Forum: Politik
Putin und die Ukraine-Krise: Das falsche Feindbild
AFP

Mit Sanktionen und Säbelrasseln schüren EU und USA die Furcht vor einer russischen Expansion. Das ist die falsche Antwort auf Putins Griff nach der Krim. Denn der Expansionsdrang des Kreml-Chefs ist nicht unersättlich - anders als der des Westens.

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dx456 24.03.2014, 16:43
170. Putin oder Steinmeier

Zitat von sysop
Der Expansionsdrang des Kreml-Chefs ist nicht unersättlich - anders als der des Westens.
Ich denke, dass der Artikel etwas übersieht. Wenn die Ukrainer ihren Präsidenten absägen, dann ist das IHRE Sache. Wenn aber der Herr Steinmeier aus Deutschland kommt, um den ukrainischen Präsidenten aus dem Amt zu drängen, dann ist das etwas anderes.
Der ungeschickte Herr S ist ja Teil der Clique von Deutschen, die meinen, Deutschland müsse "weltpolitisch" eine größere Rolle spielen.

Ich denke Putin hat Herrn S einfach auf die Finger gehauen, von wegen weltpolitisch größere Rolle und so. Putin hat mit der Ukraine seit Jahren gerangelt und hätte das wohl auch noch länger friedlich getan.

Angesichts eines "größeren weltpolitischen Einflusses" der BRD und der EU vor seiner Haustüre hat er eben einfach deutlich Njet gesagt.

Ich denke Herr S müsste dringend aus der Politik entlassen werden. Der durch seinen welt-geschichtlich- ignoranten Vorstoß ausgelöste Schaden läßt befürchten, dass weiteres Porzellan zerschlagen wird.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass Herr S völlig unsachgemäß auftritt. Ich fühle mich als Deutscher, durch seine Ignoranz auf der öffentlichen Bühne beschmutzt.

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schwaebischehausfrau 24.03.2014, 16:43
171. Treffende Analyse..

und es ist wirklich erschreckend, wie wenig sich westliche Politiker in die Gemütslage Russlands hineinversetzen können (oder wollen). So wie man aufgrund der Historie verstehen kann, dass sich Polen, Tschechien, Litauen etc. jetzt als "Hardliner" gegenüber Russland aufführen, so muss man umgekehrt auch die russische Wahrnehmung ein wenig verstehen, von EU und NATO bedrängt zu werden. Und wenn Frau von der Leyen bei NATO (und wahrscheinlich auch EU) von einem "demokratischen Wertekanon" spricht, ignoriert sie schlichtwegs, dass dies bei Russland (und sicher auch anderen Ländern) primär als wirtschaftliche Expansionsgelüste daherkommt.

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MiniDragon 24.03.2014, 16:43
172. Danke Herr Augstein

1http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=121771&p=15244558&viewfull=1#post 15244558
Zitat von MiniDragon
Vielleicht sollten die Westeuropäer Putin- Russland nicht nur nicht mit weiteren Sanktionen drohen, sondern noch mehr Hilfe bei der industriellen Modernisierung des Landes anbieten. Auf keinen Fall sollten die Medien die antirussischen Gefühle, welche es in der Bevölkerung sowohl der baltischen Staaten als auch in Polen wie auch bei ehemaligen DDR- Bürgern noch immer gibt, verstärken.
Jakob Augstein scheint das begriffen zu haben.
Auch an ihn die Bitte :Weiter so!

(Do ut des )

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heiko1977 24.03.2014, 16:44
173.

Zitat von mistermoe
Wenn man die Rhetorik von Putin und einem gewissen deutschen Politiker von vor 80 Jahren vergleicht, sieht man schon deutliche Parallelen.
Diese Parallelen kann man aber auch bei der Konstruktion von Kriegesgründen im Westen erkennen. Da haben wir den Radiosender Gleiwitz, dort haben wir Angriffe in der Bucht von Tonking, Frühchen in Brutkästen und Massenvernichtungswaffen.

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Tron3000 24.03.2014, 16:44
174. Schulden nein.

Zitat von DonCarlos
Für Viele die es immer noch nicht wissen: die DDR.
Die DDR war nicht bankrott. In der DDR gab es keine Schulden. Lag an den Steuermechanismen.

Die Schulden wurden mit der Wiedervereinigung erzeugt, da kein Geldrückfluss mehr an die Firmen durch den Staat erfolgten. Sprich die Arbeiter wurden Systembedingt um ein Jahr Arbeit betrogen.

Thema Wirtschaften in einer Staatswirtschaft, hier DDR.

Übrigens die Deutsche Bank, fand den Deal gut, hat sie doch die Gesetze dafür schreiben dürfen......

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dupontm 24.03.2014, 16:45
175. Augstein, Köppel....?

Ich kann nicht nachvollziehen, wie man solche Dinge ernsthaft behaupten kann.
Das doch Sophismen. Hat sich Augstein etwa von Roger Köppel inspirieren lassen?
Die Realität ist eine russische, militärisch-politische Aggression mit dem Ziel der Zugewinnung von Hoheitsgebieten, ein Eroberungskrieg ohne nennenswerten Schusswaffengebrauch, jedoch mit massiven militärischen Mitteln.
Der nächste Schritt erscheint logisch: ein Sichelschnitt der die Ukraine vom Meer abschneidet und die Annexion der Küstenregion bis Odessa und der östlichen Teile Moldaviens.
Die Frage ist, ob der Westen das zulassen will, und wenn nicht, welche Massnahmen jetzt getroffen werden müssen, damit das nicht passiert.
Die Apologeten im Stile Augstein's sitzen da im genaz falschen Dampfer.

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erwin777sti 24.03.2014, 16:45
176. Danke, mistermoe, Sie schreiben mir aus dem Herzen.

ich bin Schweizer, habe dort auch 25 Jahre gelebt, die letzten 20 in Moskau; für einen Kleinstaatler ist die Einhaltung des Völkerrechts UNABDINGBAR,
für einen Demokraten ist die Missachtung von Menschenrechten und Minderheiten seitens Putin DESPOTISMUS.
Deshalb halte ich die Position von Jakob Augstein als UNANGEBRACHT;
Bismarck, russisch-japanische Seeschlacht 1905, 1895 nach Ägypten –
alles bla-bla-bla, Belesenheitsbeweis, aber eigentlich nur Zerreden.
Dies zum Nutzen von W.W.Putin, gestartet bei KGB als Dissidentenjäger –
Menschenwürde kennt er nicht, bloss Dialektik, Zynismus, Repression;
Kultur, Geschichte, Wirtschaft, Finanzen, Diplomatie, Effizienz sind ihm fremd,
sein beruflicher Bildungsweg ist der Kasernenhof –
mit Beispielen verabscheuungswürdigster Parolen -,
seine Denkkategorien sind Befehle und deren widerspruchslose Umsetzung.
Die resultierende Degradierung von Kompetenz ist für Russland systematisch;
Korruption ist auch in Putins Feudalherrschaft Entscheidungspriorität № 1 geworden.

Zitat von mistermoe
Wenn man die Rhetorik von Putin und einem gewissen deutschen Politiker von vor 80 Jahren vergleicht, sieht man schon deutliche Parallelen. Nicht umsonst haben sich die ehemaligen sowjetischen "Bruderländer" im Baltikum sowie Polen, Tschechien, Ungarn nach Westen gewandt und nicht nach Russland, weil der Anspruch gerade von Putin immer noch der einer slawischen Supermacht ist, die ihren "Brüdern" diktiert, wo es lang geht. Und anders als Bismarck ist bei Putin nicht die Erschaffung und Vereinigung des Vaterlandes das Ziel, sondern die Rückeroberung der ehemaligen Sowjetrepubliken. Da es wirtschaftlich nicht geht, wird eben zur Waffe gegriffen. Bei allem Verständnis und geschichtlichen Rückblick, . Und welchen deutschen Interessen schadet es denn genau wenn wir uns solchen Aggressionen entgegenstellen. Gerade Deutschland muss sich aus geschichtlichen Gründen dagegenstellen, schliesslich haben wir auch schon mal Gebiete "wiedervereinigt" um die deutsche Bevölkerung zu schützen. Fragen sie dazu mal in Böhmen und Mähren nach, in Siebenbürgen oder auch Österreich.

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nachopepe 24.03.2014, 16:45
177. Putin war nie am Westen interessiert....

... Er hat zu Sowjetzeiten bis zum Schluss gegen den Westen agiert und ich erinnere mich an eine spannende Doku über den damaligen EU-Ratspräsidenten Rasmussen, in der man Putin sieht wie er beim Rausgehen nach einer Rede im Europaparlament murmelt "Alles Banditen". Dass sich zwei totalitäre Staaten wie China und Russland verbünden, ist auch kein Abwehrkampf Asiens gegen den Westen. Putins Russland hat nur jedes gute Verhältnis zu den demokratischen Staaten der Erde verspielt. Ein total verquerer Kommentar von Augstein. Er hat ja manchmal gute Ansätze, aber er durchdenkt die Sache nicht.

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Thorrbert 24.03.2014, 16:45
178.

Zitat von fuenfringe
das ist doch Unfug. Die ehemaligen Ostblockländer haben sich nach Westen gewandt, weil sie EU Fördermittel gesehen haben. Die Westwirtschaft hat sie gekauft, wie damals die DDR mit dem goldenen Glanz des Kommerzes und dem Versprechen der blühenden Landschaften. "Allen wird es besser und niemandem schlechter gehen" und so blablabla. Der gleiche Mechanismus hat auch da wieder gegriffen und jetzt eben bei der Ukraine. Russland kann sich die Länder nicht so einfach kaufen, wie die größte Exportmacht der Welt - die EU. Und die EU lässt anschliessend, wie D im Fall der DDR, die annektierten Gebiete ausbluten durch ihre überlegene Wirtschaft. Deshalb will man doch die Länder holen: neue Märkte.
Jaja, der Westen hat die Bevölkerungen dieser Länder gekauft mit dem schnöden Mammon, und der Aussicht auf ein besseres Leben. Und die dummen Konsumschafe sind einfach gefolgt und haben die glänzenden Errungenschaften des real existierenden Sozialismus, des Warschauer Paktes, der sozialistischen Brudervölker einfach hinter sich gelassen.

Völlig klar, das berechtigt Moskau, die dummen Schafe mit militärischer Weisheit wieder heim in die Sphäre der Erleuchtung zu holen. Und natürlich, die DDR wurde annektiert.

fuenfringe, Sie haben einen intellektuellen Offenbarungseid abgelegt.

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ryde_chris 24.03.2014, 16:46
179. Was soll das?

Zitat von sysop
Mit Sanktionen und Säbelrasseln schüren EU und USA die Furcht vor einer russischen Expansion. Das ist die falsche Antwort auf Putins Griff nach der Krim. Denn der Expansionsdrang des Kreml-Chefs ist nicht unersättlich - anders als der des Westens.
Es zieht mir die Schuhe aus: „Der Westen ist nie saturiert und darum unersättlich.“ Eine über 100 Jahre altes Zitat, bezogen auf die damaligen Kolonialmächte. Hat Herr Augstein nicht mitgekriegt, dass die Zeiten sich geändert haben. Nach dem 2. Weltkrieg hat sich ein Völkerrecht etabliert, dass unter anderem besagt, die territoriale Integrität der Länder soll unangetastet bleiben. Mit dem Grenzgewirr überall auf der Welt, historisch entstanden (in großen Teilen als Folge des 1. Weltkriegs) wären sonst kriegerische Auseinandersetzungen unvermeidbar. Stattdessen sollen im Konfliktfall Verhandlungen geführt werden.
Warum werfen Sie den USA vor, dass Google und Apple den „Globus prägen“, übrigens die Chinesen mit Baidoo und Alibaba, schon mitgekriegt? Muss man deshalb die USA zum Feind machen? Die Russen bringen auch hervorragende Kultur zustande (außer der „Mir“), warum aber nicht mehr?
Die NSA darf in solchem Artikel nicht fehlen, schon klar. Haben Sie nicht mitgekriegt, dass im Zusammenhang Ukraine gezielt Telefonmitschnitte veröffentlicht wurden. Also die Russen sind in dem Punkt wohl auch nicht ohne.
„Wenn die Russen Weltpolitik machen wollen, haben sie nur drei Werkzeuge: Erdgas, Waffen und ihren Sitz im Sicherheitsrat.“ Dieser Satz macht mir Angst Herr Augstein, denn Weltpolitik wollen die Russen wohl machen. Da hat Frau von der Leyden wohl recht, man muss dem eigene Stärke entgegensetzen.

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