Forum: Politik
Politik und Alkohol: Tabubruch im Berliner Trinkbetrieb

"Ich bin alkoholkrank": Der CDU-Abgeordnete Schockenhoff bricht mit seinem mutigen*Bekenntnis ein Tabu.*Trinkende Politiker gibt es in Berlin zuhauf, doch niemand redet gerne darüber.*Beginnt jetzt eine neue Debatte über das Thema Sucht und Politik?*

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ArnoNuem 08.07.2011, 19:01
100. Richtigstellung

Zitat von obacht!
Es ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand in einer weniger verantwortungsvollen Position ein Alkoholproblem hat, als wenn das jemand ist der uns regiert. Übrigens: Die Sterberate bei den "harten Rauschgifttoten" (wo haben Sie denn dieses antiquierte Wort ausgegraben?) ist gleich Null. Tote sterben nicht....
Sie mißverstehen da etwas: unser Land wird nicht vom Bundestag regiert (der CDU-Mann ist Abgeordneter und kein Regierungsmitglied); regieren tut die Regierung. Und der Bundestg hätte eigentlich die Aufgabe, die Regierung zu kontrollieren.
Und noch etwas: Alkoholismus ist Alkoholismus - egal, ob einer Arzt, Arbeiter, Bundeskanzlerin, Professor, Kindergärtnerin, LKW-Fahrer, Orchestermusiker, Kernkraftarbeiter, Billeteur, Bratwurstbräter, Taxifahrer oder snst etwas ist.

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Absurdistan-Veteran 08.07.2011, 19:05
101. Bundeskokstoiletten ?!

Zitat von J-Créme
Doch, doch, es wurde vor einigen Jahren mal berichtet, dass Wissenschaftler, denen man zu Forschungszwecken Zugang gewährte, in den Toiletten des Reichstag, die von Abgeordneten frequentiert werden, dicke Kokain-Ablagerungen auf den sanitären Anlagen nachweisen konnten.
Stimmt, kann mich auch erinnern. Gerissenerweise wurde das dann, wenn ich mich recht erinnere, Bauarbeitern und Putzfrauen in die Schuhe geschoben.

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PRhodan 08.07.2011, 19:05
102. Richtigstellung

der heißt Kleinert

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forumgehts? 08.07.2011, 19:05
103. Leider

Zitat von hypnos
Man könnte bei den Diäten ja den Anteil für Alkohol und Zigaretten streichen (und das im richtigen Verhältnis zu Hartz IV).
nützt das gar nichts. Die Politiker bekommen das Zeug ja meist kostenlos bei den verschiedensten Gelegenheiten.

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ArnoNuem 08.07.2011, 19:06
104. Noch eine Richtigstellung

Zitat von obacht!
Ich stimme zu. Ein solcher Mensch dürfte kein Fahrzeug lenken ohne eine Therapie erfolgreich abgeschlossen zu haben. Aber einen Staat lenken, das ist kein Problem.
Dieser CDU-Mann, der sich da als Alkoholiker geoutet hat, lenkt keinen Staat. Er ist ganz einfach nur ein Bundestagsabgeordneter. Unser Staat wird von ganz anderen Leuten gelenkt und unter denen findet mann ganz sicherlich auch einige Alkoholiker.

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sir_humphrey 08.07.2011, 19:08
105. Was mich wundert...

Ist es nicht komisch, dass bei einer Abhängigkeit von der harten Droge Alkohol immer von "Alkoholkrankheit" gesprochen wird, während die Abhängigen von illegalen Drogen als "Drogenabhängige" bezeichnet werden? Natürlich ist auch ein "Alkoholkranker" nichts anderes als ein Drogenabhängiger.

Es fängt ja schon damit an, dass man völlig unsinniger Weise von "Drogen und Alkohol" spricht... ja ja, schon klar, Fische und Karpfen.

Vielleicht sollte man mal als Anfang die Sache einfach beim Namen nennen und aufhören, die harte Droge Alkohol zu verharmlosen.

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realtimeloser 08.07.2011, 19:10
106. Alkoholismus ist überall

1,7 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, jährlich sterben 74.000 Menschen an dieser Krankheit aber immer noch spricht man höchstens hinter vorgehaltener Hand darüber. Ja, in der Tat, das mutige Bekenntnis des Herrn Schockenhoff lässt hoffen und macht vielleicht anderen Betroffenen Mut. Schließlich ist Alkoholismus seit 1962 eine anerkannte Krankheit derer sich niemand schämen müsste, es aber dennoch tut. Warum ist das so und vor allem – warum muss das so bleiben?

Wir haben abgetrieben – ich bin HIV positiv – ich bin schwul und das ist gut so – alles Beispiele wie sich das Bewusstsein in der Gesellschaft von Tabu zu Toleranz ändern kann. Die Diskussion hier in diesem Forum macht mir Mut, vielleicht ist dies ein Anfang und ein Ende der Stigmatisierung in Sicht.

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xonra 08.07.2011, 19:16
107. Müssen wir jetzt Mitleid haben?

Heute haben die Damen und Herren im Bundestag sich selbst ihre Diäten um 850.- Euro erhöht. Der erbärmliche Zustand einiger unserer Volksvertreter erweckt allerhöchstens Schadenfreude.
HartzIV Empfänger haben nicht nur kaum Geld für eine Alkoholtherapie, es ist dem Rest der Republik völlig egal, wie er, oder sie, sich selbst schädigt.

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Rübezahl 08.07.2011, 19:17
108. Suff und Politik

Jetzt wird mir einiges klar.
Man sollte die Herrschaften schnellstens zum MPI schicken, um doe Politikfähigkeit festzustellen.

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Xenier 08.07.2011, 19:18
109. Inszenierung als Opfer = "Flucht nach vorn"

Zitat von Klaraussage
Herr Schockenhoff ist nicht mit Häme oder gar der hier üblichen populitischen Politiker-Beschimpfung zu überziehen - vielmehr gebührt ihm Respekt für sein mutiges Bekenntnis. Viele sind alkoholkrank, bekennen sich jedoch nicht dazu, weil eher der schwerverletzte Risikosportler Anteilnahme erfährt als der in die Suchtmittelabhängigkeit geratene kranke Abhängige. Herr Schockenhoff: Sie sind mutig. Ignorieren Sie die dummschwätzerische Häme, die Sie unweigerlich treffen wird.
Sie sollten bei allem Richtigen, was Sie über Alkoholismus sagen, nicht vergessen, dass Herr Schockenhoff als Politiker durch den Vorfall sehr gefährdet ist. Fahrerflucht und alkholisiertes Fahren sind Straftatbestände. Aus seinem "mutigen" Geständnis schlägt er in jedem Falle politisches Kapital. Zu verlieren hat er wenig bis nichts. Mit seiner Entschuldigung bedient Shockenhoff zudem ein Muster, das sich in letzter Zeit in anderen Zusammenhängen, wo auch richtig Mist gebaut wurde, außerordentlicher Beliebtheit erfreute. Dabei geht das in der Öffentlichkeit eigentlich gar nicht. Wir sind im klebrigen Bereich der emotionalen Inszenierung. Das darf und sollte man durchschauen und ein wenig die Luft aus der Hochachtungsblase lassen.

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