Forum: Politik
Protest-Kritik: In Markenklamotten gegen das System?
REUTERS

Ist Kritik am Kapitalismus weniger glaubhaft, wenn der Kritiker teure Turnschuhe trägt? Zumindest dieser Vorwurf gegen G20-Demonstranten in Hamburg greift zu kurz.

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Ringmodulation 11.07.2017, 15:17
30. Argumentiert wie bei der JU

Zuerst wird das Ergebnis festgelegt, dann Argumente zusammengesucht. Die dann von entsprechender Qualität sind: Darf ich für ein ungerechtes Unternehmen arbeiten? Wenn ich damit die ungerechten Stukturen fördere, darf ich es nicht, es sei denn ich will selbst ungerecht (oder schizophren) sein. Darf ich Hartz IV beziehen, wenn ich es für zuwenig halte? Ja, ich hole mir eben einen Teil dessen ab, was mir zusteht. Darf ich Hartz IV beziehen, wenn ich es für zuviel halte? Nein, dann muss ich den überzähligen Teil zurückgeben bzw. -lassen.
Es stellt sich die Frage, worauf die Autorin eigentlich abstellt. Darf ich als Moralist unmoralisch sein? Wasser predigen und Wein trinken? Natürlich darf ich das. Man darf ja auch die Grünen wählen und trotzdem SUV fahren. Man kann zwar in der Logik nicht die Unwahrheit zur Wahrheit erheben; die Unmoral hingegen zur Moral erheben, das geht. Moral hat ja nicht zwingend etwas mit Logik zu tun. (Trotzdem gehört für die Meisten beides zusammen.)

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Titanus 11.07.2017, 15:18
31. Kritik am Sozialstaat

Ich finde schon - entgegen der Behauptung des Autors - dass Empfänger von Sozialleistungen keine Kritik an ihrem Versorger, dem Staat, üben sollten. Schließlich Leben sie zu Lasten der Allgemeinheit, die hart für deren Mitfinanzierung arbeiten muss. Sich dann noch hinstellen und Kritik üben halte ich für undankbar und respektlos.

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lebowski-bln 11.07.2017, 15:18
32. Artikel zuschlicht?

Ich muss leider sagen, dass mir wiederum der Artikel zu schlicht ist.
Es ist auf jeden Fall albern, wenn vor allem Kids bürgerlicher Herkunft in Adidas Sneakern, Northface Jacken und mit iPhones bewaffnet zum Krieg gegen das darbende System aufrufen, schwarzer Block spielen und mir dann den Toyota anzünden, denn das ist widerliches Eigentum?
Das ist wie Wasser predigen und Wein saufen.

Wer entscheidet denn dann nach welchen Kriterien, was weg darf? Diese Auswüchse kann man auch in der Rigaer Str in Berlin beobachten, wo die autonome Szene den Blockwart gibt und ihre Nachbarn gängelt und Abweichler niederbrüllt.
Man hüte sich vor jeder Art Moralisten links, rechts, religiös!

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thiberius 11.07.2017, 15:19
33.

Passt dieser Kommentar nicht eher in Bento rein? Oder wie heisst der Schülerzeitungsbereich von SPON nochmal?
Und ja, wenn man das System so sehr hasst, dass man es mit menschenverachtenden Terror bekämpft, sollte man konsistenterweise aufs iPhone verzichten.

Aber wir haben ja gelernt, dass die Terroristen eher 19-jährige Kevins sind, die bei der Oma wohnen. Deshalb geht jeder Ansatz ins Leere, G20-Gegner zu politisieren. Langeweile und hohler Kopf steht dagegen nicht im Widerspruch zum iPhone. Man kann es ja auch klauen.

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Flappen 11.07.2017, 15:19
34. Markenklamotten

Also, gewissen Markenklamotten sind so teuer (bestimmte Sneakers oder Calvin-Klein-Unterwäsche) - Sorry, wer bewusst so viel mehr Geld dafür ausgibt, der kann nicht glaubhaft den Kapitalismus kritisieren. Diese Randale war doch bitte null politisch, das war Eventtourismus!

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politvogel 11.07.2017, 15:19
35. Schade Frau Böger.

Leider greift wohl eher Ihr Statement zu kurz. Dem bösen Kapitalismus mit Pflastersteinen zu begegnen aber dessen ikonenhaft gepriesenen Produkte für Selphies nutzen? In Markenschuhen dem Polizisten in den Hintern treten? Das Dupont-Feuerzeug gezückt, um den Molli zu zünden? Das ich nicht lache! Dann lasst uns künftig im Pelzmantel für Tierrechte kämpfen. Oder gegen die Ausrottung der Wale einmal mit der Luxusyacht um Mallorca schippern. Und dann? Alle sollen alles verprassen? Das ist eine irre Vorstellung und ein fürchterlicher Fehler. Und arrogant ist es ebenfalls.

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muellerthomas 11.07.2017, 15:19
36.

Zitat von hoeffertobias
. Auf die Annehmlichkeiten zu verzichten wäre nur konsequent - schließlich wäre es das Endziel der Kapitalismuskritiker.
Nein, das ist nicht das Ziel der (allermeisten) Kritiker des neoliberalen Kapitalismus. Wie kommen Sie auf die Idee? Geradezu das Gegenteil ist richtig: Möglichst alle Menschen sollen von den Annehmlichkeiten profitieren.

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marty_gi 11.07.2017, 15:20
37. Zerstoerung

Die mutwillige Zerstoerung unterstuetzt doch nur das System und die Branchen, gegen die ja vermeintlich "demonstriert" werden sollte. Denn Schaden bringt Business.
Daher - -das waren keine Kapitalismus-Kritiker, das waren einfach dumpfe Gewalthuschen, denen es nur um den Krawall, und nicht mal ansatzweise um Inhalte ging. Verabschiedet euch mal von euren romantischen Vorstellungen.

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Havel Pavel 11.07.2017, 15:20
38. Hier kursieren schon recht merkwürdige Auffassungen

Was die Marke der getragenen Kleidung mit dem Geisteszustand des einzelen zu tun haben soll erschliesst sich mir nicht. Manche denken wohl wenn jemand teure Markenkleidung trägt muss darin wohl ein "besserer" Mensch stecken. Wenn das nun mal so einfach wäre könnte man ja wohl aus jedem dahergelaufenen Deppen einen kleinen Einstein zaubern. Aber nur gut so, die Hersteller dieser Markenprodukte verdienen sich eine goldene Nase an der Einfältigkeit der grossen Masse und ich gönne es ihnen durchaus, da sie ja nur deren Dummheit ganz legal ausnutzen.

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jimbofeider 11.07.2017, 15:22
39. Vorurteil

Das ist mal ein erfrischender Komentar von Fr. Böger. Das hat auch mit dem unauslöschlichen Vorurteil zu tun, dass wer Links ist auch unabdingbar arm zu sein hat, sonst ist er nicht glauwürdig. Bin gespannt auf den nächsten Beitrag: Chapeau.

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