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Probleme beim G36-Gewehr: "Für den Einsatz nur eingeschränkt tauglich"
DPA

Das Urteil der Experten über das Bundeswehr-Gewehr G36 ist harsch: Laut neuen Gutachten ist es für den Einsatz nur eingeschränkt tauglich - und gefährdet das Leben deutscher Soldaten im Gefecht.

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120Grad 18.04.2015, 17:41
90.

In einer 10-seitigen Gegendarstellung von H&K sprach man von einem Vergleich mit einer Sonderversion des HK416 (mit u.a. stärkeren Wanddicken am Lauf zum leichten Maschinengewehr für Spezialkräfte modifiziert) und verwies darauf, dass dieser Vergleich nicht zutreffend wäre, da dieses HK416 eher in die Kategorie eines MG4 als eines G36 fallen würde.

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höhenflieger 18.04.2015, 17:45
91. Demnach hätte ein anderes Gewehr ...

die Tests erfolgreich bestanden. Na da hätte ich doch gerne noch den Hersteller und das Modell dieser "Wunderwaffe" gewußt. Als die Waffe eingeführt wurde, wurde das G36 ja ausgiebig gestestet. Waren die Prüfer damals alle besoffen? Kann ich mir aber nicht vorstellen. Noch weniger kann ich mir vorstellen, dass H&K im Laufe der Zeit nicht mehr so auf die Qualität achtet und neuerdings eine Waffe ausliefert, die nicht mehr den damilgen Spezifikationen entspricht. Bundeswehr ... denn sie wissen nicht was sie tun!

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leser008 18.04.2015, 17:46
92. Sofortmassnahme G3

Zitat von frommerstop
das ist eine Entfernung von 3 Fußballfeldern!!!!!Auf diese entfernung soll 90% Trefferwahrscheinlichkeit erreicht werden?? Von wem???? Scharfschütze??? Auf diese Entfernung setzt man ein MG ein und ein Sturmgewehr mit - soweit möglich-gezieltem Einzelfeuer auf erkannte Ziele..Da denke wird in der Realität der Schütze in der Adrenalin gesteuerten Gefechtssituatuion nie die 50 % Fähigkeit des Gewehres ausschöpfen können. Bei dem relativ leichten und sehr schnellen Geschoss wird ein bisschen Seitenwind und einmal wackeln beim Schiessen schon mehr ausmachen. Da denke ich-jemand will mit Gewalt eine neubeschaffung anleiern--Lobbyisten sei dank.
Als Sofortmassnahme sollte man statt rumzuheulen mal die G36 einsammeln und vorläufig G3 aus den Lagern ausgeben. Und dann in Ruhe eine Neubeschaffung anleiern. Bei der Gelegenheit müsste dann auch gleich mal dieses 5 mm Kinderkaliber auf den Prüfstand, das wir von den USA aufs Auge gedrückt bekamen. Da müsste man aber aufhören, die guten G3 an die Kurden zu verschenken. Die sind viel zu haltbar. In Afrika wird heute noch mit 30 Jahre alten G3 rumgemordet.

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denkdochmal 18.04.2015, 17:47
93. Tolle Argumentationen!

Üblicherweise wird ein Lastenheft erstellt, der Auftragnehmer akzeptiert, prüft und baut, am Ende überzeugt sich der Auftraggeber von der Übereinstimmung des Produktes mit seinen Anforderungen.
Bislang ist der Inhalt des Lastenheftes und die entsprechenden Abnahmen nicht bekannt. Warum?
Statt dessen findet man dümmliche Argumentationen wie einseitige Temperaturbelastung, hohe Temperaturen beim "Dauerfeuer" u.s.w. als "Fehlerquellen". Blödsinn, mit Verlaub, denn das ist alles bekannt. Verlangt werden muß doch ein Gewehr, das die Anforderungen des Lastenheftes bestmöglich erfüllt. Hat das Gewehr nun die Abnahmeprüfung bestanden oder nicht? Nach den Ergebnissen: eben NICHT! Oder?
Wenn aber so agiert wird, wie es uns nun "kommuniziert" wird, braucht man sich über unterirdische Ergebnisse nicht zu wundern. Befördert die Verantwortlichen: Ins AUS!

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egbert_sass 18.04.2015, 17:48
94. Diskussionsbedarf

Zitat von teacher20
*Schmunzel, schmunzel* Der "dünne" Lauf ist durch das gegenüber dem G3 geringere Kaliber bedingt, nicht weil die Bundeswehr das so wollte. (Interessanter brauchte man jedoch das Waffenreinigungsset des G3 nicht auszutauschen). Mit dem "dünneren Lauf" hat das Heißwerden nichts zu tun. Fassen Sie mal das "dicke" und schwere "Rohr" (heißt so, "Lauf" ist Zivilistendeutsch) des MG3 nach schneller Abgabe einiger weniger kurzer Feuerstöße an und schreiben dann über Ihre Erfahrungen - vorausgesetzt, ihre dick bandagierten Hände eignen sich noch dazu...
Das zivile SL 8 (ein Derivat des G36) hat einen deutlich dickeren Lauf als sein militärisches Pendant. Klar, hinsichtlich der Erwärmung spielt das kaum eine Rolle, doch so ein Bull Barrel dürfte sich schon weniger verziehen. Ist natürlich auch deutlich schwerer.

P.S. Also während meiner Armeezeit hatten Handfeuerwaffen noch einen Lauf, alles auf Lafette oder Fahrzeugen montierte ein Rohr. Andere Länder, andere Sitten.

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eskimoser 18.04.2015, 17:48
95. Na, das war wegen dem Rueckschlag!

Zitat von yogi65
erinnere mich an meine infanteristische Grundausbildung vor 30 Jahren. Es war ganz klarer Befehl auf Gefechtsentfernungen von 300m das G3 nur im Einzelfeuermodus zu verwenden. O-Ton damals: Mit Dauerfeuer trefft Ihr eh nix weil das Ding zu heiß wird. Dafür gab es das MG3, und bei dem Ding war nach x Schuss der Lauf zu wechseln - auch weil das Teil bei Überhitzung streut. Scheint also ein physikalisches Phänomen zu sein. Denke, es gibt für Spezialtruppen auch Spezialwaffen, die dann teurer sind. Aber bei einer Standardwaffe ist das wahrscheinlich eingepreist. Sehe die jetzige Diskussion um das G36 eher als Theaterdonner. Passt halt ganz gut in das zur Mode gewordene BW-Bashing.
Auf 300m Dauerfeuer, beim G3, da 'streut' das schon beim zweiten Schuss. Hat nix mit Temperatur zu tun, nur mit dem Schulterschluss.
Allerdings ist beim Niederhalten eh keine Praezision noetig. Der feind soll niedergehalten werden, man sollte ihn im Bestfalle dann nicht zu Gesicht bekommen. Fuer diese Sichtungen warten normalerweise ein oder zwei 'Besser Treffer', um dann gezielt EINEN Schuss abzugeben.

Das Geheimnis war schon immer:
Nicht mehr schiessen, einfach mehr treffen!

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Beat Adler 18.04.2015, 17:52
96. Na und, wenn im Fall der Faelle der Soldat ueberlebt.

Zitat von egbert_sass
Bei Frankonia gibts die Zivilversion (ohne Visier) für stolze 2500 Euro. O.k, dürfte in Großserie billiger werden, aber immer noch doppelt so teuer sein wie einst das G 36.
Na und, wenn im Fall der Faelle der Soldat ueberlebt.

Die ueber 400'000 SG550 resp. Stgw 90, die produziert wurden, kosteten wesentlich weniger.

Aber die Ausruestung fuer die wenigen Soldaten der modernen Industriestaaten, die noch in Kampfeinheiten sind, muss die Beste sein, die es gibt. Das gilt vom Schuhwerk bis zum Helm.

Wie kann es sein, dass etwas echt Wertvolles, naemlich der Soldat, der bereit ist in einer Kampfeinheit zu dienen, mit mittelmaessigem Material abgespiesen wird?

Jeder einzelne Soldat ist super auszubilden und auszuruesten. Hier darf es keine Kompromisse geben, mit dem Argument, aber waere doch billiger, ist hier nicht gedient. Es sind ja nur noch wenige Soldaten. Die Zeit der Massenheere sind vorbei. Das war vor 25 jahren auch schon so.
mfG Beat

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der:thomas 18.04.2015, 17:56
97. Ihr müsst euch mal darüber einigen wovon die Rede ist..

Von "Dauerfeuer" hab ich z.B. zu Zeiten de G3 nie etwas gehört-Da bolzt das ding ohnehin so zurück das es streuen muss.
Auch bei kurzen Feuerstößen. Auch beim MG...

Das wird mit dem Kaliber des G36 eher besser sein ...

Nur was hat nicht sein darf, ist das der Haltepunkt de Waffe dabei auswandert - das ist natürlich Käse. Wenn das dann tatsächlich alle Tage eingeschossen werden muss um dan ganz vorsichtig ein parr Schüsse zu setzen, dann ist das natürlich ... schon krass, das man das erst jetzt merkt...

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The Independent 18.04.2015, 17:57
98. ...

Zitat von teacher20
1) Nicht die AK erwies sich als tödlichste Waffe der Taliban, sondern AT-Minen, Mörser, RPGs und "Improvised Explosive Devices". 2) Umgekehrt ist nichts davon bekannt, dass Verluste der Bundeswehr auf "Fehlfunktionen" des G36 zurückzuführen sind. 3) Um die WIRKLICHEN Defizite (zu geringe WIRKSAME Kampfentfernung, zu geringe Durchschlagsleistung des 5.56mm Geschosses) auszugleichen, wird man nicht umhinkommen, erneut QUERSCHNITTLICH eine Waffe im Kaliber 7.62mm einzuführen. Das gilt für alle Staaten, die in Afghanistan beteiligt waren, nicht nur für die Bundeswehr.
Zu 1) Das ist nur teilweise richtig. Gerade auf 300-500 Metern Distanz (also im Bereich der maximalen effektiven Reichweite des G36 + darüber) haben AK-Patronen immer noch eine recht hohe Durchschlagskraft. Zwar kann der AK-Schütze auf diese Distanz (aufgrund des Rückschlags, fehlender Optiken etc. etc.) keine gezielten Schüsse abgeben, er kann aber per Dauerfeuer einfach "spammen", d.h. grob in die Richtung der ISAF-Soldaten feuern. Solche "random rounds" sind bei ISAF-Soldaten durchaus gefürchtet und verursachen immer wieder (auch tödliche) Verletzungen.

Zu 2) Doch. Soldaten bzw. ehemalige Soldaten haben bereits 2010 und 2011 (übrigens später dann auch in einer Talkshow der ARD) darauf hingewiesen, dass die Treffergenauigkeit bei Erhitzung im Gefecht abnimmt. Der Bundesrechnungshof hat 2014 diese Schwachstelle angemahnt.

Zu 3) Aufgrund der Erfahrungen in Afghanistan gibt es bereits seit einiger Zeit eine (kleine) Reneaissance des Kalibers 7,62 mm, da die übliche Kampfentfernung in Afghanistan bei rund 300 - 500 Metern liegt, also über der effektiven Reichweite der meisten Gewehre mit dem Kaliber 5,56 mm. In Afhanistan wurden deshalb vermehrt modifizierte M14- (USA), FN SCAR- (USA) und HK 417- Gewehre (Australier) genutzt.

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hera.franke 18.04.2015, 17:58
99. Wenig Inhalt - Was ist das Ziel

Der Artikel enthält wenig substanzielle Fakten, eher scheint es darum zu gehen den Begriff ´Flinten Uschi´ und Demagogie zu verbreiten, menschlich und fachlich armseelig, der Stil erinnert mich an die Sendung ´Der schwarze Knanal´ des DDR Fernsehens, für den Spiegel peinlich.
Man muß nicht jeden Politiker oder Menschen mögen, aber eine sachliche Auseinandersetzung hat jeder verdient.

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