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Puigdemonts Flucht aus Katalonien: Carles, go home!
REUTERS

Mit seiner Flucht nach Belgien schadet Carles Puigdemont der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung - und hilft seinen Widersachern in Madrid. Dabei würde er seiner Sache sogar dienen, wenn er sich einem Prozess stellt.

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tomoko.suzuki 31.10.2017, 18:57
1. Armer Irrer

Das Ganze bekommt jetzt fast tragische Züge: Er irrt durch Europa, fest überzeugt von "seiner" Sache und sieht sich dabei als der verfolgte Robin Hood, der Rächer der Geächteten.
Er täte gut daran, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Er wird nicht verfolgt. Keiner will ihm an den Kragen. Dass er sich mit wirklich Verfolgten auf eine Stufe stellt ist dabei zynisch und respektlos. Er ist ein Showman und die Show ist gerade zu Ende gegangen. Das sollte er einfach realisieren und ruhig nach Hause gehen.

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ein_deutscher 31.10.2017, 19:03
2. Seltsames Demokratieverständnis des SPON

Es handel sich um die "legitime Regierung Kataloniens" und die hat wie folgt entschieden: "Wir sind als ein Teil der Regierung nach Brüssel gekommen, um im Herzen Europas das katalanische Problem deutlich zu machen." Ein anderer Teil sei in Katalonien geblieben, um dort als "legitime Regierungsvertreter Politik zu machen".

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bold_ 31.10.2017, 19:04
3. In 90 Tagen ist die Wahl bereits Geschichte!

Gelten die 90 Tage in Summe - oder kann er sich zwischendurch woanders aufhalten, z. B. in Rumänien,
und sich dann für weitere 90 Tage in Belgien aufhalten?

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chickenrun1 31.10.2017, 19:08
4.

Puigdemont wird schon einen Plan haben. PR mäßig hat er bisher alles richtig gemacht. Es wäre den Katalanen zu wünschen, bei diesen vorbildlichen Bemühungen die Unabhängigkeit zu verwirklichen. Bei den letzten Drohungen aus Madrid ist natürlich zu befürchten, dass im Spanien kein gerechtes Verfahren zu erwarten ist. Wenn man sich überlegt wer sonst hier nach Europa einmaschieren kann und Asyl bekommt, ist es schon eine Frage wert warum dies in Europa so abwegig dargestellt wird.

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haresu 31.10.2017, 19:15
5. So viel Dummheit muss bestraft werden

Verantwortungslose Politiker wie Puigdemont verdienen den Knast, sie haben ihr Volk gespalten und ihrem Land erheblichen Schaden zugefügt. Selbst eine gelungene Abspaltung wäre wirtschaftlich ein Desaster geworden, die Katalanen haben jetzt noch halbwegs Glück gehabt. Einen funktionierenden Staat hätten sie nie auf die Beine gebracht. Der katalonische Nationalismus verdient auch keineswegs mehr Sympathie als der spanische. Nationalismus verdient grundsätzlich keine Sympathie und meistens dient er ohnehin ganz anderen Interessen. Worauf es ankommt sind demokratische und solidarische Staaten.

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ortibumbum 31.10.2017, 19:16
6. Realitätsverlust...

Zitat von ein_deutscher
Es handel sich um die "legitime Regierung Kataloniens" und die hat wie folgt entschieden: "Wir sind als ein Teil der Regierung nach Brüssel gekommen, um im Herzen Europas das katalanische Problem deutlich zu machen." Ein anderer Teil sei in Katalonien geblieben, um dort als "legitime Regierungsvertreter Politik zu machen".
Puigdemont ist abgesetzt; demokratisch gewählt und demokratisch abgesetzt. Also kann er nicht in Europa 'rumreisen und für Katalonien sprechen. Er ist nichts mehr! Wir werden es erleben: Er bleibt solange in Belgien, bis die Neuwahlen vorbei sind und er ohne Strafe wieder ins Land darf. Mit seinem Verhalten ist die gesamte Aktion als ad absurdum geführt.

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Captain-Yossarian 31.10.2017, 19:16
7.

Es handelt sich nicht um die legitime Regierung der spanischen Region Katalonien, denn diese wurde nachdem sie mehrfach gegen die verfassungsmaessige Ordnung Spaniens und gegen die verfassungsmaessige Ordnung der Region verstossen hat, abgesetzt.

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chardon 31.10.2017, 19:20
8. @ 2 ein_deutscher

Zitat von ein_deutscher
Es handel sich um die "legitime Regierung Kataloniens" und die hat wie folgt entschieden: "Wir sind als ein Teil der Regierung nach Brüssel gekommen, um im Herzen Europas das katalanische Problem deutlich zu machen." Ein anderer Teil sei in Katalonien geblieben, um dort als "legitime Regierungsvertreter Politik zu machen".
Dann doch eigentlich nicht nach Brüssel, sondern nach Strasburg! Zum Europarat! Das katalanische Problem ist ein spanisches und kein europäisches.

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erdmann.rs 31.10.2017, 19:20
9. Unabhängigkeit

Ob es - im Sinne des europäischen Gedankens - "sinnvoll" ist, wenn
sich eine Region wie Katalonien vom spanischen Staat abspalten
will, kann man sich natürlich fragen.
Die Katalanen glauben, dafür ausreichend Grund zu haben.
Katalonien ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2016 die wirtschaftsstärkste Region Spaniens. „Catalunya“, wie die Region auf Katalanisch heißt, stellt 16 Prozent der spanischen Bevölkerung, trug in 2016 aber 19 Prozent zum spanischen BIP bei und wuchs mit 3,5 Prozent stärker als Gesamtspanien (3,2 Prozent).
Entsprechend trägt Katalonien überdurchschnittlich zum spanischen Steueraufkommen bei, beklagt sich aber, dass es finanziell von der Zentralregierung in Madrid stranguliert und bei staatlichen Investitionen im Vergleich mit anderen Regionen diskriminiert wird.
D a s müsste doch eigentlich überprüfbar sein?
Auch wenn es sich um einen anderen Sachverhalt handelt, man könnte das mit der Rolle der Geberländer in Deutschland vergleichen.
Bayern ist z.B. eines der großen "Geberländer" und möchte, dass
der Länderfinanzausgleich anders - besser für Bayern - gestaltet wird.
Man stelle sich den eher unwahrscheinlichen Fall vor, Bayern wollte
aus dem föderalen Bund austreten, sich selbständig machen und
es gäbe dazu ein - erfolgreiches - "Bayerisches Referendum".
Wäre es vorstellbar, dass ein solches Referendum in Bayern mit
Polizei- und Militärgewalt bzw. - präsenz behindert werden würde?
Wäre es vorstellbar, dass dem Anführer dieser Rebellion (Seehofer)
dafür bis zu 30 Jahre Gefängnis drohen würden?
In Spanien scheint es möglich, o b w o h l Spanien doch auch eine
westliche, eine europäische Demokratie ist.

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