Forum: Politik
Prestige gewinnen oder Steuern sparen?

Frankreichs Präsident Sarkozy holt den für 2009 in Berlin geplanten Nato-Jubiläumsgipfel nach Paris. Lohnt es sich, um die prestigeträchtige Veranstaltung zu streiten oder sollte die Bundesregierung froh sein, den teuren Event los zu sein?

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boam2001 29.03.2008, 20:09
40. Ein weiteres Beispiel dafür, daß die Justiz wiederum mit zweilerlei Maß mißt !!!

Im SPON-Artikel heisst es: "Seit Monaten feilschen die Anwälte des Unternehmers und die Stuttgarter Oberstaatsanwältin Annette Jarke um die exakte Höhe der möglicherweise hinterzogenen Steuern, weil beide Parteien die betreffenden Gesetze unterschiedlich auslegen. Unabhängig davon wollen Würths Anwälte verhindern, dass es zu einer öffentlichen Hauptverhandlung vor Gericht kommt. Sie streben einen Strafbefehl an, der maximal eine Strafe von einem Jahr auf Bewährung und eine Geldstrafe zulässt. In Würths Fall ist die Rede von einer Geldbuße von rund 40 Millionen Euro."

Dazu kann ich nur sagen: 40 Millionen Euro Steuernachzahlung bei einem geschätzten Vermögen von ca. 5 Milliarden sowie eine Strafe auf Bewährung sind "Peanuts", um es mit Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper auszudrücken.

Wieder ein unehrenhafter Deal, bei der Staatsanwaltschaft sowie Rechtsanwälte hinter den Kulissen und ohne Öffentlichkeit die Strafe aushandeln, um den mutmaßlichen Steuerhinterzieher im großen Stil eine Hauptverhandlung sowie den damit verbundenen Ehrverlust zu ersparen.

Ein Normalbürger, der ebenfalls Steuern hinterzogen hätte, würde mit Sicherheit eine Gefängnisstrafe erhalten.

Ich kommen nicht umhin, zu sagen, daß in der Justiz viele Personen arbeiten ( Richter, Staatsanwälte usw. ), die in ihrem Denken und in ihrer Weltanschauung eher rechts-konservativ angesiedelt sind. Dementsprechend milde fallen dann auch Urteile gegen Personen aus, die aus dem gleichen oder einem ähnlichen Milieu stammen, wohingegen die Urteile gegen Personen ziemlich drakonisch ausfallen, wenn sie aus einem völlig anderen Milieu stammen, womöglich andere politische Ansichten vertreten oder vielleicht intellektuell
dem ganzen nicht folgen können. Kurz und gut: "Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen !" Dieser Spruch fiel in der Rechtsgeschichte nicht einfach so wie Manna vom Himmel, sondern basiert aufgrund vieler unsäglicher und ungerechter Urteile im Laufe der Justizgeschichte, wo gesellschaftlich Hochstehende Personen vor Gericht oftmals mit einem Blauen Auge davonkamen, wohingegen Personen aus dem eher einfachen Milieu umso härter bestraft wurden. Durch diese Unverhältnismässigkeit und Ungerechtigkeit bildete sich dieser Spruch heraus und hat auch weiterhin Gültigkeit, wie man aktuell sieht.

Bestes Beispiel aus der Neuzeit, die VW-Affäre: Während Peter Hartz, der eher mindestens dem bürgerlichen Lager zuzuordnen ist, relativ milde davonkam ( keine Hauptverhandlung und damit keine peinlichen Befragungen sowie kein Gefängnis ), muss der frühere VW-Arbeitnehmervertreter Klaus Volkert, der zumindest in der Anfangszeit eher einem linken Milieu zuzuordnen war, ins Gefängnis. Und ein Herr Piech stellt sich sich dumm und handelt nach dem Motto: "Mein Name ist Hase, ich wußte von nichts !" Wer´s glaubt, wird selig !

Desweiteren wird wiederum deutlich, wie man sich mit einer ganzen Armada von hochdotierten Rechtsanwälten sich vor einer Gefängnisstrafe drücken kann. Womöglich ist die Staatsanwältin gegen diese Übermacht von Rechtsanwälten eher machtlos und stimmt dann zähneknirschend diesem "Deal" zu, um sich eine Blamage sowie einen langfristigen Prozess zu ersparen.

Armes Deutschland, arme Justiz !

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alpenjonny 29.03.2008, 21:44
41. Auch Würth ein Steuerbetrüger!

Armes Deutschland! Einer der reichsten Industriellen, Herr Würth ist ins offene Messer der Steuerfahnder gelaufen! Ob sein Name auch auf der ominösen CD aus Liechtenstein war? Mit allden entlarvenden Daten?

Was bis heute durchgesickert ist: Es geht um sehr viel Geld, hunderte von Millionen Euros drohen Herrn Würth (Schrauben-Würth) als Nachsteuer plus Strafsteuern. Der Finanzminister reibt sich sicher vergnügt die Hände, er kann den Zaster sehr gut gebrauchen. Die Sache muss wohl vor Gericht ausgefochten werden, die Anwälte beider Parteien beharken einander seit Monaten kostspielig, wie man hört.

Fatal an dem Fakt ist, dass Herr Würth im Falle einer Verurteilung wohl sein Schrauben-Imperium aus Deutschland abziehen könnte. TAUSENDE verlieren mit Sicherheit Ihre Arbeitsstelle, ein Supergau droht den Angestellten, sie müssen dann wohl oder übel die üble Suppe auslöffeln. Den letzten beissen die Hunde, wie immer schon.

Um die Arbeitsplätze zu erhalten, wäre wohl ein Kuhhandel angesagt, nicht schön und nicht sauber. Klüger aber auf jeden Fall. Die Medien beginnen sich für den abgrundtiefen Sumpf dieser Steueraffäre zu interessieren. Das zerrt zusätzlich an den Nerven des Grandseigneurs und Kunstmäzen des deutschen Geldadels.

Offenbar gehört es in Deutschland bei der Oberschicht zum guten Ton, dass Steuerhinterziehung so grossflächig betrieben wird. Die Ausrede, die Gewinnsteuern in Deutschland wären zu hoch, und man deshalb betrügt, ist faul, und überzeugt nicht. Der kleine Mann, der auf Heller und Pfennig über die Lohnsteuerkarte zur Kasse gebeten wird, dürfte stinkesauer sein.

Unweigerlich entsteht doch bei dem Bundesbürger der Eindruck, dass "die da oben" gar keine Steuern mehr bezahlen wollen. Es geht gar nicht mehr um Steuersätze und deren Höhe, nein das Prinzip der grösstmöglichen Schummelei ist angesagt. Taurig aber wahr. Kein Wunder klaffen in den Finanz-Beuteln der jeweiligen Bundesländer immer grössere Löcher.

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filou11 30.03.2008, 08:40
42. Würth

Wie kann es angehen, dass Einzelheiten aus einem Ermittlungsverfahren an die Öffentlichkeit kommen. Hie wurde entweder von der Finanzverwaltung oder der Staatsanwaltschaft gegen geltende Gesetze verstoßen, nämlich dem Amts- und Steuergeheimnis.

Das ganze traurige Schauspiel zeigt aber auch wieder, dass die Steuergesetze von ganz großartigen Chaoten gemacht werden. Deutschland entwickelt sich immer und immer mehr zu einer Bananenrepublik in der allerdings keine Bananen dafür aber Dummköpfe und Abzocker beste Wachtumsaussichten haben.

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nurmeinemeinung 30.03.2008, 10:28
43.

Zitat von alpenjonny
Fatal an dem Fakt ist, dass Herr Würth im Falle einer Verurteilung wohl sein Schrauben-Imperium aus Deutschland abziehen könnte. TAUSENDE verlieren mit Sicherheit Ihre Arbeitsstelle, ein Supergau droht den Angestellten, sie müssen dann wohl oder übel die üble Suppe auslöffeln. Den letzten beissen die Hunde, wie immer schon. Um die Arbeitsplätze zu erhalten, wäre wohl ein Kuhhandel angesagt, nicht schön und nicht sauber. Klüger aber auf jeden Fall. Die Medien beginnen sich für den abgrundtiefen Sumpf dieser Steueraffäre zu interessieren. Das zerrt zusätzlich an den Nerven des Grandseigneurs und Kunstmäzen des deutschen Geldadels.
Ic glaube mit dieser Meinung verabschieden wir uns vom Rechtsstaat.
Ich habe mal gehört: Wir lassen uns nicht erpressen.

Das gilt aber nicht für Wirtschaftsbosse. Hier werden Straftaten begangen und dann kommt ein: Aber die vielen Arbeitsplätze die ich zerstören/umziehen könnte... Und schon ist alles vergeben?

Dann muss die Antwort heißen: Gefängnis und eine Geldstrafe + Verzinsung der Steuerschuld das die Firma in neue Hände kommt.

Wenn manche den Hals nicht voll kriegen... Wiw viele Mrd. müssen es denn sein, damit man seine Steuern zahlen kann oder will? Da die Geldstrafen nicht abschrecken und es diesen Leuten ganz offensichtlich egal ist wie der Ruf ist, müssen halt dann Gefängnisstrafen her. Und zwar im normalen Vollzug.

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Michel Fried 30.03.2008, 11:37
44. "Eine Katastrophe für die ganze Gegend, wenn uns der Würth abhaut"

Dem bleibt wohl nichts andres übrig, als abzuhauen.

Da er nur noch durch die deutsche Neid- und Schmutzpresse gezogen wird. Zurück bleiben die Hartz-4-Empfänger, die edlen und die, die die verwöhnen.

Wer in diesem Lande was geleistet hat, bewegt sich außerhalb des Gruppenkonsens´, der vorsieht, daß nur der vom Staat abhängige Sozialbeitragszahler ein nützliches Mitglied der deutschen Vielvölkergemeinde ist.

Mich erinnert dies an die DDR. Zurück blieben nur die Zurückgebliebenen. Die anderen machten sich davon. Zu Zeiten der Globalisierung sind heute ziemlich viele Länder der Welt attraktiver als der deutsche neofeudalistische Reglementierungsstaat. Wenn man Geld hat.

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vielblabla 30.03.2008, 11:43
45. Armselige Elite

Ich denke das solche Herren nicht aus reiner Geldgier Steuern hinterziehen.
Vielmehr habe ich den Eindruck, dass sich da ein perfides Elitedenken durchsetzt. Frei nach dem Motto "Ich tu so viel für Deutschland, sichere Arbeitsplätze usw. dann kann es nicht sein das ich dafür auch noch mit Steuren bestraft werde".
Traurig das von Seiten der Politik hier keine klaren Worte fallen. Statt dessen bekommt Herr Würth für seine dubiosen Familien-Steuerpar-Stiftungen Exil in Hessen angeboten.
Die Linken freuen sich sicher schon auf die nächste Bundestagswahl - das Plakate kleben werden sie sich angesichts der Realitäten in diesem Land sparen können.

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MentalWorks 30.03.2008, 11:51
46.

Zitat von alpenjonny
Fatal an dem Fakt ist, dass Herr Würth im Falle einer Verurteilung wohl sein Schrauben-Imperium aus Deutschland abziehen könnte. TAUSENDE verlieren mit Sicherheit Ihre Arbeitsstelle, ein Supergau droht den Angestellten, sie müssen dann wohl oder übel die üble Suppe auslöffeln. Den letzten beissen die Hunde, wie immer schon. Um die Arbeitsplätze zu erhalten, wäre wohl ein Kuhhandel angesagt, nicht schön und nicht sauber. Klüger aber auf jeden Fall. Die Medien beginnen sich für den abgrundtiefen Sumpf dieser Steueraffäre zu interessieren. Das zerrt zusätzlich an den Nerven des Grandseigneurs und Kunstmäzen des deutschen Geldadels.
Gar nichts wird passieren mit den Arbeitsplätzen, wieso sollten die wegfallen? Es geht hier nicht um produzierende Industrie. Würth ist ein klassisches Handelsunternehmen und die Geschäfte laufen bestens, schon seit Jahrzehnten.
Würth gilt als Meister der Zahlen und glauben sie mir, in der Preisgestaltung sind jegliche Art von zu zahlenden Abgaben berücksichtigt.
Abgesehen davon werden die Mitarbeiter bereits seit Jahren ausgepresst! Während sich die Führungskräfte dicke Sportwagen in die Garagen stellen und in der Regel bereits mehrere Immobilien besitzen, werden Mitarbeitern die Wochenarbeitsstunden erhöht, ohne Lohnausgleich versteht sich. Würth fordert konsequent eine ständige Steigerung der Produktivität und Arbeitsleistung seiner Mitarbeiter. Wachstumsraten in zweistelliger Höhe sind mittlerweile Normalität, nur nicht bei den Gehältern der Mitarbeiter. Und trotzdem wird immerzu mit den Ängsten der Mitarbeiter vor Arbeitsplatzverlust gespielt. Diese Angst ist mittlerweile zu einem effektiven Instrument geworden.

Als Unternehmer bin ich mir im klaren darüber, dass Steuern anfallen und zu Zahlen sind, ganz gleich welcher Art. Für solche Fälle werden Rücklagen gebildet.
Obwohl die Familie Würth und all die Führungskräfte bereits sehr gut verdienen, scheint es immer noch nicht genug zu sein.

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Rainer Daeschler 30.03.2008, 12:44
47.

Zitat von kro
wer in Deutschland lebt und richtig reich ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich wäre schon längst in der Schweiz. Nicht nur, dass man vom Fiskus ausgesaugt wird, die Deutschen verachten ihre Leistungsträger vielfach auch noch.
Da reden Sie auch über Leute, die in Deutschland hofiert, mit Ehrungen überschüttet werden, wie Bundesverdienstkreuz, Ehrendoktor und Professorentitel und vor allem, in wenigen Jahren ihr Vermögen vermehrfachen konnten.

Das soziale Denken in einer Neanderthalersippe war offensichtliche höher entwickelt, als in der modernen "Elite" in Deutschland. Der erfolgreichste Jäger musste auch am meisten von der Beute abgeben, genoss jedoch auch die Anerkennung aller. Heute beansprucht unseren Elite die Beute für sich behalten zu dürfen, während sie es für selbstverständlich hält, dass die Gesellschaft bei minimalster Gegenleistung ihr zuarbeitet.

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Fabianochristo 30.03.2008, 12:57
48.

Zitat von Rainer Daeschler
Da reden Sie auch über Leute, die in Deutschland hofiert, mit Ehrungen überschüttet werden, wie Bundesverdienstkreuz, Ehrendoktor und Professorentitel und vor allem, in wenigen Jahren ihr Vermögen vermehrfachen konnten. Das soziale Denken in einer Neanderthalersippe war offensichtliche höher entwickelt, als in der modernen "Elite" in Deutschland. Der erfolgreichste Jäger musste auch am meisten von der Beute abgeben, genoss jedoch auch die Anerkennung aller. Heute beansprucht unseren Elite die Beute für sich behalten zu dürfen, während sie es für selbstverständlich hält, dass die Gesellschaft bei minimalster Gegenleistung ihr zuarbeitet.
Beides hängt aber zusammen:

Würde den Leistungsträgern mehr Respekt erwiesen, dann gäbe es in der "Elite" vielleicht auch ein größeres Bewusstsein, für die Schwächeren einzustehen.

So lange sich z.B. ein Universitätsprofessor von jedem Spinner anpöbeln lassen muss, weil er einen Porsche fährt, so lange werden "Reiche" Menschen keinen Sinn darin sehen, Deutschland zu stärken.

Früher war ein Fabrikant noch eine Respektsperson, heute wird jeder von allen angelabert, wenn er mal mehr hat.

Darauf hätte ich auch keine Lust.

Es muss eine goldene Mitte gefunden werden.

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Rainer Daeschler 30.03.2008, 13:28
49.

Zitat von Fabianochristo
Beides hängt aber zusammen: Würde den Leistungsträgern mehr Respekt erwiesen, dann gäbe es in der "Elite" vielleicht auch ein größeres Bewusstsein, für die Schwächeren einzustehen. So lange sich z.B. ein Universitätsprofessor von jedem Spinner anpöbeln lassen muss, weil er einen Porsche fährt, so lange werden "Reiche" Menschen keinen Sinn darin sehen, Deutschland zu stärken. Früher war ein Fabrikant noch eine Respektsperson, heute wird jeder von allen angelabert, wenn er mal mehr hat.
Ein Universitätsprofessor ist eher selten ein Porschfahrer, dann schon eher ein Unternehmensvorstand für den alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, damit er sich mit dem Titel "Professor" schmücken kann. Außerdem sagt ein Porsche noch nicht viel aus. Den kann man leasen oder gebraucht kaufen. Andere bauen lieber ein Haus und fahren nur Passat.

An die Kategorie der hier besprochenen Elite kommen Sie so ohne weiteres nicht heran, um sie anzupöbeln, denn die benutzt andere Trampelpfade. Um Ansehen musste Reinhold Würth eigentlich nie bangen. Er ist ja kein Top-Manager, der sich seine variablen Gehaltsbestandteile mit Entlassungsorgien aufbessert, sondern ein Unternehmer, der den Betrieb selber aufgebaut hat. Darüber hinaus ist er ein geschätzter Mäzen für Kunst und Bildung. Diese Wertschätzung verblasst jetzt allerdings, da sie offensichtlich aus den hinterzogenen Steuern finanziert wurde und die ganze Großzügigkeit zu einem Schmücken mit fremden Federn macht.

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