Forum: Politik
Puigdemonts Flucht aus Katalonien: Carles, go home!
REUTERS

Mit seiner Flucht nach Belgien schadet Carles Puigdemont der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung - und hilft seinen Widersachern in Madrid. Dabei würde er seiner Sache sogar dienen, wenn er sich einem Prozess stellt.

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Profff 31.10.2017, 20:11
30. Woher die SPON-Sympathie mit den Verfassungsfeinden?

Es wundert mich doch sehr warum Journalisten wie Herr Hecking Sympathien für die spanischen Verfassungsfeinde aufwenden. Hier wurde gegen alle Rechtsgrundsätze und natürlich die spanische Verfassung ein Referendum angezettelt, mit einer Rethorik als seien die Katalonen die Bosnier, Albaner oder Rohingas Südeuropas und als sei die Unabhängigkeitsbewegung getragen von der Mehrheit der Bevölkerung. Gerade linkslastige Journalisten sollten sich fragen, ob sich hier nicht einfach eine reiche Region aus der nationalen Solidarität (Steuern!) verabschieden will, wie auch im Fall der Lega-Nord in Italien. Der richtige deutsche Vergleich wäre wenn die CSU den Freistaat Bayern zu einem echten Staat machen wollte und dabei einfach mal das Grundgesetz übergeht - überlegen Sie mal was in Deutschland los wäre!

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kuac 31.10.2017, 20:17
31.

Zitat von erdmann.rs
......Man stelle sich den eher unwahrscheinlichen Fall vor, Bayern wollte aus dem föderalen Bund austreten, sich selbständig machen und es gäbe dazu ein - erfolgreiches - "Bayerisches Referendum". Wäre es vorstellbar, dass ein solches Referendum in Bayern mit Polizei- und Militärgewalt bzw. - präsenz behindert werden würde? Wäre es vorstellbar, dass dem Anführer dieser Rebellion (Seehofer) dafür bis zu 30 Jahre Gefängnis drohen würden?.....
Wer nie beitrat, kann nicht austreten:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bverfg-urteil-bayern-darf-deutschland-nicht-verlassen-14603200.html

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vaikl 31.10.2017, 20:17
32. Seltsames Rätselraten Ihrerseits

Zitat von Jimmy.B.
Seltsames Verständnis des Autors! Rät er etwa auch allen Exil-Regierung in ihre Heimatländer zurückzukehren um sich dort den Häschern der politischen Verfolgung auszusetzen? Rät er etwas Edward Snowden in die USA zurück zukehren? Fast alle politisch Verfolgen haben in ihren Heimatländern gegen die dortigen Gesetze verstoßen weil sie nach Unabhängigkeit, Freiheit oder Wahrheit strebten, warum sollte also Puigdemont auf einmal ein fahneflüchtiger Feigling sein?
Da er im Gegensatz zu allen anderen Exil-Separationsführern in seiner Heimat ein absolut faires Verfahren erwarten darf, ist dort die für ihn einzige Gelegenheit, seine Anschuldigungen gegen die spanische Regierung mit Inhalt und Fakten zu füttern und den Prozess klar zu gewinnen, sollte sein Standpunkt und all das, was er seinen Anhängern vorgebetet hat, richtig sein. Von irgendwelchen "Remote"-Statements - ob nun aus Brüssel, Rio oder auf den Aleuten - wird sich kein spanisches Gericht beeinflussen lassen.

Es könnte sich natürlich auch herausstellen, dass er seine Katalanen nach Strich und Faden belogen hat und deswegen in den Sack haut - dann wäre er halt der angesprochene fahnenflüchtige Feigling.

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atmin 31.10.2017, 20:19
33. Ich habe es also richtig verstanden, als ich es nicht verstand.

Das Ganze war mir die ganze Zeit schon ein Rätsel. Wie bitte das? Wer spielt hier Kindergarten und warum? War das etwa so ein Blödsinn wie der Brexit, wo auch nur vor der Geschichte minderwertige Politiker sich zumindest irgendwie zu profilieren suchten?

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Migo3024 31.10.2017, 20:20
34. Ein Zitat

Der belgische Vize-Premierminister Kris Peeters - selbst nicht Mitglied der flämischen Nationalistenbewegung - kritisierte Puigdemont allerdings. "Wenn man Unabhängigkeit ausruft, bleibt man besser in der Nähe seines Volkes"

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Klarstellung 31.10.2017, 20:26
35.

Zitat von erdmann.rs
Ob es - im Sinne des europäischen Gedankens - "sinnvoll" ist, wenn sich eine Region wie Katalonien vom spanischen Staat abspalten will, kann man sich natürlich fragen. Die Katalanen glauben, dafür ausreichend Grund zu haben. Katalonien ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2016 die wirtschaftsstärkste Region Spaniens. „Catalunya“, wie die Region auf Katalanisch heißt, stellt 16 Prozent der spanischen Bevölkerung, trug in 2016 aber 19 Prozent zum spanischen BIP bei und wuchs mit 3,5 Prozent stärker als Gesamtspanien (3,2 Prozent). Entsprechend trägt Katalonien überdurchschnittlich zum spanischen Steueraufkommen bei, beklagt sich aber, dass es finanziell von der Zentralregierung in Madrid stranguliert und bei staatlichen Investitionen im Vergleich mit anderen Regionen diskriminiert wird. D a s müsste doch eigentlich überprüfbar sein? Auch wenn es sich um einen anderen Sachverhalt handelt, man könnte das mit der Rolle der Geberländer in Deutschland vergleichen. Bayern ist z.B. eines der großen "Geberländer" und möchte, dass der Länderfinanzausgleich anders - besser für Bayern - gestaltet wird. Man stelle sich den eher unwahrscheinlichen Fall vor, Bayern wollte aus dem föderalen Bund austreten, sich selbständig machen und es gäbe dazu ein - erfolgreiches - "Bayerisches Referendum". Wäre es vorstellbar, dass ein solches Referendum in Bayern mit Polizei- und Militärgewalt bzw. - präsenz behindert werden würde? Wäre es vorstellbar, dass dem Anführer dieser Rebellion (Seehofer) dafür bis zu 30 Jahre Gefängnis drohen würden? In Spanien scheint es möglich, o b w o h l Spanien doch auch eine westliche, eine europäische Demokratie ist.
Ist schon deshalb nicht möglich, da die Franken vorneweg einen eigenen autonomen Staat haben wollten, leben diese doch seit 1803 unter dem Diktat der Altbaieren. Aber ohne Franken und deren wirtschaftlicher Potenz und dessen Territorium, ist "Bayern" nichts, außer ein paar Alpenpässen und München, also alles im Lack und besser nicht wieder in die absurde Kleinstaaterei verfallen, die Chinesen und Amerikaner lachen sich doch ohnehin über uns kaputt.

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Wellenreiterin 31.10.2017, 20:33
36. Das macht er so schon richtig so

Diese völlig überzogenen Anlagen der Staatsanwaltschaft und die irrationale Kaution zeigen doch klar, daß Puigdemont in Spanien kein faires und rechtsstaatliches Verfahren ersten darf. Rajoy und seinen Spießgesellen geht es schon lange nicht mehr um eine demokratische und gerechte Lösung für eine offensichtliche finanzielle Schieflage in den Beziehungen Kataloniens zum spanischen Zentralstaat. Vielmehr geht es ihnen offensichtlich nur noch darum, gegen eine ausgebeutete Kolonie, die abtrünnig zu werden droht, eine möglichst harte Strafexpedition durchzuführen, aus einer Haltung der Arroganz der Macht heraus, um ein für allemal ein unvergeßliches Exempel zu statuieren.
Sich nicht zum Märtyrer zu machen ist ein Zeichen von Klugheit und nicht von Feigheit.
Ich wünsche den Katalanen Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.

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jakob.herman 31.10.2017, 20:33
37.

Zitat von Stäffelesrutscher
Ich lese gerade auf El País, warum die Madrider Zentralregierung in so heller Aufregung darüber ist, dass die halbe katalanische Regierung doch tatsächlich in Brüssel politische Kontakte pflegt: im Vergleich zu Juni 2017 haben sich im Oktober 2017 die Umfragewerte für mehr Rechte Kataloniens deutlich erhöht: 40,2 % (vorher 34,7 %) wollen Katalonien als einen unabhängigen Staat. 21,9 % (vorher 21,7 %) möchten Katalonien als Staat innerhalb eines föderalen Spaniens. 27,4 % (vorher 30,5 %) wollen den Status der Autonomen Region beibehalten. 4,6 % (vorher 5,3 %) wollen die Autonomie beseitigen und das haben, was Rajoy Statthalterin gerade durchsetzen soll. Also: 62,1 % wollen mehr Autonomie. Eine satte Mehrheit.
Ja dann sollte die satte Mehrheit mal am 21. Dezember legal wählen gehen.

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nenntmichishmael 31.10.2017, 20:39
38. Unfassbar

Unfassbar, dass der SPIEGEL - und sei es auch nur in einem auf einer Einzelmeinung beruhenden Kommentar - für eine rechtsbrecherische, verlogene und jämmerliche Unabhängigkeitsbewegung und ihre Vertreter nicht nur Sympathien äußert, sondern geradezu eine Gebrauchsanweisung für die Durchsetzung der Unabhängigkeit vom Stapel lässt. Hecking, go home....

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razer 31.10.2017, 20:39
39. Schreibtischtäter fordert Puigdemonts zum"heldenhaften" Verbleiben auf

Zitat "Seine Flucht aus Katalonien sieht einfach nur feige aus. Außerdem ist eine Verurteilung wegen Rebellion alles andere als sicher. " Wie kommen Sie zu solch einer Einschätzung ? Selbstverständlich drohen Puigdemonts bis zu 30 Jahren Gefängnis, das ist nur eine Frage wie das spanische Gesetz von den Richtern ausgelegt wird. Selbstverständlich kann man von einem Schreibtisch in HH immer andere zu "Heldentaten" aufrufen.
Sie schreiben doch selber "Denn Puigdemont und Co. haben nie zu Gewalt aufgerufen, sondern immer nur zu friedlichem Protest." wieso ist dann folgendes, angeblich völlig legales passiert: Zitat "Ganz normale Menschen, die sich den spanischen Polizisten entgegen gestellt haben, die geknüppelt wurden oder sogar Gummigeschosse eingesteckt haben: um die Wahllokale zu "beschützen"." Was der spanische Polizei-u. Justizapparat sich noch einfallen läßt, gegen Puigdemonts und seine Mitstreiter, können Sie nicht im Geringsten, von Ihren Schreibtisch in HH, beurteilen.
Im Übrigen hätte m.M.n. die katalanische Regionalregierung die Abstimmung, gegen die spanische Verfassung, unter diesen Umständen niemals durchführen dürfen-schon alleine um die katalanischen Bürger nicht so extrem zu gefährden.
Die Hardliner in Madrid hätten natürlich viel gelassener auf die illegale Abstimmung reagieren müssen, um die friedlichen Büger nicht zu gefährden und Extremisten-auf beiden Seiten- keine Chance zu geben.
Wenn es dumm läuft für ganz Spanien, verlieren die Katalanen weitgehend ihre Autonomie und es könnte sich bewaffneter Wiederstand nach dem Vorbild der ETA bilden.

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