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Putsch in Thailand: Generäle halten Ex-Regierungschefin an geheimem Ost fest
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Thailands Generäle wollen nach dem Putsch jeden Widerstand im Keim ersticken. Sie halten Ex-Regierungschefin Yingluck Shinawatra gefangen - an einem unbekannten Ort.

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illusions_can_kill! 24.05.2014, 10:43
30. Zeit gekauft?

General Prayuth Chanocha hat in dieser Situation das einzig richtige getan. Die Lage ist doch so:
Das Land ist offensichtlich tief gespalten zwischen einem komplexen Geflecht aus Interessen. Die Konfliktlinien verlaufen nicht nur auf der Strasse sondern auch quer durch den Sicherheitsapparat. Während sich die, zumeist den Shinawatras zugewandte, Polizei mit den Gelbhemden prügelte und Anschläge auf deren Versammlungen zumindest nur halbherzig versuchte einzudämmen, gab es Teile des Militärs die offenkundig Soldaten zum Schutz der Demonstranten abstellte. Der Grad der Polarisierung im Volke nahm mit jedem Anschlag zu. Jetzt nichts zu tun hätte bedeutet der fortschreitenden Radikalisierung der Zivilgesellschaft zuzusehen, ein Auseinanderbrechen der Ordnungsstrukturen zu riskieren und somit zum Zuschauer von Grossereignissen zu werden (Bürgerkrieg). Mit dem Putsch hat er die unterschiedlichen Konfliktparteien noch einmal in ihre Schranken gewiesen, den Sicherheitsapparat geeint und die Ordnung wieder hergestellt. Dies wird von der Masse der thailändischen Bürger auch begrüsst. Damit hat er Zeit gekauft, erst einmal...

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Kolibri 24.05.2014, 10:49
31. Yingluck geht es immer noch besser als vielen Reisbauern

Der Armee General hat heute verkuendet, dass die Reisbauern, welchen die (ehemalige)Regierung das Geld fuer die Ernte von Oktober noch
schuldig ist, in den naechsten 15 Tagen bezahlt werden sollen. Weiterhin werden die Bank Konten mehrerer ehemaliger Regierungsmitglieder nachTransfers ins Ausland ueberprueft. Eine Armeesprecherin bestaetigte,
dass die festgenommenen Personen gut untergebracht und behandelt
werden. Viele der Bauern haben Geld zu hohen Zinsen aufnehmen muessen und sind nun verschuldet. Einige haben sich das Leben genommen,
wegen dem Druck der Kredit-Haie. In den Reis-Silos der Regierung ist
der Reis verschimmelt, der mit harter Arbeit gepflanzt worden ist um Menschen zu ernaehren und nicht um damit Regierungsangestellte zu bereichern.

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LeonLanis 24.05.2014, 10:51
32. Völlig richtig,

Zitat von Onkel.d.
Und in der Demokratie liegt alles Schlechte? Jetzt würde mich interessieren welche Staatsform Sie vorziehen? Militärdiktatur, die aufgrund ihrer Waffen tun und lassen kann was sie will? Einen König, der gestützt vom Militär ebenfalls tun kann was er will. Woher allen Sie wissen, dass die besser sind als der demokratisch gewählte Thaksin - den die Mehrheit wenigstens wieder abwählen kann, wenn ihr nicht mehr gefällt.
woher kommt nur die Sehnsucht vieler Foristen nach einer Diktatur in Thailand? Und woher das gängige Argument, Demokratie sei gut für Europa, aber nicht für Thailand? Es ist eine Kolonialherrenmentalität: Die 'dummen und ungebildeten' Thais im Norden und Osten des Landes verstehen angeblich nicht, was gut für das Land ist und wählen seit 10 Jahren immer die Falschen. Dann muß eben das Wahlrecht abgeschafft werden, so einfach ist das für europäische Residenten in Pattaya, die sich dort mit ihrer 1000 €-Rente der wohlhabenden Mittelschicht zugehörig fühlen und ihre Ruhe wollen.

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mrmink 24.05.2014, 10:53
33. Korrekt

Das was die Armee dort gemacht hat ist das beste was Thailand passieren konnte. Eine Demokratie nach westlichem Vorbild geht auch nur in westlichen Ländern. Der Bildungsgrad der Bevölkerung in einem Land muss einen gewissen Grad überschritten haben und zudem ist Demokratie auch in Europa ein langwieriger Prozess gewesen bis es funktioniert hat. Dies über Nacht in Ländern wie Ägypten, Thailand oder der Ukraine von oben herab zu verordnen, ist zum scheitern verurteilt.

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RamaV 24.05.2014, 10:53
34. Nur mal so...

...vielleicht hat das Eingreifen der Armee ja auch mit der Tatsache zu tun, dass sich bis vor vier Tagen in Bangkok mehrere zehntausend Rot- und Gelbhemden gegenüber standen und deren Führer schon angekündigt hatten, daß es am Wochenende zur "Entscheidungsschlacht" kommen wird.
Vor diesem Hintergrund bin ich eigentlichg ganz froh, daß die Armee jetzt die Staatsgewalt innehat.
Die Protestlager beider Gruppen wurden sofort aufgelöst, die Politiker, die sich in den letzten Monaten mit Drohungen und Hetze gegen den jeweiligen Gegner selbst übertroffen haben, hat die Armee einkassiert und wenn in den nächsten Tagen ein wenig Ruhe einkehrt, darf man auch gespannt sein welchen weiteren Weg die Armeeführung aufzeigen wird.
Nur die nächtliche Ausgangssperre ab 22.00Uhr wird jetzt schon lästig.
Obwohl ich eigentlich der Meinung bin, daß ein Militärputsch kein geeignetes Mittel zur Konfliktbewältigung ist, schein es in diesem Fall aber die beste aller Lösungen zu sein. Ehrfahrung mit solchen Situationen hat Thailand ja reichlich...

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fitzcarraldo66 24.05.2014, 10:55
35.

Zitat von Bernhard.R
Wenn eine gewählte Regierung weggeputscht wird, wenn nach einem Miltiärputsch die Gerichte 1000 Todesurteile aussprechen, dann ist das nicht so dramatisch. Wenn aber in Rußland Wirtschaftskriminelle oder weibliche Kirchenrowdys zu Haftstrafen verurteilt werden und diese Kriminellen in Opposition zu Putin stehen, dann hagelt es Proteste. Dieser Politik nach Interessenlage fehlt die rechtsstaatliche Grundlage.
1000 Todesurteile? Wo haben Sie das bitte her?

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thaifreund 24.05.2014, 10:55
36. @mr.brand

Ihre Einschätzung zum Königshaus trifft im grossen Ganzen zu, allerdings wurde das Gesetz in Bezug auf Majestätsbeileidigung nicht vom König entworfen und wird politisch missbraucht. Der Konflikt im Süden entstammt der Zeit des malaiischen Sultanats Patani Raya und hat nichts mit der heutigen Monarchie zu tun. In Trang an der Westküste gibt es keine Separatisten, der Konflikt findet an der Südostküste statt (Pattani, Yala, Naratthiwat und Teile Songkhla's). Wieder richtig entzündet hatte sich dieser Konflikt durch Missverhalten des Militärs unter der Herrschaft Thaksins.

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mr.krabbe 24.05.2014, 10:59
37. Ein ganz normaler Vorgang

Zitat von khid
Liebe Redaktion des Spiegel, seit gut 5 Jahren berichtet "Spiegel Online" immer wieder über Thailand. Gründe: 1. Auf SPON wird kaum bis gar kein Wort darüber verloren, wer welche politische Seite in Thailand steuert - und wie! 2. Es wird unterschlagen, dass der Thaksin-Clan seine Vermögen nicht durch Wohltätigkeit angehäuft hat - aber seit er an der Regierung ist, durch Almosenverteilen maximiert hat - inklusive schwerer Rechtsbrüche. 3. Es wird unterschlagen, dass Amnesty International seit 2004 eine "Akte Thaksin" führt... 4. Es wird unterschlagen, dass Amnesty International 2014 von der Reierung Yingluck (Shinawatra) Aufklärung über die Ermordung von ca. 30 Regierungsgegnern mittels Granatbeschuss in Bangkok einfordert - weil dies sonst nicht passiert! 5. Es wird unterschlagen, dass die "Proteste von 2010" eine geplante, bewaffnete und von Thaksin finanzierte REVOLTE war - und kein "demokratischer Aufstand friedlicher Bauern"! 6. Diese Liste ließe sich problemlos konkretisieren und verlängern. Nicht mit ideologisch verbrämten "Pseudofakten", sondern mit nachpfrüfbar stichhaltigen Fakten. Mein Eindruck ist, zumal so mancher Beitrag von mir hier zensiert wurde (immer ohne Begründung, immer dann, wenn er Kritik an SPON enthielt, nie jedoch Beleidigungen oder Ähnliches), dass in der Redaktion des SPON jemand sitzen muss, der einen direkten oder indirekten Bezug zu Thaksin-freundlichen-Kreisen unterhält!!! Das, was jetzt in Thailand passiert, mag für "uns" hier befremdlich, gespenstisch und gefährlich klingen - Menschen mit etwas mehr als nur "gesteuerter", oberflächlicher Kenntnis Thailands wissen aber: Das, was gerade in Thailand passiert, war und ist notwendig um ALLEN Menschen in Thailand (Übersetzt übrigens "Das Land der Freien"!), gerecht zu werden. Die abgesetzte Regierung war weder demokratisch, noch hat sie in gut 10 Jahren "Thaksin-Regierung" wesentliches dafür getan, die Armut der Landbevölkerung im Nordosten an der Wurzel zu behandeln! Das war nie Thaksins Absicht - er brauchte die Massen im Nordosten einzig und allein als "billig zu kaufendes Wahlvieh"! Wer Bürger so behandelt, ist kein Demokrat, sondern ein Despot. ...erinnert mich aber teilweise schon an Mutte´s BRD... ;o)
zu punkt2
Taksin war der erste Politiker der das gemeine Volk an gewinnen Teilhaben liess darum stehen die Farmer zu Ihm.

zu Punkt 4
es ist Ihnen entfallen das die damals getoeteten zu Taksins anhaengern gehoerten und somit sehr wahrscheinlich nicht durch taksins leute sondern die Armee oder andere Kraefte getoetet wurden

zu punkt 6
auch die jetztige revolte der "Gelben"wurde durch zahlungen der mittel sowie oberklasse finanziert

die allgemeine einstellung der Leute hier ist "es war an der Zeit das das Militaer etwas unternimmt"

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tictactoo 24.05.2014, 11:05
38. Taksin

Find das lustig, das sich hier die meisten immer noch an Taksin abarbeiten. Mit diesem erneuten Putsch wird die Thronnachfolge geregelt und sonst nichts. Man kann nur hoffen, das die etwas dicke Dame mit den jetzt schon grauen Haaren, vertreten durch den Kronrat (PREM) weiss, wie das zukuenftige Thailand in einem neuen Gesellschaftsvertarg wieder vereint werden kann. Die naechsten Wochen werden es zeigen.

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khid 24.05.2014, 11:24
39. Eine Lagebeurteilung Teil 1

Mein Kommentar zur politischen Lage in Thailand - und was die Zukunft bringen müsste

Als ich vor gut 20 Jahren erstmals in Thailand war, hatte Thailand erstmals seit längerer Zeit wieder eine demokratische Zivilregierung.
Zuvor hatten verschiedene Militärregierungen die Macht teils blutig an sich gerissen. Auch die Asienkrise zum Ende des letzten Jahrtausends meisterte Thailand demokratisch.

Dann kam Thaksin.

Er versprach "Reformen", wollte die Armut der Landbevölkerung beseitigen - das war sein Versprechen. Er mobilisierte "die Massen", säte Neid und schuf Feindbilder: "Die Eliten"
Den Bauern wurden billige Kredite vermittelt - die Zahl der neuen Pick-Ups auf dem Land explodierte daraufhin. Konsum und Statussymbole statt Investitionen (in die Zukunft) waren überall zu sehen.
Die eigentlichen Probleme wurden nicht angefasst:
Das Schulgeld und Schuluniformen wurden beibehalten - und stellen nach wie vor ärmere Familien vor unlösbare Probleme.
Vor allem Mädchen leiden darunter. Sie leiden so oder gleich mehrfach:
Kaum Schulbildung = kaum Chancen auf besser bezahlte Jobs
Viele!! gehen den Weg in die Prostitution - denn es scheint ihre einzige Chance, ihrer Familie den "sozialen" (bzw. wirtschaftlichen Aufstieg) zu ermöglichen.

Am Status Quo hat sich unter Thaksin nichts verändert - außer, dass sich "Bildungselite/Geldelite" und "arme Landbevölkerung" inzwischen unversöhnlich gegenüberstehen.

Dabei ist Thaksin selbst ein Teil der Geldelite...

Er versprach jedem Thai "Wohlstand" - und gab seinen Wählern Bargeld, statt ernsthaft an der Situation im nordöstlichen Thailand Verbesserungen in Infrastruktur und Industrialisierung, Bildung und Ausbildung zu veranlassen.
Sein "Wohlstand" zielte Öffentlichkeitswirksam auf Pseudo-Sozialismus als Staatsform.
Das diese Ziele weder mit einer konstitutionellen Monarchie, die Thailand seit 1932 ist, noch mit einer Demokratie durchsetzbar sind, weiß hier im Westen beinahe jedes Kind...außer der Presse...?!

Und dann ist da noch die Prophezeiung der Chakri-Dynastie.

Mehr in Teil 2

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