Forum: Politik
Politische Borniertheit: Alles Nazis außer mir

Je gebildeter jemand ist, desto vorurteilsfreier blickt er auf die Welt - so die populäre Annahme. Experimente von Psychologen zeigen, dass genau das Gegenteil wahr zu sein scheint. Erklärt das vielleicht den Zustand des politischen Diskurses?

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vox veritas 24.01.2019, 16:25
40. Oho

Werde ich gerade Zeuge eines intensiven intellektuellen Meinungsaustausch zwischen Herrn Fleischhauer und Lobo???

Wo ist mein Popcorn?

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carbon_smith 24.01.2019, 16:27
41. Steile These

Um Gottes Willen, wo zieht man solche Feuilletonisten und Psychologen auf? Im Vakuum? Das Problem dieser albernen Studien ist die Grundannahme der „Social Sciences“. Social Science amüsiert sich mit der Idee es gäbe kein richtig oder falsch, drum muss man immer beiden Seiten gleich viel Raum zum argumentieren geben. Drum finden die Anhänger dieser Philosophie es extrem seltsam, dass intelligentere Studenten nicht beiden Seiten gleich viel Zeit widmen.

Jetzt finde aber mal in der realen Welt eine diskutierwürdige These bei der tatsächlich beide Seiten wirklich den gleichen Wert haben… und Überraschung, Leute die mehr über das Thema wissen, haben halt eine klare Meinung und nicht allzu viel Geduld mit den Argumenten der Gegenseite.

Mit Abschottung hat das nichts zu tun, es ist schlicht und einfach die Ungeduld sich immer wieder den selben Kram anhören zu müssen, in diesem Fall die Thesen der „neuen – alten Rechten“ obwohl wir alle genau wissen wie die letzten zwei Ausflüge 14-18 und 33-45 in den Nationalismus geendet haben.

Ich schlage vor, der Herr Fleischhauer nimmt mal ein paar Monate eine Auszeit. Er kann ja mal ein Auto zusammenschrauben oder ein MINT Praktikum an der Uni machen. Dann merkt er schnell genug, dass es eine reale Welt gibt, die die falsche Schraube, falsche These etc. nicht akzeptiert.

Aber dafür wird er wohl zu sehr ein Narziss sein.

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olliver_123 24.01.2019, 16:28
42. Genau um die geht es hier nicht

Es geht um die, die pauschal als Nazis abgestempelt werden. Also Grundsätzlich alle AFD- und CSU Wähler. Dazu auch mal mindestens alle Ostdeutschen und natürlich die Anhänger von Sarah Wagenknecht. Und es geht darum, dass man sich eben nicht die Mühe macht, hier zu unterscheiden. Genauso wie es auf der anderen Seite auch gemacht wird (z.B. alle Ausländer kriminell).

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deus_ex_machina 24.01.2019, 16:28
43.

Zitat von noctem84
Ich kann für vieles Verständnis aufbringen aber da ist eine rote Linie.
Herr Fleischhauer rührt in mit Verve in der Gemengelage herum, die sich rechts der politischen Mitte gebildet hat. Tatsächlich hat sich nämlich dort ein derartig dianetischer Realitätsverlust eingestellt, dass es eine wahre Freude ist, dies als Unbeteiligter zu beobachten - auch wenn einem das dann vermutlich auch wieder als 'Borniertheit' ausgelegt wird.
Mal ehrlich: wer sagt von sich: "Ich bin Rechts?" Nicht mal die AfD tut dies deutlich. Wenn man eine Partei als "links" bezeichnet, wie z. B. die Linken (eindeutig), die Grünen (ein bischen fragwürdig) oder die SPD (noch fragwürdiger), dann sagen die mit aufrecht erhobenem Kopf: "So isses!"
Bezeichnet man dagegen eine Partei als "rechts", dann geht das Geschrei los. "Bürgerlich" sei man, "konservativ", aber doch nicht rechts, Gott bewahre! Nun, wenn man schon mit dieser Flügelterminologie arbeitet, dann muss man festhalten: einem Links muss ein Rechts entgegen gesetzt sein. Denn wenn wir betrachten, wer so alles die "Mitte" für sich beansprucht, dann stellen wir fest dass es dort ein ziemliches Gedränge gibt. Oder die Mitte ganz schön breit ist. Und rechtsschief.
Vielleicht sollten sich die Parteien und ihre Anhänger mal klar positionieren, die CDU mitte-rechts, CSU und FDP ganz rechts, AfD rechts-außen.
"Konservativ" heisst ja nichts anderes als "bewahrend", sprich rückwärtsgewandt, reaktionär, ewiggestrig. Nur eben hübsch verbrämt. Also, wer das für positiv konnotiert hält, der hat damit den dieser Einstellung zugrunde liegenden geistigen Mangel hinreichend unter Beweis gestellt. Nicht ohne Grund ist das Gegenteil von "konservativ" nicht "links", sondern "progressiv", also fortschrittlich, sich entwickelnd.

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Kurt-C. Hose 24.01.2019, 16:29
44. Lieber Herr Fleischhauer

Danke für diesen Text. Sehr klug. Schade, dass die vorangehende Kolumne, über die sich Lobo so aufgeregt hat, nicht frei zugänglich ist.

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muellerthomas 24.01.2019, 16:32
45.

Zitat von Sturholz
tappen Sie zielsicher ins Feindbild der bornierten Selbstvergötterer. "Jemand, der die AfD wählt, muss automatisch ein Nazi sein und jemand, der das anders sieht, muss auch automatisch ein Nazi sein" - solche extrem kurzen, extrem generalisierenden Schlüsse sind leider inzwischen die Realität,
Ist das so? Ich habe diese Behauptung noch nie so pauschal gehört oder gelesen.

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mantrid 24.01.2019, 16:32
46. Bildung hat nichts mit Intelligenz zu tun

Eine abgeschlossene akademische Ausbildung ist eben noch lange kein Beweis für überlegene Intelligenz. Da sind Akademiker im Durchschnitt genauso blöd wie der Rest der Bevölkerung. Nur weil ich vielleicht meine Argumente rhetorrisch und semantisch geschliffen vortragen kann, muss meine Meinung nicht richtiger oder wichtiger sein, als die von jemanden, der stotternd, fehlerhaft im einfachsten Deutsch argumentiert. Und nur weil jemand auf einer anderen Meinung als der meinen beharrt, muss er nicht gleich dumm und ignorant sein. Vielelicht sind meine Argumente nicht gut genug oder jemand anderes hat schlichtweg eine andere Weltanschauung. Toleranz bedeutet eben auch unbequeme Meinungen zuzulassen, man muss sie ja nicht teilen.

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vox veritas 24.01.2019, 16:33
47. Von stillem Nachdenken keine Spur

Je länger man die Beiträge in diesem Thread liest, desto mehr hat man den Eindruck, daß Herr Fleischhauer einen wunden Punkt getroffen hat. Selbstkritik sucht man hier vergeblich.

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im_ernst_56 24.01.2019, 16:33
48.

Zitat von Peter Schmidt -fsb
Ich kann Herrn Fleischauer außnahmsweise nur zustimmen. Würde aber aber noch weiter gehen. Wenn sich die CDU/CSU weiter in die Mitte bewegt, dann ist es sogar notwendig für einen vernünftigen Meinungsbildungsprozess, dass es eine Partei rechts davon gibt. Nach Lage der Dinge wird dies bis auf weiteres die AFD sein. Worauf wir aber schon alle achten sollten, ist, dass die AFD nicht den politischen Diskurs vergiftet und das politische Entscheidungen weiterhin auf Basis von Fakten und nciht von Fake News getroffen werden. Das die Politik der AFD ihren Wählern nicht hilft ist persönliches Pech der Betroffenen. Aber das ist ja auch bei allen anderen Parteien nicht immer der Fall.
M.E. haben sich viele bis 2013 der Illusion hingegeben, dass es einen unumkehrbaren linksliberalen Konsens in der Gesellschaft gäbe, nachdem die CDU unter der Führung Angela Merkels sich auf vielen Politikfeldern in Richtung der SPD und Grünen bewegt hat. Diese Illusion ist dann 2013 mit dem Entstehen und stetigen Aufstieg der AfD geplatzt. Der Schock darüber hält bis heute an und ist der Grund für heftigen Auseinandersetzung innerhalb des SPON-Forums und sogar innerhalb der SPON-Kolumnisten. Das Parteienspektrum im Bundestag ist so ausdifferenziert wie lange nicht mehr, aber in den Medien scheint es nur zwei Lager zu geben: Wir und die anderen. Erinnert sich noch jemand an die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 2018? Von dessen Empfehlung ist hier nichts zu merken.

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friedrich_eckard 24.01.2019, 16:34
49.

Zitat von DougStamper
Rein theoretisch Ist der Gedanke ja wahr. Es bringt aber einfach 0 Punkte bei afd‘lern die andere Wange hinzuhalten, da die sich nur über gutmenschen und co empören. Reiche ihnen den kleinen Finger und sie nehmen sich die ganze Hand. Appeasment gegen Rechts funktioniert nicht. Klare Kante. Auf das vielleicht einer der „verlaufenen“ merkt das er abseits des Pfades wandelt. Auch wenn ich hier anecke, mmn ist die Stigmatisierung noch viel zu sanft.
Sie werden bestimmt anecken, und deshalb sollen Sie wenigstens von mir ein Wort der Zustimmung bekommen.

Wie schrieb doch schon vor Jahren Roberto J. DeLapuente unter der Überschrift "Man diskutiert nicht mit Henkern": "Demokraten sollten immer gesprächsbereit sein. Aber das ist ein fataler Irrtum. Es gibt eine Schwelle, die zu überschreiten man nicht bereit sein darf. Man kann mit den Thesen und Konsorten nicht pflichtschuldigst und in gebotener Ehre umgehen, weil sie beleidigend, ehrabschneidend, menschenverachtend und als erste Instanz quasi, ein erster Schritt hin zum Blutigen sind. Wer anfängt mit solchen Menschenschlächtern im demokratischen Hemdchen zu disputieren, der legitimiert bereits deren Positionen, auch wenn er es nur unbewusst tut."

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