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Pränataldiagnostik: Warum der Bundestag über Bluttests debattiert
Tatiana Dyuvbanova/ iStockphoto/ Getty Images

Intensive Debatte über ein emotionales Thema: Der Bundestag berät an diesem Donnerstag, ob pränatale Bluttests künftig unter bestimmten Bedingungen Kassenleistung werden sollen. Der Überblick.

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optional55555 10.04.2019, 23:18
40. sollte übernommenw erden

WIr haben damlas den Test machen lassen sowie alle nichtinvasiven Test die man machen lassen konnte egal ob übernommen oder nicht. Aber wirklich teuer war der glaube ich auch nicht um die 150-200 Euro. Wir hätten in jedem Fall abgetrieben ich könnte mir auch niemals vorstellen ein behindertes Kind grosszuziehen. Katalogkinder sind gentechnisch nicht möglich und da sind wir auch noch sehr weit von entfernt, wenn man aber Gentefekte vermeiden kann sollte man dies tun. Zumindest aber bietet es werden Eltern die nötige Basis um eine Lebensverändernde Entscheidung zu treffen auch für diejenigen für die der test teuer ist.

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quark2@mailinator.com 10.04.2019, 23:25
41.

Wir halten mal fest, daß Paare zirka jeden Monat wieder entscheiden, ein Kind nicht zu bekommen. Das Ei wird nicht befruchtet und gut. Es ist also nicht so, daß jede Eizelle ein Recht auf Leben hat. Warum sollte man dann, wenn man also schon ein Leben erzeugen möchte, nicht dafür sorgen, daß es ein schönes Leben wird ? Man trinkt nicht in der Schwangerschaft und macht auch sonst alles, was man kann, um ein glückliches Kind zu haben. Ich finde es absurd, dann gewissermaßen die Lotterie zu benutzen, wenn es um schwere Krankheiten geht, die man hätte vermeiden können. Auf lange Sicht werden die Menschen ohnehin all das machen, was wir jetzt kritisch sehen. Sie werden am Erbgut rumbauen etc. Der Nutzen überwiegt die Bedenken einfach zu sehr.

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demokratie-troll 10.04.2019, 23:25
42. Blödsinniger Ethikzirkus

Eine weitgehend blödsinnige Diskussion, ob wir Behinderung brauchen, wenn wir sie vermeiden können. Wer braucht das, außer ein paar Perverse, die die Abhängigkeit und den Fürsorgekult darum genießen?
Schon kleine Behinderungen, die Verhaltensabweichungen produzieren, sind die reine Katastrophe für die Betroffenen und mit gesellschaftlicher und ökonomischer Ausgrenzung und Benachteiligung gepflastert. Ein Höllenritt das ganze Leben lang.
Wer sowas einem Menschen absichtlich antut, hat nicht alle Tassen im Schrank und sollte selbst mal untersucht werden.

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optional55555 10.04.2019, 23:30
43.

Zitat von Johannes3,16
Sollte dieser Test zur Regel werden, müssen sich zukünftig Eltern von Kindern mit Behinderung vermutlich öfter rechtfertigen so ein Kind nicht angetrieben zu haben. Die Möglichkeiten einer Selektion werden immer größer, vermeintlich unlebenswertes Leben soll ausgelöscht werden. Eine Gesellschaft wird kalt wenn sie den Schwächsten keine Chance mehr gibt
War die mal warm???
Der Test ersetzt nur einen anderen was danach kommt muss jeder selber wissen.
Sie werden nur sehr wenige Länder finden die weniger gesellschaftlichen Darwinismus betreiben als Deutschland.

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Loco68er 10.04.2019, 23:44
44. ... was aber, wenn die Testergebnisse falsch sind?

Jetzt kann man natürlich von dem 0.1% Wahrscheinlichkeit sprechen, die laut den Herstellern möglich sind, aber alleine in den ersten 2 Wochen Krankenhaus, haben wir 3(!) Familien kennengelernt, die wie wir lieber die 400€ in den nächsten Urlaub investiert hätten.
Klar soll jeder selbst entscheiden, ob er ein behindertes Kind bekommen will oder nicht, dabei muss aber auch klar sein, dass das Testergebnis halt auch falsch sein kann. Da betreibt die Pharmaindustrie meiner Meinung nach ganz großen Hokuspokus, allein wenn man sich mal bewusst macht, dass die Gentiker erstmal ein paar Wochen brauchen, um festzustellen, ob ein bereits geborenes Kind Trisomie hat und wenn ja welche. Es gibt eben keine 100% sicheren Tests. Abschließend möchte ich sagen, dass ich jede Minute dankbar für unser „falsches“ Ergebnis bin, aber mir in der ganzen Diskussion und auch den Artikeln einfach der Hinweis auf die Tatsache fehlt, dass die Tests nicht 100% richtig liegen. Und bei Leben oder nicht leben können halt auch die 0.1% einen großen Unterschied machen.

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whitewisent 10.04.2019, 23:48
45.

Wir sind heute in der gesellschaftlichen Debatte scheinbar nicht wirklich weiter als 1946. Die Spaltung ist genauso vorhanden, wie die Argumente, nur mit der Legalisierung von Abtreibungen verstärkt.

Es ist bigott, wie etliche Gruppen im Namen des sozialen Gewissens der Gemeinschaft die Geburt dieser Kinder fordert, um danach die Mütter und Väter, aber auch den Rest der Familien im moralischen Dilemma zu lassen.

Kleinwuchs, Down Syndrom, Blindheit, Taubheit - dies gehört nunmal zum Menschsein und seiner genetischen Vielfalt dazu. Und niemand weiß wirklich, warum die Natur so etwas erschafft, obwohl vermeintlich von der Norm abweichend. Wobei die Unterschiede nur offensichtlicher sind, aber zwischen Menschen weit gewichtigere bestehen können.

Man müßte also die schlichte Frage stellen, wieviel "Lebensqualität" eine Frau entbehrt, wenn sie ein Kind mit einer derartigen Diagnose austrägt. Wenn man ihr die Wahl lässt, es anschließend selbst aufzuziehen, oder durch die Gesellschaft, ist das Leben des Menschen gerettet, und es hängt von vielen Qualifikatoren ab, wie sie sich entwickeln.

Was jedoch unredlich manipulierend ist, dieses niedliche Kinderbild. Jedes Kind ist hübsch. Die Probleme des Defekts treten doch erst so richtig mit dem Eintritt in die Pupertät auf. Ein junger Mann, dessen IQ niedriger ist als sein Gewicht erregt wesentlich weniger Sympathien. Und darum integrieren wir sie trotz besseren Wissens eben nicht, sondern lassen sie im Dunkeln abholen, und verstauen sie in Behindertenwerkstätten miteinander. Das erleichtet uns das Gewissen. Darum sollten wir hinterfragen, ob wirklich Inklussion in den 8 Jahren Schule das Problem ist, oder nicht das Zusammenleben in den möglichen 80 Jahren ihres Lebens. Mit oder ohne den Müttern.

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snowstorm 10.04.2019, 23:56
46.

Es herrscht weitgehend Konsens darüber dass Frauen das Recht haben selber zu entscheiden ob innerhalb der ersten 12 Wochen die Schwangerschaft abbrechen wollen. Gründe braucht man keine, es reicht völlig "weil es gerade nicht passt". Selbst wenn der Fötus kerngesund ist.

Da verstehe ich nicht warum es plötzlich lautes Geschrei gibt wenn man einen Fötus mit schwerem Genfehler abtreibt. Da liegt doch der Widerstand gegen den Bluttest, nämlich dass er ein verlässliches Ergebnis innerhalb der 12-Wochenfrist liefert. Und Frauen damit völlig selbständig entscheiden ob sie ein Kind mit Downs oder einer anderen Trisomie austragen wollen oder nicht.

Wer übrigens die kalte Gesellschaft beklagt die wir angeblich damit schaffen: keine Sorge, die Natur produziert noch reichlich Kinder die nicht gesund sind, und wenn sie nicht damit geboren sind gibt es noch genug Unfälle und Krankheiten die Pflegefälle produzieren. Ich bin der Meinung dass Eltern bzw die Kinder selber einen Betreuer haben sollten der sämtliche möglichen Hilfen anbietet statt dass die Betroffenen auch noch einen steten Kampf mit Behörden ausfechten müssen.

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maikäfer 11.04.2019, 00:14
47. Was kommt als nächstes?

Als uns der Gynäkologe den Test vorgeschlagen hatte, haben wir abgelehnt, weil wir auch ein behindertes Kind großzezogen hätten. Wer das keineswegs möchte, wird auch die 130 Euro dafür bezahlen.
Eine ganz andere Frage ist, wem damit in Zukunft noch Tür und Angel geöffnet wird und was als nächstes kommt. Zwangstest? Abtreibungspflicht?
Für ne rücksichtsvolle Gesellschaft fehlen uns einfach noch ein paar Stufen auf unserem Evolutionstreppchen...

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Miere 11.04.2019, 00:57
48. Ich bin selbst chronisch krank,

und ich hätte mir gewünscht, nicht leben zu müssen. Das gibt es auch. Woher nehmen Politiker das Recht, eine Familie zwingen zu wollen, ein Kind in die Welt zu setzen, für das sie lebenslang werden sorgen müssen, was sie vielleicht physisch und psychisch gar nicht können?

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der_rookie 11.04.2019, 04:53
49. Hm

Was nicht übersehen werden sollte: die Debatte geht nur um die Frage ob die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten des Tests übernehmen sollen. Heute schon kann jede Frau diese Tests machen lassen - sofern sie diesen selber zahlt.

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