Forum: Politik
Polizeigewalt in Rio: Bolsonaros Vollstrecker
Ricardo Moraes/ REUTERS

Hubschrauber knattern im Tiefflug über Favelas, Scharfschützen feuern aus der Luft auf vermeintliche Gangster - in Rio ist das Alltag. Der Stratege dahinter: Wilson Witzel, der rechtsradikale Gouverneur.

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Paul G. 12.08.2019, 05:39
1. Unvorstellbar

Niemals im Leben würde ich in diese Stadt fahren. Übrigens, wie hoch ist denn die Anzahl der getöteten Polizisten?

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klaus1959 12.08.2019, 06:27
2. Wieviele Tote gab es auf Seiten der Polizei?

In dem Artikel wird erwähnt, dass von offizieller Seite auf die hohe Zahl von im Einsatz getöteten Polizisten hingewiesen wird. Die Zahl wäre interessant, da sie einen Aufschluss auf die tatsächlichen Verhältnisse zulassen würde. Wird vom Autor aber unterschlagen - Absicht?

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steppenwolf81 12.08.2019, 06:37
3.

Ohne die Zustände bei der Polizei gutzuheißen sei uns Europäern empfohlen, vor Abgabe einer Wertung einen Perspektivenwechsel einzunehmen. Mit welchen Mitteln würden wir reagieren, wenn z.B. Hamburg eine Mordanzahl von Tausenden im Jahr hätte, begangen durch gewaltenthemmte Banden, die das Land mit Abertonnen Rauschgift fluten und weite Teile der Stadt und Menschen unter Schutzgelderpressung stellten? Ein Mord ist ein Mord, nicht zu entschuldigen. Man stelle sich aber die letztverbleibende Hoffnung der Bürger Rios vor, die endlich die Zustände eines Molochs enden lassen wollen und verbinde das mit der Zustimmung zu den Umtrieben der Militärpolizei Brasiliens. Wer nichts als Kriminalität kennt, zieht im Zweifel den Teufel dem Belzebub vor. Hoffen wir, dass aus all dem Schlimmen einmal wenigstens etwas Humanes entsteht.

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Sokrates II 12.08.2019, 06:38
4. Voreingenommer Artikel

Die Zustaende in Rio de Janeiro kann man ohne Uebertreibung als Buergerkrieg bezeichnen. Die kriminellen Organisationen , allen voran das Commando Vermelho (CV) und der Fracçao Criminoso do Capital (PCC) haben dem Staat den Krieg angesagt. Der Artikel taeuscht geschickt vor, dass die eigentliche Gewalt von der Polizei ausgeht und dieser rassistisch gefuehrt wird. Es wurden im letzten Jahr ca. 110 Polizisten in Rio erschossen. Gesamt wurden ueber 6500 Menschen in der Stadt ermordet . Man kann den Zustand durchaus als anarchistisch bezeichnen und bei der Bekaempfung dieser exensiven Gewalt kann man deshalb auch nicht die moralischen Empfindungen eines deuschen Journalisten als Messlatte nehmen. Die Polizisten riskieren taeglich ihr Leben in der Stadt und stehen in einem taeglichen Ueberlebenskampf gegen das Verbrechen. Dieser tendensiose Artikel wuerde in der Breite der Bevoelkerung in Rio vermutlich nur Empoerung hervor rufen aber fuer das deutsche Publikum geht es ja wohl eher darum, die boese Politik von Bolsonaro zu untermauern und das Weltbild der Gutmenschen zuhause zu befriedigen.

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Phil2302 12.08.2019, 07:15
5. Rechnung unklar

"Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit: 881 Menschen starben von Januar bis Juni durch die Polizei, das sind 15 Prozentmehr als im Vorjahr. Diese Toten fließen nicht in die Mordstatistik ein.

Zum Vergleich: Laut "Washington Post" haben Polizisten in den USA 2017 im gesamten Land 986 Menschen getötet - das ist ein Fünftel der Toten, für die die Polizei des Bundesstaats Rio de Janeiro verantwortlich ist." In der ersten Hälfte 881, also unter 2000 auf das ganze Jahr gerechnet. 986 in den USA im ganzen Jahr, also ist die Mordrate in Brasilien doppelt so hoch, sprich halb so hoch in den USA, und kein Fünftel.

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rolf.scheid.bonn 12.08.2019, 07:27
6. Die Anarchie ...

... in den Favelas von Rio kann die Polizei nur mit harten Bandagen bekämpfen. Die rechtschaffenen Bürger von Rio sind froh darüber.

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Hemi 12.08.2019, 07:28
7.

So lange mit Drogen auf Grund ihrer illegalitat Unmengen an Geld zu verdienen ist, werden diese Banden weiter existieren. Hartes, brutales Vorgehen hatte bisher noch nie Erfolg, warum sollte das jetzt auf einmal anders sein.

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deus_ex_machina 12.08.2019, 07:37
8. Die rechte Mär vom Staat mit der eisernen Faust

Es ist ja seit ehedem eine extremistische Phantasie, dass der Staat fähig und willens sei, mit aller Gewalt gegen 'die Bösen' vorzugehen. Am besten gleich vor Ort niederknallen, die Sache ist ja eindeutig, nicht wahr?
Dem zugrunde liegt das, was solche Wirrköpfe immer umtreibt: Angst. Wer nach maximaler Gewaltanwendung beim Polizeieinsatz schreit, hat selbst die Hose gestrichen voll und hofft in seiner Panik auf Abschreckung und eine Gesellschaft ohne Kriminalität, beides hanebüchene Wunschvorstellungen, wie wir wissen.
Und so bereitet der Gewalteinsatz gegen die Verbrecher den sukzessiven Gewalteinsatz gegen die ganze Gesellschaft vor, die sich dann wieder fragt, wie das nur passieren konnte.

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droptableall 12.08.2019, 07:49
9.

Die Polizei hat nichts erreicht mit ihrer Vorgehenswese. Die Anzahl getöteter Menschen ist höher als vorher. Was soll man da noch großartig verstehen?

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