Forum: Politik
Proteste im Sudan: Der Zug der Freiheit rollt weiter
Mohamed Nureldin Abdallah/ REUTERS

Die Demonstranten im Sudan lassen nicht locker. Mit ihren Protesten trotzen sie der Militärregierung am Verhandlungstisch Zugeständnisse ab. Im Verborgenen aber lauert ein weiterer Widersacher: Russland.

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HeisseLuft 26.04.2019, 22:49
40. Nicht unbedingt

Zitat von Vidarr
die reaktion der amerikaner war absolut zu erwarten, sie haben in der vergangenheit immer so gehandelt, wenn ihre leute in "gefahr" waren. und das ist/war den russen bewusst und das resultat zu erwarten. es passt auch nicht zum russ. verhalten in syrien (gegenüber den amerikanern) ... die "grenze" euphrates wurde von den russen (und amerikanern) immer respektiert. die tölpelei zu versuchen den "amerikanern" land zu klauen, traue ich den russen nicht zu ... nicht in dieser form. insbesondere da sie sich auch um halbwegs gute beziehungen zum sdf bemühen.
Nein, die Reaktion war nicht fest zu erwarten. Der Kreml hätte auch gewinnen können - wenn die USA untätig geblieben wären. Dann hätte er einen Keil zwischen die SDF und die USA getrieben - und nicht mehr dafür riskiert als das Leben von einem Haufen Söldnern.

Ja, sicher war das eine Aktion Utkins und vermutlich Prigoschins. Aber dass die Russen davon nichts gewusst haben wollen ist schwer zu glauben. Er ist sehr schwer zu glauben, dass ausgerechnet ein Putin nicht sehr gut unterrichtet ist über die Aktion einer Truppe, die er auch im Donbass zum Einsatz gebracht hat - gemeinsam mit den Geheimdienst-Freischärlern Girkins und mit regulären russischen Truppen.

Auch ansonsten sind die Typen da ja nicht nur im Interesse der Firma Prigoschins - sie helfen auch beim Bewachen von russischen Luftwaffenstützpunkten:
https://www.deutschlandfunk.de/russl...icle_id=393778

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Vidarr 26.04.2019, 23:44
41. ...

Zitat von HeisseLuft
"ich halte sie einfach für die russische variante von "blackwater" Nicht ganz falsch. Und jetzt machen wir uns mal folgenden Spaß: stellen wir uns einfach mal den Blackwater-Chef (inzwischen: Academi) vor, wie er an einer Ehrung von Ordensträgern von Militär- und Geheimdienstangehörigen der USA teilnimmt. Wissend, dass dieser Herr wenige Jahre zuvor im Interesse der USA in zwei russischen Provinzen mit seinen Söldnern fragwürdige Separatisten unterstützt und dabei russische Soldaten getötet hat. Dass dieser ebenso Ölquellen im Interesse von US-Plutokraten bewacht, in Gegenden, in denen eine US-Intervention einem verbündetem Diktator zu Hilfe gekommen ist. Mehr noch: seine Truppe ist ausserdem in einen offenen Angriff gegen theoretische Verbündete gegen angeblich gemeinsame Feinde verwickelt, die in der Praxis mehr als Konkurrenten gesehen werden. Würde Vidarr da auch so vehement darauf bestehen, das dieser Unternehmer oder eben sein Geschäftspartner, ein US-Plutokrat mit größter Nähe zu Trump aber auf jeden Fall doch eine Privatperson sei? "selbst wenn die informationen von RT stimmen, sprechen wir hier immer noch von einer! privatperson ... nicht von den USA!" Wirklich, Vidarr?
das lässt sich nicht so einfach beantworten.

im grunde finde ich, das vieles von dem was "private sicherheitsdiensleister" wie blackwater (academy), wagner oder andere in syrien oder dem irak treiben/ getrieben haben, eigentlich die aufgabe der regulären armee ist.

allerdings muss ich sagen, das solange sich diese firmen an die regeln halten, ich die sache auch eher pragmatisch sehe ...
sie kämpfen gegen den IS? hab ich kein problem mit.
sie leisten objekt oder personenschutz? hab ich kein problem mit.
vergreifen sie sich zbsp an zivilisten -> fall für die justiz.

realistisch gesehen gibt es einfach viele bestens ausgebildete ex-soldaten die nach dienstende in der freien wirtschaft ordentlich verdienen können ... bei oft sehr hohem risiko in kriesengebieten.

zu ihrem fiktiven beispiel:
ich gehe schwer davon aus das die orden vor dem angriff auf das sdf gebiert verliehen wurden.
danach werden wohl eher einige "köpfe gerollt" sein auch wenn ich davon ausgehe das weit weniger russ söldner daran beteilgt waren als es teilweise durch die westl. medien ging.
dazu gab es imho auch einen entsprechenden artikel hier im spiegel.

und ja, ich würde darauf bestehen das es die verantwortung einer einzelperson (oder meinetwegen gruppen von personen) war, diese aber nicht im auftrag russlands (oder in ihrem beispiel der usa) handelte ... so lange sie mich nicht davon überzeugen können, das der angriff von der regierung befohlen wurde.

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Vidarr 26.04.2019, 23:45
42. @heisse luft

ihre ganze argumentation löst sich doch schon in luft auf, wenn sie sich fragen, was diese ganze aktion russland im erfolgsfall gebracht hätte.
die ölquellen im osten syriens sind evtl für assad von einer gewissen bedeutung (ein grund weswegen ich davon ausgehe, das es von damaskus aus das ok gab), sie sind aber relativ klein, und man muss dort eine menge investieren, da die anlagen durch den krieg weitestgehend zerstört oder zumindest schwer beschädigt wurden.
und dafür soll gerade ein ölreiches land wie russland ein solches risiko eingehen?
wie zuvor schon geschrieben ist/war russlands interesse die sicherung der eigenen basen in syrien und der machterhalt assads. die ölquellen im osten sind dafür nicht relevant.
darüber hinaus versucht russland vieles um sdf und assad an einen tisch zu bekommen. das ist auch der bei weitem logischere und vor allem erfolgsversprechendere ansatz.
ein angriff der zum scheitern verurteilt war macht da wenig sinn.


p.s.: es wäre schön, wenn die max. zeiechenzahl im forum eingeblendet werden würde^^

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HeisseLuft 27.04.2019, 11:11
43. Russland hat den IS gewähren lassen?

Zitat von Vidarr
mit "Man" meine ich, deutschland, usa, türkei ... und den rest der welt. die ersten die wirklich geholfen haben waren pkk und der iran.^^
"die ersten die wirklich geholfen haben waren pkk und der iran.^^"

Nicht die PKK, sondern die YPG. Und die hat geholfen, weil der IS auch bei ihnen auf der Matte stand.

Die YPG gehörten zu den ersten, die gegen den IS gekämpft haben, weil er bei ihnen auf der Matte stand...

Da könnte man genau so gut behaupten, diese hätten zuerst gegen den IS gekämpft:

https://en.wikipedia.org/wiki/Northern_Storm_Brigade
Das sind übrigens die, denen McCain einen Solidaritätsbesuch abgestattet hatte.

Und ansonsten hat die USA weit früher gegen den IS eingegriffen als Russland. Hat Russland also den IS gewähren lassen?

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HeisseLuft 27.04.2019, 11:23
44. Der IS war nur für einen wirklich nützlich

Zitat von Vidarr
mit "Man" meine ich, deutschland, usa, türkei ... und den rest der welt. die ersten die wirklich geholfen haben waren pkk und der iran.^^ "Übrigens laut beklagt von vielen, die USA wären da unrechtmäßig." nun imho sind sie dort unrechtmässig ... sie sind mir aber um welten lieber als der IS oder andere radikale spinner^^ insofern kritisiere ich sie auch nicht für ihren kampf gegen den IS. das sie für die instabilität in der region eine hauptursache sind, ist aber eine andere sache und die kann/ muss man kritisieren. anders gesagt, es ist gut das sie gegen den IS kämpfen es wäre aber besser gewesen hätten sie den irak erst gar nicht angegriffen oder zumindest in den nachkriegsjahren nicht dermaßen versagt ... damit wäre der IS vermutlich nie entstanden. bei dem vergleich mit den is-terroristen geht es mir darum das man einen staat nicht für handlungen von einzelnen privatpersonen verantwortlich machen kann.
"mit "Man" meine ich, deutschland, usa, türkei ... und den rest der welt.

Als hat "der Rest" der Welt Assad durch den IS stürzen wollen?

s. Ihr Post Nr. 34, Zitat: "man hat den IS lange genug gewähren lassen, weil man sich erhoffte das diese beim sturz assads helfen"

Forist Vidarr, der IS ist im Rücken der übrigen Rebellen stark geworden, in Ostsyrien. Und auf deren Kosten.
Diese Terrorgruppe hat also nur einem geholfen: Assad.

Das ist denn auch derselbe, der mit dem IS Handel getrieben hat:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/USA-g...e16441111.html

Russland war auch mit drin:
https://nex24.news/2016/02/warum-arb...he-ingenieure/

Fairerweise: das haben auch andere gemacht. Aber komisch: es wird immer in erster Linie die Türkei verantwortlich gemacht.

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HeisseLuft 27.04.2019, 11:29
45. Da lag erkennbar eine andere Absicht vor

Zitat von Vidarr
mit "Man" meine ich, deutschland, usa, türkei ... und den rest der welt. die ersten die wirklich geholfen haben waren pkk und der iran.^^ "Übrigens laut beklagt von vielen, die USA wären da unrechtmäßig." nun imho sind sie dort unrechtmässig ... sie sind mir aber um welten lieber als der IS oder andere radikale spinner^^ insofern kritisiere ich sie auch nicht für ihren kampf gegen den IS. das sie für die instabilität in der region eine hauptursache sind, ist aber eine andere sache und die kann/ muss man kritisieren. anders gesagt, es ist gut das sie gegen den IS kämpfen es wäre aber besser gewesen hätten sie den irak erst gar nicht angegriffen oder zumindest in den nachkriegsjahren nicht dermaßen versagt ... damit wäre der IS vermutlich nie entstanden. bei dem vergleich mit den is-terroristen geht es mir darum das man einen staat nicht für handlungen von einzelnen privatpersonen verantwortlich machen kann.
"bei dem vergleich mit den is-terroristen geht es mir darum das man einen staat nicht für handlungen von einzelnen privatpersonen verantwortlich machen kann."

Nö. Sie haben vielmehr versucht zu suggerieren, dass die russischen Wagner-Söldner genauso wenig mit dem Kreml zu tun hätten wie auf eigene Faust nach Syrien ausgereiste deutsche IS-Terroristen mit der Bundesregierung.

Ich muss den Foristen Vidarr allerdings darauf hinweisen, dass noch kein IS-Emir auf einer Feier der Bundesregierung zu Ehren von Trägern des Bundesverdienstkreuzes eingeladen wurde...

"Tag der Helden des Vaterlandes" - und seinen Leuten werden Medaillen verliehen...

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HeisseLuft 27.04.2019, 11:32
46. Also noch einmal

Zitat von Vidarr
das lässt sich nicht so einfach beantworten. im grunde finde ich, das vieles von dem was "private sicherheitsdiensleister" wie blackwater (academy), wagner oder andere in syrien oder dem irak treiben/ getrieben haben, eigentlich die aufgabe der regulären armee ist. allerdings muss ich sagen, das solange sich diese firmen an die regeln halten, ich die sache auch eher pragmatisch sehe ... sie kämpfen gegen den IS? hab ich kein problem mit. sie leisten objekt oder personenschutz? hab ich kein problem mit. vergreifen sie sich zbsp an zivilisten -> fall für die justiz. realistisch gesehen gibt es einfach viele bestens ausgebildete ex-soldaten die nach dienstende in der freien wirtschaft ordentlich verdienen können ... bei oft sehr hohem risiko in kriesengebieten. zu ihrem fiktiven beispiel: ich gehe schwer davon aus das die orden vor dem angriff auf das sdf gebiert verliehen wurden. danach werden wohl eher einige "köpfe gerollt" sein auch wenn ich davon ausgehe das weit weniger russ söldner daran beteilgt waren als es teilweise durch die westl. medien ging. dazu gab es imho auch einen entsprechenden artikel hier im spiegel. und ja, ich würde darauf bestehen das es die verantwortung einer einzelperson (oder meinetwegen gruppen von personen) war, diese aber nicht im auftrag russlands (oder in ihrem beispiel der usa) handelte ... so lange sie mich nicht davon überzeugen können, das der angriff von der regierung befohlen wurde.
"ich gehe schwer davon aus das die orden vor dem angriff auf das sdf gebiert verliehen wurden."
Logisch, dafür gab es wohl kaum Orden. Die Orden werden eher für das erfolgreiche Töten ukrainischer Regierungssoldaten verliehen worden sein...

"sie kämpfen gegen den IS? hab ich kein problem mit.
sie leisten objekt oder personenschutz? hab ich kein problem mit."

Sie kämpfen gegen ukrainische Regierungsstruppen? Hab ich kein Problem mit.
Oder?

Also noch mal meine Frage, die, die ich tatsächlich gestellt habe:

Und jetzt machen wir uns mal folgenden Spaß:
stellen wir uns einfach mal den Blackwater-Chef (inzwischen: Academi) vor, wie er an einer Ehrung von Ordensträgern von Militär- und Geheimdienstangehörigen der USA teilnimmt. Wissend, dass dieser Herr wenige Jahre zuvor im Interesse der USA in zwei russischen Provinzen mit seinen Söldnern fragwürdige Separatisten unterstützt und dabei russische Soldaten getötet hat. Dass dieser ebenso Ölquellen im Interesse von US-Plutokraten bewacht, in Gegenden, in denen eine US-Intervention einem verbündetem Diktator zu Hilfe gekommen ist. Mehr noch: seine Truppe ist ausserdem in einen offenen Angriff gegen theoretische Verbündete gegen angeblich gemeinsame Feinde verwickelt, die in der Praxis mehr als Konkurrenten gesehen werden.

Würde Vidarr da auch so vehement darauf bestehen, das dieser Unternehmer oder eben sein Geschäftspartner, ein US-Plutokrat mit größter Nähe zu Trump aber auf jeden Fall doch eine Privatperson sei?
"selbst wenn die informationen von RT stimmen, sprechen wir hier immer noch von einer! privatperson ... nicht von den USA!"


Wirklich, Forist Vidarr?

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HeisseLuft 27.04.2019, 11:54
47. Jetzt wird es langweilig...

Zitat von Vidarr
ihre ganze argumentation löst sich doch schon in luft auf, wenn sie sich fragen, was diese ganze aktion russland im erfolgsfall gebracht hätte. die ölquellen im osten syriens sind evtl für assad von einer gewissen bedeutung (ein grund weswegen ich davon ausgehe, das es von damaskus aus das ok gab), sie sind aber relativ klein, und man muss dort eine menge investieren, da die anlagen durch den krieg weitestgehend zerstört oder zumindest schwer beschädigt wurden. und dafür soll gerade ein ölreiches land wie russland ein solches risiko eingehen? wie zuvor schon geschrieben ist/war russlands interesse die sicherung der eigenen basen in syrien und der machterhalt assads. die ölquellen im osten sind dafür nicht relevant. darüber hinaus versucht russland vieles um sdf und assad an einen tisch zu bekommen. das ist auch der bei weitem logischere und vor allem erfolgsversprechendere ansatz. ein angriff der zum scheitern verurteilt war macht da wenig sinn. p.s.: es wäre schön, wenn die max. zeiechenzahl im forum eingeblendet werden würde^^
Die Antwort steht bereits im vorigen Post:

"Nein, die Reaktion (der USA) war nicht fest zu erwarten. Der Kreml hätte auch gewinnen können - wenn die USA untätig geblieben wären. Dann hätte er einen Keil zwischen die SDF und die USA getrieben - und nicht mehr dafür riskiert als das Leben von einem Haufen Söldnern."

Und:

"Ja, sicher war das eine Aktion Utkins und vermutlich Prigoschins. Aber dass die Russen davon nichts gewusst haben wollen ist schwer zu glauben. Er ist sehr schwer zu glauben, dass ausgerechnet ein Putin nicht sehr gut unterrichtet ist über die Aktion einer Truppe, die er auch im Donbass zum Einsatz gebracht hat - gemeinsam mit den Geheimdienst-Freischärlern Girkins und mit regulären russischen Truppen.

Auch ansonsten sind die Typen da ja nicht nur im Interesse der Firma Prigoschins - sie helfen auch beim Bewachen von russischen Luftwaffenstützpunkten:
https://www.deutschlandfunk.de/russl...icle_id=393778"

Ebendort:
"Der Moskauer Priester Naruschew hat am Tag der Trauerfeier auf seiner Seite in dem sozialen Netzwerk „vkontakte“ einen Song gepostet.
Unter dem Feuer der Granatwerfer seien sie gefallen, aber Palmyra hätten sie dennoch eingenommen, singt der Mann. Auch vom Sandsturm und der Hitze am Flughafen Latakia ist die Rede.
Interneteinträgen zufolge ist der Song ein Hit unter den Kämpfern der „Gruppe Wagner“."


Und der Kreml soll dann aber über eine größere und ausgesprochen heikle Angriffsoperation dieser Truppe nicht unterrichtet gewesen sein? Aber sicher doch.

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