Forum: Politik
Populismus: Von Gauland lernen?
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Alexander Gauland hat am Wochenende in der "FAZ" einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich zum Populismus bekannte. Die Empörung war groß. Vermutlich, weil der Text nicht nur böse, sondern auch klug war.

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artep 09.10.2018, 11:43
250.

Zitat von demokratie-troll
Wer Menschheit sagt, will nur betrügen Das sagte wohl der Klügste aller Reaktionäre unter den Philosophen. Internationalisierung und Globalisierung sind nichts anderes als Synonyme für die Entmachtung des Bürgers. Oder wo gibt es Ansätze für eine demokratisch gewählte Weltregierung oder für ein Weltsozialamt, in das jeder Bürger einzahlt? Was hat dann wohl der Weltbürger zu sagen, wenn er seine Freiheitsgesetze durchsetzen will? Wo findet sich denn die Legitimität der internationalen Institutionen, in ihrer Anbindung und Kontrolle durch das Weltbürgertum? Oder erheben sie nur ihren Pseudoanspruch aus der Behauptung, dass sie die höhere Moral vertreten? Wer all den Weltbeglückungsinstituten hinter das Label guckt, findet schmutzige Unterwäsche, Pöstchengeschacher und Selbstbereicherung. Die herrschende Klasse, als die mit der höheren Moral, ist ein Witz, sie ist die Raffklasse, die allen Reichtum an sich reißt. Da ist es für den Bürger schon beruhigend, wenn er im Nationalstaat seine Pappenheimer feuern kann, die ihn regieren wollen. Der Nationalstaat funktioniert aber nicht mehr mit offener Grenze als Einzugsgebiet für Jedermann. Das Heimatrecht der einen schließt die anderen aus. Jedermanns Heimat ist Niemandes Heimat, ein Staat ist damit nicht zu machen. Die Herkunft ist das Fundament, auf dem Kultur wächst und gegenseitige Anerkenntnis. Mit Entwurzelten entsteht keine Sozialgemeinschaft. Aus den Gewaltzonen der Welt kommt die Gewalt zu uns, eine positive Auslese der Geflüchteten, als die besseren Menschen aus den Kriegsgebieten, die das Üble hinter sich lassen, ist illusionär. Sie bringen das Üble, das was ihre Heimat kaputt gemacht hat, vielmehr mit. Sie verbreiten es.
Zu ihrem umfangreichen Artikel: "Wer Menscheit sagt, will nur betrügen", dazu die Internationale, Stalin, Mao und SED. Aber jetzt auch ein Kapital, das weder greifbar ist, noch sich dingfest machen lässt. und es arbeitet nicht mit dem linken Begriff "International", der ist erdgebunden und setzt Nationen voraus. Es arbeitet mit dem Begriff "Global", das hebt von der Erde ab in die Strathosphäre. Und alle sind begeistert !!!. Wissen diese Menschen eigentlich, was sie riskieren? Und wie wird unsere Regierung dann aussehen ? Kennen wir sie noch ? Oder wird der Islam uns überrollen und mit seinen mittelalterlichen Vorstellungen von gesellschaftlichen Ordnungsprinzipien zu Boden zwingen ?

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mostly_harmless 09.10.2018, 11:48
251.

Zitat von freidenker49
[...] Und wie Gauland den „Heimat“- Begriff auch versteht, das hat er im FAZ-Artikel in seiner Argumentation gegen den Freihandel ausgeführt. Er will also Zölle, um die heimische Wirtschaft zu fördern und vor den Dumpinglöhnen in der anderen Länder zu schützen. Die herrschende Klasse reagiert darauf gleich mit dem brandmarkenden abwertenden Begriff „Protektionismus“.
Ja, Protektionismus ist definitiv das falsche Wort. Das richtige Wort ist Dummheit. Kaum ein Land auf diesem Planeten ist so abhängig von Exporten. Und wenn wir Import-Zölle erheben, werden andere Länder das ebenfalls tun.
Beim Import von Waren aus den EU-Mitgliedsländern ist allerdings Dummheit ebenfalls das falsche Wort. Das richtige Wort in diesem Kontext ist Irrsinn. Denn das ist nur möglich, wenn Deutschland aus der EU austritt.
Und Zölle tun erstmal genau eines: Sie verteuern die importierten Waren. Die Lebenshaltungskosten steigen also enorm.

Fazit: Auch wirtschaftspolitisch ist das, was die AfD vertritt schlicht Verantwortungslosgkeit auf einem ganz neuen Niveau. Führt zu Massenarbeitslosgkeit und Verarmung der Bürger dieses Landes.

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bedireel 09.10.2018, 11:49
252.

Bevor jemand aus Verzweiflung die Grünen Wählt weil er vielleicht mit
der Koalition fertig ist und dem Bashing über Gauland und der AfD glaubt soll er sich auf YouTube die Petition von Vera Lenksfeld und Henry Broda „Gemeinsame Erklärung 2018“ im Bundestag anschauen. Ich bewundere die beiden, umgeben von professionellen Lügnern... Am Widerlichsten waren allerdings die Grünen, wer die Wählt hasst Deutschland. Die Linken haben sich ganz verweigert. Das alles hat mit Demokratie nichts mehr zu tun. In Berlin geht nur noch um Macht und Posten und das Auffüllen von Arbeitskräften (Migranten) für die Wirtschaft.
M.f.G.

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mostly_harmless 09.10.2018, 11:50
253.

Zitat von touri
Ich habe Ihnen bereits in einem kürzlichen Thread das Wahlprogramm von 2002 der CDU und das Aktuelle der AfD gegenübergestellt (in dem Thread wo Sie abgestritten haben, das sich die CDU nach links bewegt hat seit 2002). Leider haben Sie darauf nicht reagiert[...]
Gääähn ... Sie können - wie alle AfD-Fans - nicht liefern. Deshalb verlinken sie das gesamte AfD-Programm ohne weitere Angaben. Und genau deshalb habe ich nicht reagiert. Lohnt sich einfach nicht

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redwed11 09.10.2018, 11:58
254.

Zitat von catler
mal wieder.... Sie finden es also in Ordnung gegen Ausländer zu hetzen um beim Wähler Erfolg zu haben? Es geht hier um Menschen, das vergessen die AfD-Jubler leider immer wieder. Und eine Bitte habe ich noch: Beschreiben Sie doch mal in welchen Bereichen Linke ein völlig verzerrtes Bild haben. Bei den Rechten kann ich das nachvollziehen.
Gegenüber dem Islam hat die Linke ein völlig verzerrtes und unrealistisches Bild. Denn alles wofür die Linke in über 150 Jahren gekämpft hat, steht im Widerspruch zum Islam. Nur einige Stichworte wie Gleichheit der Geschlechter, die Meinungsfreiheit, den Rechtsstaat, die Religionsfreiheit wozu auch gehört eine Religion zu verlassen oder keiner Religion anzugehören und viele andere Freiheiten die die Linke in schweren Kämpfen durchgesetzt hat.
Wie die Linke diese archaische Religion und deren Auswüchse und Einschränkungen der Freiheit, die auch in diesem Land praktiziert werden, geradezu verherrlicht und diese "graue" Religion als neuen bunten Fleck in diesem Land bezeichnen kann, kann nur einem extrem verzerrtem Bild der Linken entspringen.

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Quercus pubescens 09.10.2018, 11:59
255. Böser Gauland

das Parlament und vor allem die unsägliche Groko brauchen Feindbilder, um von ihrem Totalversagen insbesondere in der Flüchtlingspolitik abzulenken. Die Rolle hat Gauland, und er bedient sie ja auch mit allen Mitteln. Trotzdem bleibt die Erkenntnis, dass die AfD in vielen Punkten Recht hat, nur zugeben will das niemand, Merkel am wenigsten. Das ist politisch einfach unsäglich dumm und wird die AfD immer nehr wachsen lassen. Grüne, SPD und Merkel werden nie verstehen, dass sie die Ursache des AfD Erfolges sind.

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Das Grauen 09.10.2018, 12:06
256. Immerhin besser als der Artikel in der Welt

Dort startet die Kritik an Gauland's Artikel mit der Überschriift “Hat Alexander Gauland zu viel Naomi Klein gelesen?“ Die unterschwellige Aussage, daß jemand, der ähnlich wie die poluläre Bestsellerautorin argumentiert, nicht ernstzunehmen wäre, ist so offensichtlich wie fehlgeleitet. Der Autor zeigt dann auch tatsächlich in seinen Ausführungen, daß er, im Gegensatz zu Augstein, die Methoden und Auswirkungen des Populismus weder verstanden hat, noch überhaupt gewillt ist, darauf einzugehen. In pedantischer Erbsenzählerei werden zahlreiche Aussagen Gauland zerpflückt und für zu schwammig und diffus erachtet. Natürlich richtig, aber völlig an der Sache vorbei. Denn die Intention des Polulisten ist es ja gerade nicht, so akademisch korrekt, aber schwer verständlich, wie die politisch bekämpfte Elite zu argumentieren, die überhaupt nicht der Adressat seiner Ausführungen ist. Er wendet sich ja an “das Volk“, genaugenommen an die von ihm gewählte Zielgruppe, und er möchte dabei eine möglichst große Zustimmung erreichen. Dies gelingt am besten, wenn man “gefühlte Wahrheiten“ ausspricht und dabei ungefähr genug bleibt, um bei jedem Hörer oder Leser Freiraum zur subjektiven Interpretation zu lassen. Zuviel Genauigkeit ist da nur von Nachteil. Wenn Gauland z. B. über die “neue Spezies der digitalen Informationsarbeiter“ herzieht, dann grenzt er natürlich nicht genau ab, wer alles damit gemeint ist oder nicht, sondern überlasst das dem Einzelnen. Ob dieser nun ein Digatlisierungsmuffel ist, der allen ITlern negativ gegenübersteht, oder ein Gentrifizierungsopfer mit einem Hass auf hippe Startupunternehmer, ist egal, entscheidend ist nur, die Quantität der Zustimmung zu maximieren. So haben Populisten Erfolg, am extremsten Donald Trump, der den größten Unsinn von sich gibt, der aber für seine Anhänger richtig klingt. Darauf kommt es an in der Politik, wenn man gewählt werden will, und nicht auf die Unterstützung durch einige wenige überkritische Experten!
Also, die Welt zeigt, wie man der AfD nicht her wird, weil man nicht in der Lage ist, Populismus überhaupt zu verstehen (und noch nicht mal bei den eigenen Lesern populäre Meinungen zu äußern, siehe Likes). Augstein dagegen hat die Attraktivität und das Potential, natürlich auch die inhärente Gefahr, des populistischen Ansatzes erkannt. Bei ihm mangelt es nur noch daran, konkrete linke Vorschläge zu finden, die populär wären. Vielleicht sollte er mal bei #Austehen schauen, welche Ideen besonders viel Zustimmung bekommen.

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dannyinabox 09.10.2018, 12:08
257. Die linken wollen keine Populisten sein

Sind es aber trotzdem. Nur wollen sie das nicht zugeben weil sie Populismus gerne selbst als "irgendwetwas mit Nazis" definieren. Dabei heisst es etwas anders. Bernie Sanders, der hier und zugegebenermassen auch von mir gefeiert wurde, war so einer. War das schlecht? Nein natürlich nicht nur wollte man dann unbedingt eine Frau. Vorbelastet zwar aber halt eben eine Frau und ist grandios gescheitert. Die Arroganz die da von linker Seite kommt ist einfach kaum mehr erträglich.

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n.wemhoener 09.10.2018, 12:10
258.

Zitat von Alexis_Saint-Craque
Der linke Populismus kann über die Weiche der Gerechtigkeit nicht funktionieren. Weil er immer nur halb ist. Er trifft nur die, die sich ungerecht behandelt wähnen oder es tatsächlich sind. Jede Form von Gerechtigkeit mündet in Gewalt und Krieg. Man kann und will oben nichts nehmen ohne massiven Widerstand. Das kann man nur unten. Der Populismus der Heimat trifft aber alle. Jene, die ihr nicht entfliehen können, reden sie schön. Für jene, die sie scheinbar verloren haben, wird sie zum Fixpunkt der Sehnsucht, der Kultur und der Vergewisserung ihrer Identität. Sie wird nostalgisch sentimental. Das linke Spektrum ist verloren. Was bleibt ist eine arme Heimat. Die einen haben wenigstens noch diese, die anderen die ganze Welt und noch gute Gefühle über das schöne Land ihrer Kindheit. Verklärung ist das Mittel der Rechten. Kampf der Zwang der Linken. Das Land aber will seine Ruhe.
Der Philosoph Peter Sloterdijk hat es so beschrieben:
"Wir leben in einer chronischen Duldungsstimmung."

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klmo 09.10.2018, 12:14
259.

Ich will jetzt nicht alle Beiträge hier durchlesen. Gauland hat bereits vor einiger Zeit vor einem Gremium eine Rede über den Populismus gehalten, welches hier als Ergänzung dienlich ist.
Die Beurteilungen der Rede ist der Allgemeinheit überlassen:
https://www.youtube.com/watch?v=MT5EL5hNohY

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