Forum: Politik
Pro und Contra: Darum brauchen wir den Zivildienst (nicht)

Union und FDP wollen Wehr- und Zivildienst verkürzen. Doch der Plan sorgt für Streit: Die einen fürchten um die Schwachen der Gesellschaft, die anderen hoffen auf das Ende des Zwangsdienstes. Wer hat Recht? Die Redakteure Sebastian Fischer und Veit Medick debattieren auf SPIEGEL ONLINE.

Seite 3 von 19
Periklas 19.05.2010, 08:27
20. Gesellschaftliche Werte durch Verantwortung

Unser Staat erhebt einen Anspruch die Verantwortung gegenüber seinen Mitbürgern zu tragen. Weit verfehlt ist dann ein Generationsprinzip, dass eine Gültigkeit in Nullrunden für Rentnern, in einer bessergestellten Berufsarmee und in der Fürsorge eines Klientel erkennt. Die junge Generation die eine soziale Verantwortung übernimmt und leisten möchte ist die beste Rendite gegenüber einer Wertfreien und der Null-Toleranz Gesellschaft.

Beitrag melden
grossmeister_B 19.05.2010, 08:37
21. Staatspflicht abschaffen ?

Ich denke, es ist an der Zeit grundsätzlich über eine Umstrukturierung der "Staatspflicht" nachzudenken.
Wenn man an einer sogenannten Dienstpflicht gegenüber dem Staat festhalten will, warum dann nicht alle moglichen Dienste (incl. Wehrdienst) gleichberechtigt nebeneinander anbieten und der Bürger kann dann wählen welchen Dienst er für z.B. 12 Monate ableisten will.

Beitrag melden
denjodeluxe 19.05.2010, 08:38
22. Wenn, für alle

Wenn der Zivildienst für Deutschland so wichtig ist, warum machen ihn dann nicht alle?
Wenn er bleibt, sollten Mädchen ebenso daran teilnehmen und die Ausmusterung verschärft werden.

Beitrag melden
zeronum 19.05.2010, 08:43
23. auch Schattenseiten

Da muss ich mich meinem Vorredner anschließen. Die Argumentation ist völlig einseitig und zeichnet sich allenfalls durch einen Mangel an Sachlichkeit aus.
Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass mir die Tatsache einem Zwangsdienst erlegen zu sehr sehr schwer wiegt. Man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass der Zivildienst unweigerlich mit dem Militärdienst einhergeht. Über die moralische Zweifelhaftigkeit der Ausbildung an der Waffe lässt sich sicherlich eine eigene Diskussion führen. Gerade heute muss aber auch noch beachtet werden, dass viele junge Menschen überhaupt nicht mehr zum Wehrdienst heran gezogen werden, wodurch auch noch eine starke soziale Ungerechtigkeit, unter Umständen sogar eine Benachteiligung für die durch den Wehrdienst erst später mit ihrer weiteren Ausbildung beginnenden, entsteht. Zu meiner Zeit waren es noch 13 Monate Zivildienst und so gut wie jeder musste in irgendeiner Form den Wehr- oder Zivildienst antreten. Leider war diese Zeit die schlimmste Erfahrung, die ich je im Sozialbereich gemacht habe. Die Einblicke, die man dabei in die Abläufe einiger (es gibt leider schwarze Schafe) dieser "sozialen" Einrichtungen erhält, sind eben nicht uneingeschränkt positiv zu bewerten.

Beitrag melden
Somian 19.05.2010, 08:46
24. achja...

Das ist so ziemlich das lächerlichste Argument dass der Zivildienst wirtschaftlich unersetzlich sei. Mit ähnlichen Argumenten wurde auch die Sklaverei verteidigt.
Die Notwendigkeit Menschen zum Arbeiten zu zwingen (aber natürlich nur Männer, alles andere wäre ja Gleichberechtigung) , weil die Regierung es nicht auf die reihe bekommt, Anreize zum freiwilligen Arbeiten zu schaffen ist ein Armutszeugnis für das ganze Land.

Auf dem Arbeitsmarkt geht es eben auch um Angebot und Nachfrage. Wenn sich zu wenige Junge Leute einen Job in der Pflegebranche suchen, Scheint die nachfrage nach solchen Jobs seitens der Arbeitnehmer, wohl aufgrund der zu geringen Bezahlung nicht hoch genug zu sein.
Jedes Unternehmen würde, wenn dringend Leute für eine bestimmte Arbeit gebraucht werden diese Anreize erhöhen (oder Pleite gehen).

Aber Regierungen sind sich generell zu fein dafür. Wieso Wirtschaftlich rechnen, wenn man durch einfache Gesetzesänderungen den Wettbewerb so verzerren kann wie es gerade in den Kram passt?

Und wenn es Verfassungswidrig ist, ändern wir eben das Grundgesetz. das ist nun zwar über 40 Jahre her, ändert aber nichts.

Genauso übrigens mit der Rundfunkgebühr. Wenn die Zielgruppe zu klein ist um das gewünschte Programm zu finanzieren, würde ein Unternehmen das Programm ändern oder pleite gehen. Aber wozu so weit denken, wenn man -wie immer- einfach per Gesetz das ganze Land zur zwangs-Zielgruppe machen kann?)

Inzwischen ist das in diesem kranken System Normal, dass Menschen zum arbeiten gezwungen werden.

Lasst euch das einmal durch den kopf gehen! Wir regen uns nur alle nicht darüber auf weil es eben seit 40 Jahren so ist.

Wenn jetzt jemand mit so einer Kranken Idee kommen würde, Würde man das als Verbreitung Verfassungswidrigen Gedankenguts bezeichnen.

Zum Glück habe ich es geschafft, mich um diesen Schwachsinn zu drücken.

Mir tun aber die menschen Leid denen auf Grund dieser Zwangsarbeitsmaßnahme ein normaler Start ins Berufsleben unmöglich ist.

Beitrag melden
elster2 19.05.2010, 08:46
25. Wirtschaftlicher Blödsinn

Zivildienst abschaffen und zwar sofort und dafür feste Stellen schaffen. Damit ist allen mehr gedient, als diese wahnsinnige Verschwendung namens Zivildienst. Diese Verschwendung hat bei der Wehrpflicht zumindest einen höheren Sinn, auch wenn man darüber streiten darf. Dem Zivildienst geht dieser Sinn völlig ab und übrig bleibt nur die Verschwendung, die zur Bereicherung von Sozial-Unmternehmern führt (s. unseren Maserati-Fahrer).

Beitrag melden
Munku 19.05.2010, 08:47
26. 1-Euro-Job

Zu meiner Zeit war der Zivildienst bei 40-Stundenwoche mit nur knapp mehr als 1 DM pro Stunde vergütet worden. Wieviel davon die Zivildienststelle tatsächlich an Ausgaben hatte, weiß ich nicht.

Die Aussage, daß sich nun bei kürzerer Zivildienstdauer die Einarbeitung nicht mehr lohnt, mag zwar stimmen - aber als Argument bei diesen Preisen nur noch grotesk klingen.
Meine persönliche Sicht:
Streicht den Zivildienst für die jungen Schulabgänger, lasst sie früher studieren/ausbilden. Dann können sie 1 Jahr früher (d.h. 1 Jahr länger) Steuern,Rente,KV zahlen.
Sollte tatsächlich echter (und nicht subventionierter) Bedarf an geringqualifizierten Pflegekräften herrschen, dann wird die Lücke sicherlich schnell geschlossen werden.
Zivis nehmen unseren Arbeitslosen die Jobs weg. Das ist kein Vorwurf (weil Pflichtdienst), aber es muss einmal gesagt werden.

Beitrag melden
brunokoch 19.05.2010, 08:48
27. Quatsch

Viele andere Länder kommen ohne diesen sexistischen Zwangsdienst aus, warum soll das in Deutschland nicht funktionieren?
Wenn in Deutschland Bereiche wie Rettungsdienst, Krankentransport oder Behindertenpflege nur mit jährlich neuen Zwangsarbeitern funktionieren, ist es höchste Zeit dies mal grundsätzlich in Frage zu stellen.
Die Verkürzung ist prima, denn mit 2 Wochen Urlaubsanspruch, 2 Wochen Zivildienstlehrgang und ggf. 2 Wochen Krankheitsausfall sind von den 6 Monaten schon 6 Wochen belegt. In den restlichen 4,5 Monaten sind Zivis kaum ausbildbar, und damit nicht verwendbar. Gute Zeiten für hauptamtliche Mitarbeiter die freigewordenen Posten zu übernehmen.

Beitrag melden
jp' 19.05.2010, 08:50
28. ...

das problem ist ja auch die ungerechtigkeit.
möchte man den wehrdienst verweigern ist die wahrscheinlichkeit ausgemustert zu werden signifikant geringer als wenn man zur bundeswehr möchte.
meiner meinung nach wäre eine berufsarmee in der heutigen zeit auch eher angebracht. wozu brauchen wir 250.000 bundeswehrsoldaten und tausende panzer, die für den alten ost-west konflikt ausgelegt sind.
somit könnte wehr- und/oder pflegepflicht abgeschafft werden, dann gibts keine unmotivierten zivis mehr und die bundeswehr würde auch den ruf als resteverwertung verlieren. vielleicht.

hinzu kommt für mich persönlich noch, das ich nicht gerne zu etwas gezwungen werde. ich wollte weder wehrdienst noch zivildienst machen und das hat auch funktioniert, glücklicherweise habe ich meine menschenwürde auchnoch behalten. ich bin dipl. student und wenn ich gezogen worden wäre, hätte ich den aufgeben müssen. für mich wäre es dann ein komplettes auslandsstudium, fernab vom wehrdienst geworden. ein kommilitone hat es leider nicht so gut erwischt, der darf nach seinem diplom nochmal ein paar monate zivildienst leisten...dann hat er mit glück im alter von 50 jahren zu demjenigen, der sofort angefangen hat zu arbeiten, finanzielle aufgeschlossen...
mir gefällt es nicht, das so gravierend in die lebensplanung eingegriffen wird. zumal der zeitraum wo man gezogen werden könnte für viele junge menschen für den zeitraum ein leben in ungewissheit bedeutet.

ich bin nicht für wehr-, oder zivieldienst.

Beitrag melden
delta058 19.05.2010, 08:55
29. Logik

Zitat von sysop
Union und FDP wollen Wehr- und Zivildienst verkürzen. Doch der Plan sorgt für Streit: Die einen fürchten um die Schwachen der Gesellschaft, die anderen hoffen auf das Ende des Zwangsdienstes. Wer hat Recht? Die Redakteure Sebastian Fischer und Veit Medick debattieren auf SPIEGEL ONLINE.
Es ist immer wieder interessant wie wichtig doch angeblich dieser Zwangsdienst für für unsere Gesellschaft sein soll und man gleichzeitig die Hälfte des Potentials brach liegen gelassen wird, und dann auch noch die Hälfte mit den besseren Noten, besseren sozialen Kompetenzen und als Krönung, die Hälfte, die alles für 23% weniger aber min genauso gut machen würde. Irgendwie will sich mir die Logik dahinter nicht erschließen.

Beitrag melden
Seite 3 von 19
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!