Forum: Politik
Proteste in Chemnitz: Glatzen und Wutbürger
DPA

Der Fall Chemnitz zeigt: Die sogenannte bürgerliche Mitte verschwindet, etliche Teile geben sich der radikalen Rechten hin. Wenn wir nicht aufpassen, könnte sich das Problem auf ganz Deutschland ausbreiten.

Seite 3 von 5
RuebenNase 02.09.2018, 22:42
20.

Zitat von haarer.15
Was Sie beschreiben, ist nachvollziehbar. Deswegen kann es auch keine Lösungsansätze a la AfD geben, denn diese Partei hat eine zu eindeutige neo-liberale Handschrift.
Komisch, die AfD erscheint mir alles andere als neoliberal. Dabei war und ist es doch gerade der Neoliberalismus eines Ludwig Erhard, der Deutschland stark und wohlhabend gemacht hat. Vielleicht sollten wir uns wieder mal auf dessen Grundsätze zurückbesinnen -- gerade in einer Zeit, in der das Wort Neoliberalismus als Kampfbegriff von Linken und Rechten zu einer Karikatur seiner selbst verkommen ist.

Beitrag melden
Badener0815 02.09.2018, 23:24
21. @RuebenNase

Es ist also noch Geschichtsunterricht notwendig. Ludwig Ehrhard ist der Mibegründer der Sozialen Marktwirtschaft und kein Verfechter des ungezügelten Kapitalismus der Neoliberalen. Ihre AfD steht dagegen für komplette Privatisierung - auch Ihrer Rente. Übrigens gut im neuen Kommentar von SPON dargestellt: http://m.spiegel.de/politik/deutschland/afd-wer-sie-waehlt-waehlt-nazis-a-1226160.html

Beitrag melden
claratext 02.09.2018, 23:24
22. Es ist so einfach,

die Protest- und Wutbürger wieder zurück zu holen. Die Bundesregierung muss lediglich die sozialen Brennthemen zur Zufriedenheit des Volkes abarbeiten, das hat sie nämlich in den vergangenen 30 Jahren versäumt. Hoffentlich fragt jetzt keiner, wo das Geld herkommen soll.

Beitrag melden
pepe83 02.09.2018, 23:31
23. Die Mitte schwindet leider

Auf der einen Seite marschieren rechtsradikale mit Unterstützung der AfD in Chemnitz. Auf der anderen Seite unterstützen der Bundespräsident und der Außenminister den Auftritt der linksradikalen, verfassungsfeindliche Band Feine Sahne Fischfilet in Chemnitz. Die politischen Ränder links und rechts sind aktuell sehr laut. Und die politische Mitte wird kleiner.

Beitrag melden
gunnarqr 02.09.2018, 23:37
24. @RuebenNase

Ich gebe Ihnen grundsätzlich Recht, aber es gibt auch eine hohe Anzahl an 'Ossis' die eben nicht so Ticken wie Sie glauben. Zuerst meine neue Lebensgefährtin gleichen Alters aus der DDR wie auch den Witwer meiner Ex-Frau und viele Andere Leute. Die sind genauso entsetzt von Chemnitz und andren Vorfällen. Und dann gibt e leider auch etliche Menschen die nie aus Ihrem Dorf oder ihrer Stadt raus kamen. Die wissen es nicht besser. Da muss man sie abholen und besser informieren. Aber unsere Politiker scheinen daran kein ernsthaftes Interesse zu haben. Die schielen doch nur noch auf die nächsten Wahlen und den Machterhalt. Wir brauchen einen Politikwechsel zu jungen Menschen der Parteien die noch Visionen haben und langfristig denken und handeln.

Beitrag melden
sschuste 02.09.2018, 23:39
25. 4500:3500

4500 "besorgten Bürgen" stehen also 3500 Anständige entgegen. Ich bin entgeistert und enttäuscht. Ist das alles, was ihr drauf habt, ihr Chemnitzer? Entweder steht ihr alle mal auf oder ihr seid die gleichen "Opfer" wie diese 4500. Wer will denn bei euch noch investieren? Glaubt wirklich einer von euch, jemand würde Arbeitsplätze bei euch schaffen, wenn man bei euch verprügelt wird und keinen kümmert's? Schämt euch.

Beitrag melden
JonHH 02.09.2018, 23:43
26. So traurig es ist

Der Beitrag des Autors ist ein weiteres Indiz für die Hilflosigkeit der deutschen Politik wie auch eines Großteils der Medien. Krampfhaft wird versucht, den Elefanten im Raum zu ignorieren, und tut so als gäbe es für die aktuelle Entwicklung keine in der (harten) Realität verankerten Gründe. Der Reihe nach: "21 deutsche Todesopfer mehr als im Vorjahr durch ausländische Täter" - WELT Online, 02.09.2018. "Abschied von der heilen Welt - Morde und Gewalt erschüttern seit Monaten Schwedens Großstädte. Die Täter haben oft einen Migrationshintergrund. Rechtspopulisten könnten bei der Wahl stärkste politische Kraft werden." - SPON, 02.09.2018. Dessen ungeachtet bestehen die aktuellen "Leitartikel" bei SPON aus Kommentaren dazu, wie unfassbar es sei, dass der "rechte" (bis zur Merkel-Auflösung der CDU zumeist "konservative") Bevölkerungsteil sich lautstark auf den Straßen zu Wort meldet. Ist das Eure (hilflose/panisch anmutende) Antwort, liebe Politiker und Journalisten? Wobei ich Letzteren nicht vollends Unrecht tun will - ein Henryk M. Broder bildet beispielsweise eine (seltene) Ausnahme, siehe seine messerscharfe Analyse zu Chemnitz. (youtu.be/h9lCyRITtFo)

Beitrag melden
commandertom 02.09.2018, 23:44
27. Das hat schon auf Europa durchgeschlagen...

....von wegen nur ein Problem in Deutschland. Schauen Sie sich bitte die Entwicklung in Osteuropa und Südeuropa an. Und in Schweden (ehemals Musterland der Sozialdemokratie) steht eine massiver Rechtsruck bevor. Und Rechts heißt hier eher Rechtsradikal als bürgerlich rechts. Die Briten haben ihre Konsequenzen schon gezogen. Und hier schaut man noch wie gebannt auf das kleine Sachsen?! Ich befürchte, dass die Sichtweise, mal wieder alles auf die Abgehängten (wer hat diesen scheußlichen Ausdruck erfunden?) zu schieben, der Realität nicht mehr auch nur annähernd gerecht wird. Es ist anzunehmen, dass die derzeit verantwortliche Politikergeneration, inklusive Kanzlerin, von späteren Geschichtsschreibern als die Totengräber der europäischen Idee bezeichnet werden.

Beitrag melden
amwald 02.09.2018, 23:52
28. warten Sie's ab, am Abend des 14. Oktober

Zitat von Tolotos
Die CSU hat sich massiv in Richtung AfD orientiert, und dabei die bis dahin schweigende Mehrheit ignoriert. Jetzt ist diese Mehrheit zwar nicht laut geworden, aber viele davon haben sich eine andere Partei gesucht. Das ist die Sprache, die Politiker verstehen!
werden die GRÜNINNEN mit grünen, d.h. bleichen Gesichtern dastehen und sich mit lautem Jaulen fragen, wo die schönen Umfrage-Prozente denn hin entschwunden sind.

Beitrag melden
OhMyGosh 02.09.2018, 23:55
29.

Ja, die sogenannte Alternative bietet sich den Frustrierten und Gescheiterten als Projektionsfläche für deren Wünsche an. Doch welche Angebote können sie denen machen? Sie haben keine nennenswerte Debatten- bzw. Streitkultur und auch keine Sprache, die über Hülsenformat hinausreichte. Bereits die dümmliche Vereinnahmung des Slogans der DDR-Bürgerrechtsbewegung von 1989 zeigt doch deutlich genug, dass diese Honks weder ein politisches noch geschichtliches Bewusstsein haben. Sie können nur Geschichtsklitterung, lügenhafte Darstellungen geschichtlicher Fakten liefern und sind unfähig zur Weiterentwicklung eines politischen Systems. Aber gefährlich genug, bestimmte Bevölkerungsgruppen negativ zu beeinflussen. Dem gilt es entschieden entgegen zu treten. Auch mit der Härte von Gesetzen.

Beitrag melden
Seite 3 von 5
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!