Forum: Politik
Politik und Alkohol: Tabubruch im Berliner Trinkbetrieb

"Ich bin alkoholkrank": Der CDU-Abgeordnete Schockenhoff bricht mit seinem mutigen*Bekenntnis ein Tabu.*Trinkende Politiker gibt es in Berlin zuhauf, doch niemand redet gerne darüber.*Beginnt jetzt eine neue Debatte über das Thema Sucht und Politik?*

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sponner_hoch2 08.07.2011, 18:42
90. Titel

Zitat von McMacaber
... darauf erstmal ein gläschen :-) apropos " Die alkoholgeschwängerte Rede aus dem Jahr 1994 wurde inzwischen 835.000 Mal bei YouTube angesehen." über einen link würde ich mich sehr freuen, danke!
Der Mann heißt Detlef Kleiner. Der Rest ist dann leicht zu finden :-).

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sponner_hoch2 08.07.2011, 18:45
91. Titel

Zitat von sysop
"Ich bin alkoholkrank": Der CDU-Abgeordnete Schockenhoff bricht mit seinem mutigen*Bekenntnis ein Tabu.*Trinkende Politiker gibt es in Berlin zuhauf, doch niemand redet gerne darüber.*Beginnt jetzt eine neue Debatte über das Thema Sucht und Politik?*
Das wahrlich traurige ist doch, das die Politiker dazu gedrängt werden - und jetzt nicht von irgendeinem Veranstalter parlamentarischer Abende. Der erwarte ich dann von einem Politiker, dass er einfach nicht trinkt, wenn er nicht will.

Aber stellen sie sich mal vor, der Politiker A ist auf VOlksfest XY und säuft nicht kräftig: Da gehen aber gleich mal eine Menge stimmen flöten...

Das ist das bedenkliche, das Alkoholkonsum gesellschaftlich verlangt wird.

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ArnoNuem 08.07.2011, 18:49
92. Ein sehr weites Feld

Zitat von Björn Borg
Wenn er mutig wäre, hätte er lange vor einem Autounfall seinen Job als Volksvertreter (!) niedergelegt.
Vom Problem Alkoholismus scheinen Sie nun wirklich gar keine Ahnung zu haben und davon eine ganze Menge. Dem alkoholkranken Polizisten oder der alkoholkranken Kindergärtnerin würden Sie ihrem Statement zufolge wohl auch die Kündigung nahelegen - oder?
Nun, Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit und Suchtkranken Menschen kann geholfen werden. Voraussetzung ist, sie sind krankheitseinsichtig und therapiewillig und sie finden sich damit ab, fortan alkoholfrei zu leben.
Alkoholkranken Menschen kann nur dann die Arbeitsstelle gekündigt werden, wenn sie nach mehrmaliger Abmahnung weitersaufen und sich nicht in Behandlung begeben. Sind sie dagegen willig, aktiv die Krankheit anzugehen, bleibt der Arbeitsplatz erhalten.
Von unserer politischen Klasse halte ich nicht viel. Doch wenn es dieser CDU-Mann ernst meint und sich helfen läßt, gebührt ihm Respekt!
Alkoholismus ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Und wie einige Beiträge hier zeigen, gehen viele Menschen mit dem Problem äußerst seltsam um; die Unwissenheit spricht aus etlichen Beiträgen.
Gerade in der Politik, in Führungsetagen der Wirtschaft, im Journalismus und im Kulturbereich wird das Thema Alkoholismus ziemlich lax angegangen. Wer zugibt Alkoholiker zu sein, gibt sich Blöse und muss damit rechnen, blöde angemacht zu werden. Und warum ist das so? Weil wir in einer durch und durch süchtigen Gesellschaft leben. Alkoholismus ist ein Problem von vielen Süchten.
Inzwischen nehmen auch nicht-Stoff gebundene Süchte (Spielsucht, Arbeitssucht, Shoppen, Internet, Sex, Körperwahm, Gier nach habenwollen etc pp signifikant zu. Dazu eben Alkoholismus und illegale Drogen.
Was wäre zu tun?
Zuallererst muß Ehrlichkeit einziehen. solange gelogen wird, helfen die (im übertragenen Sinne) besten Ärzte nichts. Ich bin skeptisch, dass sich auf dem sehr weiten Feld der Süchte demnächst etwas bewegt.

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ernstmoritzarndt 08.07.2011, 18:55
93. Pharisäer

.... ich empfinde diese Diskussion als ziemlich peinlich. Quer durch unsere Gesellschaft vom sprichwörtlichen Straßenbauarbeiter bis zum Vorstandsvorsitzenden und Spitzenpolitiker sind Alkoholikerkarrieren fast die Regel. Pastoren, Ärzte, Rechtsanwälte - jeder ist betroffen. Im Ergebnis entscheidet sich die Frage der Alkoholabhängigkeit aufgrund bestimmter physischer und psychischer Komponenten, die mir nicht im Einzelnen bekannt sind. Insofern empfinde ich das "Aufgeplustere" einige Forumsteilnehmer als ziemlich pharisäerhaft. Die sollten sich einmal umschauen in ihrem engsten Umfeld: jeden Abend, den der Herr werden läßt, zwei drei Gläser Wein ("in Ehren...."), der einmal im Quartal 3 Tage vernehmungsunfähige Schwager ......, die nette Ehefrau und Nachbarin, die zweimal die Woche ihren Sektkreis mit Freunden hat ....., der Rechtsanwalt, der täglich mit seinem Partner zum Mittagessen in feinster Umgebung die Flasche .... leert, der Pastor, der nie Ausfallerscheinungen aufweist, aber ohne einen gewissen Grundpegel (man kann es meistens nicht riechen) zittrige Hände hat - nach den herkömmlichen medizinischen Definitionen alles Alkoholiker, sie fallen nur nicht auf.

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KatzenHund 08.07.2011, 18:56
94. na ja, aber mit Alkohol klappte es vielleicht mit Rechtschreibung und Zeichensetzung

Zitat von Gani
Da ich Alkoholfrei lebe, setze ich mich mal aufs hohe Ross und dotziere von oben herunter! Einige mögen gleich rufen "Kein Wunder! Die müssen ja alle im Suff leben um Ihr Handeln und Reden zu ertragen!" - recht habt ihr! Ich biete aber noch eine andere Sicht auf das Thema, denn es scheint zu erklären wieso der Gesetzgeber diesen Gesellschaftlichen Drogenkonsum so lapidar duldet (abgesehen von den fetten Steuereinnahmen): Wer selber säuft wie ein Loch, der wird den Teufel tun und dem allgemeinen und ungehemmten Alkoholkonsum Hürden in den Weg zu legen, obwohl man täglich sehen, hören und lesen kann das es Sinnvoll wäre. Ja, nun überrascht mich wirklich nichts mehr. Obschon, der (trockene) Politiker der sich für verschärfte Regeln und hohe Preise für alkoholische Getränke einsetzt, beendet seine Karriere noch schneller als einer der im Suff Leute über den Haufen fährt, denn er würde schlicht keine Stimmen mehr bekommen.

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Pat-Riot 08.07.2011, 18:56
95. Krankheit als Metapher

Zitat von grafkoks2002
Alkoholismus, um das klar zu stellen, ist eine Krankheit. Sie hat nichts mit Willen und Ob Bundestagsabgeordneter oder Lidl-Filialleiterin: Man steht unter Stress. Und ein lecker Cognac hilft bei der Bewältigung. Wenn Sie so toll sind - rauchen Sie? Oder treiben Sie vielleicht viel Sport?
Mag sein, dass für Sie Alkoholismus so 'ne Art Krankheit ist. Sie tun damit allen unrecht, die plötzlich an Krebs erkranken oder an EHEC. Alkoholismus ist bestenfalls eine selbstindizierte Erkrankung, also der Eigenanteil der Schuld ist hoch. Niemand muss an Alkohol "erkranken". Krankheit ist eine gerne strapazierte Ausrede. Ist einer, der auf zehnjährige Mädchen steht, nun mal krank und damit schuldlos? Ich denke, nein, nicht.

Was ist mit einem Downloader illegaler Musikangebote? Ist der nun auf einmal download-krank?

Das hat sehr viel mit Willen zu tun. Und auch das - kostenlose - Angebot ist eine wohlfeile Ausrede. MBs sind überlicherweise gut alimentiert. Die merken am Monatsende nicht einmal, ob sie sich den Fusel selbst gekauft haben oder ob jemand anders ihn gesponsert hat. Mir könnten Sie das Zeugs unter die Nase halten, deswegen würde ich keinen Schluck mehr trinken, als ich WILL.

Und was ist das für eine alberne Legende, dass ein Cognac den Stress mindert? Mit Cognac fängt der Stress erst richtig an.

Nein, ich rauche nicht, trinke wenig, laufe viel. Ich bin also laufkrank. Na schön, gefährde damit nach Ihrer Logik mich, meine Familie und die Gesellschaft. Und nein, auch an Doping habe ich kein Interesse. Wenn ich weniger laufe oder langsamer, laufe ich langsamer oder weniger.

Möglicherweise kann man sich im Endstadium einer Alkoholikerkrarriere nicht mehr selbst heilen. Zumindest am Anfang ist das einfach eine klare Willensentscheidung: Saufe ich oder saufe ich nicht.

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Gezeitenwechsel 08.07.2011, 18:57
96. Hinweis

Zitat von Klaraussage
Das übliche Verhaltensmuster nach Trunkenheitsfahrten ist wie folgt zu beschreiben: einmaliger Ausrutscher; kommt nicht wieder vor; habe ein Gläschen zuviel getrunken; war eine Panne und dergleichen mehr. Insofern bleibe ich dabei: es ist mutig, sich zu seiner Suchtkrankheit zu bekennen, und mit genau Ihrer Reaktion bestätigen Sie, daß man Mut braucht. Daß Sie die von ihm bekannte Sucht als "Krankheit" und nicht als Krankheit qualifizieren, dokumentiert nur, wie wenig in der Breite der Bevölkerung bekannt ist über Entstehung, Verlauf und Konsequenzen einer Suchtmittelabhängigkeit. Bitte, informieren Sie sich, bevor Sie etwas veröffentlichen, was man bei keinem Gymnasiasten an "Erkenntnisstand" akzeptieren könnte, wollte man ihn zur Reifeprüfung zulassen.
Nochmals DANKE an @Klaraussage

Und - wer jetzt selbst ins Grübeln kommt ob der eigenen Erkenntnis, krank zu sein, womöglich auch schon viele Wege versucht hat, sich dieser Krankheit zu stellen - auch in der womöglich enttäuschten Hoffnung - sie zu heilen, der sollte sich auf dieser Seite einmal umsehen:

http://www.alkohol-und-baclofen-forum.de/

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zeitzeuge10 08.07.2011, 18:57
97. juristisch nicht entschuldbar

Zitat von grafkoks2002
Und wann fangen Sie mir ihrer Therapie an? Alkoholismus, um das klar zu stellen, ist eine Krankheit. Sie hat nichts mit Willen und solchen Dingen zu tun. Es kann eigentlich jeden treffen. Man merkt es nicht, mal hier ein Schnäpschen, da ein Bier. Wenn man jung ist, zur Uni geht, verträgt man einiges. Samstags gesoffen, montags Klausur. Das geht. Man steht gut in der Kondition. Dann ist man 44, samstags gesoffen, sonntags Familienausflug, dicke Birne, Montag Geschäftsessen, dazu ein Schnäpdchen, ah, das tut gut. Der dicke Kopf ist weg. Man ist nicht erst ein Alkoholiker, wenn man sich jeden Tag die Hacken dicht säuft, man ist Alkoholiker, wenn es zu einem regelmäßigen Konsum kommt und man diesen regelmäßigen Konsum als "normal" betrachtet. Man ist in diesem Fall vielleicht noch kein Fall für die AA, aber auf jeden Fall sollte man das eigene Verhalten anfangen zu reflektieren. Andererseits: Wie reflektiere ich etwas, von dem ich gar nicht merke, dass es für mich langsam zum Problem wird? Ob Bundestagsabgeordneter oder Lidl-Filialleiterin: Man steht unter Stress. Und ein lecker Cognac hilft bei der Bewältigung. Das geschieht weder bewusst ("ich haue mir einen hinter die Binde, um die Welt in schöneren Farben zu sehen"), noch ist irgend jemand dagegen gefeiht. Außer Anti-Alkoholikern, die nicht einmal eine Weinbrandbohne essen vielleicht. Wenn Sie so toll sind - rauchen Sie? Oder treiben Sie vielleicht viel Sport? Gehören Sie zu denen, die nach einem harten Arbeitstag noch einmal die Laufschuhe überziehen und eine große Runde durchs Karree laufen, weil sie einfach dieses Gefühl brauchen, ihren Körper noch einmal auszupowern? Gut, das ist jetzt keine Sucht, mit der sie andere Menschen gefährden, da sie im Straßenverkehr die roten Ampeln so putzig finden, aber es kann eine persönliche Sucht werden. Übrigens: Auch Macht ist eine Sucht. Das Gefühl, dass man gebraucht wird, kann zur Sucht werden. Wenn die Macht schwindet, was tut man dann, um wieder im vollen Saft zu stehen? Man beginnt sich du dopen...
Es wird den Leuten heute viel vorgeredet, aus welchen Motiven auch immer.Jedenfalls wird man nicht als Alkoholiker geboren.
Ich kann nicht alles mit Sucht als Krankheit entschuldigen.Das ist so die Masche von Soziologen/Psychologen.
Wenn ich aus Eifersucht jemanden umbringe,dann wird das auch nicht mit Krankheit entschuldigt.
Möchten Sie von einen Chefarzt operiert werden, der Alkoholiker ist?
Wer Stress in seinem Beruf hat,der ist dann eine Stufe zu hoch geklettert oder sollte ganz was anderes machen.Das muß ich mir auch eingestehen-so wie es der besagte Abgeordnete löblich getan hat oder die beste der Gutmenschen-Frau Dr. Käßmann
Mir sind die von Ihnen beschriebenen Mechanismen alle bekannt.Aber etwas, was ich noch gelernt habe, ist eine gewisse preußische Disziplin-ich erwarte mit diesen Worten einen Aufschrei von selbsternannten Moralaposteln-die leider in vielen Kreisen aus der Mode gekommen ist.

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s.malleus 08.07.2011, 18:58
98. hm,

fällt euch was auf? haben anscheinend überwiegend männer probleme mit alkohol...

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s.malleus 08.07.2011, 18:59
99. hm,

fällt euch was auf? haben anscheinend überwiegend männer alkoholsuchtprobleme...sind frauen bessere politiker? ;)

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