Forum: Politik
Proteste in Frankreich: Gelbanlage
AP

Im Ringen mit der Gelbwesten-Bewegung hat Frankreichs Präsident Macron offenbar eine Gegenstrategie gefunden. Dabei sollte er ihre Forderungen besser nicht ignorieren - sondern darein investieren.

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wardawas? 20.01.2019, 17:23
1. CDU Chefin AKK zeigt was von ihr zu erwarten ist

AKK ist nicht Merkel 2.0, stattdessen starte sie gleich als 3.0 ein. Die Gelbwesten schlagen zum Teil über die Stränge und das kann man zu Recht verurteilen, ihre wesentlichen Forderungen sind aber begründet. Was die meisten Politiker hindert solche Forderungen zu verstehen ist, sie haben selbst nie in solchen Situationen gelebt. Das allerdings darf Ihnen nicht erlauben die betroffenen Menschen zu ignorieren... denn von denen wurden sie gewählt und gut versorgt.

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Nordstadtbewohner 20.01.2019, 17:33
2. Schluss mit sinnlosen Protesten

Die Gelbwesten sollten endlich begreifen, dass diese Art zu protestieren nichts bringt. Wer mehr Kaufkraft will, der muss auch dementsprechend mehr arbeiten, statt mittels "Protesten" die gewählte Regierung zu erpressen. Ich halte von daher Macrons Strategie für richtig. Reden ja, Erpressung nein. Ewig Unzufriedene wird es immer geben. Die ganzen Gelbwesten, die jammern, dass sie zu wenig verdienten, arbeiten oftmals keine 35 - 40 Stunden die Woche, sondern denken mit 20 Stunden so leben zu können wie jemand, der Vollzeit arbeitet.

Macron soll seine Reformen durchsetzen. Das ist wichtig für die Konkurrenzfähig der französischen Wirtschaft und wichtig für die EU.

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Aquifex 20.01.2019, 17:34
3.

"Sie sieht in den Gelbwesten nicht etwa die Chance für eine soziale Wende, sondern eine lästige Betriebsstörung."

Eine "Chance zur sozialen Wende". In Frankreich. Einem Land das mit - wenn nicht sogar absolut - schon jetzt die höchste Staatsquote der Welt hat, das Unternehmen, die nicht mehr wirtschaftlich sind verstaatlicht und pampert, das faktisch von Gewerkschaften regiert wird, in dem "Streik" als Volkssport betrieben wird, ohne Rücksicht auf Verluste, während denen ein Firmenboss schomal gekidnappt werden kann, wo man Fabriken anzündet und Maschinen zerstört, wenn einem die Arbeitbedingungen nicht passen... DA redet irgendwer von einer "sozialen Wende!"!? Es wird Zeit, daß da drüben mal die Realität ankommt: Man kann nur das Geld ausgeben, das erwirtschaftet wird. Aber was weiß ich schon....

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Ezechiel 20.01.2019, 17:35
4. Es geht immer ums Geld.

Es ging ihnen nicht um große Politik, auch nicht um Ausländer oder Flüchtlinge und sonstige Sündenböcke, sondern fast ausschließlich ums Geld....

Geld ist die Grundlage des Wohlstandes. Wer glaubt zu wenig zuhaben will verständlicherweise mehr. Diejenigen, die genug haben oder gar viel mehr haben als sie benötigen, meinen sie hätten es zu Recht, und sind kaum bereit etwas abzugeben. So ist das in der EU als ganzem, sowie in den einzelnen EU-Staaten selbst.

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HeisseLuft 20.01.2019, 17:36
5. Merkel hat möglicherweise recht

Zitat von wardawas?
AKK ist nicht Merkel 2.0, stattdessen starte sie gleich als 3.0 ein. Die Gelbwesten schlagen zum Teil über die Stränge und das kann man zu Recht verurteilen, ihre wesentlichen Forderungen sind aber begründet. Was die meisten Politiker hindert solche Forderungen zu verstehen ist, sie haben selbst nie in solchen Situationen gelebt. Das allerdings darf Ihnen nicht erlauben die betroffenen Menschen zu ignorieren... denn von denen wurden sie gewählt und gut versorgt.
Sie meinen so Forderungen wie: Steuern runter! Und mehr Staatsausgaben!

Tut mir leid, auch als Nichtpolitiker verstehe ich nicht wirklich wie sie das umsetzen wollen.

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Darwins Affe 20.01.2019, 17:37
6. Der kleine Unterschied

Wenn Italien seinen Bürgern minimale Sozialleistungen zukommen lassen will, gefährdet es die europäischen Stabilitätsregeln. Wenn das überbordende französische Sozialsystem noch mehr in ein Fass ohne Boden verfeuert, geht`s schon in Ordnung.

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melnibone 20.01.2019, 17:44
7. Die Forderungen nach mehr Partizipation ...

für die unteren und mittleren Einkommensschichten ist Angesichts des Reichtums der westlichen Gesellschaft fast mit elementar zu umschreiben.
Herr Macron, wie im Artikel treffend geschrieben, sollte seine Zusagen penibelst einhalten ... und Erfüllen.
Leider ist die Situation für viele Menschen in Deutschland keine andere, als die in Frankreich ... nur die Deutschen müssen erst die berühmte Bahnsteigkarte lösen um mit dem ´Aufbegehrzug´ überhaupt an den Brennpunkt zu gelangen.
Interessant fand ich das alle Teilnehmer, des Treffens ... konservative Bürgermeister usw. sich mit Fidel Castro auskannten.
Hüstel.

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derblaueplanet 20.01.2019, 17:49
8. Diese "untere Mittelschicht"

ist auch bei uns das Rückgrat von Wirtschaft und Gesellschaft, und es geht ihr wir in Frankreich: Unproportional hohe Abgabenlast, unverhältnismäßige Belastungen durch bürokratische Vorgaben, immer schärfere Kontrollen und restriktive Umsetzung kommunaler oder regionaler Regelungen und gesetzlicher Vorschriften, gegen die der Einzelne oft schon mangels finanzieller Möglichkeiten sich rechtlich kaum wehren kann, gnadenlose Sanktionierung bei gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten ohne Rücksicht auf das Abrutschen der Bürger in die Sozialhilfe (und darauf, daß weder Schuldendienste noch evtl. Steuerschulden mehr abgetragen werden können)...

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EconomistGI 20.01.2019, 17:56
9. Was ist "demokratisch"?

Sorry, aber Rücktrittsforderungen an Präsident Emmanuel Macron SIND undemokratisch. Ich finde es langsam unerträglich, wie Macron unterstellt wird, er würde die Bedürfnisse der "einfachen" (bzw. auf dem Land lebenden) Franzosen schlicht ignorieren. Das Gegenteil hat er sowohl durch das 10 Mrd.-Paket als auch durch die jetzt angestoßenen mehrfachen öffentlichen Debatten hinlänglich unter Beweis gestellt. Er ist jedoch auch bei einer völlig regulären Wahl für 5 Jahre zum Präsident gewählt worden, und es wäre völlig undemokratisch, wenn er durch einige hunderttausend Demonstranten (also maximal ein Prozent der frz. Bevölkerung!) vorzeitig aus dem Amt gedrängt werden könnte.
Macron ist schließlich nicht für die in Jahrzehnten aufgebauten Versäumnisse verantwortlich. Es ist wirtschaftlich völlig unmöglich, das in 2-3 Jahren zu "reparieren". Er hat nur viel ernsthafter als seine Vorgänger Strukturreformen angepackt, und es liegt in der Natur der Sache, dass man erst die bittere Medizin schmeckt bevor die Heilung sichtbar wird. Die große Ironie ist, dass die meisten der Vorschläge der Gelbwesten-Vertreter auf ein "Weiter so!" hinauslaufen, bei immer weiter steigender Verschuldung und (gleichzeitig) Steuerbelastung. Über die Verteilung kann (und muß) man reden, aber nicht so, dass das zu Verteilende (also das Wirtschaftswachstum) von vorneherein unnötig klein gemacht wird! Macron ist also, so paradox das klingen mag, der Gelbwesten größte Hoffnung.

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