Forum: Politik
Presseschau vor Euro-Gipfel: Deutsche Ordnungshüter im Club der Europäer

Wieviel Vertrauen verdient die deutsche Politik vor dem Euro-Gipfel? Diese Frage spaltet Europas Presse. die tschechische "Lidové noviny" tauft die Europäische Union*zur "Repressions-Union" um, der britische "Statesman" beschwört die Politiker: "Lasst die Geister der Vergangenheit ruhen."

E.Cartman 08.12.2011, 17:24
1. ...

Zitat von sysop
Wieviel Vertrauen verdient die deutsche Politik vor dem Euro-Gipfel? Diese Frage spaltet Europas Presse. die tschechische "Lidové noviny" tauft die Europäische Union*zur "Repressions-Union" um, der britische "Statesman" beschwört die Politiker: "Lasst die Geister der Vergangenheit ruhen."
Für die Zukunft wären mehr Presseschauen und weniger Außenspiegel schön.

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Diomedes 08.12.2011, 17:43
2. Helmut, Helmut, gibt uns die deutsche Mark zurück!

Das Spielgeld Euro ist in der Tat eines der großen Grundübel dieses Zeitalters und Deutschland wird durch es unsagbaren Schaden nehmen: Schon heute versuchen die herrschenden Parteien Deutschland für die Schulden des übrigen Europas aufkommen zu lassen, obwohl die Deutschen für ihre milden Gaben auch noch dreist und frech beschimpft werden; alle Verträge und Versprechungen wurden gebrochen und schon damit ist das Spielgeld Euro null und nichtig und gäbe es in diesem Land ein Bundesverfassungs- statt eines Parteienverfassungsgerichtes, so hätte selbiges schon längst die Wiedereinführung der deutschen Mark den Parteienkaspern im Rahmen des Eigentumsschutzes befohlen, aber da die Parteien in diesem Lande auch die Richterstellen besetzen, so sprechen ihre Geschöpfe eben auch in ihrem Sinne Unrecht. Die Ersparnisse sind verloren, da über kurz oder lang die Spielgeldzentralbank anfangen wird unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, was dem Gelddrucken entspricht, obwohl dies in den Verträgen verboten ist, welche diese Einrichtung begründet haben; und es ist auch seltsam: Die Verträge zur Schaffung des Spielgeldes Euro verbieten die Schuldenhaftung eines Staates für die Schulden anderer Staaten, doch dies wurde schon mehrfach schamlos gebrochen, wenn es aber darum geht die betrügerischen und sparunwilligen Bankrotteure aus dem Spielgeldeuroraum zu entfernen, dann sollen die Verträge auf einmal wieder heilig und unantastbar sein? Auch droht durch das Spielgeld Euro Europa im Dutzend für China billiger zu werden, da China zuerst riesige Devisenberge, durch die Überschwemmung Europas mit Waren, angehäuft hat und nun Europa dessen eigenes Geld gegen Zinsen wieder leiht und somit das Abendland im Sack hat.
Wobei das Spielgeld Euro durchaus heilsame Wirkung haben könnte, denn leicht erfüllt sich über es das Dichterwort: „was die Befestigung ihres Bundes scheint, wird die unmittelbare Veranlassung ihrer Entzweiung werden.“ – und so wie das Spielgeld Euro die Aufrichtung des Brüssler EU-Moloch zum Zentralstaat präjudizieren sollte, so könnte es nun zum Stein des Anstoßes für dessen Sturz werden; zumindest in Deutschland hat sich der Wind gegen die EU für immer gedreht: Lange Jahre konnten die würdelosen Diener des EU-Molochs hier ungestraft das große Wort führen, aber mittlerweile wird der Missmut selbst auf Parteitagen laut, während das Volk das Spielgeld Euro samt dem EU-Moloch in Bausch und Bogen verwirft; und dies obwohl es bisher für das Spielgeld Euro noch gar nicht zur Kasse gebeten wurde, denn bisher schwebt dieses nur als Damoklesschwert in Form von Bürgschaften und immer neuen Schulden über Deutschland; reißt der Faden aber, so dürfte sich Lucans Dichterwort erfüllen: „Da zeigt sich, dass nur die Liebe zum Gold keine Furcht vor Mord und Totschlag kennt; Gesetze werden ohne Protest missachtet und entwertet, und gerade das Verächtlichste, was es gibt, der Besitz, führt zum Streit.“ - denn es ist kaum vorstellbar, daß die Deutschen es sich bieten lassen werden mit Zwangsanleihen auf ihren Grundbesitz, allerlei Steuererhöhungen, längeren Arbeitszeiten und weitern Kürzungen der Staatsausgaben dem Ausland dessen Lotterleben auch weiterhin zu bezahlen; und sollte Deutschland selbst in den Staatsbankrott gehen, so herrschen hierzulande wohl schneller ungarische Zustände als den gegenwärtig herrschenden Parteiengecken lieb ist.

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Einweckglas 08.12.2011, 21:48
3. Die Erkenntnis schmerzt!

""Diejenigen, die fürchten, dass ein föderalistisches Europa "deutsch" wird, sollten sich die positive Handelsbilanz zwischen Polen und Deutschland ansehen, und auch den Boom der polnischen Zivilisation seit das EU-Geld fließt, zum größten Teil aus Deutschland. [...] Europa wird nicht 'deutsch' werden, selbst wenn es 'deutsche' Haushaltsdisziplin einhält."

Bin immer wieder positiv überrascht, wie klar es unsere polnischen Nachbarn sehen...Es mag somit doch an dem erwähnten Schuldgefühl einiger Euro-Länder liegen, die Ihren Teil der Schuld durch jahrelanges z. T. bewussten Misswirtschaftens zu verdecken versuchen. Komischerweise sind es jene Staaten, die nun am lautesten Jaulen, blockieren, bocken, da bei Ihnen die Bewusstwerdung schmerzhafte Reflexe auslöst. Man kann nicht mehr so wie sonst....auf gut Deutsch gesagt...und die Erkenntnis schmerzt!

Ich liebe diese Foren...da kann man mal so richtig den Hobby-Solziologen, Hobby-Psychiologen, Möchtegern-Experten raushängen lassen...ist ja eigentlich auch eh egal...die nächste Bundestagswahl kommt bestimmt, und dann bekommen die von mir einen riesigen Penis auf den Wahlzettel gemalt.

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HansCh 09.12.2011, 10:06
4. das Einhalten der Verträge-Mantra ?

ZITAT / Columbia-Historiker Mark Mazower:
"... die Deutschen ... stimmen sie das Mantra der Einhaltung der Regeln an. Wenn sich die Südeuropäer nicht an die Abkommen halten können, die sie selbst unterzeichnet haben, dann werden sie es ... lernen ... müssen. Die Führungsrolle in Europa wird somit kaum grandioser als die Funktion eines Ordnungshüters ..." ZITAT Ende

Ja, offenbar gibt es unterschiedliche Kulturen in der EU, einerseits:
das "Einhalten von Verträgen-Mantra"
und andererseits: "Na ja, man muss doch `mal alles etwas weniger genau nehmen können",
eine Haltung die in Griechenland zur Perfektion getrieben worden ist.
Schön dass bis zu 17 + 6 Partner gibt, die das ähnlich wie Fr.Merkel und (inzwischen?) H.Sarkozy sieht.

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