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Prüfung an Bundeswehr-Gewehr G36: Die Schönfärber aus dem Verteidigungsressort
DPA

Schwere Anschuldigung an das Haus von Ursula von der Leyen: Der Wehrbeauftragte Königshaus wirft dem Ministerium versuchte Manipulation bei einer Prüfung des Sturmgewehrs G36 vor. Negative Ergebnisse waren in Berlin nicht gewünscht.

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chagall1985 03.12.2014, 21:23
1. Unfassbar

Hier wird mit dem Leben von Soldaten gespielt die wir in Gefahrensituationen beordert haben.

Das ist keine politische Taschenspielerei, dass ist in meinen Augen vorsätzliche Gefährdung und im schlimmsten Fall billigendes in kauf nehmen von toten Soldaten.

Das G36 ist die Standardwaffe der Bundeswehr. Jedesmal wenn die im Einsatzfall benutzt wird dann geht es um Leben und Tot.

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pacificwanderer 03.12.2014, 21:26
2. Das ist doch nur der Kopf des stinkenden Fisches.

Vor dem Hubschrauber-deal wurden die gefaehrlichen Ausfaelle im AH90, verschmoren von Displays beim Ausloesen von Feuerloeschanlage, Selbstaendiges Schwenken des Hecks , usw ebenfalls heruntergespielt und per ordre de mufti als nicht vorhanden erklaert.

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wauz 03.12.2014, 21:41
3. Der springende Punkt ist, ...

man kann sehr wohl brauchbare Sturmgewehre kaufen. Nur eben nicht bei der Firma Heckler&Koch.

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ekkehart-martin 03.12.2014, 21:43
4. Was ist daran wirklich neu?

Zitat von chagall1985
Hier wird mit dem Leben von Soldaten gespielt die wir in Gefahrensituationen beordert haben. Das ist keine politische Taschenspielerei, dass ist in meinen Augen vorsätzliche Gefährdung und im schlimmsten Fall billigendes in kauf nehmen von toten Soldaten. Das G36 ist die Standardwaffe der Bundeswehr. Jedesmal wenn die im Einsatzfall benutzt wird dann geht es um Leben und Tot.
Die Schönfärberei hat doch Tradition, ob es sich nun um NH-90, A-400, Tiger oder das Lego-Gewehr G-36 handelt.

Es gibt nach meinem Kenntnisstand eigentlich keine Waffe im Kaliber 5,56mm die wirklich etwas taugt.
Es stellt auch keine besondere Erkenntnis dar, wenn man feststellt, dass sich bei schnellem Verschießen mehrerer Magazine egal ob Dauerfeuer, da trifft man ohnehin nichts, oder zügigem Einzelfeuer/Feuerstößen das Rohr stark erwärmt und ausdehnt. Das hat natürlich Einfluss auf die Präzision und die Streuung der Waffe. Nicht ohne Grund soll beim wohl über alle Zweifel erhabenen und im Prinzip über 70 Jahre alten MG 3 nach etwa 150 Schuß das Rohr gewechselt werden. Ansonsten muss man wie im WK 1 auf Wasserkühlung umsteigen.

Für mich liegt das Problem darin, dass man ohne wirkliche Not diese Kleinkaliberwaffe und dann noch als Gasdrucklader eingeführt hat. Schon im Vietnamkrieg war das M-16, ursprünglich sogar als "selbstreinigend" angepriesen vom ersten Tag an nicht gerade der Liebling der Bodentruppen wegen ständiger Hemmungen und mangelnder Durschlagskraft gegenüber der .308 Munition des M 14. Wer im Einsatz in Afghanistan die Wahl hat, wird im Regelfall zum bewährten G 3 greifen.

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two-wheels 03.12.2014, 22:10
5. Stellen wir mal gegenüber

Da hinterzieht ein Herr H aus M 23 Millionen an Steuern.
Er wird erwischt, er muss die Steuern nachzahlen und noch mal die Summe obendrauf, obendrein bekommt er noch 3,5 Jahre Haft. Nicht das mir Herr H aus M sehr sympathisch wäre, ich möchte Ihn auch nicht verteidigen, er interessiert mich eigentlich gar nicht. Aber festzuhalten wäre: Niemand wurde geschädigt, keine Verletzten und obendrein ein fetter Gewinn für den Staat. Aber immerhin 3,5 Jahre Knast.

Da kauft ein sehr hohes und wichtiges Ministerium ein Gewehr. Dieses ist wohl nicht so ganz ausgereift, es schiesst wohl öfter mal daneben. Die Sache wird gemeldet und man geht dem nach. Ein Bericht wird ganz von oben manipuliert und es wird so getan als wäre nichts gewesen.
Folge: Soldaten mussten sich mit einer Waffe verteidigen auf die sie sich nicht verlassen konnten, es gab wahrscheinlich Verletzte, wen nicht sogar Tote.
Grund für die Vertuschung: Finanzielle und Karriere Gründe. Einfach mal nachschauen in welchem Wahlkreis die Firma Heckler und Koch liegt.

Was wird hier in diesem Fall passieren: NICHTS.
Der verantwortliche Beamte wird evt. entlassen und kommt, na wohl wo, unter?

Dieser von oben verordnete Zynismus hat mittlerweile
System, Menschenleben zählen nichts, Geld, Macht, Karriere alles.

Wenn unsere Herren Politiker glauben, dass man so zu einer fairen, gerechten, friedvollen Gesellschaft kommt, sind diese schwer auf dem Holzweg

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Magic Sunray 03.12.2014, 22:27
6. Alles „daily business”…

…im Hause von Uschi und Ihren Vorgängern. Rückgratlose Dienstbeflissenheit, karriereorientierte Seilschaftsunterstützung und angstgetriebene Ministerialbürokratie zeitigen genau wieder die Ansätze von Vertuschung, Unterwürfigkeit und Schönfärberei, die wir vor 70 Jahren überwunden geglaubt hatten. Systemimmanente Pathologien scheinen unausrottbar.

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VacekKacek 03.12.2014, 22:36
7. Ja

wo kommen wir denn hin, wenn solche Berichte ehrlich wären? Dann müsste man ja das Verteidigungsministerium ernst nehmen. Das tut kein Mensch. Die Truppe ist von je her dazu da an der Grenze dem Feind zu applaudieren, bis richtiges Militär kommt. Und bei der Beschafftung des G36 konnte kein Mensch ahnen, dass damit je ein Mensch schiessen muss. Das Geschäft war als Aufbauhilfe für H&K gedacht und der Schuss ist leider nach hinten losgegangen. Dumm gelaufen.

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t.h.wolff 03.12.2014, 22:46
8.

Der eindrucksvollste Passus aus einer Beurteilung des G-36, der mir erinnerlich ist, lautete etwa: "Der Soldat verliert das Vertrauen in seine Fähigkeit als Schütze."

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Beauregard 03.12.2014, 22:48
9. na dann...

wenns eh nix taugt ist ja nicht so schlimm dass überall hin verkauft haben (Mexiko?)

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