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Pressestimmen zum Tod von Helmut Kohl: "Herzhaft und rauflustig; ein Bauchmensch"
DPA

Die internationale Presse würdigt Helmut Kohl vor allem als großen Staatsmann - und bezeichnet ihn unter anderem als "Eisernen Kanzler", "Bonvivant" und "netten Strickjackenträger aus Germany".

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oldtimer62 17.06.2017, 12:03
10.

kann sich keiner mehr an die schrecklichen 18 Jahre erinnen, wo alle unter der Last dieser Machtgeilen
Beratungsresistenten und "ich mache was ich will auf der Welt" Person gestöhnt haben?
und ganz viele sind immer wieder auf die Versprechungen dieser Person vor den Wahlen reingefallen!
Nix für das Sozialwesen wie KK, Rente usw. getan, nur das, was ihn interessiert hat, fürchterlich!!!
jetzt braucht keiner kommen, aber die SPD..., was in 18 Jahren Feudalherrschaft versäumt wurde, kann man nicht mehr geradebiegen. ach im Moment ist doch auch was...meine Güte, was für ein Land.

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Peter Bernhard 17.06.2017, 12:04
11. "nicht mein' Land schafft"

"nicht mein' Land schafft" - solche Kalauern hätte ich mir in (m)einer "Jugend ohne Kohle" als netter Junge nicht getraut, in einer Zeit der Trauer. Ist als "freier geworden" unter und nach Kohl alles und ist das auch gut so? Seriös schreiben zu "Freizeitlandschaft" und "blühende Landschaften". "Nicht mein Land", sei das dann, wenn ich mich etwa nun zu entschuldigen bräuchte, etwa für Kalauer in Trauer. Das Wort der Nachfolgerin zeigt mir, was ich eigentlich von einer "Jugend unter Kohl" mitnahme: einen trainierten Umgang mit nicht absolut sicheren Werten. Ohne dass ich es wüßte, meine ich vor meiner Nachkriegsgeburt sei alles viel fixer, feststehender gewesen - offiziell. Weshalb ich etwa einen Humor bei meinem Kanzler gar nicht entdecken konnte, ich das Ganze nicht so recht vertand, "Augenzwinkern" hörte ich als Wort in einem Nachruf: das ist eine Geste, die vielleicht gemeinsam-gewusstes Nichtwissenwollen ausdrückt. Ein Auge dies, ein Auge das: wobei jedoch das führende feststeht - es ist nicht alles ambivalent und gleichwertig. Es gebe hier Arbeit, etwa primäre, sekundär die "Freizeit". Heute finde ich mich geradezu verkehrt in einer offiziellen, nämlich nicht informellen humorvollen Totalambivalenz, wo es nicht etwa um die "Entwertung" aller Werte, die festehen, geht, sondern um das Zulassen von Schnittmengen, in denen zwei Aspekt gleichrangig sind, es gibt kein Primat mehr in einem Konservatismus - bezogen auf "Freizeitlandschaft" etwa: die Arbeit lässt sich von derselben Person darstellen als, Job: "da hat man keine Ausrede mehr" (wenn die Freizeit als Quasi-Arbeit in Nachfrage etwa bezahlt wird, bedingungslos) oder, zum anderen, andererseits als: diese, die Arbeit, werde mir emöglichte auszuüben, durch etwa Geld, das ich "auch haben wollte". Wollte ist ja wie Strickjacke - Retro.

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neuronensalat 17.06.2017, 12:22
12. Fand ich lustig

Zitat von licorne
Den erbärmlichsten Beitrag liefert die taz. Ein Bild von einem blumengeschmückten Sarg mit der Überschrift ' blühende Landschaften'.
Haben Sie eventuell die Birne links unten übersehen?

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weg-ki 17.06.2017, 12:30
13. Unglaublich !

Was hör Foristen schreiben ist teilweise unter aller Sau: " so langsam wird die Hölle voll", " gute Reise , eine Gimmelfahrt dürfte das nicht werden" Wie stupend muss ein Mensch sein, sich derartig abzusondern. NAtürlich ist hier ein Mensch gestorben, also ein Wesen mit Fehlern, die wir alle in uns selber tragen. Und doch hat dieser Mensch wahre Größe in seinem politischen Leben gezeigt, die international anerkannt wird und von Menschen mit einem gesunden Verstand. SPON sollte doch mal bitte auf Mindesstandards achten, was Niveau und Respekt angeht.

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blabla55 17.06.2017, 12:31
14.

Zitat von licorne
Den erbärmlichsten Beitrag liefert die taz. Ein Bild von einem blumengeschmückten Sarg mit der Überschrift ' blühende Landschaften'.
AllesSatire....

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sonntag500 17.06.2017, 12:38
15. Die Verklärung ...

... ist an Peinlichkeit kaum zu über treffen.

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benhadschiomar 17.06.2017, 12:52
16. Dass ausgerechnet die Rheinpfalz (Ludwigshafen) den H.K. als meisterhaften Psychologen bezeichnet,

stimmt nachdenklich. H.K. beteuerte immer wieder, er käme aus Oggersheim - tunlichst verschweigend, dass Oggersheim seit 1935 ein Stadtteil von Ludwigshafen ist. Auch führt H.K. nie einen Staatsgast nach LU (Eintrag ins Goldene Buch!), weil der OB seit den 50er Jahren ein Roter war. Viel lieber führte er die Prominenz nach Deidesheim (Saumagen!) und dann nach Speyer zu den Schwarzen.

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pfandsiegel 17.06.2017, 12:52
17. Kohl

Alle, die Kohl nun mit Kritik ueberschuetten sollten sich einmal die Frage stellen, wann es uns, auch dem sogenannten kleinen Mann, besser ging als unter Kohl. Ganz offensichtlich haben es viele noch nicht verwunden, dass es ein Kanzler der CDU war der etwas schaffte, wovon sich viele bereits verabschiedet hatten. Also, bei Kritik den Ball flach halten. Es wird sonst naemlich laecherlich.

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jojack 17.06.2017, 12:53
18.

Zitat von licorne
Den erbärmlichsten Beitrag liefert die taz. Ein Bild von einem blumengeschmückten Sarg mit der Überschrift ' blühende Landschaften'.
Wundert mich bei denen gar nicht. An Kohl haben sich die linken Medien jahrzehntelang vergeblich abgearbeitet. Was gab es an Helmut Kohl aus Sicht eines linken Gernegroßes nicht alles zu hassen: seine angebliche Provinzialität, sein pfälzischer Dialekt, sein katholisch-konservatives Weltbild. Vor allem aber dürfte die Redakteure bei der TAZ seine Zähigkeit und seine großen Erfolge gewurmt haben.

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jojack 17.06.2017, 13:06
19.

Zitat von weg-ki
Was hör Foristen schreiben ist teilweise unter aller Sau: " so langsam wird die Hölle voll", " gute Reise , eine Gimmelfahrt dürfte das nicht werden" Wie stupend muss ein Mensch sein, sich derartig abzusondern. NAtürlich ist hier ein Mensch gestorben, also ein Wesen mit Fehlern, die wir alle in uns selber tragen. Und doch hat dieser Mensch wahre Größe in seinem politischen Leben gezeigt, die international anerkannt wird und von Menschen mit einem gesunden Verstand. SPON sollte doch mal bitte auf Mindesstandards achten, was Niveau und Respekt angeht.
Mich wundert der Hass, der hier dem verstorbenen Helmut Kohl entgegenschlägt. Auch wenn man sich politisch anderswo verortet, sehe ich bei Kohl nicht den Grund für derartige Ausfälle. Er war keine Maggy Thatcher, die sich einen Kleinkrieg mit den Gewerkschaften geliefert hat. Im Gegenteil: er hat in seiner Amtszeit die Sozialgesetze sogar ausgebaut. Die 1980er Jahre waren vom wirtschaftlichen Aufschwung nach den bleiernen 1970er Jahren gekennzeichnet. Seine Leistungen um die deutsche Einheit und die europäische Einigung waren epochal und sind über jeden Zweifel erhaben.

Man kann ihm allenfalls vorwerfen, in seiner vierten Legislaturperiode keine Reformen umgesetzt zu haben. Allerdings war dafür vor allem der seinerzeit von der Lafontaine-SPD blockierte Bundesrat verantwortlich. Und die Spendenaffäre hat vor allem Helmut Kohl selbst geschadet, der nicht nur den Ehrenvorsitz der CDU verloren hat, sondern in dieser Zeit auch erleben musste, wie sich seine kranke Frau das Leben nahm.

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