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Pressestimmen zum Brexit: "Werden wir JEMALS rauskommen?"
Yui Mok/dpa

Die EU hat den Brexit erneut verschoben, die Briten haben nun bis Halloween Zeit. Wird das überhaupt noch etwas mit dem Austritt? Die internationale Presseschau.

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stilus 11.04.2019, 09:46
1. Time to go

Man stelle sich die EU als eine WG mit 28 Mitbewohnern vor. Aber einer der Mitbewohner verhält sich ziemlich komisch: Er nöhlt nur herum, nervt die Mitbewohner, weiss alles besser, putzt aber nie das gemeinsame Bad und bringt nie den Müll raus. Außerdem weigert er sich, sich an den Nebenkosten zu beteiligen. darauf angesprochen, pöbelt er herum und droht mit Auszug!
Liebe Briten, habt ihr euch erkannt?
Es wird Zeit, dass ihr eure Butter und euren Joghurt aus dem Gemeinschaftskühlschrank nehmt und euch ganz leise und unauffällig
davonmacht.
Ihr seid nicht allein Europa, ihr seid nur eine kleine neblige Insel irgendwo in der Nordsee.

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telarien 11.04.2019, 09:47
2. Recht behalten

Es wird verschoben, verschoben, umbenannt usw. Am Ende wird der Wähler vergessen haben, für was er mal gestimmt hat. Und die Wirtschaft das haben, was sie will.
Wenn der Wähler erkennt, das wir in den Parteien nur noch Handpuppen der Lobbyisten sitzen haben, dann kann aus dem unerträglichen Brexittheater noch etwas Gutes entstehen.

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pizzerino 11.04.2019, 09:53
3. positiv überrascht

Die britische Presse schlägt da m.E. sehr besonnene Töne an. Ich hab schon befürchtet, die Stimmung kippt in Richtung EU Bashing, aber anscheinend sieht die presse die Situation wohltuend selbstkritisch.

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egoneiermann 11.04.2019, 10:22
4.

Zitat von pizzerino
Die britische Presse schlägt da m.E. sehr besonnene Töne an. Ich hab schon befürchtet, die Stimmung kippt in Richtung EU Bashing, aber anscheinend sieht die presse die Situation wohltuend selbstkritisch.
Ich denke, die werden nun versuchen May abzuschießen. Mail: "Theresa May has been handed a humiliating Halloween Brexit nightmare" Denn es ist ja klar, dass bei dem Konservativen eher ein Hardliner nachfolgen wird, der dich auch den harten Ausstieg traut, Wenn man May im Interview gehört hat, merkt man, dass sie nichts anderes sagt, als dass ein baldiger, schneller zügiger etc Brexit kommt. Das nicht das was das Volk will, sondern alleine die Parteibasis. Ich sehe nur in einem zweiten Referendum oder Neuwahlen die Chance, dass sich bis zum Herbst was tut.

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jens109 11.04.2019, 10:31
5. ganz einfach

wenn UK aufhört nach Verlängerungen zu fragen ODER dem beiderseits ausgehandelten Austrittvertrag zustimmt. Dann geht der Austritt ganz schnell und UK hat es selbst in der Hand! Die EU braucht / kann in einem der Fälle dazu garnichts tun.
Der Vertrag ist m.W ein Vertrag der die eigentliche Übergangsphase abferdern soll - nicht mehr und nicht weniger. Backstop ist nur ein Notnagel der im Idealfall überhaupt nicht zur Anwendung kommt.

UK, was wollt ihr?

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cekay1 11.04.2019, 10:35
6.

Zitat von stilus
Man stelle sich die EU als eine WG mit 28 Mitbewohnern vor. Aber einer der Mitbewohner verhält sich ziemlich komisch: Er nöhlt nur herum, nervt die Mitbewohner, weiss alles besser, putzt aber nie das gemeinsame Bad und bringt nie den Müll raus. Außerdem weigert er sich, sich an den Nebenkosten zu beteiligen. darauf angesprochen, pöbelt er herum und droht mit Auszug! Liebe Briten, habt ihr euch erkannt? Es wird Zeit, dass ihr eure Butter und euren Joghurt aus dem Gemeinschaftskühlschrank nehmt und euch ganz leise und unauffällig davonmacht. Ihr seid nicht allein Europa, ihr seid nur eine kleine neblige Insel irgendwo in der Nordsee.
So hat sich UK aber nie in der EU verhalten. Im Gegenteil! Ich wünsche keinem Land das es zusehen muss wie sich die politische Führung in aller Öffentlichkeit zerlegt und jahrelang mit nur einem Thema beschäftig und dabei alles andere vergißt.

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cekay1 11.04.2019, 10:39
7. Das war meine Einschätzung

Zitat von telarien
Es wird verschoben, verschoben, umbenannt usw. Am Ende wird der Wähler vergessen haben, für was er mal gestimmt hat. Und die Wirtschaft das haben, was sie will. Wenn der Wähler erkennt, das wir in den Parteien nur noch Handpuppen der Lobbyisten sitzen haben, dann kann aus dem unerträglichen Brexittheater noch etwas Gutes entstehen.
vor einem halben Jahr. Es geht aber nicht um die Wirtschaft sondern um die Arbeitsplätze. Gehen Sie mal in eine Kleinstadt in der Honda eine Fabrik zumacht. Es geht um Bürger, deren Einkommen und deren Familien, die sie damit ernähren.

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Jota.Nu 11.04.2019, 10:40
8. Mmmmh ich sehe schon folgendes Szenario aufziehen...

.... GB nimmt an der EU-Wahl teil und hat damit Veto-Recht. May verspricht vorher, dass sich GB nicht an zukunftsweisenden Entscheidungen im Parlament beteiligen wird, lässt aber bewusst offen, welche Entscheidungen das sein könnten. May wird im Juli gestürzt und ein Ultra-Konservativer Brexeteer übernimmt die Regierung und schert sich einen Dreck (à la Trump) was May mit der EU ausgemacht hat. Danach: Rosinenpicking und Erpressungen im EU-Parlament vom allerfeinsten!
Das wäre dann das Ende der derzeitigen Politiker-Elite, die uns das eingebrockt hat. Der Politik-Stil von Trump bricht sich seinen Bann... .

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Willi S. 11.04.2019, 10:42
9. EU ist nun Teil des Problems

Kritisch ist, dass die EU sich jetzt in das Briten-Chaos hat hineinziehen lassen. Sie ist nun Teil des Problems und kann den Monkey nun nicht mehr bei den Briten lassen, wo er eigentlich hingehört.
Es wird behauptet - was ich bezweifle - dass die Briten, so lange sie noch in der EU sind, auch alle Mitglieds-Rechte haben. Es besteht aber ein dicker rechtlicher Unterschied bei den Briten, sie haben gekündigt und ihren Brexit nicht zurückgezogen, sondern den Austrittsprozess verlängert. Das muss eigentlich auch eine andere rechtliche Position zulassen, als für EU-Mitglieder die nicht gekündigt haben, zumal Einige - wie z.B. Rees-Mog - sogar schon Torpedierungen der EU Institutionen angekündigt haben. Man hat den Briten jetzt also die Türen geöffnet, ihr Chaos in die EU zu tragen und da werden viele Ableger und Blüten wachsen. Aber außer wachsweichen Appellen an die Höflichkeit - die EU nicht zu sabotieren - kann man ihre formalen Rechte nicht beschneiden.
Wieder mal hat Merkel den französichen Kollegen im Regen stehen lassen und er hat sich am Ende verbiegen müssen.
Ja - Nee - Is' klar - die EU27 wollten den Brexit-Hardlinern nicht in die Karten spielen, sondern ... und so spielen sie denen in die Karten, die die EU sabotieren und sprengen wollen.

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