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Pränataldiagnostik: Warum der Bundestag über Bluttests debattiert
Tatiana Dyuvbanova/ iStockphoto/ Getty Images

Intensive Debatte über ein emotionales Thema: Der Bundestag berät an diesem Donnerstag, ob pränatale Bluttests künftig unter bestimmten Bedingungen Kassenleistung werden sollen. Der Überblick.

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Fuxx81 10.04.2019, 21:40
1. Das Tempolimit des Gesundheitswesens

Angesichts des Pflegenotstands könnte man ja denken, dass der Gesundheitsminister andere Baustellen hätte. Aber gut, diskutieren wir eben schon im April über Sommerloch-Themen...

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der_anonyme_schreiber 10.04.2019, 21:46
2.

So wie eine Frau das Recht hat, ein ungewolltes Kind auch ohne Behinderung abzutreiben, so muss eine Frau auch das Recht haben, das im Fall einer Behinderung des Kindes zu tun.
Das ist, in jedem Fall, eine höchst individuelle Entscheidung, bei der es kein richtig oder falsch gibt.
Gerade Trisomie21 hat die gesamte Bandbreite, von leichter, kaum wahrnehmbarer Behinderung bis zur Schwerstbehinderung ohne Chance auf eigenständiges Leben.
Ich denke, dass der Test ZUMINDEST bei Risikoschwangerschaften eine Kassenleistung wird ist absolut geboten.

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mumuwilli1975 10.04.2019, 21:53
3. so typisch Deutsch

was soll das? Es ist mein Körper, meine Entscheidung! Und ja, wenn der Test negativ ausgefallen wäre, hätte ich abgetrieben. Wie kann sowas in Frage gestellt werden? Und natürlich soll der Staat dafür aufkommen. Immerhin zahlt der Staat ja auch für die dementsprechenden Einrichtungen, in die man behinderte Kinder gibt.

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Sensør 10.04.2019, 21:54
4. Ich soll ausgerottet werden

Dies könnte als Bildunterschrift unter dem Bild mit dem niedlichen Kind stehen. Wenn es denn also nur um Geld sparen und Bequemlichkeit gehen soll - bitte, deutsche Gesellschaft ....

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mumuwilli1975 10.04.2019, 21:55
5. Heikle Entscheidung (nächster Artikel)

Was ist daran heikel? Es mag halt Menschen geben, die kein behindertes Kind zur Welt bringen möchten.

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Der politische Beobachter 10.04.2019, 21:56
6. "Habt ihr das nicht vorher gewusst?"

Dieser Satz würde vielleicht seltener fallen als "dank Gentechnik haben wir gesunde Kinder". Es gibt viele Gendefekte die vermieden werden könnten. Natürlich gibt es berechtigte Ängste. Wer dagegen an das Wunschkind mit Augenfarbe aus dem Katalog glaubt, hat leider schlicht und einfach nicht genug Vorwissen über Gentechnik um sich sinnvoll an der Debatte zu beteiligen.

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odapiel 10.04.2019, 21:57
7. Wir sind

Wir sind ein säkularer Staat. Die Kirche hat sich aus sowas rauszuhalten. Punkt. Basta.

Fakt ist, daß Eltern, die es wirklich wissen wollen, den Test ggfs. einfach bezahlen werden. Daran hindert sie niemand. Damit wären wir wieder bei der Zweiklassenmedizin. Dies sollte vermieden werden. Wenn schon, dann gleiches Recht für alle.

Was die Entscheidung pro oder contra ein behindertes Baby betrifft, so hängt das von den gesellschaftlichen Möglichkeiten ab, die diesen Eltern geboten werden. Da sollte man für mehr Unterstützung sorgen.

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burgundy 10.04.2019, 22:01
8.

Zitat von der_anonyme_schreiber
So wie eine Frau das Recht hat, ein ungewolltes Kind auch ohne Behinderung abzutreiben, so muss eine Frau auch das Recht haben, das im Fall einer Behinderung des Kindes zu tun. Das ist, in jedem Fall, eine höchst individuelle Entscheidung, bei der es kein richtig oder falsch gibt. Gerade Trisomie21 hat die gesamte Bandbreite, von leichter, kaum wahrnehmbarer Behinderung bis zur Schwerstbehinderung ohne Chance auf eigenständiges Leben. Ich denke, dass der Test ZUMINDEST bei Risikoschwangerschaften eine Kassenleistung wird ist absolut geboten.
Absolut richtig. Eine Gesellschaft, die das Recht der Frau auf ihren Bauch individualistisch zu Recht einfordert, aus sozialen, medizinischen und eugenischen Gründen, darf nicht auf halbem Wege halt machen. Eine Gesellschaft, die schon lange die menschliche Optimierung und nunmehr auch die digitale Optimierung betreibt, darf sich der genetischen Optimierung des Menschen nicht verschliessen. Es gibt einfach keinen Stopp mehr. Für nichts, da die Technik alles möglich macht und daher zwangsläufig angewendet wird. Eine moderne Ethik muss dies realistisch erkennen. Das kann, wenn man es als Pessimist sieht, zum Untergang des Menschen führen, so wie wir ihn kennen. Aber dann ist es eben so. Man sollte da nicht heucheln, denn es ist die menschliche Natur.

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architekt09 10.04.2019, 22:02
9. Ein sehr schwieriges Thema

Niemand kann diese Entscheidung wirklich den Eltern abnehmen. Wenn ich aber eins aus meinem Zivildienst sagen kann: die unbedingte und unmittelbare Menschlichkeit von Menschen mit Down-Syndrom ist so unfassbar groß, davon könnten sehr viele sogenannte gescheite Menschen unglaublich viel lernen. Und sicher gibt es keine Sicherheit auf lebenslange Unversehrtheit. Wo also die Linie ziehen? Beim Fruchtwasser oder nach einem Unfall?

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