Forum: Politik
Poker mit Nordkorea und Iran: Trump ist jetzt voll und ganz Trump
AFP

Der US-Präsident brüskiert Verbündete und setzt in der Außenpolitik nur noch auf das Motto "America First". Berater, die ihn davon abhalten könnten, gibt es nicht mehr.

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PaulchenGB 10.05.2018, 13:08
40. Trump mit der Entnuklearisierung Nord-Koreas auf Erfolgsspur?

Sein entschlossener Kurs mit Unterstützung Chinas scheint zu wirken. Mal abwarten, wie der DEAL am Ende aussieht. In der Tat ist die Sache mit dem IRAN verzwickter. Die Angriffe Israels vor wenigen Stunden haben aber eines deutlich gemacht: Iran hat in Syrien eine militärische Infrastruktur geschaffen, mit dem seit Jahren erklärten Ziel, Israel zu vernichten. Die iranische Regierung erhöhte das Budget für die paramilitärische Organisation und für Irans Raketenprogramm. Alles nicht bedeckt durch das Nuklearabkommen! Iran unterstützt die libanesische Hisbollah, die palästinensische Hamas und andere Gruppen, die auf der vom amerikanischen Außenministerium geführten Liste der Staaten stehen, die Terrorismus unterstützen. Aus diesem Verständnis heraus ist es nachzuvollziehen, dass das Nuklearabkommen dringend nachverhandelt werden muss und Trump die Sanktionen wiederbelebt hat, um Druck auf den Iran auszuüben, die allerdings auch Auswirkungen auf Deutschland's/Europa’s Wirtschaft haben werden. Siemens hat schnell mal den Taschenrechner aktiviert und wird sich an die Sanktionen halten. Russland und China wohl eher nicht, aber Putin und Xi sehen auch erheblichen Handlungsbedarf. Iran provoziert jedenfalls einen neuen „6-Tage-Krieg“.

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ph.latundan 10.05.2018, 13:09
41.

das sind die reaktionen einer ehremaligen weltmacht die auf dem weg nach unten ist. und die europaer haben sich eben zu stark an den "grossen bruder" gelehnt. und die nordkoreaner werdfen, wie ein chinesischer politiker kuerzlich sagte, lieber gras fressen als ihre atomwaffen aufgeben.

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Denken2018 10.05.2018, 13:09
42.

Zitat von ilja.albrecht
...sich langsam mit dem Gedanken anfreunden, daß Trump schon immer Trump war, seine wirren und sprunghaften Intelligenzausfälle zwar politisch und menschlich hochgradig gestört sind, aber dennoch instinktiv und mit brutaler Konsequenz einen einzigen Zweck verfolgen: Ich bin der Größte und mache was ich will, egal auf wessen Kosten, egal mit welchen Folgen. Jegliche bisherige Handlung ordnet sich dem unter und ist nichts anderes, als sein egomanes, totalitäres, aggressives und völlig anarchisches Wirtschaftsdenken: - Die Vereinigung des Trumpschen Egos mit dem Zustand und Befindlichkeit des Landes (Make America Great Again) - Die alleinige Beanspruchung aller amerikanischen Politik (Superlative, Selbstübersteigerung, Auslöschung der Obama-Politk) - Das Schaffen eigener Regeln (Entlassungen, Angriffe auf Verfassungsorgane, glorifizierter Vertragsbruch) - Brutaler wirtschaftlicher Angriffskrieg (America First: Handelskrieg, Saudi-Arabien Waffendeal, Iran-Vertrag, ff.) Trump war und ist Trump. Sein neues Unternehmen ist so defizitär wie all seine anderen, hat aber eine gewaltige Infrastruktur und auf absehbare Zeit genug Kredit, um seine Allmachtsphantasien voll auszuleben. Mal abwarten, was von der Welt übrigbleibt. Wenn sich die EU ebenso machtlos zeigt, wie die wirtschaftlichen Opfer von Atlantic City oder der Trump University, dann wird es ganz dunkel werden.
Jedes Wort und jede Zeile kann man nur unterschreiben... wenn man in der Lage ist, noch rational politisch zu denken. Ich zweifle momentan am gesunden Menschenverstand von einem großen Teil der Bevölkerung in den USA und kann die Naivität unserer Politiker in Deutschland und Eurapa nicht nachvollziehen, die offenbar immer noch nicht verstanden haben, dass wir es hier mit einem brandgefährlichen Politclown zu tun haben.

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Das Pferd 10.05.2018, 13:10
43.

Zitat von RobinB
Das größte Problem ist, dass sich die westlichen Verbündeten nun entscheiden müssen: wird der Vertrag mit dem Iran eingehalten (pacta sunt servanda) oder wird Niebelungentreue gegenüber den USA demonstriert? Im ersten Fall werden die Sanktionen der USA wirkungslos sein,................
Leider nicht wirkungslos. Es geht beim Handel meist um international tätige Unternehmen. Nehmen wir als Beispiel Siemens.
Die haben ihr Irangeschäft reaktiviert, steht mit > 100 Millionen wieder in der Bilanz. Das ist völlig konform mit deutschem, und ich vermute auch iranischen, Recht. Es stellt aber jetzt in amerika einen Rechtsbruch da. Erst mal ist selbst bei einem Export ab Deutschland es nicht ausgeschlossen, daß ein Teil der Wertschöpfung in den USA erfolgt ist. Zum anderen kann man sich bei einem politischen Embargo auch auf den Standpunkt stellen, daß man Unternehmen, die das Embargo unterlaufen, als ganzes bestraft, also konkret den Teil, den man in den USA zu greifen kriegt. Das kann bist zu Strafprozessen gegen Manager gehen, wenn die irgend ein Konstrukt verzapfen beides zu verbinden und dabei irgend was nicht veröffentlichen.

tl, dr das USA-Geschäft ist für Konzerne wichtiger als das Irangeschäft. deshalb ist das Embargo höchst wirksam.

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Beat Adler 10.05.2018, 13:12
44. Trumps Traeume

Trump "glaubt" an Dinge, die gar nicht real sind!

Trump glaubt, dass er, nur er, mit Staerke den Kim in die Knie gezwungen hat. Trump glaubt das wirklich! Er ist davon ueberzeugt!

Dabei ist es vollkommen falsch: Die Fuehrung der alleinseligmachenden, kommunistischen Einheitspartei in China beschloss die UNO Sicherheitsratsresolutionen buchstabengetreu umzusetzen und informierte im September 2017 die Oeffentlichkeit, dass sie in Korea, Nord und Sued, keinerlei Atomwaffen dulden. Das und nur das, lies Kim einnicken und in China schon 2 mal zu Kreuze kriechen.

Trump glaubt, und der glaubt es wirklich, dass er den Iran mit Staerke in die Knie zwingen kann. Ein shiitisches Regime das an die Opfer seiner Maertyrer glaubt? Iran kat keinen maechtigen Nachbarn, mit dem es gegen 90% aller Geschaefte, Importe, Exporte, Geldtransfers abwickelt. Trumps Glauben beisst im Fall Iran auf Granit.
mfG Beat

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sanfernando 10.05.2018, 13:13
45. Man sollte ...

...die Dinge beim Namen nennen: 1.) Trump bricht einen gültigen Vertrag! 2.) Er will Freunde dazu bringen, ach was!, er will sie zwingen, dies ebenfalls zu tun, andernfalls drohen Sanktionen! Wie gesagt: Freunde!!
Seine Begründung: Iran bricht das Abkommen! Dabei vergisst er, dass nach dem - auch von den USA unterzeichneten Vertrag - nicht der US-Präsident dieses festzustellen hat, sondern die Atombehörde! Und deren Einschätzung ist ja bekannt!
Es gäbe ja die Möglichkeit, die europäischen Freunde von den Vertragsverletzungen durch den Iran zu überzeugen. Dazu müsste nur Trump´s Flüsterer in Jerusalem die im TV vorgeführten beiden Schränke mit Beweismaterial der Atombehörde übergeben oder Ihnen zumindest Einsicht zu gewähren. Wenn die Beweise so überzeugend sind, wie Micky Pompeo sagt und die Atombehörde daraufhin die Trumpsche, Pompeische sowie Bibi´s Einschätzung
teilt, wäre die Sache doch ganz einfach geklärt, oder? Bisher erinnert mich die Beweislage fatal an die von Colin Powell damals vor der UNO, und auch die Beweggründe, fatal, fatal

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kuac 10.05.2018, 13:13
46.

Zitat von multimusicman
Im Prinzip ist Herrn Nelles mit seiner Analyse zu Trump zuzustimmen. Aber was sich in Korea abspielt geht klar auf seine Unberechenbarkeit........
Nein, Trump hat damit nichts zu tun. Bereits am 10. Januar 2015 bot Nordkorea den USA das Ende seiner Atomwaffentests an. Bedingung dafür seien der Verzicht der USA auf gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea. Davor hatte Nordkorea bereits folgende Atomtests erfolgreich durchführt (Wiki):
9.Oktober 2006
25. Mai 2009
Möglicher Kernwaffentest Mai 2010
Mitte April 2012 nahm das Land eine Verfassungsänderung vor und bezeichnete sich seither selbst offiziell als Atommacht.
12. Februar 2013
Am 6. Januar 2016 gab die Regierung von Nordkorea bekannt, dass erstmals ein erfolgreicher Test einer Wasserstoffbombe durchgeführt zu haben.
Nun ist NK bereit und kann auf Augenhöhe mit jedem verhandeln, egal wer Potus ist.

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equigen 10.05.2018, 13:23
47. Da bleibt für uns nur: Neue Freunde und Verbündete suchen

Und das kann nur im Osten sein. Näher oder weiter weg. Und natürlich: Die EU zu dem machen, was ihr von der Wirtschaftskraft her längst zusteht: Ein eigenständiger Mitspieler in der Weltpolitik, nicht nur ein Vasall der USA.

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ludwig49 10.05.2018, 13:25
48. Trump ist Präsident...

...der USA und nicht der ganzen Welt. Bedauerlicherweise gibt es keine funktionierende EU, und leider wird Russland als durchaus mächtiger Wirtschaftspartner teilweise weg sanktioniert. Schön für Trump, wenn europäische Unternehmen in den USA für Arbeitsplätze sorgen. Die Europäer sind bestens geeignet, sich in die Konflikte Amerikas hinein ziehen zu lassen, auch dann, wenn es darum geht, die Schäden zu beseitigen oder Flüchtlingsströme auf zu nehmen. America first - Fehlanzeige. Wie wäre es einmal mit Europa first ?!

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ebieberich 10.05.2018, 13:26
49. Trump verkauft Trump

Wenn man schon einen Artikel ueber Trump schreibt, sollte man ihn auch beim Wort nehmen. Er hat angekuendigt, die USA so zu leiten wie sein eigenes Geschaeft. Und das ist vielleicht auch gar nicht schlecht, denn wir lassen uns in der Politik genauso fuer dumm verkaufen, wie wir irgendeinem angeblich neuen Produkt hinterherrennen. Und das muss man Trump lassen, er kann das alte fuer neu verkaufen. Er machte Millionen damit einfach nur seinen Namen auf schon existierende Gebauede zu nageln. Das macht er eben jetzt auch in der Politik. Wenn's erlaubt ist, ein kleiner Streifzug in die Trumpsche Politik Vitae (der Artikel heisst ja nicht umsonst "Trump ist jetzt voll und ganz Trump", also ein Versuch Trump zu erklaeren). Als er Praesident wurde, verbot er die Einreise von bestimmten Laendern und verlangte "extreme vetting". Alles was passierte ist, dass das schon existierende "vetting" nun als "Trump-certified vetting" verkauft wurde. Die von Trump vorgeschlagene Krankenversicherung sah genauso aus wie die von Obama, weswegen sie selbst bei Republikanern scheiterte. Er mag es aber, seinen Namen auf Dekrete zu kritzeln. Genauso sieht das jetzt mit aussenpolitischen Vertraegen aus. Solange er das alte fuer neu verkaufen und seinen Namen draufstemplen kann, ist er zufrieden. Also was heisst das fuer Iran und Nordkora. Iran unterzeichnet ein neues Abkommen, das im wesentlichen so aussieht wie das alte, und muss eben jetzt nur besser fuer sich selbst verhandeln. Nordkorea unterzeichnet ein Abkommen ueber etwas, dass es noch gar nicht hat, und kann auch nur gewinnen. Die Europaer haben allerdings noch etwas Bedarf, dazuzulernen um die Trump Geige richtig zu spielen. Das heisst: keine Kompromisse, einfach Trump recht geben, neu verhandeln, und schamlos rausholen was rauszuholen ist, dann Trump gratulieren und gut ist.

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