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Rätsel Osten: Unsere Brüder und Schwestern von drüben
Patrick Pleul/ DPA

Jetzt haben diese Ossis schon wieder rechts gewählt, in den Osten kann man also ab sofort nicht mehr reisen. Kann man aber doch. Sollte man sogar. Dann könnte man vielleicht erfahren: "Den Osten" gibt es nicht.

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schensu 04.09.2019, 08:07
540. Was nicht passt...

Zitat von mostly_harmless
In einem Umlagesystem erwirbt man Rentenpunkte. Und diese Rentenpunkte berechtigen dazu, Rente (oberhalb der Mindestrente) zu erhalten. Und genau diese Rentenpunkte haben die DDR-Rentner NICHT erworben, weil sie eben nicht in die Rentenkasse der Bundesrepublik eingezahlt haben. Oder anders gesagt: SIE selbst sollten sich informieren. Und zwar dringend.
Das ist alles, was Ihnen einfällt? Punkte?
Die Punktetabellen sind die Anwendungsregeln, die erstmal gar nichts mit dem Prinzip der Umlage zu tun haben.
Punkte gibt es für alle möglichen "Tatbestände", so auch für allerlei "unproduktive" Biografieanteile. Wissen Sie aber alles selber. Von Punkten bekommen Sie und ich keine Rente sondern von jenen, die gerade im versicherungspflichtigen Erwerbsleben stehen.
Wenn morgen ein Tsunami über den Arbeitsmarkt fegte und keiner mehr erwerbstätig wäre, könnten Sie sich Ihre Punkte nehmen und hübsch einrahmen. Ihr vorgebliches Systemvertrauen ist ja mindestens so groß wie das der Ossis bei der Wende...

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heiko1977 04.09.2019, 08:29
541.

Zitat von shotaro_kaneda
Die Rentner in den neuen Bundesländern haben Rentenpunkte erworben, indem sie gearbeitet haben, genauso wie die Rentner in den alten Bundesländern. Dies wurde auch von der BRD anerkannt. Und Ostdeutsche Arbeitnehmer finanzieren, wenn sie es so wollen auch die Ostdeutschen Rentner. Wenn Sie wollen, dass die ostdeutschen Rentner nur Rente auf Hartz-IV Niveau bekommen sollen (aus Steuermitteln), müsste konsequenterweise auch der Rentenbeitrag ostdeutscher Arbeitnehmer gestrichen werden. Es scheint sie haben das Rentensystem nicht verstanden.
Es ist vollkommen irrelavant wieviele Punkte "erarbeitet" wurden. Das Umlagesystem der DDR wurde in M-DDR ein- und ausgezahlt. Wer also in M-DDR eingezahlt hat konnte ja schlecht nach der Wende den selben Betrag in DM ausgezahlt bekommen, da die M-DDR einen sehr viel geringeren Wert hatte als die DM. Erkennt man an den Durchschnittsgehältern: 1980 lag dieses bei 700-800 M-DDR im Westen aber bereits bei 1280 DM. Sie erkennen selber das die Einzahlungen in das Rentenumlagesystem schlecht 1:1 ausgezahlt werden konnten. Nehmen wir an in der ostdeutschen Rentenkasse lagen 100 Mrd M-DDR. Mit der Wende und der Währungsumstellung wurden daraus 50 Mrd DM. Dies bedeutete natürlich die ostdeutschen mussten weniger Zahlung erhalten. Das hätte bedeutet die Rentner hätten eine Auszahlung erhalten die bei maximal 200 Mark pro Monat gelegen hätte. Bei DM-Preisen wäre dies nicht möglich gewesen, also mussten die ostdeutschen Rentenkassen durch die Westdeutschen Rentenkasse Gelder erhalten um die Ausfälle zu kompensieren und eine Minimumrente zu garantieren.

Konsequenterweise hätte man alle ostdeutschen Rentener und Renteneinzahler ebenfalls aus der ostdeutschen Rentenkasse in M-DDR auszahlen müssen und fließend die Einzahlungen in das westdeutsche Rentensystem nebeher laufen lassen müssen. Aber wie geschrieben, das hätte massive Einschnitte in den Lebenssituation der Menschen bedeutet: Hunger, Obdachlosigkeit, tatsächliche Armut. Dann hätten die ostdeutschen Rentner nämlich eine Rente von gerade mal 480 M-DDR erhalten, bei einem M-DDR Kurs zur DM bei 2:1 (Dies hätte also eine Rente von 240DM entsprochen) Sie können sich ja überlegen wo wohl das Geld herkam damit die ostdeutschen Rentner trotzdem ihre 480DM-Rente erhielten, nämlich aus den Polstern der westdeutschen Rentenkasse und der Sozialkasse. Dieser Sozialtransfer haben uns in Westdeutschland drei stellige Mrd-Betrag in DM gekostet.

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burlei 04.09.2019, 08:48
542. Als Einwohner von NRW ...

... fahre ich lieber in die Niederlande als in den Osten, ist einfach näher. Vor 50 Jahren war ich über die Reserviertheit der Niederländer weiter im Landesinneren den Deutschen gegenüber etwas überrascht, der Krieg war doch schon über 30 Jahre her. Dann habe ich das Kriegs- und Widerstandsmuseum in Overloon besucht - und habe die Niederländer verstanden. Seitdem bemühe ich mich, mit unseren Nachbarn ein offenes, freundschaftliches Verhältnis zu pflegen, weit weg von Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit.

Was soll ich dann in einer Gegend, in der jeder Vierte das für völlig normal hält?

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eisbaer68 04.09.2019, 09:03
543. Rückblick

Zitat von heiko1977
Das die AfD in westdeutschen Landtagen sitzt, liegt leider an den dummen westdeutschen Rassisten. Diese haben auch wir hier. Aber in keinem Bundesland im Westen schafften diese braunen Rassisten zweit stärkste Kraft zu werden. Auch bei jedem Aufmarsch von diesem Verein, stehen 10 AfD ler dort aber tausende von Gegendemonstranten. Vergleichbares habe ich im Osten nur selten erlebt.
Wenn ich mich nicht irre saß zwischen 1987 und 1995 permanent mindestens ein Vertreter der DVU im Bremer Parlament. Das haben die meiner Meinung nach im Osten nie geschafft.

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mostly_harmless 04.09.2019, 09:04
544.

Zitat von uglyripper
Diesen Links ist nichts zu entnehmen, was ihre These stützt. Einziger Satz: "„Der Osten ist nach wie vor nicht besonders attraktiv“, kommentiert Peter Englisch. Den Ländern dort fehle es einfach an Strahlkraft. Vor allem beim Image sei der Nachholbedarf groß. " Wo genau wird dort der Zusammenhang zwischen AfD/Chemnitz etc. mit Investitionen bzw. deren Ausbleiben in den neuen Bundesländern dargestellt und/oder untersucht? Ich gebe zu, Glatzköpfe mit einschlägigen Tattoos sind weder attraktiv noch haben sie auf die meisten besondere Strahlkraft, fürchte aber, der Herr von E&Y meinte da eher andere Faktoren.
LOL, in dem Artikel sind die ausländischen Direktinvestitionen nach Bundesland gelistet, in dem Artikel ist also genau das dargestellt was ich schrieb, aber den ist " ist nichts zu entnehmen, was [meine] These stützt".
Es steht ihnen frei, die Fakten zu negieren. Und mir steht es frei die "Diskussion" hier zu beenden. Ich habe nämlich besseres zu tun, als mit Leuten zu diskutieren, die faktenresistent sind..

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Ein Spielverderber 04.09.2019, 09:07
545.

Zitat von schmidtffo
Nun sollen wir im Osten also auch an den Einzügen der AfD in die westdeutschen Parlamente Schuld sein? In Baden-Württemberg hatte die AfD schon vor drei Jahren 15 Prozent erreicht. Welche Schuld trage ich als Brandenburger daran? Andere Frage: Warum gab es nie eine große soziologische Frage zu Baden-Württemberg wegen dieses Ergebnisses?
Auch in BW gab es schon immer einen braunen Bodensatz (z.B. Republikaner). Mehr als 15% gab es dafür nie und wird das aber nie geben.

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ecki65 04.09.2019, 09:12
546. Der Traum vom weltoffenem Osten...

Liest sich ja recht versöhnlich, lieber Herr Kuzmany, ist aber leider weit an der Realität vorbei.
Fakt ist, dass in Sachsen fast jeder Dritte eine Partei gewählt hat, die mit nationalsozialistischem Gedankengut auf Wählerfang geht.
Die Nichtwähler hätten es in der Hand gehabt, das Bild, welches ihre Heimat in der Öffentlichkeit abgibt, in ein besseres Licht zu rücken. Haben sie aber nicht. Im Gegenteil: Ein großer Teil der bisherigen Nichtwähler hat die AfD gewählt.
Viele meiner "Kollegen" sind nicht zur Wahl gegangen, weil sie der Meinung sind, dass es ohnehin nichts bringt, die AfD zu wählen. Und nicht wenigen ist die AfD nicht braun genug.
Und so wird aus "jeder Siebente" ganz schnell "jeder Zweite"....

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mostly_harmless 04.09.2019, 09:12
547.

Zitat von shotaro_kaneda
Die Rentner in den neuen Bundesländern haben Rentenpunkte erworben, indem sie gearbeitet haben, genauso wie die Rentner in den alten Bundesländern. Dies wurde auch von der BRD anerkannt. Und Ostdeutsche Arbeitnehmer finanzieren, wenn sie es so wollen auch die Ostdeutschen Rentner. Wenn Sie wollen, dass die ostdeutschen Rentner nur Rente auf Hartz-IV Niveau bekommen sollen (aus Steuermitteln), müsste konsequenterweise auch der Rentenbeitrag ostdeutscher Arbeitnehmer gestrichen werden. Es scheint sie haben das Rentensystem nicht verstanden.
Ihre Behauptungen sind - ganz schlicht gesagt - Quatsch. Rentenpunkte werden ebensowenig dadurch erworben, dass man in die Rentenkassen der Mongolei einzahlt (falls es sowas gibt), noch in die der DDR. Die Renten für DDR-Rentner sind ein reines Solidaritätsprojekt. Und ich habe an keiner Stelle geschrieben, ich wäre für Rentenkürzungen oder gegen Renten für DDR-Rentner. Ganz im Gegenteil, ich bin für eine schnellstmögliche Angleichung des Rentenniveaus.
Nur ändert das nichts am Sachverhalt. Diese Renten werden gezahlt, weil sich das so gehört, und nicht weil Anrechte erworben wurden. Vielleicht sollten ein paar Pegida-Pöbler da mal drüber nachdenken.

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mostly_harmless 04.09.2019, 09:15
548.

Zitat von schensu
Das ist alles, was Ihnen einfällt? Punkte? Die Punktetabellen sind die Anwendungsregeln,[....]
Wie sagte noch Dieter Nuhr so schön: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten

https://de.wikipedia.org/wiki/Entgeltpunkte

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nachdenklicherbuerger 04.09.2019, 09:18
549.

Zitat von k70-ingo
Weil im Westen mehlmr Leute geschnallt haben, daß mit dem Wählen von Protestparteien keine Probleme gelöst, sondern neue geschaffen werden, auch für den Protestwähler selber.
Ob die Leute die Sie meinen wirklich was besser geschnallt haben, sei mal dahingestellt...
Aber nur weil es andere Probleme geben könnte, lieber ein Weiterso..? Und das wäre ja das Zeichen an die Regierung. Aber ist ja bequem.

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