernst Reuters Rede heute heißen. Wer tut sich so etwas freiwillig an!!?? Deutschland ist voll von schönen Orten, allesamt mit kompletter Infrastruktur, Einkaufszentren, Kulturangebot - doch es muss immer "hipp" sein, nicht wahr!? Beton, soweit das Auge sieht... - Mittelständler bauen ihre Fabriken neben die Ortschaften, in denen ihre Großväter lebten. Berlin!? Was bringt das? Ein paar Touristen, Kongresse, Messen wie die CWIEME bei immer teureren Hotelübernachtungen (am besten morgens reinfliegen, abends zurück), ein paar Spaziergänge, Steakhouse, Theaterbesuch - und gut ist's! Dort leben!? ...ernsthaft!!?? Vielleicht wird man in Berlins Senat und Stadtteilen erst wach, wenn die Menschen genug haben von dieser durch eine Geldschwemme (zum Ersticken der Schuldenkrise 2008!) zwar begünstigten, jedoch nicht hauptsächlich verursachten Wohnungsknappheit und -eigentümerkonzentration. Wer einmal wie ich versucht hat, ein Mehrfamilienhaus zu projektieren und zu bauen, kann ein Lied vom Wahnsinn singen: Für solche Vorhaben braucht man heute irrwitzige (personelle) Ressourcen - während man anderswo in Europa selbst große Windparks mit kleinen Ingenieurbüros auf die Beine stellen kann! - Die Krise ist hausgemacht, und Metropolen wie Berlin oder Frankfurt (wo man um die Zocker-Jungs aus London buhlt!!) sind zu meiden. Das Konzept nennt sich Marktwirtschaft und führt zu einer zügigen Bereinigung. Übrigens sind Kreditzinsen alles andere als niedrig, wenn Wirtschaftswachstum (nebst Gehaltszuwächsen und Inflationsraten!) nicht mehr wie während der Nachkriegsjahrzehnte zweistellig ist; früher waren Kredite nicht teurer als heute: Inflation und Einkommenszuwäche eingerechnet!

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nach-mir-die-springflut 18.04.2019, 19:00
21.

Zitat von lobro
Ich kann mir nicht vorstellen, daß es sich bei einer Mieterhöhung von 494 auf 1320 EURO um die gleiche Wohnung im gleichen Zustand wie vor der Mieterhöhung handelt. Da ist doch bestimmt aus einer Bruchbude mit Ofenheizung, undichten, einfach verglasten Fenstern, undichtem Dach und Toilette auf halber Treppe, wie ich sie noch aus den 1970er Jahren im Berliner Wedding kenne, eine moderne, zeitgemäße Wohnung geworden.
Mieterhöhungen sind gesetzlich geregelt, alle drei Jahre nicht mehr als 10 % oder so.

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nach-mir-die-springflut 18.04.2019, 19:04
22.

Zitat von redwed11
Die Mieten von 15 bis 20 Euro m² werden nicht nur in den sogenannten Szenebezirken verlangt sondern im gesamten Stadtgebiet von Neukölln bis Reinickendorf.
12 Euro pro m² ist eher die Regel. Unabhängig davon, setzt der Mietpreisspiegel nicht Kappungsgrenzen?

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effing 18.04.2019, 19:37
23. #5

Aufgrund diverser Kommentare zu meinem Post no 5: Eines vorweg, ich bin selbst Mieter ohne Wohneigentum. Ein Beispiel aus meinem direkten Bekanntenkreis auf das ich mich beziehen kann hat Berlin Alexanderplatz gewohnt. Nach der Wende war der Nachbar weg. Wohin wusste keiner. Also wurde aus 2 Wohnungen eine gemacht. Miete hat sich nicht großartig geändert. Aus 150 Ostmark wurden 150 DM. Dafür gab es mehr Platz als man verwenden kann. Es gab wohl ein "Telefonzimmer". Kein Witz, da stand nur ein Telefon drin. Das kann natürlich auf Dauer so nicht funktionieren. Klar ist das ein Extrembeispiel und ich will die Luxussanierungen nicht schön reden. Die Miethöhen auch nicht, die einem zum Leben keinen Spielraum mehr lassen. Aber es muss erlaubt sein darauf hinzuweisen, dass das Mietniveau wie es vor 20 Jahren die Regel war einfach keine nachhaltige Erhaltung der Gebäude zugelassen hat. Es gibt schließlich genug Eigentumbesitzer die über die hohen Kosten zum Erhalt klagen. Warum soll es bei einem vermieteten Objekt anders sein? Kurz: die Mietobjekte wurden über Jahrzehnte auf ihrer Substanz abgelebt.

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gruselgraus 18.04.2019, 19:46
24. Gründe liegen auf der Hand...

...völlig ungelenkte Zuwanderung (2 Millionen Menschen seit 2015, nachzulesen bei unserer Statistikbehörde), diese Migranten gehen natürlich in die Großstädte zu ihren Leuten. Bis 2014 haben alle Forscher angezeigt, das weniger Wohnraum benötigt wird in Zukunft, entsprechend haben die Politiker verkauft.

Dazu kommt die Assetinflation dank Null-Zinsen, um Südeuropa nicht Pleite gehen zu lassen.

Bunt ist halt teuer, sorry.

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k70-ingo 18.04.2019, 19:51
25.

Zitat von Guerilla_79
Ehrlicherweise sollte man in unserer verkommenen westlichen "Wertegemeinschaften" diesbezüglich nichts erwarten... Allerdings sehne ich nicht nur den Tag herbei wo das Umverteilungskonstrukt implodiert, selbst ohne Puls kann man dies erahnen. Es werden ausschließlich Bonzenbuden gebaut, wie lange ist die Planung, Bau und Einzug? 2Jahre? Es wird massiv überplant, in nicht allzuferner zukunft werden diesen Bauherren die Mieter ausgehen, schließlich ist die zahl der Bonzen begrenzt. Dann wird die Immobilienblase platzen.... und meine tränchen halten sich ausscheifend in Grenzen für diese "Menschen"....
Die Frage ist, wie man "Bonzen" definiert.
Tatsache ist, daß die ganzen neuen Wohnungen mit gehobenen und Premiumstandard weggehen wie geschnitten Brot - an real existierende schon länger hier lebende Besserverdiener und deren Familien.
Davon gibt es im Gegensatz zu den Behauptungen der Merkelrepublikuntergangsgreiner sehr viele, Hunderttausende gar.

Besonders ausgeprägt ist dies hier im Ruhrgebiet. In den besseren Lagen und im Speckgürtel drängeln sich die Interessenten und die Preise steigen merklich, während unsanierte Wohnhäuser einfachen Standards, sogar Mehrfamilienhäuser in den sozial nicht so gut dastehenden Vierteln an Wert verlieren und letztlich abgerissen werden, weil sich dafür keine Mieter finden lassen.

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k70-ingo 18.04.2019, 19:55
26.

Zitat von DiggaAlla
Ihr wollt doch alle nach Berlin, münchen und hamburg...herzlich willkommen. Wann traut sich mal jemand die zuwanderung in diese städte zu begrenzen??? Wollen wir in 100 jahren 90% der menschen in großstädten haben?
Eine Zuwanderungsbegrenzung in der von Ihnen angedachten Art ist nicht grundgesetzkompatibel.
Es lohnt sich nicht, derartige Spinnereien anzustellen.

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noch_ein_forenposter 18.04.2019, 19:59
27.

Zitat von gruselgraus
...völlig ungelenkte Zuwanderung (2 Millionen Menschen seit 2015, nachzulesen bei unserer Statistikbehörde), diese Migranten gehen natürlich in die Großstädte zu ihren Leuten. Bis 2014 haben alle Forscher angezeigt, das weniger Wohnraum benötigt wird in Zukunft, entsprechend haben die Politiker verkauft. Dazu kommt die Assetinflation dank Null-Zinsen, um Südeuropa nicht Pleite gehen zu lassen. Bunt ist halt teuer, sorry.
Die erwähnte Zuwanderung hat gerade mal den Bevölkerungsrückgang kompensiert. Langfristig gehen die Statistiker davon aus, dass wir mehr als 400.000 Migranten jährlich benötigen, damit die Bevölkerung nicht abnimmt. Es wäre natürlich sinnvoll, wenn wir uns einen Teil von ihnen nach bestimmten Kriterien aussuchen könnten. Will die CDU/CSU aber nicht.

Übrigens haben die Städte Wohnraum verkauft, weil sie das Geld brauchten.

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mumuwilli1975 18.04.2019, 20:12
28. Berlin=billig

und keiner redet davon, wie billig Berlin vor 10 Jahren war. Viel zu billig. Dass dies jetzt angepasst wird, passt natürlich keinem. Dazu kommt, dass im Vergleich zu 2008/9 die Gehälter auch um einiges gestiegen sind. Aber wie immer in D, man will alles für nichts.

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k70-ingo 18.04.2019, 20:33
29.

Zitat von reznikoff2
...eine systematisch aufgepäppelte Deppendiskussion. Jeder, der sich abseits der Medienhysterie ein wenig Verstand bewahrt hat, wird das einsehen. Falls die Politiker mit gutem Beispiel voran gehen wollen, können sie auf ihre Zweitwohnungen verzichten. Und die Millionen Singles können natürlich auch gern wie früher ihren Wohnraum teilen, anstatt sich alleine breit zu machen.
Warum sollten die Zweitwohnungsbesitzer und Singles das tun?

Preisgünstiges Wohnen im hippen Trendviertel ist kein Menschenrecht.

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