Forum: Politik
Presseschau zu Boris Johnsons Brexit-Plänen: "Ein skrupelloser Regierungschef"
Toby Melville/ REUTERS

Boris Johnson schickt das Parlament in die Zwangspause - und die Reaktionen in den britischen und internationalen Medien sind heftig. Die Presseschau.

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proratio 29.08.2019, 14:19
60. Sie irren

Zitat von erola
sind nicht verständlich. Warum soll die Vollziehung der demokratischen Volksabstimmung undemokratisch sein? Oder sind wir gewöhnt, die Entscheidungen nur den Parteien zu überlassen? Wir können von ähnlichen Abstimmungen nur träumen.
Großbritannien hat, ebenso wie Deutschland, eine repräsentative Demokratie. Die Volksabstimmung war lediglich konsultativ, die Entscheidungsgewalt lag immer beim Parlament. Leider sind die britischen Abgeordneten zu feige, im Interesse und zum Besten des Landes zu entscheiden, denn dann hätten sie den Brexit absagen müssen. Die Volksbefragung jedenfalls wurde mit Lügen und Tricksereien von den Brexitern knapp gewonnen, wobei man es versäumt hat, ein Quorum vorzusehen. Nur 37 % der wahlberechtigten Bürger hat letztlich für den Brexit gestimmt. Auf dieser Basis eine so weitreichende Entscheidung wie den Austritt aus der Europäischen Union zu treffen, halte ich nicht für demokratisch und dumm ist es außerdem.

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fuerstchristian 29.08.2019, 14:24
61.

Zitat von fuerstchristian
Die hier vorgestellten, beziehungsweise NICHT zitierten Medienstimmen beweisen einmal mehr, was in Deutschland viele Menschen nicht verstehen: Die Mehrheit der britischen Print-Medien sind seit eh und je Europa-feindlich gestimmt. Nur eine Minderheit, die für eine Elite schreibt steht voll hinter dem Brexit. Ganz besonders der Telegraph, aber auch die einst so berühmte "Times", die unter dem australischen, rechtsgerichteten Medienzar Murdoch zu einem fast rechten Kampfblatt verkommen ist. Dass die Königin die Spielchen von Johnson anstandslos mitmacht, zeigt dagegen, wie sehr die Demokratie in GB inzwischen verkommen ist!!!!
in meinen Beitrag hat sich natürlich ein Fehler eingeschlichen.

Statt ..." steht voll hinter dem Brexit. Ganz besonders der Telegraph, aber auch die einst so berühmte ... " muss es natürlich heißen: ... "Nur eine Minderheit steht gegen den Brexit. Besonders EU-feindlich dagegen der Telegraph .... "

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onkel-ollo 29.08.2019, 14:27
62. Wirklich ein dämlicher BJ-Schachzug

...hätte er doch einfach laufen lassen können. Aber ich frage mich seit gestern, was eine weitere Unterhausdebatte noch hätte bringen können, was in den letzten Monaten noch nicht im 'Kreisverkehr ohne Ausfahrt' endlos linksdrehend diskutiert wurde. Das einzige was mir in Erinnerung geblieben ist sind die ständigen lustig wirkenden Order-Rufe des Mr. Speaker.

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Gottfried 29.08.2019, 14:32
63. Die Deutschen Medien fragen,

warum duldet das die Queen ? Diese Frau macht das, was die Mehrheit im Lande von ihr erwartet. Sie unterstützt den gewählten Premier Johnson. Sie interessiert sich nicht dafür, was man in Berlin und Brüssel von ihr erwartet hat. Wie schnell sich doch die Wetterlage drehen kann, die EU hat hoch gepokert und muss nun die Scherben ihrer Politik zusammen kehren. Die May war doch nur Knetmasse in den Händen der Unterhändler aus Brüssel. Und nun ist sie weg und Deutschland wird den größten Teil der Zeche zahlen.

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DerAndereBarde 29.08.2019, 14:34
64.

Zitat von onkel-ollo
...hätte er doch einfach laufen lassen können. Aber ich frage mich seit gestern, was eine weitere Unterhausdebatte noch hätte bringen können, was in den letzten Monaten noch nicht im 'Kreisverkehr ohne Ausfahrt' endlos linksdrehend diskutiert wurde. Das einzige was mir in Erinnerung geblieben ist sind die ständigen lustig wirkenden Order-Rufe des Mr. Speaker.
Auf der Insel sind Kreisverkehre rechtsdrehend.

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1579 29.08.2019, 14:38
65. Was ist denn eigentlich ausgehandelt?

Seit Monaten geht es nur um Deal, no deal, oder den backstop. Allmählich kommt mir das von der EU wie ein Ablenkungsmanöver vor. Was steht denn in dem Austrittsvertrag? Ist es wirklich ein Vorteil für die EU Partner und uns andere normale Europäer. Darüber was ausgehandelt wurde, weiß ich gar nichts. Ich bitte um Aufklärung.

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mwroer 29.08.2019, 14:39
66.

Zitat von EiligeIntuition
Neuwahlen und Misstrauensvotum sind zwei Paar Schuhe, die sich nicht gegenseitig bedingen. Langsam sollte das hier doch wirklich jeder begriffen haben: Nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum hat das Unterhaus genau 14 Tage Zeit, um einen neuen Premierminister zu wählen. Genauso verlief es gerade erst. als Theresa May lediglich einer Absetzung per Votum durch ihren Rücktritt zuvorgekommen ist. Und Johnson wurde neuer Premierminister. Erst wenn das Parlament sich innerhalb der Frist nicht auf einen neuen Premierminister einigen kann, werden Neuwahlen ausgerichtet. Ob Johnson "so oder so als Gewinner hervorgeht", finden Sie bestenfalls auf dem Boden Ihrer Kaffeetasse, in Ihrer Glaskugel oder bei "Wünsch Dir was", keinesfalls jedoch bei Berücksichtigung seriöser Fakten.
Das zieht sich doch seit 2 Jahren durch die Berichterstattung über den Brexit in allen Medien - jeder propagiert die Variante die ihm am besten gefällt unter Auslassung durchaus richtiger Einwände der Gegenseite.

In allen Medien. Von daher ist der Forist da nun wirklich keine Ausnahme.

Erstmal muss Labour ja das Misstrauensvotum gewinnen. Dann müssten sich die Tories nicht auf einen Nachfolger einigen können. Dann müsste die EU zustimmen nochmals zu verlängern, was sie hoffentlich nicht tut. Wobei .. wer stellt dann eigentlich den Antrag auf Verlängerung wenn es keinen Regierungschef gibt? Mr. Raab als Stellvertreter von Boris Johnson?

Was anderes als Glaskugel haben wir im Moment doch alle nicht.

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Stresspille 29.08.2019, 14:45
67. Abwarten und Tee trinken

Sollte sich - wie von Boris versprochen - durch den Brexit eine wirtschaftliches Schlaraffenland einstellen, dann iss ja gut.

... der Vertrag liegt in jedem Fall auf dem Tisch und solte da auch unverändert bleiben. Sollten die Auswirkungen des harten Brexit erst einmal eine Weile wirken, können die Briten immer noch unterschreiben - oder das ganze abblasen.

Aber warum kritisiert eigentlich niemand die Queen. Wäre es nicht ihre Aufgabe gewesen die Demokratie zu schützen und ihre Zustimmung zu verweigern? Ist die Monarchie jetzt nicht entgültig beschädigt?

Ich kann mir nicht vorstellen, daß unser Bundespräsident in der gleichen Situation keinen Einspruch erhoben hätte.

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seetaucher 29.08.2019, 14:50
68.

Zitat von 1579
Seit Monaten geht es nur um Deal, no deal, oder den backstop. Allmählich kommt mir das von der EU wie ein Ablenkungsmanöver vor. Was steht denn in dem Austrittsvertrag? Ist es wirklich ein Vorteil für die EU Partner und uns andere normale Europäer. Darüber was ausgehandelt wurde, weiß ich gar nichts. Ich bitte um Aufklärung.
Warum lesen Sie den Vertrag nicht einfach, wenn Sie das tatsächlich interessiert?
https://eur-lex.europa.eu/content/news/Brexit-UK-withdrawal-from-the-eu.html?locale=de

Weil es viel schöner ist, irgendwelche Verschwörungstheorien zu erfinden (allmächlich kommt mir...) statt sich einfach mal zu informieren?

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onkel-ollo 29.08.2019, 14:53
69. @64 Gottfried

Ich sehe keine durch die EU hoch gepokerte Scherbenpolitik, gar nicht. Auch sehe ich keine Anflüge von "Schauprozess gegen die Briten" oder wie man das vielleicht nennen möchte. Nein, London kann sich beim Scheidungsverfahren nicht einfach aus einst geschlossenen gemeinsamen ehelichen Verpflichtungen davon stehlen und sich am berühmten Rosenpicken versuchen. Die Schweiz und Norwegen haben doch auch mit der EU ihre Verträge unterschrieben - und es läuft. Wenn ich in einer Gruppe eine Weltreise buche und mich dann davon mache (keinen Bock mehr, fahrt alleine), dann werde ich trotzdem meinen Kostenanteil bezahlen müssen. Warum sollte mein Anteil auf alle anderen umgelegt werden?

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