Forum: Politik
Politische Folgen des Klimawandels: Machtkampf mit dem Eisbrecher
imago images/ ITAR-TASS

Der Klimawandel lässt das Eis in der Arktis schmelzen - und das wollen USA, Russland und China für sich nutzen. In der geostrategisch wichtigen Region locken Bodenschätze unter dem Meer und neue Seewege zwischen Ost und West.

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kochra8 27.06.2019, 12:33
1. Grosses Abfackeln

Permafrostböden binden auch das schnell entzündliche Methan. Verströmt es sich unkalkuliert, wird die Lage um den Pol nicht einfacher. Ob man die Risiken bedachte, als man die Wasserstrassen konzipierte? Womöglich wird alles anders, als dass die Wege je befahren werden können...

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telos 27.06.2019, 12:40
2. Geostrategische und wirtschaftliche Optionen

Es liegt auf der Hand - je eisfreier das Nordpolarmeer wird, desto mehr passieren Tanker und Containerschiffe diese Schiffspassage in der Beringstraße. Das verkürzt die bisherigen Seewege deutlich. Die territorialen Besitzansprüche Russland folgt denen Chinas im chinesischen Meer. Die Rohstoffvorkommen werden als enorm geschätzt und deren Förderung ist nur noch eine Frage der Zeit. Wenn bis Mitte dieses Jahrhunderts diese Gegend völlig eisfrei sein sollte, und die klimatischen Veränderungen sich in diesem Tempo fortsetzen, haben bis dato die Menschen ganz andere Sorgen, als die Förderung von Rohstoffen im Nordpolarmeer. Muss denn immer alles auf- und ausgesaugt werden, bis nichts mehr da ist unter Nichtbeachtung der zu erwartenden Umweltbelastungen? Können diese Schätze nicht auch da bleiben, wo sie sind?

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josho 27.06.2019, 12:47
3. Da wird einem jetzt angst und bange...

....und da können Greta und ihre Freunde noch so viel und noch so oft weltweit demonstrieren. Gegen die menschliche Gier und gegen die menschliche Dummheit, diesen Planeten bis zum letzten auszubeuten, ist kein Kraut gewachsen und wird auch keines wachsen!

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privatbahn 27.06.2019, 12:49
4. Die Welt von Morgen

Man kann zur Klima- und Industriepolitik natürlich stehen wie man will, aber das "Projekt Arktis" führt uns Europäern im allgemeinen und uns Deutschen im besonderen einmal mehr vor Augen, dass wirtschafts- und industriepolitische Strategien längst in anderen Regionen und durch andere Nationen erdacht werden.

Wir werden zum Zuschauer in einer sich rasant verändernden Welt. Wenn es dabei nur um den Gegensatz zwischen Klimaschutz (mit der sehr speziellen Deutschen Sicht) und Industriepolitik gehen würde könnte man die Chancen und Risiken die sich aus der geostrategischen Lage der Arktis ergeben noch nachvollziehen. Aber wird sind ja darüber hinaus auch industriepolitisch ins Hintertreffen geraten (ob oder gerade wegen unserer klimapolitischen Diskussionen sei mal dahin gestellt). Schon der Blick auf die eingeschlagenen Wege von Chinesen und Europäeren zeigt, dass wir jegliche Dynamik im internationalen Wettbewerb der Märkte eingebüßt haben.

Europa, genauer gesagt die EU, diskutiert und debattiert, während andere Regionen/Nationen entscheiden, handeln und umsetzen.

Auf klimapolitische Einwände werden Rußland und die USA beim Kampf um die Arktis kaum Rücksicht nehmen. Die langfristige Strategie steht bereits, ihre Umsetzung hat begonnen.

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so-long 27.06.2019, 13:01
5. Von China

würde ich Nullkommanull erwarten. Eigene Rohstoffquellen unter dem Eis: besser gehts nicht.

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Gluehweintrinker 27.06.2019, 13:04
6. Warum wir uns vor dem falschen fürchten...

Zitat von kochra8
Permafrostböden binden auch das schnell entzündliche Methan. Verströmt es sich unkalkuliert, wird die Lage um den Pol nicht einfacher. Ob man die Risiken bedachte, als man die Wasserstrassen konzipierte? Womöglich wird alles anders, als dass die Wege je befahren werden können...
Das ist der Unter-Titel des Buchs "Das Risiko-Paradox". Daran muss ich denken, wenn ich sehe, dass Sie sich um Brandgefahr durch frei werdendes Methan sorgen. Was meinen Sie, wie dieses Methan denn in die Luft gelangt? Hochkonzentriert wie bei einer Leck geschlagenen Pipeline? Nein, so ist es nicht. Molekül für Molekül gast es aus, ob aus dem Permafrostboden oder in kleinen Bläschen auf sich zersetzendem Methanhydrat aus den Kontinentalschlefen. Da brennt nichts. Brennen werden Wälder und Savannen, mehr und mehr, wenn es immer heißer wird. Keine Sorge, abfackelndes Methan wird nicht unser Problem werden, dafür sehr viele andere.

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anonlegion 27.06.2019, 13:04
7. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen...

Die grössten Umweltverschmutzer des Planeten wollen die katastrophalen Auswirkungen des von Ihnen/ uns gemachten Klimawandels nutzen, um nun bei ansteigen der Meeresspiegel und abtauen des Eises an den Polen durch verbesserte Explorationsbedingungen Bodenschätze abzubauen.
Übrigens sind die dort am günstigsten abzubauenden bzw. zu fördernden Bodenschätze Öl, Gas und Methan. Fossile Brennstoffe also.

Diese Ignoranz und Unverfrohrenheit der Mächtigen führt zu nichts Gutem....ganz sicher.

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Ruhrsteiner 27.06.2019, 13:05
8. Methan (CH4) wie in Permafrostböden....

ist ein nochmals brisanteres Treibhausgas als Kohlendioxid (CO2). Und wie mir ein Bekannter - ein bei uns lebender Inder - vor einigen Wochen sagte, sind China und Indien infolge der dortigen Kraftwerksverfeuerung von Kohle im weltweiten Vergleich die Hauptemittenten von CO2. Chinesischer Pragmatismus, die angedachte "arktische Seidenstraße"? Übrigens - das "Anschmelzen von Gletschern" an der Basis (in der Vertikalen) geht nach einem aktuellen Bericht der US-amerikanischen Meterorologie auch in der Antarktis los, nachzulesen - online - in Science Daily.

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Klaus David 27.06.2019, 13:08
9. Dann soll

doch die Kommission zur Begrenzung des Festlandsockels das ganze Gebiet bis auf die sogenannte drei-Meilen-Zone vor den jeweiligen Küsten als Naturschutzgebiet ausweisen. Genannte Länder repräsentieren knapp 2 Mrd. Erdbevölkerung (mit den Europäern als Anhängsel der USA). Wenn sich die anderen Staaten alle einig wären, würden die drei (erstmal) in die Röhre gucken.
Und dann kann um einzelne Vorhaben verhandelt werden. Zum Wohle der gesamten Menschheit. Ja ..... ist gut, die Gier einzelner zählt mehr als erstmal zu lernen, mit den momentan zugänglichen Ressourcen sparsamer zu haushalten. Aber träumen darf ich ja noch.

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