Forum: Politik
Proteste im Sudan: Der Zug der Freiheit rollt weiter
Mohamed Nureldin Abdallah/ REUTERS

Die Demonstranten im Sudan lassen nicht locker. Mit ihren Protesten trotzen sie der Militärregierung am Verhandlungstisch Zugeständnisse ab. Im Verborgenen aber lauert ein weiterer Widersacher: Russland.

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peterpeterweise 26.04.2019, 16:42
1. Hoffnungen wie im Arabischen Frühling?

Wenn Diktatoren gestürzt werden, dann keimt Hoffnung auf. Aber bisher hat noch kein mehrheitlich muslimisches Land nach dem Sturz des Diktators eine westliche Demokratie aufgebaut. Meist wurden in den Wirren nach dem Sturz des Diktators radikale Islamisten zum bestimmenden Faktor. Die Freiheiten für Minderheiten werden dann noch mehr zurückgedrängt. Und dann freuen wir uns heimlich, wenn in Ägypten wieder ein Militärmachthaber mit harter Hand regiert.

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go-west 26.04.2019, 16:42
2. Womit wieder mal belegt ist,

daß Russland einer der größten Feinde einer freien und friedlichen Welt ist. Der in die Schranken zu weisende Gegner sitzt in Moskau. Mir ist vollkommen unverständlich, daß wir mit dem aktuellen Russland Geschäfte machen und dessen Öl und Gas abnehmen.

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HeisseLuft 26.04.2019, 17:22
3. Nicht kein, aber wenige

Zitat von peterpeterweise
Wenn Diktatoren gestürzt werden, dann keimt Hoffnung auf. Aber bisher hat noch kein mehrheitlich muslimisches Land nach dem Sturz des Diktators eine westliche Demokratie aufgebaut. Meist wurden in den Wirren nach dem Sturz des Diktators radikale Islamisten zum bestimmenden Faktor. Die Freiheiten für Minderheiten werden dann noch mehr zurückgedrängt. Und dann freuen wir uns heimlich, wenn in Ägypten wieder ein Militärmachthaber mit harter Hand regiert.
Jedenfalls ist es nicht vielen Staaten geglückt. Tunesien ist da recht einsam bis jetzt. Die Last der jahrzehntelangen Diktaturen und Kleptokratien mit ihren gezielt gepflegten Feindschaften zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen wiegt schwer. In Zentralasien ist es auch nicht wirklich besser. Dann wären da natürlich noch externe Mächte zu beachten, die mit lokalen Despoten, die immer mal wieder kleine Handreichungen zur, äh, Befriedung unruhiger Gegenden benötigen, bestens klarkommen.

Nein, ich freue mich nicht heimlich und nicht öffentlich über Figuren wie Sisi. Dies Typen sind nicht die Lösung, sie sind das Problem, auf deren jahrzehntelanger Mistproduktion die Islamisten gewachsen sind.

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Vidarr 26.04.2019, 17:25
4. ...

Zitat von go-west
daß Russland einer der größten Feinde einer freien und friedlichen Welt ist. Der in die Schranken zu weisende Gegner sitzt in Moskau. Mir ist vollkommen unverständlich, daß wir mit dem aktuellen Russland Geschäfte machen und dessen Öl und Gas abnehmen.
selbst wenn die informationen der cnn stimmen, sprechen wir hier immer noch von einer! privatperson ... nicht von russland.

wenn das für sie ein und das selbe ist, sollten sie konsequent sein und auch auf unsere produkte verzichten ... und die produkte jedes anderen landes.

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HeisseLuft 26.04.2019, 17:38
5. Privatperson, öhöm...

Zitat von Vidarr
selbst wenn die informationen der cnn stimmen, sprechen wir hier immer noch von einer! privatperson ... nicht von russland. wenn das für sie ein und das selbe ist, sollten sie konsequent sein und auch auf unsere produkte verzichten ... und die produkte jedes anderen landes.
Jewgeni Wiktorowitsch Prigoschin = "Putins Koch", Hausherr der Kremltrolle in Skt Petersburg. Arbeitet in Syrien mit der Gruppe Wagner zusammen.

"Jewgeni Prigoschin soll mit seiner Firma Evro Polis seit 2016 einen Vertrag mit der syrischen Regierung haben, nach dem 25 % der Gewinne aus Öl- oder Gasfeldern an Evro Polis fallen, wenn russische Söldner die Anlagen zuvor vom Islamischen Staat erobert haben.[16]

Nach der Schlacht bei Khasham am 7. Februar 2018, bei der mehrere russische Söldner und syrische Milizen bei dem Versuch getötet wurden, ein Gasfeld vom SDF zu erobern, gaben amerikanische Geheimdienste Erkenntnisse aus abgehörter Kommunikation an die Washington Post weiter, nach der Prigoschin persönlich mit syrischen Offiziellen, darunter Minister Mansour Fadlallah Azzam, den bevorstehenden Angriff bespricht. Prigoschin teilte seinen Gesprächspartnern demnach am 24. Januar 2018 mit, er habe bei der russischen Regierung die Genehmigung für einen Einsatz erwirkt. Am 30. Januar meldete er nach dem Bericht nach Syrien, dass er eine „tolle Überraschung“ für den syrischen Präsidenten Assad habe, die zwischen dem 6. und 9. Februar stattfinde. Das offizielle russische Militär hatte trotz mehrerer Warnungen der Amerikaner, die das Zusammenziehen der Kräfte für den Söldnerangriff, bereits eine Woche vor dem Angriff bemerkt hatten, jede Kenntnis von der Attacke abgestritten. Das russische Militär hatte den Söldnereinsatz später nach der Zeitung Kommersant als „gefährliches Laienwerk“ bezeichnet."


Aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jewgen...goschin#Syrien

Achja, Wagner-Einheiten oder zumindest russische Milizen wurden ja im Sudan bereits gesichtet...

Mafia.

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jowi.krause 26.04.2019, 17:50
6. Auch mal Russland?

Warum auch nicht? Die USA destabilisieren reihenweise und seit Jahrzehnten Länder und Regime, um ihnen ihre Politik aufzudrücken und sie post-kolonial auszubeuten. In Afrika ist es heute of China, das die Fäden zieht und die Beratung stellt. Die USA, die BRD und nun wohl auch Russland liefern die Waffen für die Unterdrücker.
Eigrntlich "business as usual", keine Schlagzeile wert.

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jana45 26.04.2019, 17:50
7. Islamisten lauern

Der Sudan war schon vor 150 Jahren ein Hort antiwestlicher Islamisten. Es wäre zwar sehr schön, wenn dort eine Demokratisierung gelingt, jedoch lassen Korruption, mangelnde Bildung und ein Bevölkerungswachstum, welches jede wirtschaftliche Entwicklung auffrisst, nur wenig Hoffnung dafür.

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syracusa 26.04.2019, 18:10
8.

Zitat von HeisseLuft
Jedenfalls ist es nicht vielen Staaten geglückt. Tunesien ist da recht einsam bis jetzt. Die Last der jahrzehntelangen Diktaturen und Kleptokratien mit ihren gezielt gepflegten Feindschaften zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen wiegt schwer.
Nun, bei uns hat's ja auch 200 Jahre gebraucht. Und wer weiß schon, ob unsere freiheitliche Demokratie auch die nächsten 200 Jahre überstehen wird?

Jedes Volk hat jedes Recht, sich gegen seine Gewaltherrscher, Auto- und Kleptokraten zu erheben. Und wenn eine Revolution gegen die eine Diktatur in die nächste Diktatur mündet, dann muss eben nochmals eine Revolution durchgeführt werden. Und wenn's sein muss, dann nochmals und nochmals, solange bis es klappt. Anders geht's nicht.

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juba39 26.04.2019, 18:10
9. Ist das heilbar?

Oder Vieleicht ansteckend?
"Im Verborgenen aber lauert ein weiterer Widersacher: Russland." Gibt es eigentlich ein Thema auf der Welt, wo man mit dieser Krankeit, Russophobie genannt, nicht punkten kann? Wenn ich einmal "russischer Oligarch" durch britischen oder US-Milliardär, mit "engen Verbindungen" zum Weißen Haus oder Downing Street ersetze, werter Herr Puhl, könnten wir sofort eine Weltreise starten. Das hat doch mit seriösem Journalismus nichts mehrr zu tun. Da hilft es auch nicht, hier mit der Waffe CNN zu kommen. Wiee sagte einer Ihrer Kollegen vor wenigen Tagen zu derr ganzen Mueller-Trump-Geschichte? Die "meisten" Enthüllungen trafen zu. Nun warte ich bis heute auf die Enthüllungen, die eben NICHT zutrafen. Genauso wie ich hier mit großer Skepsis herangehe, daß die "Enthüllungen" von CNN stimmen sollen. Warum soll das nicht ebenso auf Deutschland und Frankreich zutreffen? Da ließen sich aber aus dem Stand ein halbes Dutzend Belege anführen, wie sich konkret diese beiden Staaten massiv dort eingemischt haben. Auch dabei ging es um Rohstoffe in beträchtlichem Umfang und Wert.

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