Forum: Politik
Prognose zur US-Präsidentschaftswahl: So wählen die Männer - und so die Frauen
FiveThirtyEight

In wenigen Wochen wählt Amerika. Datenjournalist Nate Silver hat analysiert, wie die Wahl ausginge, wenn nur Männer oder nur Frauen abstimmen dürften - das Ergebnis ist verblüffend eindeutig.

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quapselchen 12.10.2016, 19:21
1. Entsetzlich!

US-Männer würden diesem unterirdisch schlechten, gefährlichen, ungeeigneten Trampel und Lügner zum Präsidenten wählen? Ich fasse es nicht! Womöglich muss die Zukunft weiblich werden, weil die XY-Träger wohl immer wieder schrecklich Mist bauen. Sage ich hier mit meiner XY-Ausstattung und Entsetzen bei solchen Meldungen.

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letitbe 12.10.2016, 19:22
2. Hervorragend

Warum sind Männer manchmal so doof? Es kann doch nicht sein, dass mein Geschlecht so einen Irrläufer wie Trump wählen kann? Ich hoffe die amerikanischen Frauen geben diesem Wahnsinnigen den Laufpass!

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danenffm 12.10.2016, 19:53
3. Wo bleibt die kritische Distanz?

Man fragt sich so langsam, wo die kritische, journalistische Distanz zu den Ereignissen in einem anderen Land bleibt? Dieser Tage wurden jede Menge Wikileaks-Informationen über Hillary Clinton enthüllt (Walltstreet Reden, Verbindungen zum Department of Justice etc.) und die deutschen Medien haben sich 3 Tage lang lieber mit einem 11 Jahre alten "Sex"- Video beschäftigt, in dem Trump nichts anderes macht, als im Grunde genommen seine widerliche Vorteilnahme bei Groupies schildert. Ich frage mich auch, was die vielen Frauen bei den Trump Veranstaltungen machen? Wurden sie dorthin von ihren bösen, weissen Ehemännern hingeprügelt?? Auf jeden Fall sind nach wie vor bei allen Wahlveranstaltungen Massen von jubelnden Frauen zu sehen.....

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testuser2 12.10.2016, 19:58
4. Das Geschlecht spielt bei dieser Wahl die entscheidende Rolle - zugegebenermaßen zu Recht

Nun, es ist tatsächlich gerecht, dass nach einem Menschen mit dunkler Hautfarbe eine Frau das Präsidentenamt in den USA besetzt. Dass das Geschlecht bei dieser Wahl keine Rolle spielt, sagen allerdings nur Leute, die das aus ideologischen Gründen tun. Dass Sexismusvorwürfe gegen Trump als Waffe im Wahlkampf eingesetzt werden, finde ich abscheulicher als die Ansichten Trumps selbst.
Frauen wählen bei dieser Wahl selbst sexistisch. Das Ergebnis der Wahl kann daher nicht anders ausgehen, als dass Hillary Clinton gewinnt. Erst wenn auch Frauen erkennen, dass Frauen an der Spitze eines Staates Kriege führen, wofür Hillary Clinton besser geeignet ist als Donald Trump, dem ich mehr Ausgleich und Zusammenarbeit mit Russland zutraue, werden auch Frauen wieder Männer wählen.

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Bocuse_AK 12.10.2016, 20:04
5. Aus Sicht eines Y-Chomosomen ...

drängt sich mir die Frage auf: Was geht bei (uns) Männern eigentlich bei der geschlechtsspezifischen Sozialisation schief, dass es tatsächlich Typen gibt, die einen lügnerischen, heuchlerischen, bigotten, gewaltverherrlichenden und unkontrollierten Dünnbrettbohrer wie Trump ins Weiße Haus wünschen (Aufzählung keineswegs vollständig)?
Sascha Lobo hat heute einen großartigen und ins Schwarze treffenden Kommentar publiziert (danke dem Autor und SPON dafür); ein Auszug über die deutschen (und männlichen) Pendants der Trumpisten: "Es geht ihnen nicht darum, ob Sätze nach objektiven Kriterien wahr sind, sondern ob sie ihr Weltempfinden stützen und sie damit zeigen können, wie sie sich selbst sehen."
Realität wird nach Gusto passend gemacht, Unpassendes als Lüge diffamiert, Hass und Verachtung sind die Leuchtfeuer, Gebrüll und Geblöke ist der Ersatz für Meinungsäußerung und gesellschaftliches Engagement.
Eine lautstarke Minderheit von 10-15% der Wählerschaft (nicht der Gesellschaft) treibt die Mehrheit vor sich her.
Letztlich ein erbärmliches Zeugnis für unser Gemeinwesen, wenn es einer gesellschaftlichen Splittergruppe gelingt, den politischen Diskurs zu vereinnahmen.

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vera gehlkiel 12.10.2016, 20:10
6.

Diese, eigentlich erwartbaren, Schwerpunktsetzungen sind ein Indiz dafür, dass Frauen, meist gekoppelt an ganz persönliche Erfahrungen mit eklatanter Ungleichbehandlung, einerseits mehr Geschichtsbewusstsein und andererseits mehr Feingefühl im Hinblick darauf haben, was für eine gangbare Zukunft vonnöten ist. Männer hingegen sich unverändert zu oft an die überständige Haltung anklammern, das zu verherrlichen, was ihnen in Wirklichkeit schadet. Weil sie halt glauben, dies lasse sich ja sowieso nicht ändern. Trump verspricht vielen einen Tritt in den Hintern und lebt im übrigen von der Hoffnung des Einzelnen, er selbst gehöre vielleicht nicht zu denen, die einen Tritt abbekommen werden. Hier geht es also ums Wadenbeissen. Seine beglückte Einlassung dahingehend, er könnte fast jede Frau unten anfassen, wenn er es will, impliziert ja auch so eine Vorabauswahl, ist Resultat eines Zurichtungsdenkens, wie es Viehzüchtern frommt. Männer (nicht alle, aber anscheinend immer noch tragisch viele!) folgen dem, hoffen unverändert darauf, ins vorgefertigte Schema am besten reinzupassen, wenn sie wie Trump, ihr überwertiges Vorbild, alles nach klaren Freund-Feind-Mustern abgleichen. Sich hier devot unterwerfen, um dort brutal die Konkurrenz und die Schwächeren niederzumachen. Dass sie dabei das Milieu, in dem Angst allein massgeblich alles in Gang hält, selbst erzeugen, entgeht ihnen. Dass Trump nur Macht über sie hat, weil sie ihm diese geben, ebenfalls. Wie oft es schon scheiterte, scheint fast egal zu sein, denn der Antrieb für diese Höllenmaschine ist, wie gesagt, die reine Angst. Es ist ein Perpetuum Mobile. Anpassung als Flucht vor Lebensangst ist eine starke Triebfeder für fast alles, diesen Mechanismus repräsentiert Donald Trump. Er zeigt auch auf, dass das Reden über die Krise des Mannseins insgesamt eben doch kein Gerede ist. Die Ablehnung der Frauen hingegen hat eher weniger mit dem Sexismus-Ding selbst zu tun als damit, dass Frauen deutlich mehr auf ihre eigenen Interessen schauen, sich nicht mehr verbieten lassen, mitzureden. Für Prinzipien wie Vernetzung statt Wegbeissen und flache Hierarchien statt blinder Autoritätsgläubigkeit auch öffentlich eintreten, statt wie früher nur beim Kaffeekränzchen oder in den berühmt-berüchtigten Frauengesprächen über die schreckliche, männlich dominante Welt zu lästern. Was Angst angeht, so kann man sie ihnen schlicht nicht mehr einjagen, denn sie stehen in einer Geschichte, in der fast alles, was man sich an schrecklichen Demütigungen und brutaler Gewalt nur ausmalen kann, ihnen schon angetan wurde. Wir sind so stark, weil wir von unten kommen, und darum verstehen wir Hillary Clinton und Michelle Obama nur zu gut, wenn sie einen Satz sagen wie: "When they go low, we go high!" Auch aufgeklärte Männer sollten sich dem anschliessen, sich nicht mehr von den Trumps weit unter Wert verhökern lassen! Feminismus ist auch eine stark machende Haltung, die Männern sehr gut steht!

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citi2010 12.10.2016, 20:33
7.

Obwohl ich 25 Jahre in den USA gewohnt habe hätte ich so einen krassen Unterschied nicht für möglich gehalten. Allerdings habe ich nur in NY und CA gelebt - und die sind auch bei den Männern blau.

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zeichenkette 12.10.2016, 20:35
8. Wenn Trump gewinnt...

haben die Frauen verloren und genau deshalb wählen ihn viele Männer. Da sollte man sich nichts vormachen. Viele Männer sehnen sich nach einer Welt, in der "Grab her by the pussy!" von ganz oben legitimiert in Ordnung ist. Sie fühlen sich ohnehin schon lange dadurch benachteiligt, dass sie Frauen scheinbar nicht mehr benachteiligen dürfen. Und das sage ich als Mann. Mann will halt wieder inkorrekt sein dürfen und wählt dann einen Kandidaten, der inkorrekt bis hin zur Unfähigkeit ist, nur um damit sagen zu können "Ich mache was ich will, weil ich stärker bin als du und jetzt?". Für mich ist Trump einfach ein Symbol für die Sehnsucht nach der Primitivität. Und wer echt glaubt, Trump würde keine Kriege führen, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Sobald Putin oder sonstwem ihm einmal quer kommt, ist der Spass vorbei. Ich mag Hillary Clinton nicht, aber gegen Trump ist sie so sehr das kleinere Übel, dass sie schon wieder grossartig ist.

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ad2 12.10.2016, 20:40
9. Nur Frauen können diese Welt retten

Als Mann muss ich sagen, wie beschämend und erschreckend ich es finde, dass Männer in den USA diesen egozentrischen sexistischen unintellektuellen geldgierigen Mann unterstützen (*es geht ihm doch vor allem darum, dass Erbrecht zugunsten seiner Kinder zu ändern, um 4 Milliarden Erbschaftssteuer zu sparen!), der zugleich Weltfrieden und Klimaschutz angreift und offenenen Rassismus und Angriff gegen Minderheiten und uneingeschränktes Waffenrecht propagiert. Wer von hier mit etwas Abstand auf Anerika blickt, kann über diesen Mann nicht weniger entsetzt sein als über Putin, Erdogan oder andere Adrenalin-Testosteron-gesteuerte Weltverbesserer.

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