Forum: Politik
Politische Apathie: Deutschland, dein Elend ist die Mitte

Es gärt in Europa. Der politische Protest ist zurück, bei den Griechen, Italienern, Briten. Nur in der Bundesrepublik nicht. Hier ist die Demokratie eingeschlafen. Denn die Deutschen verwechseln Apathie mit Stabilität.

Seite 10 von 47
Sotho 06.08.2015, 17:54
90. Entwicklung

Zitat von DougStamper
Eine Wahl ist dazu da, von den abgegeben Stimmen die MITTE zu finden. Wenn jetzt 46 % die Merkel cdu wählen, dann ist das die Mitte der Wähler. Würde mir nicht so gefallen wenn wir dann eine Partei aus dem Rand zum Wahlsieger küren.
Ihre Aussage verstehe ich nicht. Keine Wahl ist dafür da eine Mitte zu finden. Wo soll die auch liegen? Jede Wahl beinhaltet Kompromisse. Aber die liegen nun einmal dort wo die Mehrheit sich entscheidet. Das muss nicht die Mitte sein. Früher war das noch sehr einfach. Rechts von der Mitte lag die CDU. Wer eine gewerkschaftsfeindliche, arbeitgeberfreundliche konservative Politik wollte, der hatte CDU/CSU gewählt. Wer eher eine arbeitnehmerfreundliche mehrheitlich soziale Politik wollte eher SPD. Die Mitte der jeweiligen Parteien lag dort, wo deren Parteiflügel sich auf Kompromisse einlassen mussten. Das war nicht die Mitte der gesamten Wählerschaft. Dann brauchen wir keine Parteienlandschaft mehr. Nun ist die CDU weit nach links gerückt, ohne dadurch sozialdemokratisch zu wirken, und die SPD nach rechts, dass man die beiden Parteien eigentlich als eigenständige Parteien nicht mehr braucht. Oder besser, sie sind zusammen zu nichts zu gebrauchen. Die Mitte gibt es nicht. Die ist eine Erfindung dieser beiden großen Parteien.

Beitrag melden
ClausWunderlich 06.08.2015, 17:55
91.

Wenn es der MITTE zu gut geht!

Ich Interessiere mich viel für Geschichte und ein immer wiederkehrendes Ding ist das mit der der Mitte. Es scheint so zu sein das wenn es der Mitte zu geht gut eine Trägheit einsetzt. Warum etwas verändern wenn es doch so wie es ist so gut ist?

Das muss ich auch mal Herr Augstein Fragen warum er so ist denn er ist ja ein Teil dieser Mitte.

So meine ich das gerade die Medien und Journalisten sehr viel dazu beitragen. Wenn ich das meiste so lese oder schau (TV) "lullt" man uns irgendwie ein. Eine Art aus Angstmacherei und alles wird gut wenn es so bleibt wie es ist denn es war ja bis jetzt auch gut.

Beitrag melden
Untertan 2.0 06.08.2015, 17:56
92. Wir sind eben satt

Solange es in Deutschland Bier und Fußball gibt, wird es auch kein erevolution geben. Die Deutschen sind immer noch ein weitgehend unpolitisches Volk von Untertanen.

Beitrag melden
poetnix 06.08.2015, 17:56
93. Stimmt!

Zitat von moistvonlipwik
Hier irrt Augstein. Erst einmal stellt sich die Frage, was die "politische Mitte" eigentlich ist. Die ökonomische Mittelschicht bestimmt nicht: die kann ganz schnell ganz radikal werden. Die politische Mitte ist auch nicht liberal: dieser Irrtum stammt noch aus der Zeit des Drei-Parteien-Systems: links SPD, rechts Union, FDP in der Mitte. Das ist vorbei; der Liberalismus in Neogestalt ist vielmehr gerade nicht mehr Mitte. Die Mittelschicht selbst ist weder apathisch noch unpolitisch. Sie hat nur begriffen, dass jede Veränderung schädlich für sie sein kann. Daher besinnt sie sich auf Adenauer: "keine Experimente" - nächstes Jahr soll wie dieses sein. Entsprechend wählt sie: starke Union, die SPD als Aufpasser, um einen neuen Ausflug in den Neoliberalismus zu vermeiden, die Grünen als Wellnesspartei fürs gesunde Essen. Kurz: die Bürger wollen lediglich anständig verwaltet werden. Das ist ihr gutes Recht.
Natürlich ist es das gute Recht des Bürgers, anständig verwaltet zu werden.
Wird sie das mit NSA, NSU, kostenexplosive Energiewende, Edathy, Angriff auf Pressefreiheit ohne Verantwortliche, Profalla und die DB, etc.
Dafür hat diese Regierung einen riesigen, pol. Bürokratenpool als Herrschaftsinstrument geschaffen, der offensichtlich auch als Verschleierungsinstrument eingesetzt wir.

Nur, verwalten kann keine Zukunft gestalten und an dieser Stelle hat Merkel den BR-Bürgern echten Stillstand serviert.
Die Frage lautet:
Kann Merkels aussitzender Gegenwartsstillstand als Zukunftsperspektive in einer schnell routierenden Globalisierung gesehen werden?

Beitrag melden
RioTokio 06.08.2015, 17:56
94.

Zitat von meine Güte
....gärt auch schon bei uns. Das erfahre ich täglich in Gesprächen mit Kollegen, Nachbarn und anderen. Bei mir gärt es schon lange. Aber unsere Schlafmützen in der Politik reden sich alles schön. Bis es zu spät ist...
Wo gibts denn konkret Problem in der Firma?
Was sollte Politik denn machen.
Wei Augstein kommt da nichts - irgendwie alles anders.
Es ist zwar alles super im Moment - welches Land Europas steht besser da - aber irgendwie ja nicht, .. oder so...
Revolution aus Langeweile?

Beitrag melden
x_Vendetta_x 06.08.2015, 17:58
95.

Zitat von austromir
Spiegel wach auf: Links ist nicht wenn man sich links nennt. Links ist wenn man handelt.
Der Gebrauch der alten Bezeichnungen "links, rechts, Mitte, rot, grün, schwarz" in Bezug auf die heutigen Parteien ist an sich schon ein Fehler mMn, denn diese Begriffe suggerieren, dass z.B. die heutige SPD mit der SPD zu Zeiten von Wehner, Schmitt und Brandt zu vergleichen wäre, was ganz und gar nicht der Fall ist.
So will man dem Volk vorgaukeln, dass es wesentliche Unterschiede zwischen SPD, CDU, Grüne, AfD etc. gäbe, was auch nicht stimmt.
Legt doch mal diese alten Worthülsen beiseite und betrachtet neutral was ihr seht.
Ich sehe dann eine graue, gesichtslose Masse von sog. Eliten, die unseren Staat nicht mehr verstehen und ihn somit lieber nur verwalten als ihn zu formen. Und wenn unsere werten "Politiker" mal was in die Hand nehmen, dauert es ewig, kostet Unsummen und ist trotzdem nicht gut. Stichworte: Energiewende, PkW-Maut, Asylpolitik, H4 und und und...

Beitrag melden
ClausWunderlich 06.08.2015, 17:58
96.

Zitat von helle_birne
teile die Auffassung von Herrn Augstein über die Apathie der politischen Mitte, befürchte allerdings, daß diese auf andere Weise endet als von ihm und mir gewünscht: Nicht in Form einer linken Bewegung wie PODEMOS oder SYRIZA, sondern in Form einer rechten Bewegung wie der AfD. Noch ist die AfD bei 3-4% (hatte aber auch schon mal doppelt so viel!), schauen wir aber mal bei unseren Nachbarn: FPÖ in Österreich nähert sich landesweit den 30%, PiS in Polen wird im Oktober voraussichtlich mit rund 40% die Parlamentswahlen gewinnen, Dänische Volkspartei in Dänemark 2015 bei den Parlamentswahlen zweitstärkste Kraft und jetzt Duldung der Regierung, und, und, und! Die Eurokrise und die steigende Flüchtlingszahlen spielen diesen Parteien in die Hände, die Stimmung in Deutschland wird mal ganz schnell dramatisch kippen ...
Beides wäre nicht gut weder Rechts noch Links! Aber es ist immer mehr oder weniger die MITTE die bestimmt wo es lang geht.

Beitrag melden
AxelSchudak 06.08.2015, 17:58
97. Deutschland, unser Elend...

ist auch die intellektuelle Linke, die sich in ihrer Welterklärung immer wieder scharf an der Realität vorbei bewegt. Macht nichts, dann erlärt man die anders Denkenden halt zu apatisch Apolitischen und sucht sich ein anderes Volk.

Beitrag melden
ClausWunderlich 06.08.2015, 17:59
98.

Wenn es der MITTE zu gut geht!

Ich Interessiere mich viel für Geschichte und ein immer wiederkehrendes Ding ist das mit der der Mitte. Es scheint so zu sein das wenn es der Mitte zu geht gut eine Trägheit einsetzt. Warum etwas verändern wenn es doch so wie es ist so gut ist?

Das muss ich auch mal Herr Augstein Fragen warum er so ist denn er ist ja ein Teil dieser Mitte.

So meine ich das gerade die Medien und Journalisten sehr viel dazu beitragen. Wenn ich das meiste so lese oder schau (TV) "lullt" man uns irgendwie ein. Eine Art aus Angstmacherei und alles wird gut wenn es so bleibt wie es ist denn es war ja bis jetzt auch gut.

Beitrag melden
schwarzejekka 06.08.2015, 18:00
99. Was für Kommentare :)

Wenn die Politik, welche auch immer, Verwaltung als ihre Hauptaufgabe sieht, hat sie wohl den Sinn ihres Daseins nicht verstanden.
Wenn Demokratie so aussieht, dass der 'Plebs' wählen darf, wer die Politiker, Staatssekretäre (Verwaltung) und Minister verpflichten darf, ist es eben keine 'echte' Demokratie.
Das verstärkt seit Merkel ausgesessen statt agiert wird dürfte selbst dem schwerfälligsten Michel inzwischen aufgefallen sein. Und dass etwas ausserhalb der 'Verwaltung' passieren muß liegt nach der Netzpolitik-Affaire auf der Hand. Denn die Schweigsamkeit des Kanzleramtes hat dadurch bewiesen, dass es weniger an Transparenz als an politischem Kalkül interessiert ist. Man wartet bis die Lage ein Einschreiten ungefährlich möglich macht, reagiert stets nicht selbst und ist sich nur am 'Absichern' um die politische Macht nicht aufs Spiel zu setzen. Diesen Aufwand treibt man sicher nicht, um an der Verwaltungsspitze zu stehen.
Die Griechen wehren sich zu Recht. Wer will schon offentlich-private Verkehrsmittel, auf die man sich einfach nicht verlassen kann, öffentlich rechtliche Medien die den Dunst einer Vampirgruft verbreiten oder Buchhalter an der Spitze von Kankenhäusern und Krankenkassen?
So streitbar Varoufakis sein mag ist er doch dynamischer und ehrlicher/transparenter als die Gruftie-Einschlaf-Garde in Deutschland, die ausser ehernen Absichtsbekundungen kaum einen Willen erkennen lässt, dem deutschen Volk zu dienlich zu sein.
Der Deutsche Duden kennt übrigens einen deutlichen Unterschied zwischen Verwaltung und Regierung. Mit Recht, wie mir scheint; zumal auch Wahlen dazu da sind Regierungen zu wählen und nicht Verwaltungen...oder?...

Beitrag melden
Seite 10 von 47
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!