Forum: Politik
Putin und die Ukraine-Krise: Das falsche Feindbild
AFP

Mit Sanktionen und Säbelrasseln schüren EU und USA die Furcht vor einer russischen Expansion. Das ist die falsche Antwort auf Putins Griff nach der Krim. Denn der Expansionsdrang des Kreml-Chefs ist nicht unersättlich - anders als der des Westens.

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ThinkPad 24.03.2014, 21:53
690. "Expasionsdrang" auf Ukrainisch

"Denn der Expansionsdrang des Kreml-Chefs ist nicht unersättlich - anders als der des Westens."
Hier ist ein Beitrag von Frau Timoschenko zu diesem Thema:
http://www.abc.es/internacional/2014...403241932.html
Für diejenigen, die kein Spanisch können: Timoschenko droht in einem abgehörten Telefonat, "nicht einmal vebrannte Erde zu hinterlassen, wo heute Russland ist". (Sie hat inzwischen die Echtheit des Gesprächs auf Twitter bestätigt: https://twitter.com/YuliaTymoshenko). Es lohnt sich übrigens die ganze Aufzeichnung nachzulesen...

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mahkacz 24.03.2014, 21:56
691. Erstaunliche Deutsche

Ich bin zutiefst erschrocken, wie gewalttätig die allgemeine Russophobie und der noch immer latente Antikommunismus emporbricht in diesen Tagen. Und in dieser Diskussionsrunde nur, weil ein paar kluge Worte zum gefälligen Nachdenken geäussert worden sind. Bei allem Respekt: aber Nachdenken vermisse ich bei der Mehrzahl der bisher geäusserten Kommentare: Das ist offenbar nach über 45 Jahren 'nach 1968' nicht mehr allgemein üblich! Dafür umsomehr Angst vor allem, was die als quasi-religiöse Dogmen daherkommende bundesdeutschen Neoliberalismus und Fremdenphobie in Frage stellen könnte. Wohl dem, der politisches und historisches Wissen hat und genügend Vernunft, dies anzuwenden.

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vebughy 24.03.2014, 21:56
692. Way of Life nicht live

Zitat von Spiegelkritikus
Der Krimkonflikt ist nur eine kleine Eskapade eines viel grösseren, seit langer Zeit schwelenden, grundlegenden Konflikts: Ist die amerikanische Weltsicht und -lebensweise verallgemeinerbar (ganz im Sinne des Kantischen kategorischen Imperativs)? Die Antwort lautet ganz klar: nein. Erstens darf die Welt nicht endgültig zum ohnmächtigen Opfer von Kapital- bzw. Herrschaftsinteressen werden und zweitens gibt es keinen letztlich religiös fundierten Herrschaftsanspruch über diesen sehr verwundbaren Planeten (Menschen, Tiere, Pflanzen, kurz: Natur). Historisch und ideologisch bedingt gingen in den USA Religion und Kapitalismus eine unheilvolle Liaison ein. Der zentrale Begriff "Freiheit" ist die die grenzenlosen "Persuit of happiness", zu der sowohl jeder einzelne als auch die Nation insgesamt göttliche Berechtigung haben. Das Weltherrschaftsstreben, das in einer engen Welt immer auf Kosten unzähliger anderer Erdenbewohner gehen muss, ist also historisch tief verankert. Der Kapitalismus amerikanischer Provenienz ist ein Desiderat längst überkommener religiösen Vorstellungen, er orientiert sich am egoistischen "Erfolg" und verband damit früher das Seelenheil bzw. die zusätzliche Belohnung im Jenseits. Dieses tief verankerte Muster hat sich im grenzenlosen Kapitalismus verselbständigt und treibt die Menschheit inzwischen in den Ruin. Es geht also um die ganz entscheidenden Fragen, wie eine gedeihliche, friedliche Existenz einer riesigen Gemeinschaft faktisch gleichberechtigter Menschen dauerhaft möglich ist. Das amerikanische Modell jedenfalls führt nicht nur in immer mehr "kleine" Katastrophen, sondern am Schluss in die finale.
Ist einer diesen Putinisten schonmal in Russland gewesen? Das Land ist die pure Hölle, Arm, dreckig und Männer schaffen es im Durchschnitt nicht mal bis 60. Die meisten saufen und rauchen sich in den Tod. Was für ein großartiges Land. Welche russischen Produkte verwende ich. Kein einziges. Russland ist eine als Staat verkleidete Tankstelle, die von Goldkettchen Rocker bewacht wird.

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westphalian 24.03.2014, 21:57
693. "die Werte russischer Kultur"

Zitat von sysop
Mit Sanktionen und Säbelrasseln schüren EU und USA die Furcht vor einer russischen Expansion. Das ist die falsche Antwort auf Putins Griff nach der Krim. Denn der Expansionsdrang des Kreml-Chefs ist nicht unersättlich - anders als der des Westens.
Mein Gott, Augstein... "Die Werte russischer Kultur", meinen Sie damit Homophobie, von offizieller Seite tolerierte Auftragsmorde, Unterdrückung von Meinungsfreiheit, Korruption, Vetternwirtschaft, Schwerverbrecher in Regierungspositionen, und und und? Ihre Verdrehung der Werte des Westens in die von großmachtsüchtigen Aggressoren, und Beschönigung der Aktionen, Absichten politischen Werte Russlands zeugt von extremer ideologischer Verblendung und Naivität, in einer Form, die man auch bei den Altgestrigen der Linkspartei leider sehen kann. Eines ist klar, je mehr wir "verständnisvoll" auf die russischen Aggressionen reagieren, desto mehr lacht sich Putin ob unserer Weichheit in die Fäuste, und wird sich nur noch bestärkt fühlen.

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93160 24.03.2014, 21:57
694. @andy

Zitat von andy2000münchen
Er hat leider keine Ahnung, wohin soll sich Putin wenden. Er braucht Geld für sein Militär. Augstein hat ein völlig falsches Bild von Putin. Russland ist nicht nur Putin. Wir sollten der Bevölkerung helfen und zeigen dass auch Putin verjagt werden kann wie es auch die tapfere Bevölkerung der Ukraine Janukowitsch verjagt hat. Das einzige Übel ist Putin der wieder die alte GUS möchte. Hier müssen wir alle uns abwenden und ihn isolieren und wirtschaftlich austrocknen.
Einen hochtintelligenten Menschen der sich sicherlich mit Geschichte und Politik auseinandersetzt ist schon mal eine Unerzogenheit.

Wie moechten Sie den Putin stuertzen? Nehmen Sie ein Gewehr in die Hand und schreiten nach Russland? Wie arrogant ist das? Merken Sie garnicht wie so eine Aussage bei anderen Menschen,( mein Beispiel Frankreich) ankommt?
So langsam bekomme ich schon wieder Angst.

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katzenheld1 24.03.2014, 21:58
695. Kostenloser Tipp

Zitat von redbayer
wobei die "Gleichschaltung" wohl vielfach nur dem "vorauseilenden Gehorsam" folgt. Wer möchte denn schon gegen die GROKO oder gar Ministerrats- und Hinterzimmer-Entscheidungen der EU sein? Dieses Phänomen macht aktuell die gesamte Gesellschaft aus. Es gibt keine Opposition (alle wollen nur das gleiche wie Merkel), keinen Widerspruch von Intellektuellen, kein politisches Kabarett mehr, sondern nur "Einheit", Einheit und Einheit. Wie immer in Zeiten, in denen Deutschland "Weltmacht" gespielt hat.
So gegen Abend greifen Sie aber immer ganz tief in den Agitations-Morast, Herr Red Bayer (ist Red die eingedeutschte Form von Wladimir?).

Wie dem auch sei - es gibt tatsächlich in Deutschland noch politisches Kabarett. Ich denke sogar, man könnte Sie einbauen, bei den Wühlmäusen in Berlin vielleicht. Reichen Sie doch mal dort die Tagesausbeute Ihrer Beiträge ein.

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-turbomax- 24.03.2014, 21:58
696. @Sponposter2/Beitrag686

Was sollte das jetzt sein? Wunschdenken? Oder ein verzeifelter Versuch, alle, die nicht in den "Böse Russen, böser Putin"-Chor einzustimmen bereit sind, als Russen zu diffamieren? Und warum überhaupt diese Diffamierung? Wenn es so wäre und Putin sei so schlimm, würde diese "Russen" dann positive Darstellungen schreiben? Und wenn sie diese doch schreiben, würde das nicht eher darauf hinweisen, daß die deutschen "Nichtmitbasher" wie z.B. Herr Augstein oder auch ich vielleicht doch nicht völlig falsch liegen?
Eigentor!

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parcham7 24.03.2014, 21:59
697. Die Fehler

Zitat von nanonaut
Im Verlauf der Krise kristalisieren sich einige Fakten heraus: - Russland wird die Krim behalten. Unrecht hin oder her - Russland dreht niemals das Gas ab, wenn wir es nicht tun. Sonst pleite. - Komplexe Russlands sind keine Begründung für gar nichts - Wenn Putin uns beeindrucken will, soll er was richtiges schaffen, außer tumben Nationalstolz. Kann er aber nicht - Der Westen, bzw. die USA müssten noch viele Jahre sehr viele Fehler machen und Russland sehr viele Jahre alles richtig machen, bevor ein positiver Vergleich mit EU/USA/Japan/SüdKorea etc. überhaupt statthaft ist. Ergo: Augstein mal wieder
des Westens haben mir schon laengst gereicht. Aussergerichtliche Exekutionen, illegale Kriege, die Todesstrafe, das weltweit ausspionieren der NSA, gepanschte Gerichtsurteilen wie mit der Holy Land Foundation und die Cuban Five, Entfuehrungen , das illegal Betreiben von Gefaengnissen, das uns auferzwingen vom Verzehr von gentechnisch manipuliertes Getreide, das Beharren auf Voelkerrecht und zugleich ein Land im Mittleren Osten unterstuetzen dass seit 1948 das Voelkerrecht verletzt. Das alles reicht mir vollkommen. Und das Westen heisst das alle gut. Das Westen braucht fuer mich keine einziger Fehler mehr zu machen

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DerBlicker 24.03.2014, 22:01
698. vom anderen Stern

Zitat von Spiegelkritikus
Der Krimkonflikt ist nur eine kleine Eskapade eines viel grösseren, seit langer Zeit schwelenden, grundlegenden Konflikts: Ist die amerikanische Weltsicht und -lebensweise verallgemeinerbar (ganz im Sinne des Kantischen kategorischen Imperativs)? Die Antwort lautet ganz klar: nein. Erstens darf die Welt nicht endgültig zum ohnmächtigen Opfer von Kapital- bzw. Herrschaftsinteressen werden und zweitens gibt es keinen letztlich religiös fundierten Herrschaftsanspruch über diesen sehr verwundbaren Planeten (Menschen, Tiere, Pflanzen, kurz: Natur). Historisch und ideologisch bedingt gingen in den USA Religion und Kapitalismus eine unheilvolle Liaison ein. Der zentrale Begriff "Freiheit" ist die die grenzenlosen "Persuit of happiness", zu der sowohl jeder einzelne als auch die Nation insgesamt göttliche Berechtigung haben. Das Weltherrschaftsstreben, das in einer engen Welt immer auf Kosten unzähliger anderer Erdenbewohner gehen muss, ist also historisch tief verankert. Der Kapitalismus amerikanischer Provenienz ist ein Desiderat längst überkommener religiösen Vorstellungen, er orientiert sich am egoistischen "Erfolg" und verband damit früher das Seelenheil bzw. die zusätzliche Belohnung im Jenseits. Dieses tief verankerte Muster hat sich im grenzenlosen Kapitalismus verselbständigt und treibt die Menschheit inzwischen in den Ruin. Es geht also um die ganz entscheidenden Fragen, wie eine gedeihliche, friedliche Existenz einer riesigen Gemeinschaft faktisch gleichberechtigter Menschen dauerhaft möglich ist. Das amerikanische Modell jedenfalls führt nicht nur in immer mehr "kleine" Katastrophen, sondern am Schluss in die finale.
Der Kapitalismus ist weder amerikanisch noch sonst etwas, er ist schlicht Fakt so wie die Schwerkraft oder die Bewegung der Erde um die Sonne. Niemand wird irgendwo investieren und etwas schaffen, wenn er nicht mehr herauszubekommen erwartet, als er einsetzt, das ist das Fundament jeder Wirtschaft, und das ist Kapitalismus.

Übrigens herrscht in Russland Manchesterkapitalismus, alles und jeder ist dort käuflich, Geld ist alles, der Mensch ist dort nichts. Das wollen wir hier sicher nicht.

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malu501 24.03.2014, 22:03
699. Das wird man noch sehen.

Zitat von mfetzer
es tut mir wirklich leid, aber Merkels Politik schadet in keinster weise den deutschen Interessen. Putin wie Herr Augstein ja richtig betont agiert wie ein Schulhofsflegel, hier müssen Grenzen aufgezeigt werden, alles andere fasst dieser Despot als eine weitere Aufmunterung auf, sich weiter in seinen alten KGB Sowjet träumen zu bestätigen. Herr Augstein Betrachtungsweise geht eindeutig an der Realität vorbei, und zum Psychiater taugt er genauso wenig wie zum Journalisten.
Herr Schäuble meint, Russland könne es sich nicht erlauben das Gas abzudrehen, weil es dann als unzuverlässiger Partner dastehen würde.
Und jetzt projizieren sie diesen Fakt einmal auf die Gegenseite. Was ist mit all den deutschen Firmen, die im Falle von Handelbeschränkungen ihre Verträge mit Russland nicht mehr einhalten? Ist das dann etwa verlässlich. Das ist ein immenser Schaden und in keinem Fall im Sinne deutscher Interessen, würde ich sagen. Allenfalls im Sinne amerikanischer Interessen. Es ist interessant, wie dieser Fakt mit keiner Silbe erwähnt wird. Man gibt sich alle Mühe, dem deutschen Volk weiszumachen, Russland sei in die Defensive gedrängt und könne nur verlieren. Dass auch Deutschland dabei immens verlieren wird, behält Herr Schäuble lieber für sich. Und es gibt noch Leute, die glauben ihm seine eingeschränkte Weitsicht.

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