Forum: Politik
Präsidenten-Berater Surkow in Berlin: Der Mann, dem Putin vertraut
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Er steht auf der EU-Sanktionsliste, dennoch nahm Wladislaw Surkow am Verhandlungstisch in Berlin neben Wladimir Putin Platz. Wer ist der Mann, der im Ukrainekonflikt die Fäden zieht?

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wynkendewild 21.10.2016, 22:36
40. Kostenfaktor

Zitat von jowitt
"In der Geopolitik benötigt man dafür schlicht mehrere Mächte die sich auf Augenhöhe befinden. Wäre Russland schön früher aktiv geworden wären uns solche Einsätze wie auf dem Balkan oder Vorderasien erspart geblieben" Ganz großes Tennis. Da würden sich die Menschen auf dem Balkan vermutlich noch heute gegenseitig die Köpfe einschlagen. Und: "Bipolare Welt"? Sie wollen nicht ernsthaft Russland mit einem Bruttoinlandsprodukt, welches gerade mal an das von Italien heranreicht, mit den USA vergleichen? Russland hat beileibe nicht die alte Macht und Kraft der alten Sowjetunion.
Wieso wird Russland zurzeit dann als größte Bedrohung eingestuft?

Ich verstehe dann auch nicht, wofür die Nato Depots in Osteuropa einrichten möchte und auch sonst ihren Fokus wieder verstärkt gen Osten richtet.

Die Auslandseinsätze ansich sind reine ineffektive Kostenfaktoren, die keinerleier Stabilität gebracht haben. Wäre es anders, dann würde man nicht jedes Jahr ein neues Mandat beschließen müssen, oder?

MfG:
wynkendewild

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wynkendewild 21.10.2016, 22:45
41. Effektivität

Zitat von bammy
Das kann man so pauschal nicht sehen. Bei der Inflationsrate, mit der die Russen klar kommen müsste, würde bei uns die Regierung abdanken müssen. Da wäre hier der Teufel los. Wenn die so über einige Jahre bleibt, wird das auf jedenfall Auswirkungen haben. Von welcher Expansionspolitik der NATO reden Sie? Welches Land hat denn die NATO erobert? Besetzt oder annektiert?
Selbst dieser eine, kleine Inselstaat in der Karibik konnte durch Sanktionen nicht in die Knie gezwungen werden und da soll es bei einem Land funktionieren, welches Handelsbeziehungen zu zwei der bevölkerungsreichsten Länder dieser Erde unterhält?

Um ein Embargo durchsetzen zu können müssen alle Handelswege effektiv überwacht und abgeriegelt werden. Was in diesem Fall wohl unmöglich umsetzbar sein dürfte.

Da fängt es doch schon an.

Zur Nato:

Sprichwort "Out-of Area Einsätze".

MfG:
wynkendewild

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wynkendewild 21.10.2016, 23:30
42. Frage

Zitat von reuanmuc
Daran besteht kein Zweifel. Man muss nicht gleich eine Revolution vom Zaun brechen, es gibt verschiedene Möglichkeiten und Notwendigkeiten, um auf eine autoritäre Regierung politisch einzuwirken. Wenn die Regierung aber nur mit Gewalt antwortet, ohne auf Forderungen nach Reformen einzugehen, dann bleibt keine andere Wahl als mit Gewalt zu antworten. Das Recht auf Notwehr gilt auch gegen Staatsterror. Dann kommt es eben unvermeidlich zur Revolution. Das ist dann die Schuld der Regierung, nicht des Volkes. Dass im Verlauf einer Revolution nicht nur Demokraten aktiv sind, sondern undemokratische Trittbrettfahrer mit eigenen Interessen mitmischen, das ist wieder eine andere Sache. Das hängt auch damit zusammen, dass autokratische Regime bestimmte Bevölkerungsgruppen privilegieren und andere diskriminieren, somit das Volk spalten und Konflikte konservieren. Ein autoritäres Regime als angeblich kleineres Übel zu erhalten, ist nichts als Heuchelei, eine irrational naive Vorstellung und nur eine Verschiebung und Vergrößerung der Katastrophe.
Wie hilft das alles nun konkret der Ukraine?

Wir beschließen Sanktionen, die für uns keinerlei Nachteile beinhalten, und vehängen die über einen Staat der ja sowieso schon ganz unten anzusiedeln ist was die Wirtschaftsleistung betrifft.

Und dann warten wir halt mal ein paar Jahre...

Tolle Leistung.

MfG:
wynkendewild

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Jan Do 22.10.2016, 15:23
43. Firmen aus den USA halten sich nicht an die Sanktionen

Zitat von pavel1100
Die USA halten sich nicht an die Sanktionen und haben Aufträge übernommen die die EU abgegeben hätte? Sicher haben sie eine seriöse Quelle dafür. Oder ist das wieder eine Desinformation aus Putins Propagandakiste?
Vielen Dank für die Nachfrage. In meinem Beitrag hatte ich dargestellt, dass europäische Firmen durch die Sanktionen gegen Russland Aufträge verlieren, während viele Firmen aus den USA sich nicht an die Sanktionen halten. Hierfür gibt es zahlreiche Quellen, auch SPIEGEL hat darüber berichtet: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/russland-sanktionen-helfen-us-firmen-europa-verliert-a-1036204.html.
Kurz: der Handel der EU mit Russland ist seit den Sanktionen stark zurückgegangen, während der Handel der USA mit Russland um etwa sechs Prozent zugelegt hat. Beispiele sind die US Firmen Bell und Boeing, die neue Verträge mit russischen Firmen geschlossen haben, obwohl diese auf der Sanktionsliste stehen. Hingegen hat Siemens Milliardenaufträge verloren.

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serbskisokol 22.10.2016, 17:02
44. welcome Wladislaw

Zitat von Jan Do
Es hat schon eine unfreiwillige Komik. Erst verbietet die EU einem russischen Politiker die Einreise. Dann kommt er doch und alle schweigen verschämt. Die Sanktionen sind doch nur eine Peinlichkeit. Die USA halten sich schließlich auch nicht daran und einige Firmen aus Amerika haben sogar russischen Aufträge übernommen, die EU-Staaten abgegeben haben. Es wird Zeit, die gescheiterten Sanktionen zu beenden und wieder ein rationales Verhältnis zu Russland aufzubauen.
Also ich finde den Mann auf den ersten Blick ganz nützlich und stime dem Vorposter zu. Ohen näheres zu kennen wird gleich in gewohnter Manier gemeckert! Seid doch froh, daß einer dabei ist, wo Lösungen denkbar scheinen

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Nur ein Blog 23.10.2016, 14:46
45. Gilt deutsches Widerstandsrecht weltweit?

Ich sehe weit und breit kein russisches Volk, das sich gegen Wladimir Putin erheben würde.
Nicht in jedem Punkt, aber im Grundsatz teile ich ungefähr die Meinung, besonders die Deutschen schwankten zwischen Russophobie und Russophilie.
http://www.heise.de/tp/artikel/29/29444/1.html

Sicher haben viele gebildete und reiche Petersburger und Moskauer westliche Ideen und Ideale von Demokratie - aber sie sind nun mal eine Minderheit der Bürger.

Freiheiten sind für die, die sie auch nutzen können, konkret und nicht nur abstrakt. Ich glaube daran, dass die Befürnispyramide nach Maslow überall auf der Welt in etwa stimme, sie wird auch in der Arbeitspsychologie verwendet, aber auch von Politikern in Ost und West.
http://www.abraham-maslow.de/beduerfnispyramide.shtml

Was sie postulieren ist die oberste Stufe der Bedürfnisse, die Luxusbedürfnisse von Selbstverwirklichung.
Der Mehrheit der Russen wird es um die ersten drei Stufen gehen, und da soll Wladimir Wladimirowitsch Putin eben mit konkreten Verbesserungen die Zustimmung des grossen Teils des Volkes gewonnen haben, wie Auswanderer berichten. Erst mal mit mehr Ernährungssicherheit für alle, trotz der Sanktionen. Da sind ihm Millionen dankbar, auch wenn die Milliardärsschicht sich ärgert, dass sie nicht mehr ihr Frühstück jeden Tag aus fünf Gourmenttempeln in Europa einfliegen lassen kann. Sicher eine Beschränkung der Freiheitsrechte, aber eine, die das gemeine Volk kalt lässt.
Im Gegenteil, Russland ist ein Auswanderungsland geworden für tüchtige Handwerker aus ganz Europa. Die sogenannten Oligarchen sollen sich vor russischen Elektrikern, Klempner etc. geradezu fürchten. Sie wollen keine Einheimischen aus dem Volk in ihren Protzvillen haben, das könnte den Zorn des Volkes entfachen. Ausländer sind da genau richtig, nicht alle, aber ein paar eben schon.
So erlebt z.B. die Schweiz nach ein paar Jahren grosser Nettozuwanderung wieder eine kleinere Auswanderungswelle. Die USA und Kanada sind weg, Australien auch, in der EU ist die Konkurrenz riesig, ist also auch nur für wenige.
Nicht das es wie früher ein massive Auswanderungsförderung gäbe in der Schweiz, die schon beinahe Zwangsausbürgerungen nachkam. Aber bei der Überbevölkerung wird auch keinem nachgeweint, der das Land freiwillig verlässt Richtung Osten. "Leben und Lieben in Russland" und andere Dokus am ö.r. TV malen allerdings ein Bild, das von dem der deutschen Medien verschieden ist. Alles andere als eine heile Welt - aber auch keine Katastrophe für tatkräftige pragmatische Individulalisten, besonders landlos gewordene Landwirte und Agraringenieure. Kuhschweizer und Kaminfeger eben, wie vor hundert Jahren.

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wynkendewild 23.10.2016, 18:50
46. Reflexe

Zitat von Nur ein Blog
Ich sehe weit und breit kein russisches Volk, das sich gegen Wladimir Putin erheben würde. Nicht in jedem Punkt, aber im Grundsatz teile ich ungefähr die Meinung, besonders die Deutschen schwankten zwischen Russophobie und Russophilie. http://www.heise.de/tp/artikel/29/29444/1.html Sicher haben viele gebildete und reiche Petersburger und Moskauer westliche Ideen und Ideale von Demokratie - aber sie sind nun mal eine Minderheit der Bürger. [...]
Der kalte Krieg ist nie historisch oder soziologisch aufgearbeitet worden. Dadurch hat sich in den Köpfen eine relativ eindimensionales Bild entwickelten bzw. halten können.

Und der Mensch neigt nun einmal dazu reflexartig wieder ins alte Muster zu verfallen,wenn er sich mit einer neuen Situation konfrontiert sieht, auf die er keine befriedigende Antwort finden kann.

MfG:
wynkendewild

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Peter Bernhard 23.10.2016, 20:08
47. Normerfüllung und Normsetzung

Ukraine und Syrien kann ich in nun in meiner Theorie, die ich hier anhand der zur zivilen allgemeinen Politik entwickelte, der Polarität Normerfüllung und Normsetzung zuordnen. Im Ergebnis wichtig: Regeln sind zu erfüllen, das "kann" jeder, scheitert dabei jedoch an der Wirklichkeit nämlich, Regeln sind aber auch zu machen, zu setzen, und dafür hat nicht jeder die Kompetenz. Durch Normerfüllung oder nicht wechselt sich das Elemten von einer Menge zur anderen, durch Normsetzung nämlich als differnzierende und ebenso dynamische grenzen sich Teilmengen ab, im Geistigen können ungeschriebene Grenzen verlaufen. Ganz wichtig das Wort: Kompetenz - da als Kehrseite das faktische Können auch gemeint ist, im Fremdwort aber die Macht, Normen zu setzen steckt. Manchmal hat nur Gott die.
In der Ukraine und Syrien somit typischerweise sind die Russen bei mir auf der Normerfüllungsseite. Das Kriegsrecht wird nicht geändert, somit ein Gehen nach Den Haag kein Problem. Putin ist somit für mich Einhaltender, seinen Berater personfiziert mir, wie weit man gehen kann mit dem Ausfüllen und formalen Erfüllen von Regeln, sowohl in Ukraine, aber auch in Syrien: da lenkt das Wort "russische Erde" darauf hin, dass es in Syrien eben um syrische Erde gehe. Während in der Ostukraine etwas was nach regelrechtem Dafürhalten formal Krieg ist, jederzeit zu Kriegsverbrechen werden kann, und auch für "eigentlich" Terrorismus sich entpuppen kann (wenn kompletter Vorsatz bewiesen werden kann), so ist das, was in Aleppo - also logisch umgekehrt - allen Anschein von Terrorismus hat bzw. Kriegsverbrechen - bei näherer Betrachtung "eigentlich" Krieg - nur etwas aus der Mode gekommener: Flächenbombardements auf die Zivilbevölkerung und hier ganz wichtig eben: der eigenen, der Opfer abverlangt werden: die Syrer in Aleoppo müssten das aushalten als Untertanen ihrer Regierung, die da was machen muss mit Bomben. Wo man also hinschaut: keine Normsetzung, sondern angestrengtes Kriegsführen, das manchmal mehr, manchmal misslingt. Um das noch neutraler bzw. theoretischer zu betrachten, ziehe ich den Drohnenangriff gegen Terroristen in Zivilumgebung heran, durch die amerikanische Armee, da bilde bewusst eine Teilgrupe und zwar nicht nur Armee als Kampfberuf in Bezug auf US-Citizens, sondern auch amerikanische Armee als einfach die stärkste: sie hat new means, andere haben sie nicht. Und es ist auch eine Kompetenzfrage: differenziert wird zwischen Kriegführer und Terrorist. Dem Kriegführernden gegen Terror steht der Einsatz zu, dem Terroristen als zu Maßregelndem eben nicht. Somit differnziertend Neuregelung. Das ist aber eine Kompetenzfrage. Die Terroristen könnten diese absprechen. Ei n schon ziitiertes Wort Obamas - gegenüber Vogue - bekommt für mich eine Tönung hinzu.

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wynkendewild 23.10.2016, 21:11
48. Virtuell

Kriege sind immer anstregend und erfordern Geduld und Leidensbereitschaft.

Wir haben das Problem, dass diese Konflikte durch die Medien etwas virtuelles geworden sind. Nur werden Kriege wie schon seit Urzeiten mit bloßer Gewalt geführt und durch diese auch beendet.

Deshalb gehe ich davon aus,dass Putin ehrlicher in seinen Zielen ist als der Westen. Schließlich sind hier solche Begriffe wie "sauberer Krieg" und Nationbuilding erfunden worden.

MfG:
wynkendewild

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wynkendewild 23.10.2016, 21:11
49. Virtuell

Kriege sind immer anstregend und erfordern Geduld und Leidensbereitschaft.

Wir haben das Problem, dass diese Konflikte durch die Medien etwas virtuelles geworden sind. Nur werden Kriege wie schon seit Urzeiten mit bloßer Gewalt geführt und durch diese auch beendet.

Deshalb gehe ich davon aus,dass Putin ehrlicher in seinen Zielen ist als der Westen. Schließlich sind hier solche Begriffe wie "sauberer Krieg" und Nationbuilding erfunden worden.

MfG:
wynkendewild

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