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Puigdemont zur Unabhängigkeitserklärung: "Wir werden das Gesetz anwenden"
AP

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat bekräftigt, die Unabhängigkeit von Spanien erklären zu wollen. Der Schritt sei im Gesetz über Volksabstimmungen vorgesehen.

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geando 08.10.2017, 21:07
1. Spaniens Vorgehen beweist den breiten Rückhalt der Separatisten

Wenn Spanien ein klares "Nein" bei der Abstimmung zur Unabhängigkeit Kataloniens erwarten würde, hätten sie die Abstimmung nicht derart massiv behindert. Die Nervosität Madrids im Umgang mit Katalonien beweist, das der Rückhalt hinter den "Separatisten" tatsächlich sehr umfassend sein muss.

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AlBundee 08.10.2017, 21:20
2.

Der wendet auch nur die Gesetze an, die er selber erlässt oder ihm gerade Spass machen. Erste Details über die "neue Verfassung" Kataloniens besagen, dass der neue "Staat" Katalonien unteilbar sein soll. Super. Genau dass, was er selbst Spanien im Negativen vorwirft. Den diversen ihre Koffer packenden Unternehmen wird nahegelegt, doch wenigstens in den "Katalanischen Ländern" zu bleiben, will sagen, wo Teile der Bevölkerung aufgrund der Nähe etwas Katalan können. Dara kann man dann auch erkennen, wohin die Reise weiter gehen soll. Anspruch auf Mallorca, Alicante, die Nachbarregion in Nordfrankreich. Die heutigen Grossdemonstrationen der Separationsgegner in Barcelona jucken ihn nicht. Er hat die Deutungshoheit für sich gepachtet und schwafelt von den 90% der separatistischen Dreifachwähler seiner Privatveranstaltung namens "Referendum", die die Mehrheit der Spaltungsgegner aufgrund ihrer schlüpfrigen Durchführung ohne demokratische Garantien und Wahlmanipulationen ignoriert haben. Daran ändert dann auch ein Mann mit Kind auf dem Arm nichts. Die Macht der Bilder ist zwar gross, aber ganz so einfach geht es dann auch nicht.

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genugistgenug 08.10.2017, 21:26
3. Rajoy ist einfach stur

Er hat schon als stellvertretender Chef die Gespräche hintertrieben, nun müsste er über seinen eigenen Schatten springen - also bleibt man lieber stur. Die Frage ist nur was die Autonomie sollte, wenn sowieso in Madrid alles entscheiden wird. Ist das nur Postenversorgung von Parteifreunden in Katalonien oder die Sicherung der Pfründe in Madrid?
Von der Logik her haben die Katalanen alles richtig gemacht und Rajoy ist voll reingetappt, als er die Miliz losschickte und knüppeln ließ.
Als weit Außenstehender fragen wir uns natürlich, was alles an den Vorwürfen zu Selbstbedienung in Madrid dran ist - vor allem weil manisch jedes Gespräch verweigert wird.

Mal sehen wie es weitergeht und ob damit endlich der Euro crasht.

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lala10 08.10.2017, 21:30
4.

So langsam merkt die katalanische Bevölkerung was es heißt auszusteigen.Die Firmen wandern aus bzw. der Ausstieg aus der EU wird parallel erfolgen.Damit ist die Herrlichkeit vorbei.Das sollten die Leute bedenken.Und zudem ist das ganze mit dem spanischen Grundgesetz nicht vereinbar.

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j.w.pepper 08.10.2017, 21:30
5. Unfug.

Zitat von geando
Wenn Spanien ein klares "Nein" bei der Abstimmung zur Unabhängigkeit Kataloniens erwarten würde, hätten sie die Abstimmung nicht derart massiv behindert.
Gegner der Abspaltung haben die Abstimmung schon deshalb boykottiert, um ihr keine Scheinlegitimität zukommen zu lassen. Weitere haben sich von der "Staatsmacht" - sei sie legitim oder nicht, und ich meine "ja" - abhalten lassen, überhaupt zu den Urnen zu gehen.

Und letztlich behauptet nicht einmal die Puigdemont-Fraktion, dass es sich bei Katalonien um ein unterdrücktes Minderheitsgebiet handelt. Was übrig bleibt, ist eine Art Lega Nord auf Spanisch: "Wir" Erfolgreichen wollen nicht für die weniger Erfolgreichen im Rest der Republik bezahlen. Brexit auf Spanisch, aber eher noch widerlicher.

Ich wünsche dem Königreich Spanien viel Glück und Erfolg bei der Niederschlagung dieser in jeder Hinsicht völlig ungerechtfertigten "Unabhängigkeits"-Bestrebungen, die so oder so letztlich (mindestens wirtschaftlich) zum Scheitern verurteilt sind.

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Ein Liberaler 08.10.2017, 21:32
6. Europa der Regionen

Man muss kein Separatist sein, um zu erkennen, dass manches nicht funktioniert. Genau wie Catalunia vs España hat ja auch die BRD ein schon lange währendes Problem mit Bayern.
Die Lösung, dass die jeweilige Region weiterhin zwingend unter der Fuchtel des Nationalstaates bleiben muss, ist kontraproduktiv.
Eine schlechte Ehe endet mit Scheidung. Der einzige Weg, einen (Ehe) krieg zu vermeiden. Jeder Vertrag muss aufgekündigt werden können, ansonsten ist er sittenwidrig.
Da Europa insgesamt kriselt, wäre es an der Zeit, endlich ernsthaft über eine neue Verfassung in Europa nachzudenken, einem Europa der Regionen, in dem man die bisherigen Nationalstaaten nicht mehr zwingend braucht.
Dass es im Falle so einer Scheidung natürlich wirtschaftliche Folgen und Konsequenzen gibt, sollte aber auch allen Beteiligten klar sein.

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Zaunsfeld 08.10.2017, 21:35
7.

Wenn Rajoi schlau ist, wird er sich jetzt zurück lehnen und einfach gar nichts machen. Einfach zusehen, wie die katalonische Regierung sich für unabhängig erklärt, dann zusehen wie Katalonien aus der EU und aus dem Euro fliegt, zusehen wie die Zollgrenzen hochgehen und wie ein großer Teil der exportorientierten Unternehmen, die zu 85% für den spanischen und EU-Binnenmarkt produzieren, nach Spanien übersiedeln, da es für die meisten Unternehmen einfach keinen Sinn macht, an einem Ort zu produzieren und tätig zu sein, von wo aus sie ihre Waren gar nicht nach Spanien und in die EU exportieren können.

Spätestens dann, wenn Katalonien anfängt, selbst Steuern von diesen Unternehmen zu fordern, werden die Unternehmen gehen. Denn da Spanien die Unabhängigkeit nicht anerkennen wird, wird Madrid natürlich weiterhin von diesen Firmen ebenfalls Steuern verlangen. Da aber die Steuerzahlung an Madrid den Zugang zum europäischen Binnenmarkt gewährleistet, die Steuerzahlung an Barcelona aber nicht, ist klar, für welche Variante sich die mesten Unternehmen entscheiden werden. Sie brauchen einfach Rechtssicherheit und werden sich deshalb auf Madrids Seite stellen.
Da Madrid, aber auch Frankreich, Italien, Bulgarien und andere Staaten, die im inneren mit Unabhängigkeitsfanatikern zu kämpfen haben, einer Aufnahme eines möglicherweise unabhängigen Kataloniens in die EU oder in die Zollunion niemals zustimmen werden, wird Katalonien ähnlich enden wie Andorra oder andere im Abseits stehende Mini-Staaten.

Dann kann Madrid seelenruhig zuschauen, wie Katalonien wirtschaftlich ausblutet.

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Zaunsfeld 08.10.2017, 21:38
8.

Zitat von geando
Wenn Spanien ein klares "Nein" bei der Abstimmung zur Unabhängigkeit Kataloniens erwarten würde, hätten sie die Abstimmung nicht derart massiv behindert. Die Nervosität Madrids im Umgang mit Katalonien beweist, das der Rückhalt hinter den "Separatisten" tatsächlich sehr umfassend sein muss.
Das ist Quatsch. Spaniens Behörden sind dazu verpflichtet, Rechtsstaatlichtkeit und die Einhaltung der Verfassung sicherzustellen. Da das so genannte Referendum selbst im katalonischen Parlament auf undemokratische Weise zustande gekommen ist als auch die Tatsache, dass dessen Durchführung gegen die spanische Verfassung verstößt, konnte Madrid gar nicht anders, als es zu verbieten und das Verbot auch durchzusetzen.
Das wäre in Deutschland und in jedem anderen Staat der Welt ganz genauso gehandhabt worden. Dass Rajoi sich bei der ganzen Sache hölzern und ungeschickt angestellt hat, ist eine andere Frage, aber wie gesagt ein solches Verbot wäre auch in jedem anderen Staat der Welt, der versucht sich an seine Verfassung und die eigenen rechtsstaatlich gegebenen Regeln zu halten, genauso durchgesetzt worden.

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equigen 08.10.2017, 21:45
9. Putsch, nichts anderes

Es ist offensichtlich, dass die Abstimmung gesetzeswidrig war. Es ist offensichtlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung Kataloniens gegen die Abspaltung ist. Das Ganze ist offensicthtlich ein Putsch. Die Zentralregierung KANN da gar nicht mehr lange zusehen. Wenn Herr Putschmon das auf die Spitze treibt wird er Dienstag im Gefängnis landen und dann wird gewaltsam für Ruhe gesorgt werden müssen, damit die Putschisten nicht ein Bundesland für sich in Geiselhaft nehmen können. Gegen den Willen von ca. 70% der Bevölkerung. Die Zentralregierung muss das Volk vor diesen Spinnern schützen. Die haben jetzt schon erhebliche Schäden angerichtet.

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