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Pressekompass: Wiederholt sich das Krim-Szenario in der Ostukraine? Das sagen die Med
DPA

Droht nach der Krim jetzt auch die Ostukraine an Russland zu fallen? Wie soll der Westen der Situation begegnen? Das meinen die Medien. Eine Kooperation mit Pressekompass.

stanleybi 08.04.2014, 21:46
1. Eine Unterstellung des Westens?

Zitat von sysop
Droht nach der Krim jetzt auch die Ostukraine an Russland zu fallen? Wie soll der Westen der Situation begegnen? Das meinen die Medien. Eine Kooperation mit Pressekompass.
Slon hat wohl recht gut argumentiert oder nicht?
Die Bestandswahrung ist fuer Putin ausserordentlich wichtig. Er hat die Krim fast geschenkt bekommen. Durch die Einflussnahme de Westens in der Ukraine, die sich in der Revolution der Strassen recht gut entwickelt hat und im folgenden Chaos hat er den "Zugriff" gewagt. Voelkerrechtlich gesehen widerrechtlich, aber mit dem fuer den Westen unangenehmen Beigeschmack der russischen Mehrheit und Historie. Es drohte der Verlust von Sewastopol an den Westens. Der Westen frustriert, enttaeuscht, reagiert mit Wut, obwohl "nie gahabt" so hat er hat doch hoch gespielt und die Krim, den Bonbon, verloren.
Ich meine, dass er nicht nur klug ist, sondern auch ein guter Taktiker. Er kann sich seit er die Krim zurueckgeholt hat zuruecklehnen und abwarten. Somit haette er gar kein Interesse daran weiter zu eskalieren und antwortet nur mit zurueckhaltender Vergeltung. Auch hat er nach diesem Szenario gar kein Interesse an weiteren Eskalationen. Das Eisen ist ihm viel zu heiss, aussitzen ist opportun. Denn letzlich kann im Zuge weiterer Eskalation die Krim wieder verloren gehen. Nun zeigt sich, das die ukrainischen Hardliner im Donezk aufbegehren, zu Russland gehoeren wollen. Ich meine, er braucht und will garnicht weiter zugreifen. Das Risiko waere viel zu gross. Tappt damit der Westen in die zweite Falle, verliert zunehmend sein Gesicht weil Putin sich einfach zuruecklehnt und abwartet? Derzeit ist es einfach fuer ihn, denn der Westen ereifert und steigert sich immer weiter hinein. Soweit also kein Blut im "russischen Teil der Ukraine fliesst kann er voellig gelassen bleiben. Er hat den Spatz in der Hand und gibt ihn nicht wieder her. Herr Putin, bis jetzt kann ich Ihnen gratulieren. Eine Vorfuehrung der 3. Art und der Westen ist am eiern, hat kein Konzept ausser verbale Randale und wird womoeglich auch noch zum Konkursverwalter der Ukraine.

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stanleybi 08.04.2014, 22:21
2. Na da wundert man sich doch

[QUOTE=stanleybi;15380518]Slon hat wohl recht gut argumentiert oder nicht?
... auch an anderen Ortes sieht es nicht gut aus fuer den Westen, die Tuerkei wird zum Wackelkandidaten im buergerechtlichem Sinn, die Medien berichten weiter, aber da wird eben nicht weiter eskaliert. Schliesslich ist der Zugang zum Maramara-Meer in Gefahr. Griechenland wiederumg erfaehrt eine gute finanzpolitsche Verbesserung aus heiterem Himmel.
Na da wundert man sich doch.

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hikaru 08.04.2014, 22:59
3. Nein,

denn im Gegensatz zur Krim (die für RU als integraler Teil am wertvollsten ist) ist die Ostukraine für RU am wertvollsten, wenn sie in begrenzt autonomer Teil der Ukraine ist. Alles wird auf eine Föderalisierung der UA hinauslaufen mit weitgehenden Autonomierechten der russischen Ostukraine. Diese ist dann entweder ein Garant für die dauerhafte Ostbindung der gesamten UA oder für RU ein Verbindungs- und Einflußglied in die EU.

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parcham7 09.04.2014, 00:32
4. Von wem bezahlt und gefuehrt?

Zitat von sysop
Droht nach der Krim jetzt auch die Ostukraine an Russland zu fallen? Wie soll der Westen der Situation begegnen? Das meinen die Medien. Eine Kooperation mit Pressekompass.
Bemerkenswert , dass die westliche Presse, nun ja ein Teil davon, sich so klar ausspricht gegen Rusland und fuer die Interessen von EU und USA.
Ich vermisse solche Kommentaren nun immer wenn es um Israel und die Palaestinenser handelt. Die westliche Presse ist eben kein guter Ratgeber wenn es darum geht seine eigene Gedanken und Meinung zu bilden und zu formulieren. Die Richtlinien wie zu schreiben ueber der Ukraine kommen alle von den Ministerien aus dem Westen. In den Niederlanden wo ich wonhaft bin, sieht es aehnlich aus, obwohl auch hier die Mehrzahl der Menschen gegen dem westlichen Vorgehen in der Ukraine ist. Zwar soll die Meinung der Bevoelkerung "gestaltet "werden, aber das letzte was die Machtinhaber sich wuenschen, ist, dass die Bevoelkerung sich seine eigene Meinung bildet, deswegen das massive Vorgehen der westliche Presse in dieser Sache. Das aehnelt ein bisshen wie Ludwig der vierzehnte mal sage: Alles fuer das Volk, nichts mittels das Volk. So gibt es da heutzutage eine neue Variant: Demokratie fuer das Volk, nicht Demokratie mittels das Volk. Zum Glueck gibt es da Leute die die Maxime von Emanuel Kant zu Herzen nehmen: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Ich brauche also die "Leitung" ( die Manipulation der Gedanken ) von der Presse oder der Obrichkeit nicht um mir meine Meinung zu bilden. Es ist nur zu hoffen , dass es sehr viel Menschen gibt die eine aehnliche Meinung haben .

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aberleka 09.04.2014, 01:34
5. was geht uns die Ostukraine an?

die Bevölkerung der Ukraine soll ihre Zerrissenheit zunächst einmal selbst lösen. Auch wenn dieser Vorgang dann zunächst schmerzhaft werden kann, so ist dieser Klärungsprozess einfach auszuhalten. Und wenn die Bevölkerung sich letztlich mehrheitlich für Russland entscheidet - ok.

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Hari Seldon 09.04.2014, 03:50
6.

Zitat von stanleybi
Derzeit ist es einfach fuer ihn, denn der Westen ereifert und steigert sich immer weiter hinein. Soweit also kein Blut im "russischen Teil der Ukraine fliesst kann er voellig gelassen bleiben. Er hat den Spatz in der Hand und gibt ihn nicht wieder her. Herr Putin, bis jetzt kann ich Ihnen gratulieren. Eine Vorfuehrung der 3. Art und der Westen ist am eiern, hat kein Konzept ausser verbale Randale und wird womoeglich auch noch zum Konkursverwalter der Ukraine.
Sehe ich schon die ganze Zeit so.
Nur: was WENN es zu Gewalt gegen die Opposition kommt?
Ein Eingreifen RUsslands ist mittel- bis langfristig in jedem Fall schlecht für ALLE Beteiligten (außer USA und die Natopropheten)

Wenn ich die Kompromisslosigkeit der Kiew-Regierung sehe, Forderungen nach 15 Jahre Haft für "Separatisten" und daran denke, dass die Ostukraine von "EU-Reformen" am stärksten betroffen ist, dann kann man nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass Unruhen später immer so friedlich verlaufen wie jetzt.
Das ukrainische Militär wird sich in die Konflikte nicht einmischen. Aber wenn eine neue Nationalgarde aktiv wird, kann auch die EU nicht zusehen. Bzw - das wäre der GAU für die EU.

Ich frage mich nur wo diese Peinlichkeit enden soll, wenn "der Russe" nicht einmarschiert. Das Interesse Russland die Schuld am Chaos zu geben ist riesig, und ich sehe noch keine Anzeichen, dass diese Strategie aufgegeben wird.

Ich denke auch weiterhin, dass die Nazibeteiligung im militärischen und Geheimdienstbereich (vor allem Parubij zähle ich dazu) extrem gefährlich und die Achillesferse einer friedlichen Lösung ist.

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