Forum: Politik
Politik und Alkohol: Tabubruch im Berliner Trinkbetrieb

"Ich bin alkoholkrank": Der CDU-Abgeordnete Schockenhoff bricht mit seinem mutigen*Bekenntnis ein Tabu.*Trinkende Politiker gibt es in Berlin zuhauf, doch niemand redet gerne darüber.*Beginnt jetzt eine neue Debatte über das Thema Sucht und Politik?*

Seite 8 von 23
Björn Borg 08.07.2011, 18:09
70. Wählt Intelligente in die Parlamente!

Zitat von J-Créme
Doch, doch, es wurde vor einigen Jahren mal berichtet, dass Wissenschaftler, denen man zu Forschungszwecken Zugang gewährte, in den Toiletten des Reichstag, die von Abgeordneten frequentiert werden, dicke Kokain-Ablagerungen auf den sanitären Anlagen nachweisen konnten.
Wie "dick" waren die denn?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Klaraussage 08.07.2011, 18:11
71. Antwort

Zitat von ratxi
Bitte, was ist daran mutig, nach Erhalt einer Strafanzeige wegen Trunkenheit die Flucht nach vorne anzutreten, um die Eigenverantwortung durch die "Krankheit" etwas abzumildern? Mutig wäre es gewesen, hätte er das ohne den Unfall getan...
Das übliche Verhaltensmuster nach Trunkenheitsfahrten ist wie folgt zu beschreiben: einmaliger Ausrutscher; kommt nicht wieder vor; habe ein Gläschen zuviel getrunken; war eine Panne und dergleichen mehr. Insofern bleibe ich dabei: es ist mutig, sich zu seiner Suchtkrankheit zu bekennen, und mit genau Ihrer Reaktion bestätigen Sie, daß man Mut braucht.

Daß Sie die von ihm bekannte Sucht als "Krankheit" und nicht als Krankheit qualifizieren, dokumentiert nur, wie wenig in der Breite der Bevölkerung bekannt ist über Entstehung, Verlauf und Konsequenzen einer Suchtmittelabhängigkeit.
Bitte, informieren Sie sich, bevor Sie etwas veröffentlichen, was man bei keinem Gymnasiasten an "Erkenntnisstand" akzeptieren könnte, wollte man ihn zur Reifeprüfung zulassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Björn Borg 08.07.2011, 18:16
72. Wählt Intelligente in die Parlamente!

Zitat von Tommi16
Danke. Der einzige Kommentar, der es durch den Admin freigeschaltet werden durfte.
Würden Sie so auch urteilen, wenn statt des Kotflügels ein Menschenleben beschädigt worden wäre?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cherusciprinceps 08.07.2011, 18:18
73. Verpflichtende Drogentests

Ich wäre ja für verpflichtende Drogentests bei ALLEN Bundestagsabgeordneten, im monatlichen Takt. Es kann doch wohl nicht sein, dass über das Schicksal dieses Landes von Trunkenbolden und Koksnasen entschieden wird!

Ich gehe jede Wette ein, man müsste auf einen Schlag die Hälfte der Bundestagsabgeordneten wegen Substanzmißbrauch vor den Kadi schleppen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeitzeuge10 08.07.2011, 18:19
74. noch ein Frustrierter

Zitat von J-Créme
Wissen Sie nicht, dass hinter Satzzeichen wie Punkt und Komma jeweils ein Zwischenraum gehört? So wie Sie schreiben, ist es schlecht lesbar, und das Schriftbild wirkt irgendwie engstirnig.
Ich kann mich nicht erinnern Sie als Gutachter bestellt zu haben!
Zudem gibt es kein Gesetz,welches vorschreibt,wie zu schreiben ist-allenfalls Anweisungen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
a.weishaupt 08.07.2011, 18:19
75. Alkohol ist legal..

..und deshalb komplett harmlos. Und mal ehrlich, ein paar Gläschen haben noch keinem geschadet.
Prost.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hercules Rockefeller 08.07.2011, 18:21
76. Richtig

Zitat von Iggy Rock
Merkwürdigerweise wurde Alkoholkonsum erst im frühen 20. Jhd. zu einem "Problem", nicht durch den aufkommenden PKW-Verkehr und dortige Unfälle, sondern durch die wachsenden Anforderung an Arbeiter in der Industrie. Schon in Mittelalter gab es für besondere Aufgaben deutlich höhere Rationen. In den vergangenen 30 Jahren hat die Ablehnung von Alkohol an sich stetig zugenommen, gleichermaßen steigt der Tablettengebrauch, nebst allerlei illegalen Aufputschmittelchen, Depressionen nehmen trotzdem zu. Die Wahrheit ist wohl eher, dass der Mensch im europäischen Raum seit jahrtausenden Alkohol regelmäßig konsumierte, bis hin zum Vollrausch.
Richtig-die Alkoholkrankheit als solche ist schlimm, aber sie betrifft tatsächlich nur die allerwenigsten Konsumenten von Alkohol. Selbst Leute, die jeden Tag ein, zwei Bier trinken oder mehr, sind nicht automatisch Alkoholkrank, auch wenn das viele gerne so sehen wollen. Laut Wissenschaft gehört zur Sucht aber schon noch ein bischen mehr, als alleine ein mutmaßlich regelmäßiger Konsum.

Und letztlich fällt man ja heute schon bei einem Bier unangenehm auf-was lediglich daher rührt, dass man keine Freizeit mehr hat und somit quasi immer im Dienst ist, also immer auffallen muss. Früher war um 16 Uhr Dienstschluß, da hat man auch einen trinken können und war gegen Abend bereits wieder nüchtern, kam ausgeruht morgens zur Arbeit.

Das ist auch gesundheitlich unbedenklich. Das hat man den Menschen genommen, dafür schmeißen sie nun Antidepressiva und dergleichen, bekommen Burnout und die Leber ist weit mehr in Mitleidenschaft gezogen als vorher (einfach mal gucken, wo die meisten Medikamente abgebaut werden und welchen Effekt das langfristig haben kann!).

Man sollte den Leuten die Zigarette und das Bier nicht verbieten. Im Gegenteil, man sollte elend froh sein, dass es nur diese harmlosen Rauschmittel sind, und nicht Hirnaufweicher wie Cannabis und Co., die die mentalen Fähigkeiten im Zeitraffer dahinschmelzen lassen. Von richtig harten Drogen und Medikamenten garnicht gesprochen.

Dann sind auch die Flatratesaufererien und Komatrinkwettbewerbe Geschichte. Die kommen nämlich auch daher, dass sich niemand mehr Zeit zum trinken nimmt, sondern in der kargen Freizeit am Wochenende auf einmal einfüllt, was sonst in einer Woche nicht konsumiert wurde.

Alkoholkranke Politiker müssen einem übrigens nicht leidtun, die fallen weich, weicher kann man nicht fallen. Vielleicht setzen sie sich deshalb so wenig für Alkoholkranke ein, weil es sie selbst dann nicht betrifft, wenn es sie betrifft.

Da aber die Politik den Kontakt zum Bürger längst verloren hat, sollten deren Süchte nicht ausschlaggebend für die Gesetzgebung sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
J-Créme 08.07.2011, 18:23
77. Nur mit dem Zollstock nachweisbar (vermutlich)

Zitat von Björn Borg
Wie "dick" waren die denn?
Die Kokainablagerungen auf den Reichstagstoiletten waren wohl ziemlich dick. Eher eine zentimeter- statt nanometerdicke Schickt. Wahrscheinlich irgendwas dazwischen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fridericus1 08.07.2011, 18:24
78. Mal ne andere These

Eins vorweg, damit man mir nachher nicht Unkenntnis unterstellt: ich bin selber trockener Alki.

Da wird also ein Mann des öffentlichen Lebens besoffen bei einer Straftag erwischt. Welche Optionen hat er?

a) Kleinreden a la Käßmann (war ja nur ein bißchen viel Wein).
b) Den völlig verbockten spielen (Heerscharen von Juristen bemühen, Beziehungen spielen lassen, Polizisten bedrohen o.ä.)
c) Flucht nach vorne: Krankheit vorschieben, Öffentlichkeit vorschieben, auf milde Justiz hoffen.

Ich nehme dem Mann seinen Hilferuf erst ab, wenn er das tut, was jeder Säufer hinter sich bringen muss: Entgiftung mit 14 Tagen Entzug, danach Therapie, danach Selbsthilfegruppe. Abstinenz bis ans Lebensende. Ist natürlich relativ ungeil, diese Ochsentour.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Zucchi_Magico 08.07.2011, 18:24
79. Sie machen es den Süchtigen zu einfach

Zitat von grafkoks2002
Und wann fangen Sie mir ihrer Therapie an? Alkoholismus, um das klar zu stellen, ist eine Krankheit. Sie hat nichts mit Willen und solchen Dingen zu tun. Es kann eigentlich jeden treffen. Man merkt es nicht, mal hier ein Schnäpschen, da ein Bier...
Einerseits stimme ich Ihnen zu, dass Alkoholismus eine Krankheit ist. Andererseits ist es keine Krankheit, die aus heiterem Himmel wie ein Blitz einschlägt und einen ergreift wie etwa eine Grippe oder sonstwelche Krankheiten.

Mit ihrem Beitrag sprechen Sie den Betroffenen jegliche Verantwortung ab, denn im Abschnitt, ich zitiere aus Ihrem Kommentar: "Und ein lecker Cognac hilft bei der Bewältigung. Das geschieht weder bewusst ("ich haue mir einen hinter die Binde, um die Welt in schöneren Farben zu sehen"), noch ist irgend jemand dagegen gefeiht." stecken aus meiner Sicht einige Dinge, welche vom Betroffenen beeinflusst werden könnten, sofern er es will.

Ich trinke z. B. gern abends Rotwein zum essen, auch eine halbe Flasche oder mit Freunden auch mehr. Aber dabei kontrolliere ich mich selbst: Wenn ich z. B. merkte, dass ich ohne Rotwein nicht mehr abendessen kann, dann würden bei mir die Alarmglocken schrillen und ich würde mich dazu entscheiden, eine Weile ohne letzteren zu speisen. Denn dies wäre ein Symptom für Sucht.

Und aus meiner Sicht hat jeder, sofern er ehrlich zu sich selbst ist, die Möglichkeit sich für oder gegen weitertrinken zu entscheiden. Daher halte ich es nicht für korrekt so zu tun, als ob es normal wäre, wenn jemand zum Bewältigen einer Stressituation den Drang spürt, sich einen anzusaufen. Er muss in solch einer Situation aufpassen, er muss sich disziplinieren und nicht einfach so weitermachen wie vorher. Und sofern er ehrlich zu sich selbst ist, kann er auch richtig entscheiden und wird nicht von der Krankheit Alkoholismus darniedergerafft. Jeder hat eine Verantwortung. Und viele Alkoholkranke haben diese nicht wahrgenommen. Sonst wären sie nicht in dieser unsäglichen Situation gelandet.

Schockenhoff hat es jetzt, nach mutmaßlich zig Jahren, in denen er seiner Familie ein ziemlich schlimmes Leben bereitet hat mit Lüge und Selbstverleugnung, wohl verstanden, dank dem Supergau, der ihm jetzt geschehen ist.
Aber er ist mehr Täter als Opfer. Denn ich glaube nicht, dass er es nicht wusste, dass etwas nicht stimmt, wenn man 2 Promille braucht, um ins Bett zu gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 23