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Podcast "Stimmenfang": Wer geht heute eigentlich noch zur Bundeswehr?
DPA

Der Bundeswehr fehlen Soldaten. Rund 25.000 Stellen sind unbesetzt. Öffentliche Gelöbnisse, Social Media-Kampagnen und Rekrutierungsoffiziere sollen die Truppe attraktiver machen. Klappt das?

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josho 28.11.2019, 18:36
1. Das wird ein schwieriger Job....

.....denn es dürfte schwer zu vermitteln sein, warum Konflikte im heutigen Zeitalter immer noch mit militärischen Einsätzen und dem Ziel, den Gegner "unschädlich" zu machen, zu lösen sein sollen. Der Bildungstand der jungen Menschen ist erfreulicherweise nicht vergleichbar mit dem vor 100 Jahren und sie überlegen sich genau, auf was sie sich da einlassen.

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shalom-71 28.11.2019, 18:51
2. Grosse Probleme der Bunderwehr ...

Die Bundeswehr scheint wirklich grosse Probleme haben, genügend Personal zu rekrutieren. Da werden junge Menschen als "IT-Spezialisten" angeworben, die dann aber nicht speziell ausgebildet werden, sondern nach einer Grundausbildung nur dumpf in einer Kaserne hocken und die Statistik aufbessern. (Im eigenen Bekanntenkreis erlebt.)

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quark4@mailinator.com 28.11.2019, 18:52
3.

Wer vor 1990 zur Fahne oder zum Bund ging wußte, daß er eigentlich nur zum Einsatz kommen würde, wenn der Kalte Krieg heiß würde. In dem Fall wäre man in Deutschland ohnehin direkt betroffen und es würde kaum einen Unterschied machen, ob man Teil einer Armee oder Zivilperson wäre. Es war auch klar, worum es gehen würde, nämlich direkte Heimatverteidigung.

Diese Situation hat sich grundlegend geändert. Wer sich heute verpflichtet, hat gute Chancen, sich in einem asymetrischen Konflikt irgendwo auf der Welt wiederzufinden, formatiert von immer wieder gern mal zweifelhaften politischen Rahmenbedingungen und in wechselnden Koalitionen.

Da stellt sich wirklich die Frage, wer das wohl machen mag ? Persönlich hätte ich gern einen Weg zurück zum Zustand, als das Grundgesetz Einsätze im Ausland ausschloß und die BW nur zur direkten Landesverteidigung eingesetzt werden durfte.

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remcap 28.11.2019, 19:05
4. Der eigene Kopf sollte zuerst eingeschaltet werden...

... aber das passt nicht in den Autoriären Alltag der BW.
Wer will schon gerne unwürdig rumkommandiert werden.
Da muss und darf man nix beschönigen. Die BW möchte halt nicht alle Karten auf den Tisch legen. Die Realität in Konfliktgebieten und die Risikofaktoren müssen klar dargelegt werden.
Hier fängt das Problem schon an.

Aber etwas gutes hat sie doch: Die Verzweifelten und Menschen ohne Jobchancen finden hier eine Perspektive.

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Dieter Alfred Robert 28.11.2019, 19:21
5. Zunächst

sollten sich mal alle die, die noch nie eine Kaserne von innen gesehen haben, zurückhalten. Sie könnten dort nämlich ernsthafte, gewissenhafte Staatsbürger in Uniform (nein - keine Nazis) kennen lernen, für die Patriotismus, Kameradschaft und viele andere "Sekundärtugenden" durchaus wichtig sind. Es sind - bei den billigen Bezügen - auch keine Söldner. Mich stört diese linke Häme - ja mein Bruder hat neben einer Kaserne gewohnt - alles Dumpfbacken - alles Nazis - wer nichts wird wird Soldat - usw. usf. erheblich.
Redet doch mal mit Soldaten, geht zu Veranstaltungen "der offenen Tür" - wie z. B. den Augustdorfer Soldatentag" und einige linken ehernen Spiegel-Ansichten werden wanken. Im Übrigen sind die Angehörigen der Bundeswehr MENSCHEN! Und keine Idioten in Uniform.

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gubda 28.11.2019, 19:51
6. Grundsätzlich löblich aber...

Ich finde es grundsätzlich löblich wenn sich jemand dafür entscheidet seinem Vaterland zu dienen...

Wenn ich mir aber anschaue wie regelmäßig und mit welch einer selbstverständlichkeit wir von der Politik wieder und wieder belogen werden wundert es mich dass sich überhaupt noch so "viele" junge Menschen dafür entscheiden Soldat zu werden.

Man kann als Soldat heutzutage garnicht mehr abschätzen aus welchem Grund man wirklich in einen Einsatz geschickt wird und ob man nicht aus gutgläubigkeit unwissentlich gegen seine eigenen moralischen Prinzipien handelt.

Hinzu kommt die ständige Gefahr dass die Amerikaner mal wieder irgendwo aus reiner Profitgier einen unnötigen Konflikt vom Zaun brechen für den man dann als Bündnispartner seinen Kopf hinhalten muss.

Die Bundeswehr muss nun leider das Versagen der Politik der letzten Jahrzehnte ausbaden

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schaumschlaeger 28.11.2019, 19:58
7. Interessante Frage.

Aus meinem eigenen Umfeld kann ich sagen, dass viele junge Menschen die zum Bund gehen in erster Linie den sicheren Job und die relativ (zum Mindestlohn in unserer sozialen Marktwirtschaft) gute Entlohnung sehen. Das böse Erwachen kommt dann erst hinterher, denn - und da würden offene Gespräche mit älteren Bundeswehrangehörigen helfen - viele junge Soldaten sind schlicht nicht für das Soldatenhandwerk geeignet. Weder physisch noch psychisch. Die Anforderungen wurden inzwischen soweit herunter geschraubt, dass die Personaldecke nicht völlig dahin schmilzt. Ich sage nur "Fitnesstest" Bundeswehr.

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zausi 28.11.2019, 20:07
8. Ich wollte...

erst nicht zur BW (Wehrpflicht), habe mich dann doch dafür entschieden.
Dann durfte ich nicht Bleiben aus gesundheitlichen Gründen (Kleinigkeit), aber war denen nicht mehr gut genug... egal..
Nun Mehr zu den 25000 leeren stellen...
Leut's wie sollen die diese stellen finanzieren, wenn es nicht Mal für den Fuhrpark reicht?
Könnten sich Schlecker als Vorbild nehmen und eine Zeitarbeiter-Soldaten Firma gründen, um sie billiger auszunutzen, wie es andere Unternehmen auch machen...

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gubda 28.11.2019, 20:12
9.

Zitat von Dieter Alfred Robert
sollten sich mal alle die, die noch nie eine Kaserne von innen gesehen haben, zurückhalten. Sie könnten dort nämlich ernsthafte, gewissenhafte Staatsbürger in Uniform (nein - keine Nazis) kennen lernen, für die Patriotismus, Kameradschaft und viele andere "Sekundärtugenden" durchaus wichtig sind. Es sind - bei den billigen Bezügen - auch keine Söldner. Mich stört diese linke Häme - ja mein Bruder hat neben einer Kaserne gewohnt - alles Dumpfbacken - alles Nazis - wer nichts wird wird Soldat - usw. usf. erheblich. Redet doch mal mit Soldaten, geht zu Veranstaltungen "der offenen Tür" - wie z. B. den Augustdorfer Soldatentag" und einige linken ehernen Spiegel-Ansichten werden wanken. Im Übrigen sind die Angehörigen der Bundeswehr MENSCHEN! Und keine Idioten in Uniform.
Ich kann Ihre Verärgerung durchaus verstehen, Sie sollten es sich aber auch nicht zu einfach machen.
Selbstverständlich gibt es viele vernünftige und engagierte junge Männer und Frauen bei der Bundeswehr aber es sind nunmal die Negativbeispiele die am meisten auffallen und ich muss sagen dass ich leider so einige kennen lernen musste auf die ein großer Teil dieser negativen Klischees voll und ganz zutreffen.
Selbst mein Vater, der ein paar Jahre lang Marinesoldat gewesen ist war zum Teil entsetzt als er vor ein paar Jahren junge Bundeswehrsoldaten fortgebildet hat.

Man hat einfach viel zu lange versäumt die Probleme die die Bundeswehr zweifelsohne (nicht nur mit dem Personal) hat an zu gehen und stattdessen Schönfärberei betrieben und die patriotismus Fahne geschwungen.

Dass sich die "elite" von morgen immer weniger von der Bundeswehr angezogen fühlt je schlechter ihr Ruf wird sollte ja keinen verwundern und je mehr dumpfbacken sich dort ansammeln weil kein anderer mehr will desto mehr wird auch der Ruf der Truppe in Mitleidenschaft gezogen

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