Forum: Politik
Politische Kultur unter Trump: Brandstifter an der Macht
REUTERS

Im Wahlkampf hat Donald Trump unverhohlen Stimmung gegen Minderheiten gemacht. Jetzt wird er Präsident - und es steht zu befürchten, dass seine drastischen Worte nun von seinen Anhängern in Taten umgesetzt werden.

Seite 3 von 16
harleyfahn 11.11.2016, 11:52
20. Ich gebe dem Autor recht,

dass Trump eine ziemlich üble Figur ist. Aber er und die europäischen Populisten sind nur deswegen so stark weil die politischen "Eliten" komplett versagt haben. Wenn die Sorgen und Bedenken eines Großteils der Bevölkerung beständig ignoriert werden, dann kippt das Ganze ins Irrationale. Ein guter Freund von mir lebt in Arizona und sagte am Telefon, dass alle Amerikaner, die nichts mehr zu verlieren haben Trump gewählt haben nach dem Motto "Es kann nur besser werden". Ddnen ist egal ob Trump Fdauen angegrapscht hat. Die Wut auf die etablierten Versager überwiegt. Trump, Le Pen, Wilders und Petry sind sehenden Auges wie in einem Gewächshaus herangezüchtet worden und werden nicht mehr aufzuhalten sein, trotz allen intellektuellen Lamentierens.

Beitrag melden
ernstrobert 11.11.2016, 11:53
21. was die Wähler beeindruckt

Das Entlarvende und wirklich Aussagekräftige betrifft nicht die Person Trump - den kennt kaum einer wirklich und der kann und darf sich jederzeit ändern, um sich den Verhältnissen anzupassen.
Entlarvend ist, dass all diese Parolen, die Haznain aufzählt, so viele Wähler beeindruckt haben. Sie wünschen sich offenbar jemanden, der Leute umbringt, beleidigt, erniedrigt und Dinge tut, die sie sich selbst nie trauen würden. Das spricht für autoritätsfixiertes, unterwürfiges und unmündiges Verhalten. Die Medien sind daran mit Schuld, denn sie setzen zu sehr auf Sekundenreflexe, Bauchgefühle, Hass, Sex und Terror, um ihre Ware zu verkaufen. Gleichzeitig predigen sie Maßlosigkeit und ungebremsten Konsum mit der Werbung, mit der sie große Geschäfte machen.
Leider hat die Linke dem nichts entgegenzusetzen und verliert sich in irgendwelchen Randthemen, über die ihre Gegner nur lachen können, weil sie totale Uneinigkeit erzeugen und die Linke zersplittern. Beispiele spare ich mir, denn sonst werde ich zensiert, was auch so ein Problem der Linken ist.

Beitrag melden
theanalyzer 11.11.2016, 11:53
22. Dumme Frage

Ich halte die reißerische Überschrift für eine dumme Frage. "So jemand" wird Präsident, weil er demokratisch gewählt wurde. Weil die Mehrheit seiner Meinung ist. Vielleicht auch, weil man die Mehrheit etwas zuviiel gegängelt, moralisch bevormundet und politisch überkorrekt belastet hat. Und weil die Mehrheit nicht so denkt, wie es sich der intellektuell Linksstehende so wünscht. Das nennt sich Demokratie. Und die hat mit Trumps Wahl eindrucksvoll gesiegt. Auch gegen das Establishment.

Beitrag melden
Shelly 11.11.2016, 11:55
23. Meine Meinung zum

dem abgeblich Trump seinen Wahlerfolg bedankt.
Erstens ist das eben nicht wahr und zweitens stelle ich mir vor, wie öffentlich im TV und in den Medien abfällig von einem "black trash" oder "moslem trash" schwadroniert werden würde - die dauerempörten Diskriminierungswächter kämen vor lauter Aufheulen nicht mehr zum Atmen!

Beitrag melden
hansw 11.11.2016, 11:56
24. Demokratie

Der Autor hat richtige Argumente aufgeschrieben. Er provoziert nicht und lässt dennoch eine Antwort aussen vor. Die Frage: Wie sieht es in der Zukunft mit der Demokratie aus? Seit Jahren bewegt mich diese Frage, auf die ich auch keine schlüssige Antwort habe. Denkt man die heutigen Entwicklungen in der entwickelten Welt zu ende, zweifelt man daran, ob diese Staatsform noch lange die "richtige" sein wird. Die meisten Menschen haben sich, wie so oft, nicht mit der europäischen Geschichte seit dem Wiener Kongress 1815/16 befasst. Dabei gibt die Geschichte der letzten 200 Jahre eine Menge für die Zukunft her. Nur ein Beispiel: Fragt man herum, warum die Menschen hinter unserem GröFaz hergelaufen sind, kommen keine brauchbaren Antworten, aber oft ein Achselzucken. Fragt man, warum die Menschen hinter Stalin oder Mao hergelaufen sind, kommen ähnliche Reaktionen. Man kann auf Bildungsmangel oder zu geringe Einkommen hinweisen oder andere Argumente anführen, immer trifft man nicht ins Schwarze. Schnellschüsse von "geborenen Erklärern" sind ausnahmslos falsch. Gleichzeitig geht die Veränderung unserer Welt mit wachsender Geschwindigkeit voran. Science Fiction Autoren führen oft die Wiederherstellung der Monarchie als künftige Staatsformen an, wie grauenhaft.

Der Wahlerfolg ist für unser Land zunächst deshalb ein Erfolg, weil er unsere "politische Elite" so geschockt hat, dass sie wie aufgescheuchte Hühner herumgackern. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir eigentlich keine politische Elite haben. Wir haben auch keine wirtschaftliche Elite, weil diese nur auf ihre eigenen Taschen blicken. Ja, in wessen Namen auch immer, was haben wir denn in unserem Land? Mit dieser Frage kommt die Erkenntnis hoch, dass unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten zerfällt und zerfällt. Eine neue Gesellschaft ist noch nicht in Sicht. Sie wird sich aber bilden. Welche Staatsform diese neue Gesellschaft dann bevorzugen wird, steht noch in den Sternen. Hoffentlich wird sie sich weder von Religion, Faschismus oder andere extremistische Formen leiten lassen.

Beitrag melden
AnnaGramm 11.11.2016, 11:56
25.

Jetzt muss ich es doch einmal sagen: Wie der Spiegel seit der Nominierung Trumps mit Worten umgeht, macht Trump in seiner Wortwahl zu einem Waisenknaben.
Liebe Leut, könntet Ihr nicht mal Eueren Hass und Euere Häme ein wenig runterfahren? Wollt Ihr wirklich glaubwürdig sein? Dann macht einen ausgewogenen faktenbezogenen Journalismus. Den vermisse ich beim Spiegel schon lange. Es ist doch einfach so: Ein Amerikanischer Präsident ist gewählt. Er mag nicht nach jedermann Geschmack sein, nach meinem auch nicht, aber fragt Euch doch einfach mal, was bisher passiert ist. Genau - nämlich nix. Wartet doch einfach mal ab, ob uns dieser Präsident schlussendlich vielleicht positiv überrascht. Was er im Wahlkampf getönt hat, ist mindestens so ernst zu nehmen wie das Wahlkampfgedöns unserer eigenen Politiker.
Mehr als dieser unsägliche Aktionismus der SPIEGEL-Journaille kann mir dieser neue Präsident nicht auf den Senkel gehen.

Beitrag melden
wahn-sinn 11.11.2016, 11:57
26. I´m a stranger here myself (Ripley in Alien 4)

...Herr Kazim hat all das, was ich gerade fühle, auf den Punkt gebracht. Und sage keiner später, wir haben es nicht gewusst, oder unterschätzt! Trump ist eine Zäsur, eine Zeitenwende, ein Gargantua, das alles verschlingen kann (nicht muss). Aber ich fühle mich immer weniger zuhause auf dieser Welt. Solche Kommentare tun mir gut, sie zeigen mir: ich bin nicht ganz alleine in meiner Wahrnehmung!

Beitrag melden
serbskisokol 11.11.2016, 11:57
27. Elfter elfter elf Uhr elf - mal kurz abschalten und das Leben geniesen!

Zitat von Mardor
Auch ich hätte mir HRC als das kleinere Übel gewünscht. Auch ich fand Trumps Wahlkampf abstoßend. Aber alles Lamentieren hilft nicht, der Mann ist gewählt und die Welt wird damit leben müssen - und sie wird nicht untergehen, genauso wenig, wie sie unter Bush junior oder Reagan untergegangen ist. "Vielleicht wird er, man mag es heute nicht für möglich halten, doch ein guter Präsident." Ähnlich dachten vor 36 Jahren viele über Reagan - der heute von vielen, zumindest von vielen Amerikanern, als einer der besten Präsidenten in langer Zeit gesehen wird.
serbskisokol hat das ja alles hier gelesen -und glaube auch verstanden.Trump scheint auf einmal wie "gewandelt".Der gleiche Trump?Keine Spur mehr von der Großmäuligkeit der vergangenen Monate. Also alles gar nicht so schlimm?Doch. Denn Trump mag es nicht so gemeint haben, vielleicht war alles nur eine Show, aber viele seiner Anhänger nehmen ihn beim Wort. Sie werden
sich künftig erst recht nichts dabei denken, wenn sie Menschen, die sie für Muslime, Mexikaner oder sonst irgendwie fremd halten, beschimpfen und ihnen an den Kopf werfen, sie sollten doch "dahin gehen, wo sie herkommen".
Ja, leider ja, Trump hat das politische Klima vergiftet. Er hat jene Grundstimmung geschaffen, für die ihn Populisten in aller Welt bewundern. Le Pen, Wilders, Orban, die AfD..
serbskisokol meint: Genug, bis hierher zitiert.Leutln- gestattet mir eine klitzekleinen Hinweis auf den heutigen Tag. Es ist der Elfte Elfte! Umd 11 Uhr elf hat die 5.Jahrezeit begonnen.Versuchen wir wenigstens einmal von diesem Dauerthema abzukommen, abzuschalten! Auch wer kein Karnevalsanhänger ist und nicht im Rheinland wohnt,
schnappt Euch heute abend nach Dienstschluß Eure Familie ,Frau und Kinder und laßt Politik Politik sein. "Nur einmal blüht im Jahr der Mai..."

Beitrag melden
dingodog 11.11.2016, 12:00
28. California Republic

Im Moment ist es noch ein Scherz, die "YesCalifornia" Kampagne für ein unabhängiges Kalifornien hat 24'000 Likes auf Facebook. Aber ich glaube, sobald Trump an der Macht ist und seine ersten Maßnahmen durchgezogen hat, wird aus dem Scherz bitterer Ernst - die Stimmung zwischen der "blauen" Pazifikküste und dem "roten" Hinterland und Texas ist sowieso schon ziemlich unten.

Kalifornien fühlt sich sowieso immer mehr fremdregiert, kalifornische Wählerstimmen zählen weniger als in den meisten anderen Staaten, ein Swing State sind sie nicht, deshalb gehen die Staatsgelder eher nach Florida, und kulturell sind sie mit ihrer Offenheit und Modernität weit von den meisten anderen Landesteilen entfernt.

Jetzt muss Trump nur noch sein Programm durchziehen, dann reicht es ihnen entgültig. Es könnte sogar friedlich gehen, wenn man die Rechten hört, wären sie froh, die Kalifornier (und andere Westküstler) los zu werden. Einvernehmliche Scheidung sozusagen.

Beitrag melden
nahuelbuta 11.11.2016, 12:03
29. Hallo?

Woher nehmen Sie die Behauptung, Trumps Anhänger glauben einen Freibrief für verbale und auch physische Gewalt zu haben?
Unglaublich diese Aussage! Wenn das nur ein Beispiel der von Ihnen angemahnten "neuen politischen Debattenkultur" ist, dann Prost Mahlzeit!
Und Trump hat also die Grundstimmung geschaffen, für die ihn Populisten in aller Welt bewundern?
Sie (der Autor) haben die Ursachen dieser gesellschaftlichen Veränderungen wie so viele auf Konformismus und political correctness- Getrimmten immer noch nicht verstanden bzw. wollen es nicht verstehen: Immer mehr Menschen haben die Nase voll von Versprechungen, Beschwichtigungen und neunmalklugen Erklärungen "ihrer (sich nur in die eigenen Taschen wirtschaftenden und auf ihre eigenen Vorteile bedachten) Eliten" und der dann immer wieder folgenden Erkenntnis, dass wieder mal nur gelogen, gebrochen und gebogen wurde.
Ich frage mich schon seit vielen Jahren, wie lange sich die Menschen das noch gefallen lassen wollen? Aber jede Revolution brauchte ihre Zeit.....
Aber nun scheint doch so langsam das Maß voll zu sein.....

Beitrag melden
Seite 3 von 16
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!