Forum: Politik
Prozess gegen Hoeneß: Im Steuer-Strafraum
DPA

Der Fall Hoeneß sorgt für mehr Steuer-Moral in Deutschland. Gut so. Aber das genügt nicht. Nicht nur der Rechtsbruch ist das Problem - sondern die Gesetze selber. Die Reichen werden weiter bevorzugt.

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Untertan 2.0 10.03.2014, 15:06
1. Das Problem liegt ganz wo anders

Zitat von sysop
Nicht nur der Rechtsbruch ist das Problem - sondern die Gesetze selber.
Das Problem ist, dass von unseren Steuergeldern keine Schulen gebaut oder Schlaglöcher gestopft werden, sondern bankrotte Banken und korrupte Staaten saniert werden. Vor diesem Hintergrund bin ich dankbar für jeden Steuerhinterzieher, denn beim Staat ist das Geld am schlechtesten aufgehoben.

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meischer 10.03.2014, 15:09
2. Deutschland braucht ein einfaches Steuerrecht

Abschaffung sämtlicher Schlupflöcher und Hintertürchen, die eh nur die Reichen und Gutberatenen nutzen können.

Dazu die Koppelung der Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft, unabhängig vom Wohnsitz, nach Vorbild der USA.
Da wäre schon viel geholfen. Aber die Lobbyisten (aka "Abgeordnete") im Bundestag werden es verhindern.

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galbraith-leser 10.03.2014, 15:13
3. Rot anstreichen...

...muss ich mir diesen Tag in meinem Kalender: 1. Honess steht vor Gericht. 2. Jakob Augstein schreibt eine Kolumne, der ich zustimmen kann. Sonst lebt er ja eher auf einem anderen Planeten - aber seine Schlussfolgerung ist richtig. Die Selbstanzeige gehört abgeschafft.

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sophissimus 10.03.2014, 15:14
4. gut gesagt

Es steckt wirklich viel Wahrheit in diesem Artikel, nur leider wird sich in Deutschland auch nach dem Prozess nichts ändern...

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merenlähellä 10.03.2014, 15:14
5. Die Mär von den 25 %

auf Kapitalerträge wird auch nicht wahrer, wenn man sie dauernd wiederholt. Sie sollten sich zum Beispiel schlau machen, wie Bruttodividenden in Deutschland besteuert werden. Das fände ich ganz gut.

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Obi-Wan-Kenobi 10.03.2014, 15:15
6.

Zitat von sysop
Steuerehrlichkeit ist das eine. Mindestens ebenso wichtig wäre endlich Steuergerechtigkeit. Die Bevorzugung der Wohlhabenden muss ein Ende haben.
Nicht nur die Bevorzugung der Wohlhabenden, auch die Bevorzugung der Politiker.
"Steuergerechtigkeit" verkommt zur Worthülse wenn sie nur einseitig gilt.

Hoeneß steht zu recht vor Gericht, keine Frage. Ein Kurt Beck z.B., der 300 Mio. Steuergeld im Nürburgring verbrannt hat sollte aber ebenfalls vor einem stehen und wie für jeden Steuersünder sollte auch für ihn gelten, die Höhe bestimmt das Strafmaß. Wenn der erste Politiker wegen Steuerverschwendung vor Gericht steht haben wir auch "Steuergerechtigkeit".

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victorhugo 10.03.2014, 15:15
7. nie im Leben

wird der eingesperrt. Es geht um Freispruch oder Bewährung. Das ist doch ein Nationalheiliger. Wenn man nicht noch Nacktfotos von minderjährigen Fussballern findet, bleibt er ein freier Mann.

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Ylex 10.03.2014, 15:16
8. Nichts Neues

Jetzt gibt Uli Hoeneß wieder einmal den Anlass, um die Steuergerechtigkeitsdebatte in einer anderen Variante ehrpusselig zu intonieren - aber bei allem Respekt, das was Herr Augstein schreibt, das hat einen Bart, er berichtet nichts Neues, ebenso seine Forderungen sind geradezu uralt, sie schweben seit Jahrzehnten im Raum. Deutschland hat ein chronisches Sozialproblem, das lautet: Verweigern einer gerechteren und konsequenteren Besteuerung der Reichen. Die Politik, inklusive der SPD, sagt einfach: "Nein, wir wollen keine Gerechtigkeit, ganz egal wie die Leute darüber denken."

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schwaebischehausfrau 10.03.2014, 15:16
9. Ja und nein...

JA , die Selbstanzeige in dieser Form ist völlig ungerecht, wenn sie dazu führen kann, dass sich der Steuer-Betrüger dadurch besser stellen kann und im Endeffekt weniger Steuer zahlt (wenn er nur lange genug Steuern hinterzieht und somit durch bereits "verjährte" Zeiträume sogar noch einen Schnitt macht, so wie offenbar A.Schwarzer) als derjenige, der seine Einkünfte korrekt versteuert hat. Entweder die Selbstanzeige komplett streichen oder bei Selbstanzeige die Verjährung komplett aufheben und zudem massive Strafgebühren draufschlagen.
NEIN, was das Thema Kapitalertrags-Steuern angeht. Es wird immer wieder gerne unterschlagen (auch von Hr. Augstein), dass der Aktionär für seinen Anteil am Unternehmensgewinn ja bereits vorab Körperschafts-Steuer zahlt, die das Unternehmen abführt. Und zumindest für Veräusserungs-Gewinne (Kauf/Verkauf von Wertpapieren) wurde die Steuerbelastung in den letzten 20 Jahren sukzessive erhöht: Mitte der 90iger waren diese Gewinne bereits nach einer Haltefrist von 6 Monaten komplett steuerfrei, danach nach 12 Monaten und seit 2009 sind sie unabhängig von der Haltedauer immer komplett steuerplichtig. Man kann immer noch darüber streiten, ob es gerecht ist, dass Kapitalerträge mit einem niedrigeren Steuersatz besteuert werden. Aber man sollte zumindest nicht so tun, als wäre die Steuerbelastung für Aktionäre in den letzten Jahren nicht beträchtlich gestiegen. ...

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