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Proteste in der Ukraine: Janukowitsch droht der Kontrollverlust
AP/dpa

In Kiew besetzen Demonstranten das Justizministerium, der Protest gegen Wiktor Janukowitsch erfasst weitere Teile der Ukraine. Immer deutlicher wird: Der Präsident scheint sich der Realität zu verweigern, sein Apparat hat keine Strategie gegen den Machtverlust.

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whitemouse 27.01.2014, 07:31
1. Vorhersehbar

"Mit Sorge beobachten die Analysten in den europäischen Hauptstädten die Gewalt auf den Straßen und die Tatsache, dass die rechten Gruppen immer mehr an Einfluss gewinnen."

Die ich rief, die Geister,
Werd' ich nun nicht los.

Goethe
Der Zauberlehrling

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seine_unermesslichkeit 27.01.2014, 07:47
2. Auch Putin

Die Zeit drängt auch aus einer ganz anderen Richtung. Es gilt, Putins Unfähigkeit zu "helfen", auszunutzen. Putin sind nämlich wegen Sotschi die Hände gebunden. Die gemäßigte Opposition muss also schnell an's Ruder um Putin's eurasischen Traum bezüglich der Ukraine zerbröseln zu lassen!

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Takapuna 27.01.2014, 07:52
3. Russland wird nicht

Diese unberechenbare Entwicklung wird schwer vorhersehbar ablaufen, denn es werden auch die Interessen Russlands / Putins betroffen sein.
Wenn der Opposition der Sturz der amtierenden Regierung glücken sollte, so kann Zar Putin eine solche Entwicklung in seinem Land gar nicht gebrauchen. Die bisherigen ukrainischen Toten werden auch nicht die letzten sein. Die Medien sprechen schon von Kontrollverlust, aber dies kann sich auch schnell ändern, wenn das vielleicht System treue Militär aufspielt. Schließlich haben die post-sowjetischen Regime ihre Erfahrungen damit.

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burinasesel 27.01.2014, 07:59
4. Einer geht noch

Diese EU Inszenierung eines um seine "Freiheit" kämpfenden Volkes, sie ist schon bemerkenswert. Selten sah man so gutausgerüstete und kampferprobte "Demonstranten" mit Stahlhelmen als Freiheitskämpfer. Die Logistik und medizinische Versorgung hat auch 1A Qualität. Das Organisationskomitee schwächelt nur bei Volkes Stimme nach der EU. Ein Meer von blaugelben Flaggen der Ukraine, ganz ganz wenige EU Flaggen. Manchmal kann man auch am falschen Ende sparen, wenn man schon ein neues EU Land okkupieren will. Noch etwas fällt auf. Ob Ukraine oder Paris. Kommt es zur richtigen Randale mit Eisenstangen und Molotow Cocktails wird jetzt diese Beteiligung "rechtsnationalen", rechtspopulistischen Gruppierungen angehängt. Offensichtlich schwimmen die Rechtsextremisten voll im Wasser des EU Aufstandes. Warum ist das wohl so? Um noch rechtzeitig die Verbotskurve zu bekommen für Parteien wie AfD, Le Pen etc? Wann wird wohl die erste Quittung auftauchen von Marie Le Pen für 1000 Eisenrohre mit einem Transportschein nach Kiew?

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keksguru 27.01.2014, 08:02
5. davai tovarisch

Der gute Mann hat seiner Vorgängerin Timoschenko Paktiererei mit den Russen vorgeworfen und zwar zum Schaden der Ukraine - was der Janukowitsch da treibt ist 10x schlimmer und nun ist er schwerst angezählt. 8 würd ich sagen, noch 2 bis zum KO.

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stefan taschkent 27.01.2014, 08:05
6. Symbol der Inkompetenz der europäischen und deutschen Osteuropapolitik

In einem Land mit tiefen sozialen Gegensätzen kann eine solche Entwicklung nicht gesund sein. Das sollten Leute, die bewusst in der Politik Verantwortung übernehmen und dies dann ebenfalls bewusst im Feld der Außenpolitik tun, in Europa und Deutschland wissen.

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aueronline.eu 27.01.2014, 08:05
7. Glaubt jemand noch, dass J. eigenverantwortlich handelt?

Oder ist klar geworden, dass hier sehr deutlich Putin 'sche Weisung Vollzug findet. Wenn Putin die Ukraine aufgibt, und erst dann, wird die Zuwendung nach Westen hin passieren. Anders gesagt, das wird in 100 kalten Wintern nicht passieren.

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stefan taschkent 27.01.2014, 08:07
8. Nur Janukowitsch droht der Kontrollverlust?

Der Kontrollverlust droht hier - wenn auch nur theoretisch aber so doch auch höchst real - allen Beteiligten, das scheint nur noch nicht so recht angekommen zu sein.

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L_Kaiser 27.01.2014, 08:20
9. Erfreulich ist nur...

Erfreulich an der ganzen Sache ist nur das SPON seiner journalistischen Rolle des objektiven Beobachters mehr gerecht wird. Herr Gebauer scheint vor ort zu sein oder zumindest über zuverlässigere Quellen zu vergügen als der in Moskau sitzende Herr Bidder der nur Westpropaganda betrieben hat.

Zitat von sysop
Auch in Odessa und Charkow spielten sich lokalen Medien zufolge ähnliche Szenen ab, allerdings mit weniger Teilnehmern.[/url]
Zu Odessa kann ich nichts sagen, dort war ich seit längerem nicht mehr, ich lebe aber in Charkiw. Es gab hier am Freitag Abend einen Demonstrationszug von der Metrostation "Botanischer Garten" (wir waren dort mit unserem Hund spazieren) zog die Meute über die Lenin Avenue über den Freiheitsplatz (Soetwas wie der Maidan in Kiev) zum Zielort dem Denkmal des Schriststeller Shevchenko.

Hier finden alle Demonstrationen statt. Wir sind der Demonstration auf der anderen Straßenseite gefolgt obwohl meine Frau zunächst nicht wollte. Die Demonstranten skalieren Parolen in militärischer Art wie man Sie in Deutschland von Aufmärschen der NPD her kennt. Dabei wurden nicht nur Ukrainische sondern auch schwarze Flaggen geschwenkt. Begleitet wurde die Demonstration von normalen Polizisten, Sondereinheiten waren in Bussen auf der anderen Straßenseite. Der Kharkov'er Bürgermeister hatte zuvor mehr als deutlich angekündigt das jeder demonstrieren dürfte, zustände wie in Kiev das Gebäude beschädigt werden würde er aber nicht dulden und hatte auch ein hartes Vorgehen dagege angekündigt.

Die Menschen auf der Straße schüttelten großteils den Kopf und zeigten wenig Verständis. So zog der Troß lautstark aber ohne Randale in Richtung Innenstadt. Kurz vor dem Freiheitsplatz gilt es einen kleinen Park zu passieren. Hier tauchen plötzlich normale Linienbusse auf, herauskamen Junge vermummte Menschen mit Armbinden wie Sie eigentlich nur Kriegveteranen am 9 Mai tragen. Diese Gruppen warfen Feuerwerkskörper auf die normalen, keine Schutzausrüstung tragenden Polizisten. Das Sonderkommande übernahm. Allerdings sorgen diese nur mit Helmen und von den Bilder bekannten Schildern ausgerüsteten Beamten nur dafür das die Demonstration den geplanten Weg beibehielt. Viele "normale" Demonstranen verließen die bis zu diesem Zeitpunkt gespestisch anmutende, aber friedliche Szenerie.

Wir haben die Anzahl der Demonstraten auf 400-500 geschätzt. Auf jeden Fall keine Tausend. Kharkow ist mit 1,7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine, bietet westlichen Lebensstandard und ist eine der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Ukraine.

Die meisten Menschen hier wollen das der Spuk aufhört, und das sind nicht nur Anhänger von Janukowitsch. Auch Menschen die sich einen anderen Präsidenten wünschen verurteilen die Ausschreitungen in Kiew und anderen Landesteilen. Durch die Radikalisierung der Proteste für die Großteils Klitschko verantwortlich gemacht wird, werden viele Leute die nach Wahlalternativen zu Janukowitsch gesucht haben zu seinen Anhängern. Die Menschen wollen Frieden. Russland ist nicht unbedingt der geliebte Freund, aber ein zuverlässiger Partner und die instabile EU will hier fast niemand.

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