Forum: Politik
Präsident Kagame: Ruandas knallharter Saubermann
AFP

Ruanda gedenkt der Toten des Volkermordes. Doch während Präsident Kagame sein Land herausputzt, räumt er auch in der Opposition auf. Das Ausland schaut wieder einmal weg - weil es das schlechte Gewissen plagt.

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arikimau 04.04.2014, 12:22
1. Verlogene Moral

Was dort passiert ist großartig und natürlich passieren dort auch Verbrechen, aber das positive überwiegt doch so massiv, dass ich jede Kritik für Verlogen ansehen muss. Die Demokratie in Europa lässt Tausende Afrikaner im Mittelmeer ertrinken und heuchelt dann falsches Mitleid.

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alnemsi 04.04.2014, 12:39
2. Geschmacklos

In Anbetracht der ethnischen Säuberungen in Ruanda ist es pietätlos, sprachlich wertlose Neologismen wie "Saubermann" und "Sauberimage" zu verwenden. Unabhängig hiervon ein informativer Artikel.

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butalive76 04.04.2014, 13:22
3. Kagame gibt Stabilität, erst Stabilität dann Freiheit

Schwarzweißdenken ist hier völlig fehl am Platz. Kagame hat aus einem der ärmsten Staaten der Welt einen Vorzeigestaat gemacht und anders als in anderen afrikanischen Staaten profitiert auch die Bevölkerung davon. Zudem hat er Minderheiten wie Schwule, Frauen und Ethnien zu mehr Recht verholfen. Das ist in Afrika, wo Homosexualität oft mit harten Strafen bestraft wird, nicht selbstverständlich. In einem ehem. Bürgerkriegsland ist der Wert Sicherheit ein völlig anderer als in einem sicheren Land wie Deutschland und steht daher leider oft über der Freiheit, was traurig, aber verständlich ist. Das will der Westen auch in Afghanistan nicht verstehen. Und viel freier als unter den Taliban sind die Afghanen heute auch nicht, nur sie haben wieder einen Bürgerkrieg. Die Taliban haben wenigsten für Ruhe und Ordnung gesorgt in einem von jahrzehntelang geplagten Bürgerkriegsland. Das soll auf gar keinen Fall eine Rechtfertigung für die Taliban sein, aber dass muss man verstehen, weil die Taliban immer noch einen starken Rückhalt in der Bevölkerung haben und die Taliban in den politischen Prozess mit eingebunden werden müssen. Sonst wird es nie Frieden, Wohlstand und irgendwann auch Freiheit in Afghanistan, in Ruanda, in Somalia etc. geben!

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Mario V. 04.04.2014, 13:59
4. Das Ausland schaut wieder einmal weg

Ah ja, sollen wir mal wieder unsere Truppen irgendwohin schicken (wo's was zu holen gibt, das sagen wir natürlich keinem sondern schieben humanitäre Gründe vor), oder was soll "das Ausland" diesmal in Ruanda tun?

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alohas 04.04.2014, 13:59
5.

Genozidgedenken und Sauberkeitsfanatismus - man merkt, dass Ruanda einst deutsche Kolonie war.

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Tevje 04.04.2014, 14:08
6. Der Vergleich

mit den afghanischen Taliban ist unangebracht; Kagame hat einer Minorität der Bevölkerung von ca. 15% wieder zur vorkolonialen Machtstellung verholfen. Die deutschen Kolonialisatoren haben sich dieser Minderheit bedient, um das Land ohne Anstrengung zu beherrschen, mit Erfolg. Die übernehmenden Belgier haben den Hutu zur "Gleichheit" verholfen, was sich nach der Unabhängigkeit 1961 in 4 Genoziden kleineren Ausmasses geäussert hat, davon der erste unmittelbar nach Abzug der Kolonialmacht, den diese dann durch einen Militäreinsatz beendete. Ist den Irgendjemand so naiv anzunehmen, Demokratie könne auch nur ein einziges ruandisches Problem lösen? Kagame mag ein aufgeklärter Militärherrscher sein, aber er entwickelt sein Land wirtschaftlich und auch gesellschaftlich positiv. Das er seine Anordnungen auch durchsetzt und nicht nur verkündet, ist sicherlich in Afrika nicht gewöhnlich, aber es ist positiv. Wer Afrika jenseits der Touristenghettos kennt, der wundert sich im positiven Sinne, wenn er nach Ruanda kommt. Bleibt zu hoffen, dass Kagame eine fähige Regierungsform für die Zeit nach seinem Abtritt etabieren kann, bevor er zu alt wird.

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sayitstraight65 04.04.2014, 14:29
7. weiter so

General Kagame ist der richtige man. Solche Maenner muessten in jedem afrikanischen Land an der Macht sein.
Weiter so.

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tnh 04.04.2014, 14:50
8. Da stimmt was nicht

Nach meinem Besuch in Ruanda kann ich bestätigen, dass Kigali besenrein sauber ist.
Motorradtaxis haben sogar einen zweiten Helm für den Fahrgast dabei.

Dass der Autor in der selben Stadt unterwegs war, bezweifle ich an der Beobachtung, dass einmal im Monat unter anderem Plastiktüten eingesammelt werden.
Diese gibt es in Ruanda schlicht nicht, die Mitnahme ist sogar Touristen untersagt

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alohas 04.04.2014, 15:06
9.

Man kann Kagame durchaus unterstellen, für eine positive Entwicklung seines Landes verantwortlich zu sein. Dennoch ist der Umgang mit der Opposition, wie hier beschrieben, mehr als bedenklich. Die Folgen dieser Vorgehensweise sind nur allzu gut bekannt, schließlich galt auch ein Mugabe früher als Hoffnungsträger und wie steht Simbabwe heute da? Erfahrungsgemäß führt eine Diktatur doch letztendlich immer ins Elend.

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