Forum: Politik
Politik und Alkohol: Tabubruch im Berliner Trinkbetrieb

"Ich bin alkoholkrank": Der CDU-Abgeordnete Schockenhoff bricht mit seinem mutigen*Bekenntnis ein Tabu.*Trinkende Politiker gibt es in Berlin zuhauf, doch niemand redet gerne darüber.*Beginnt jetzt eine neue Debatte über das Thema Sucht und Politik?*

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waldemar.l. 08.07.2011, 21:52
170. Ja, stimmt,..

Zitat von a.weishaupt
..und deshalb komplett harmlos. Und mal ehrlich, ein paar Gläschen haben noch keinem geschadet. Prost.
...und Alkohol macht nur die Birne hohl.

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racsan 08.07.2011, 22:02
171. Willen

Zitat von Haico
"Wenn ich merken würde, das ich abhängig bin, würde ich es soforte lassen. Eine Frage des Willens."
Keine Frage, es ist eine Frage des Willens. Ich wollte erst mit dem saufen aufhören als meine Frau mich verlassen wollte.
Ganz ohne Druck würde ich mir vielleicht heute noch in die Tasche lügen.

So bin ich aber, Gott sei Dank, seit 17 Jahren trocken.

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Pfanni 08.07.2011, 22:12
172. Das ist nun wirklich nichts Neues

Also wenn ich als Politiker unten anfangen würde und noch Stimmen fürn Gemeinderat oder andere Abstimmungen auf niedriger Ebene bräuchte, würde ich erstmal auf das nächste Volksfest gehen und irgendwie zusehen, dass ich an der Theke möglichst viele Kontankte knüpfe, dabei kann ich natürlich schlecht das nächste Glas Bier ablehnen.
Da fängt der Täufelskreis an, und geht aus Gewohnheit bis nach Oben.

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Hercules Rockefeller 08.07.2011, 22:25
173. Wirklich?

Zitat von felixw
Wenn es so sein sollte, dann ist man aber bereits Alkoholiker oder knapp davor. Wozu sollte man ein gewisses Quantum pro Woche trinken müssen und wenn man nicht genügend Zeit dazu hat, es dann in Einem aufholen? Man muss essen, trinken und ausscheiden, aber wenn man Alkohol trinken muss, dann läuft schon was schief.
Das ist aber immer dem Zeitgeist geschuldet. Es gab eine Epoche, da konnte man das Trinkwasser noch nicht keimfrei bekommen, ausser man gab ihm Alkohol hinzu. Das waren kleinere Mengen Alkohol als im heutigen Bier, die Menschen haben ihn aber kontinuierlich zu sich genommen, und manchmal sicherlich auch zuviel.

In diesen Zeiten wäre es ein Muss gewesen, Alkohol zu konsumieren. Zudem, Alkohol ist in vielen Lebensmitteln drin, ohne dass man ihn erst dazu tun muss und manches wird im Darm dazu etc.. Ihre Behauptung, man müsse dieses oder jenes ja nicht tun, trifft auf alles zu. Wenn Ihnen also nur das dazu einfällt, dann geht es Ihnen nur um billige Hetzerei, aber sicher nicht um die Sache oder überhaupt irgendetwas.

Und nein, Alkoholiker sind sie eben nur dann, wenn sie damit nicht aufhören können. Es liegt wirklich nicht an der Menge, oder an der Häufigkeit. Das ist ja gerade das tückische daran! So unterschiedlich sind die anfänglichen Konsummengen ja nicht-es gibt etliche Bürger, die in Lebensphasen einige Biere am Tag oder die halbe Flasche Wein oder mehr zu sich nehmen-und dann ohne Not einfach damit aufhören, die Menge reduzieren oder ähnliches. Der Alkoholiker kann diese nicht, weder reduzieren, noch aufhören-der kann auch schnell nicht mehr danach gehen, was gut für ihn ist (wie viel man verträgt, ist unterschiedlich und nicht jeder trinkt, um voll zu sein etc.), sondern wird zur Marionette des Alkohols.

Und der Rausch, besser der leichte Rausch (Bier ist ja nicht umsonst die Nr1 unter den Alkoholika, man findet ja kaum was, was moderatere und verträglichere Alkoholmengen hat) gehört durchaus zum Menschsein dazu. Sogar manche Tierarten essen vergorene Früchte, sicher nicht, weil die alle Alkis sind. Alkohol ist Teil des Lebens, so ist es nunmal. Genau so wie Zucker, Fett und anderes, was Bekömmlichkeit auslösen kann.

Das Problem des Alkoholkranken ist, dass ihm alle Welt vorwirft, er mache irgendwas falsch. Der macht nichts falsch, der macht ja nichts anderes, als alle anderen um ihn rum auch gemacht haben. Er ist krank! Und das man ihm die Krankheit vorwirft, ist das eigentlich tragische Element an der Geschichte. Denn der Kranke, dem man das kranksein zum Vorwurf macht, bekommt in der Regel kaum Therapien angeboten bzw. erst dann, wenn die Gesellschaft nicht mehr so tun kann, als läge es an der "Willenskraft". Denn Alkoholiker glauben diesen Unsinn ja lange Zeit auch selber.

Trotzdem, es gibt keinen Grund, Alkohol zu verteufeln. Der Rausch ist "menschlich", man kann verurteilen, dass Leute besoffen Auto fahren, aber sicher nicht, dass sie gerne mal saufen.

Bevor ich hier in falschen Verdacht gerate, mein Alkoholkonsum betrug im letzten Jahr durchschnittlich 1 33er Bier im Monat, sonst nichts! Mir könnts egal sein, ob das Zeug verboten wird. Aber ich will nicht in einem Land leben, in dem das passiert. Wir sind nicht die Taliban! Und wir haben schon unsere Kneipenkultur gekillt, als wir das rauchen verboten haben. Wenn jetzt noch der Alk kommt, dann sind wir wirklich nur noch Arbeitsdrohnen-ekelhafte Vorstellung!

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waldemar.l. 08.07.2011, 22:26
174. Diese These...

Zitat von zeitzeuge10
Es wird den Leuten heute viel vorgeredet, aus welchen Motiven auch immer.Jedenfalls wird man nicht als Alkoholiker geboren. ...
...stimmt nicht.

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danubius 08.07.2011, 22:34
175. Alkohol am Steuer wird nur manchmal teuer

Zitat von realtimeloser
Otto Wiesheu rammte nachts auf der Autobahn in alkoholisiertem Zustand einen vor ihm fahrenden Fiat 500. ...Mein Respekt für diesen Mann hielt sich in Grenzen.
Zur Richtigstellung: es passierte auf einer Landstrasse zwischen Neu-Ulm und Leipheim - ansonsten absoulut d'accord.

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h0l0fernes 08.07.2011, 22:52
176. Ich stimme Ihnen zu.

Zitat von ArnoNuem
Im Kern haben Sie recht. Doch eine Debatte über Alkoholismus darf nicht beim Alkoholismus stecken bleiben. Wir leben in einer süchtigen Gesellschaft. Neben der stoffgebundenen Sucht (legale und illgale Drogen) nimmt die nicht stofflich gebundene Sucht (Spielsucht, Internet, Arbeitssucht, Shoppen, Sex, Gier, Klauen) signifikant zu. Und vor allem darf eine Suchtdebatte keine rein medizinische Debatte sein. Es geht um Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Respekt und Mitmenschlichkeit. Eine unmenschliche Politik erzeugt keine mitmenschliche Gesellschaft.
Es gibt sehr viele Menschen, denen wichtige Dinge fehlen. Nur leider wissen Sie nicht, oder wollen nicht wissen, was ihnen fehlt, weil es zu weh täte, also entwickeln sie eine Sucht.
Und: ohne Süchte würde dieses perverse, zerstörerische Wirtschaftssystem sofort zusammenkrachen.

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Pat-Riot 08.07.2011, 23:15
177. Also, nüchtern betrachtet

Zitat von achazvonthymian
Ich war heute bei ALDI ubd habe verglichen: Limonade 1,5 L 0,35 EURO + Pfand Milch 1 L 0,54 EURO 1 L Doppelkorn 2,95 EURO
... ist in Ihrer Erhebung Limo das billigste Getränk, dann kommt die Milli und dann der Korn (zwölfeinhalb mal so teuer wie die Limo).

Vielleicht versuchen Sie's nächste Woche noch mal beim Lidl. Dann wird daraus fast eine reppppesenntative Markfroschung. Hicks.

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Steve Holmes 08.07.2011, 23:20
178. .

Zitat von Hubert Rudnick
Von 1,3 bis 2,5 Millionen Alkoholabhängigen spricht man bei uns in Deutschland, die Sterberate ist höher als bei den harten Rauschgifttoten, (40000Tote)nur dulden wir es und unternehmen viel zu wenig.
Nach meiner letzten Information liegt die Sterberate beim Menschen generell bei 100%. Völlig unabhängig von der individuellen Lebensführung.

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Steve Holmes 08.07.2011, 23:23
179. .

Zitat von Björn Borg
Aber wir sollten mal darüber reden: Parteipolitiker spiegeln schon lange nicht mehr repräsentativ das Volk (wie manche jetzt vielleicht anmerken wollen), sondern sind inzwischen zu einer ganz besonderen Kaste verkommen, in der mit Trunksucht, Eitelkeit, Machtgier und Verlogenheit die meisten der sieben Todsünden überproportional stark vertreten sind. Abhilfe bewirkt vermutlich nur die längst überfällige Abschaffung der Parteienlandschaft aus dem 19. Jahrhundert: Das wird DIE gesellschaftspolitische Aufgabe dieses Jahrhunderts sein, die zu bewältigen ist, wenn Demokratie sich auch weiterhin der Diktatur als überlegen beweisen will.
Die Menschen an der Spitze von Organisationen sind nie ein Spiegelbild der breiten Masse. Sonst wären sie nicht im Vorstand sondern Fußvolk.

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