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RAF-Prozess: Buback-Zeuge will sich an Frau erinnern können

Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker hat ein neuer Zeuge ausgesagt - nachdem er 33 Jahre lang geschwiegen hatte. Er will gesehen haben, dass eine Frau auf den damaligen Generalbundesanwalt Buback geschossen hat. An seiner Aussage gibt es Zweifel.

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cooner 15.12.2010, 09:13
10. Einst Dichter & Denker - jetzt Richter & Henker

Zitat von carranza
Sicherlich wäre es nicht das erste Mal, dass inoffizelle Mitarbeiter eines Geheimdienstes, getarnt als Terroristen, an der Liquidation von Mitgliedern der Führungselite beteiligt sind. Auch bei Aldo Moro und Alfred Herrhausen wird darüber gemunkelt und es gibt durchaus Motive. Was aber könnten die Motive bezüglich der Ermordung Bubacks sein?
Die Verhandlungen in Stammheim 2010 kann man ohne zu übertreiben einen "Schauprozess" nennen. Und der Zirkusdirekter heißt Hemberger. Sein Kommentar zu dem Zeugen von gestern spricht Bände: zynisch, arrogant, aber zugleich auch dummerhaft. Denn durch derartige Unsachlichkeiten werden die Zweifel in die Lauterkeit unseres Justizapparates nur gestärkt.
By the way: neue Zeugen müssen nicht Herrn Hemberger überzuegen, sondern das Gericht.

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Klo 15.12.2010, 10:56
11. Es ist gut jetzt

Zitat von sysop
Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker hat ein neuer Zeuge ausgesagt - nachdem er 33 Jahre lang geschwiegen hatte. Er will gesehen haben, dass eine Frau auf den damaligen Generalbundesanwalt Buback geschossen hat. An seiner Aussage gibt es Zweifel.
Er will eine Frau gesehen haben? Es gibt rund 40 Millionen "Frauen" in der Bundesrepublik Deutschland. Was sagt das also aus? Herr Buback sollte sich endlich mit dem unabwendbaren abfinden. Es macht heute keinen Sinn mehr, in einer gigantischen Paranoia Taten zu verfolgen, die schon längst verfolgt wurden. Die Strafen sind verbüßt, juristisch sind die Taten damit gesühnt. Wer jetzt versucht, die verurteilten Täter zu entlasten und ihnen eine Haftentschädigung zukommen zu lassen, der erreicht das Gegenteil von dem was er will. Hier handelt es sich offensichtlich um einen persönlichen Rachefeldzug ohne jedes öffentliche Interesse. Es geht in diesem Fall längst nicht mehr um die Interessen von Staat und Gerichtsbarkeit, sondern um die privaten Interessen von Herrn Buback. Leider.

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werner3 15.12.2010, 12:36
12. eine Erklärung von mehreren möglichen

Zitat von carranza
Sicherlich wäre es nicht das erste Mal, dass inoffizelle Mitarbeiter eines Geheimdienstes, getarnt als Terroristen, an der Liquidation von Mitgliedern der Führungselite beteiligt sind. Auch bei Aldo Moro und Alfred Herrhausen wird darüber gemunkelt und es gibt durchaus Motive. Was aber könnten die Motive bezüglich der Ermordung Bubacks sein?
Ganz allgemein gesagt, ihn z.B. an etwas zu hindern oder ihn für etwas zu mißbrauchen. Über Siegfried Buback ist zu lesen, daß er als relativ unabhängig galt, parteipolitisch ungebunden, konsequent und erfolgreich. So riecht Unabhängigkeit.

Auf den Tisch des obersten Staatsanwalts der Republik kamen sicher auch in jenen Jahren nicht nur Akten oder Mitteilungen die RAF ö.ä. betreffend. Nach meinem Verständnis von Justiz im Rechtsstaat gehören dort auch alle Fälle hin, wo es um mögliche schwerwiegende Verstrickungen von Politikern auf Bundes- oder Landesebene geht. Daß es solche Vorgänge auch in der Bundesrepublik gegeben hat und gibt, ist bekannt. Aus anderen westeuropäischen Ländern sind unzählige Fälle bekannt. Sie sind kein Spezifikum nur von Diktaturen oder Dritte-Welt-Staaten. In Italien und Griechenland ist das eher die Normalität. Über Spanien sind auch Fälle bekannt geworden.

Überhaupt ist es typisch, daß die Aufklärungsquote für Fälle auf höchster Ebene eher gering ist oder die Ergebnisse fragwürdig bleiben und angezweifelt werden. Das betrifft vor allem Morde oder andere Todesarten an Politikern oder anderen Vertretern der obersten Ebene sowie Personen mit speziellem Wissen oder Funktionen: Olaf Palme, Anna Lindh, Alfred Herrhausen, Detlev Karsten Rohwedder, Aldo Moro, John F. Kennedy... Wissenschaftler, Kongreßabgeordnete, ehemaliege Minister, zuweilen sogar ganze Flugzeugladungen voll solcher Personen. Logisch für verschwörungslose Ursachen bzw. Täter müßte genau das Gegenteil der Fall sein. Als logischste Erklärung bleibt die unsichtbare Hand innerhalb staatlicher Strukturen oder mit deren Hilfe.

Die Weisungsgebundenheit der dt. Länderstaatsanwaltschaften an die Politik des jeweiligen Landes ermöglicht es den jeweiligen Parteipolitikern, Ermittlungen zu forcieren oder zu behindern bzw. zu verhindern. Entspechendes gilt auch für die Bundesebene. Tritt dann ein Fall zu Tage, der gravierend eine bestimmte Partei oder Personen mit entsprechendem Einfluß belastet und der Bundesanwalt zeigt Interesse, könnte ein Motiv entstehen und eine RAF die beste Lösung des Problems für die Hintermänner sein.

Für die Fälle Herrhausen und Rohwedder war die Erklärung RAF eine sehr bequeme, blieb aber nur eine Behauptung. Besonders der Fall Herrhausen schreit zum Himmel vor lauter Merkwüdigkeiten. Bekennerschreiben sind kein Beweis, nicht mal dann, wenn sie echt sind! In beiden Fällen sind sehr wohl Motive denkbar, die absolut nichts mit der RAF zu tun haben. Für die RAF und ihre politische Zielsetzung waren Rohwedder und Herrhausen geradezu der Antityp eines geeigneten Ziels. Das Ergebnis dieser Morde war in der Richtung das Gegenteil dessen, was die RAF u.a. bewirken wollte. Die Frage, wem nutzt es, ist immer noch die zielführendste. Michael Buback sollte dranbleiben, nicht nur in seinem sehr berechtigten Interesse.

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gun0815 15.12.2010, 15:11
13. wenn das stimmt?

Zitat von werner3
»[i]Danach will der Zeuge noch etwas gesehen haben, was andere Beobachter nicht bestätigen konnten: Unmittelbar nach dem Attentat sei ein Polizeihubschrauber direkt auf der Kreuzung gelandet. Drei Polizisten und zwei Personen in Zivilkleidung seien ausgestiegen und hätten den Anschlagsort fotografiert. Nach drei ....
ich möchte nicht wie die anderen diesen umstand in frage stellen. ich würde gern was anderes wissen, nämlich warum noch kein mord der 2. und 3. generation der RAF aufgeklärt wurde? alle samt professionel geplante und durchgeführte gezielte tötungen. aufklärung? fehlanzeige.

und das der staat seine finger mit im spiel hatte ist ja auch kein geheimnis.

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Spinnosa 15.12.2010, 20:26
14. Ah ja... unverzeihlich, daß ich daran nicht gedacht habe

Zitat von werner3
Wie scharfsinnig ist Ihr Verstand? Vor 33 Jahren wäre der gewaltsame Tod des Zeugen ein RAF-Mord gewesen, was sonst? Wer will das Gegenteil beweisen? Heute geht diese Variante nicht mehr. Die RAF gibt es nicht mehr. Heute gibt es als Möglichkeiten nur noch die Unglaubwüdigkeit eines Zeugen und fehlenden Akten, davon allerdings reichlich und gerade die wichtigsten zur Lösung des Falls. Ist doch merkwürdig, finden Sie nicht?
Das Fehlen von Akten oder sonstigen Beweisen als Beweis anzusehen, war schon immer die vornehmste Masche aller Verschwörungstheoretiker. Nach der Logik: je weniger Beweise da sind, desto mehr wurde vertuscht...

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Spinnosa 15.12.2010, 20:39
15. An alle Hobbypspchologen:

Zitat von werner3
(...)Und das denkt wohl auch der Sohn Bubacks. Deswegen und nur deswegen läßt er nicht locker, das kann ich voll verstehen. Wäre er gewiss, daß einer der RAF-Leute ohne V-Mann-Verpflichtung der Schütze war, ohne zu wissen wer, es wäre ihm wohl weniger wichtig. Der mögliche Verrat macht die Sache so langlebig.
Der Sohn Bubacks läßt nicht locker, weil es zufällig sein Vater war, der da ermordet wurde. Das ist die Hinterbliebenen von Mordopfern so eigene Hartnäckigkeit. Die Hinterbliebenen wollen einfach wissen, wer der Täter ist, um mit dem Verlust abschließen zu können, und zwar völlig unabhängig davon, ob der Tote von der RAF, dem Staat, der Mafia, einem eifersüchtigen Rivalen oder einem Bankräuber ermordet wurde.

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Spinnosa 15.12.2010, 20:47
16. Ja warum...

Zitat von gun0815
(...)ich würde gern was anderes wissen, nämlich warum noch kein mord der 2. und 3. generation der RAF aufgeklärt wurde? alle samt professionel geplante und durchgeführte gezielte tötungen. aufklärung? fehlanzeige. und das der staat seine finger mit im spiel hatte ist ja auch kein geheimnis.
Veilleicht weil die 3. Generation sehr viel konspirativer vorging, gerade weil sie nicht vom Untergrund aus operierte, als die mediengeile 1. Generation, die es spaßig fand, Porsches zu klauen und damit verkehrt herum durch Einbahnstraßen zu fahren...

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konstant 17.03.2011, 07:46
17. ...nicht aufgeklaert?

Zitat von gun0815
warum noch kein mord der 2. und 3. generation der RAF aufgeklärt wurde?
Diese Morde sind schon laengst aufgeklaert. Einige Taeter sind erschossen (Horst-Ludwig Meyer,Wolfgang Grams),andere bestraft (Andrea Klump,Eva Haule,Birgit Hogefeld), oder spurlos verschwunden (Ernst-Volker Staub,Daniela Klette,Burkhard Garweg.der Staat wollte keine politische Schauprozesse,weil er schon auf erstem Stammheimprozess schlechte Erfarungen gesammelt hatte,deswegen bestrafte er RAF-Terroristen auf andere Art und Weise.

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