Forum: Politik
Politische Apathie: Deutschland, dein Elend ist die Mitte

Es gärt in Europa. Der politische Protest ist zurück, bei den Griechen, Italienern, Briten. Nur in der Bundesrepublik nicht. Hier ist die Demokratie eingeschlafen. Denn die Deutschen verwechseln Apathie mit Stabilität.

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vox veritas 06.08.2015, 16:50
1.

Jedes politische System benötigt den Populismus, um zu überleben. Da ist die Demokratie kein Ausnahme.

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DougStamper 06.08.2015, 16:53
2. Also Herr Augstein

Eine Wahl ist dazu da, von den abgegeben Stimmen die MITTE zu finden. Wenn jetzt 46 % die Merkel cdu wählen, dann ist das die Mitte der Wähler. Würde mir nicht so gefallen wenn wir dann eine Partei aus dem Rand zum Wahlsieger küren.

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TS_Alien 06.08.2015, 16:54
3.

Bei den zur Wahl stehenden Politikern kann man als Wähler nur apathisch werden. Und eine eigene Partei gründen, ist auch keine Lösung. Denn sobald man mit einer neuen Partei kleine Erfolge hat und etwas bewirken könnte, z.B. auf kommunaler Ebene, strömen Menschen in die Partei, die man nicht haben möchte (Dummschwätzer, Unfähige, Postengeile, Dumme, ...). Ablehnen kann man diese Menschen kaum, auch wenn man damit den Nutzen und Sinn der Partei riskiert.

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moistvonlipwik 06.08.2015, 16:55
4. Irrtum

Hier irrt Augstein.
Erst einmal stellt sich die Frage, was die "politische Mitte" eigentlich ist. Die ökonomische Mittelschicht bestimmt nicht: die kann ganz schnell ganz radikal werden.
Die politische Mitte ist auch nicht liberal: dieser Irrtum stammt noch aus der Zeit des Drei-Parteien-Systems: links SPD, rechts Union, FDP in der Mitte. Das ist vorbei; der Liberalismus in Neogestalt ist vielmehr gerade nicht mehr Mitte.
Die Mittelschicht selbst ist weder apathisch noch unpolitisch. Sie hat nur begriffen, dass jede Veränderung schädlich für sie sein kann. Daher besinnt sie sich auf Adenauer: "keine Experimente" - nächstes Jahr soll wie dieses sein. Entsprechend wählt sie: starke Union, die SPD als Aufpasser, um einen neuen Ausflug in den Neoliberalismus zu vermeiden, die Grünen als Wellnesspartei fürs gesunde Essen.
Kurz: die Bürger wollen lediglich anständig verwaltet werden. Das ist ihr gutes Recht.

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max.axlast 06.08.2015, 16:59
5. Die vollständige Entpolitisierung

ist das eigentliche Drama. Ob "Mitte" oder "Wutbürger" - der deutsche Michel schafft es gerade noch, gegen irgendwas zu sein. Bevorzugt erneuerbare Energien in Sichtweite. Ansonsten: Weiter so! Wundern braucht einen das aber nicht - oder ist in den letzten Regierungen ein politisch denkender Politiker aufgefallen, Kollege Augstein?

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dorffburg 06.08.2015, 17:00
6. Herr Augstein! Gründen wir eine neue Partei

und machen die richtigen Dinge, und zwar richtig. Ich bin dabei!

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austromir 06.08.2015, 17:01
7. Logik?

Schon eine merkwürdige Logik. Ausgerechnet der Spiegel dessen Inhalt man seit etwa 1 Jahr zusammenfassen kann als "Merkel wird wiedergewählt obwohl sie alles falsch macht und die SPD ist am Ende"
kommt nun zu dem Schluss, dass seine Leser das auch noch glauben.

Die sogenannte "Mehltau-Mitte" hat alle Hände voll zu tun um ein Land am Laufen zu halten dessen einer Teil meint, Aussitzen sei Politik, und dessen anderer Teil meint, hinter eine Fahne her zu laufen und "links" zu schreien sei bessere Politik.

Solange der Spiegel statt über Willkür deutscher Grenzbeamter lieber über Willkür amerikanischer Grenzbeamter schreibt, wird das auch so bleiben.
Denn dass was Medien und "große" Politik an Scherben hinterlassen räumt täglich die schreckliche Mitte auf - durch ehrenamtliches Engagement, durch Vernetzung, durch Mitarbeit in sozialen Organisationen, durch .....

Spiegel wach auf: Links ist nicht wenn man sich links nennt. Links ist wenn man handelt.

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Rotter 06.08.2015, 17:01
8. Leider ist das so

Ein Problem ist, dass sich viele, die nicht den sog. Wutbürgern zuneigen, aus dem öffentlichen Diskurs verabschiedet haben, weil es inzwischen EGAL ist, ob man sich einmischt oder nicht. Andere mögen die wohlige Stallhasenatmosphäre und wollen, dass sich nichts ändert; was "draußen" passiert, wird verdrängt.

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Pfaffenwinkel 06.08.2015, 17:02
9. Seit Jahren

beschleicht mich ein ungutes Gefühl, das Herr Augstein nun in Worte kleidet. Ich wünschte, wir hätten einen Politiker wie Corbyn, das wäre endlich mal was.

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