Forum: Politik
Rassismus in Deutschland: Wir wehren uns. Schon immer.
DPA

Immer mehr Menschen wehren sich gegen Drohungen von Rechtsextremisten, weil sie selbst betroffen sind. Endlich merken sie, wie groß das Rassismus-Problem in Deutschland ist. In Wahrheit ist es das aber schon lange.

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candidesgarten 29.01.2016, 22:07
190. In der Hölle

Zitat von Donaldine D.
Lieber Herr Kazim, ich war 17 Jahre mit einem Türken zusammen, davon ca 10 Jahre verheiratet. Meine wundervollen Töchter sind Halbtürkinnen, mein bester Freund ist Afghane, der vor Jahren aus Afghanistan geflohen ist. Daher wehre ich mich vehement dagegen in die rechte Ecke geschoben zu werden!!! Denn auch ich stehe der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sehr kritisch gegenüber. Mein bester Freund auch, ist er jetzt ein Rassist? In Zeiten von IS unkontrolliert mehr als eine Million Menschen in unser Land zu lassen, sehe ich als fahrlässiges Vorgehen an, und das macht mir und vielen Menschen mit denen ich gesprochen habe Angst. Langsam mutiere auch ich zu einem der Wutbürger, da mir meine Sorgen abgesprochen werden, ich fühle mich einfach nicht ernst genommen, sondern gehöre anscheinend auch zu dem Pack, welches Herr Gabriel wohl gemeint hat. Das ist es, was mich wütend macht. Denn ich lehne jegliche Form von Gewalt ab, ob von rechts, von links, von Islamisten usw.. Genauso lehne ich Rassismus ab und bin ganz Ihrer Meinung, dass man dagegen vorgehen muss. Doch kommt Rassismus nicht nur von "deutscher Seite". Darauf möchte ich hier auch mal aufmerksam machen, denn dieses Thema kommt mir schon seit Jahrzehnten viel zu kurz. Einer der Gründe warum ich mich von meinem Exmann getrennt habe war, dass ich den Hass auf Schwule und den Westen nicht mehr ertragen konnte. Ich wurde als Schlampe und noch schlimmer beschimpft weil ich nicht zum Islam konvertieren wollte, mir wurde gesagt, dass egal wie gut ich als Mensch auch bin in die Hölle kommen würde, wenn ich als Nichtmuslimin sterben würde. Mein Exmann hat eine seiner Töchter verstoßen, weil sie Nichtmuslimin ist. Wie oft habe ich erlebt, wie gegen Deutsche gesprochen wurde. Es gab eine Zeit, wo meine Tochter, die Muslimin ist, mir gesagt hat, dass sie sich dafür schämt eine deutsche Mutter zu haben. Ich finde um zu einer wirklichen Lösung zu kommen, darf man nicht ausblenden, dass es Rassismus, Fremdenfeindlichkeit nicht nur einseitig gibt und egal von wo auch immer, Rassismus darf nicht hinnehmbar sein.
Theologisch ist das unproblematisch. Wenn der fürchterliche Typ, den Sie geheiratet hatten, in den Himmel kommt weil er Moslem ist, und sie in die Hölle, weil Sie nicht konvertierten,- dann ist die Hölle nicht so schlimm wie der Himmel, denn immerhin sind in ersterer einige Idioten weniger. Das mit Ihrer Tochter tut mir leid, ich kenne ähnliche und vollkommen gegenteilige Fälle. Inhaltlich gebe ich Ihnen vollkommen recht. Die Guten sind vielleicht immer noch die Guten, aber sie sind offenkundig wahnsinnig geworden. Ich finde man muß politisch nicht gut sein, es ist sinnhafter, wenn man vernünftig ist.

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rakatak 29.01.2016, 22:08
191.

Zitat von Rosenblüte1
Ihre Aussage, dass die sogenannten "besorgten Bürger" ihren Wohlstand in Gefahr sehen, halte ich für übertrieben. Eher ist es doch so, dass der gesellschaftliche Wohlstand derart ungleich verteilt ist,...
Wohlstand wird nicht verteilt, der wird erarbeitet.

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candidesgarten 29.01.2016, 22:17
192. Ich schon

Zitat von bill_dauterive
Das ergibt sich doch von selbst. Es sind doch hunderte Orte im Osten gestorben in den letzten 20 Jahren ohne dass da ein grosses Aufsehen darüber gemacht wurde. So gut wie jedes Land in Europa hat eine wesentlich niedrigere Bevölkerungsdichte als Deutschland. Die bekommen das doch auch problemlos hin. In Schweden gibt es riesige Landstriche wo keine Menschenseele wohnt. Stört doch niemanden. Ich sehe das Problem nicht.
Ich schon. Denn ein allmähliches Absterben vieler Orte führt zu vollkommener Lebensunfähigkeit der Regionen, dort will niemand Kinder haben, Fabriken bauen etc. also muss man heute ( ! ) Pläne machen, wie überlebensfähige Städte im Osten durch Neuansiedlung und Umsiedlung geschaffen werden, im Sinne von Addition. Dann spielt die verringerte Gesamteinwohnerzahl eine viel geringere Rolle, dann werden jahrhundertealte Traditionen und Kulturlandschaften nicht einfach sterben, sondern nur schrumpfen. das wäre eine schwedische Lösung. Aber wie macht man aus 5 Dörfern ein lebensfähiges, wenn Eigentumsrechte etc. betroffen sind? Ich gebe aber gerne zu, dass ich mir in erster Linie um die Region Sorgen mache, in der ich aufwuchs und der es noch recht gut geht. Die könnte mit qualifizierter Immigration nämlich gut überleben.

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Simon Bolz 29.01.2016, 22:18
193.

Sehr geehrter Herr Kazim,

vieles von dem, was Sie sagen, kann ich auch im Hinblick auf meine indischen Freunde, die mich in Deutschland besucht haben, bestätigen. Es führt kein Weg daran vorbei zu benennen, dass Rassismus bis zum jetzigen Zeitpunkt ein Problem in Deutschland ist.

Darüber hinaus stimme ich mit Ihnen überein, dass man sich als in Deutschland lebender Ausländer auf keinen Fall "vertreiben" lassen sollte. Ich bin immer noch der Ansicht, dass diejenigen, die Ausländern gegenüber freundlich eingestellt sind, die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen.

Mit besten Grüßen

Simon Bolz

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candidesgarten 29.01.2016, 22:22
194. Jein

Zitat von derHamlet
Guten Abend candidesgarten, Statistiker übersehen vor allem eins: das Individuum, aus diesem Grund haben sie ein Interesse daran einzelne zu Gruppenwesen zu machen, um toll Unfug damit zu verbreiten.
Gruppen sind nicht unwichtig. Wäre es anders, könnte es ja auch keine Kulturen geben. Insofern hat Sarrazin nicht unrecht. Bedenklicher ist, dass er Trends einfach fortschreibt. Die Berliner Türken handeln mit Gemüse, also werden sie es noch in 100 Jahren machen. Woher will er das wissen? Der Arbeiter kann nicht mit Geld umgehen, war immer so, also braucht er kein Konto. Das war auch einmal eine weise Gruppenannahme, so wie dass der Bayrische Wald immer arm bleibt.

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muttisbester 29.01.2016, 22:29
195. und sie sind mit Merkel einverstanden?

klar, rassismus und fremdenfeindlichkeit sind einfach ekelhaft und indiskutabel.
und gerade deshalb frage ich Sie: sind Sie mit der aktuellen Politik einverstanden?
Ich finde die aktuelle Politik desaströs für alle bereits im Land lebenden friedlichen Menschen mit irgendwie ausländischen Wurzeln.
Jene, die hier Leistungsträger sind, die gut integriert sind, werden die ersten Opfer dieser völlig planlosen "alle können kommen" politik.
Sind Sie persönlich begeistert von jenen Kriminellen, die sich unter den Flüchtlingen befinden?
ich glaube kaum. Und genau diese Subjekte zerstören unsere Gesellschaft. Und die Rechtsextremen finden deshalb so viel Zuspruch, weil sich keiner traut einen krimineller Ausländer auch als das zu bezeichnen was er ist: ein krimineller Ausländer den wir innerhalb von Stunden aus unserem Land werfen sollten, damit unsere Gesellschaft nicht noch mehr schaden nimmt.

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candidesgarten 29.01.2016, 22:38
196. Vermutlich

Und damit hätte er recht. Denn Sie schließen vom Namen gleich auf die Religion, ohne zu überlegen, dass es auch Atheisten gibt. Wenn Sie den Islam kritisieren, dann tun Sie das eben. Ich mag ihn auch nicht besonders. Lachhaft wird es, wenn Sie glauben alle Moslems unter einen Hut stecken zu können, selbst wenn sie Atheisten, Demokraten oder Moderate sein sollten. Wer glaubt alle Moslems seien Islamisten, soll bitte auch glauben, alle Deutsche seien Nazis und alle Schweizer Bergsteiger.

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susannebanse 29.01.2016, 22:40
197. Volle Zustimmung,

Zitat von From7000islands
Der Autor gibt ein plausibles Beispiel: in der Rolle eines reichen Mannes ist er toleriert. Das ist nicht nur normal auf dem gesamten Globus , sondern auch logisch für den umgekehrten Fall. Was glauben denn die Leute, was die Ablehnung ( es ist kein Hass!) von Kulturfremdheit- und Aussehens-/ Verhaltensmerkmale in erster Linie bedeutet? Wir glauben, ein Rechtsstaat zu sein und damit eine Gleichbehandlung vom Staate zu erfahren. Das passiert aber nicht. Z.B. hat Merkel keinen Cent locker gemacht für 1.5 Millionen Dauerarbeitslose in fortgeschrittenem Alter. ImGegenteil, Berufsförderungsmassnahmen wurden zurück geschraubt udn damit die Armut dieser unsere Bevölkerungsgruppe zementiert,. Das ist eine Unverschämtheit Merkels zum gleichen Zeitpunkt, in dem auch die Toiletten in den Schulen nicht repariert werden können - angeblich wegen fehelnder Mittel .- jetz mal eben so 50 + Milliarden für Einwanderer aus(nach EU Vorgaben sind die Menschen, die zu uns kommen keine Flüchtlinge, da bereits durch sichere Länder gereist) . Auch die Wut der Kleinrentner ist absolut logisch. Gerade kommen ich von einer Rentnerin, deren Miete von der örtlichen Wohnbaugesellschaft ca. 1 € pro Quadratmeter hoch gesetzt wurde - Frau Merkel möchte wohl scherzen, wenn sie für dieses Jahr eine Rentenerhöhung von "bis zu" 5% ankündigt. Alle unsere -zig kleinen und grossen Nöte, die auch nicht in die Inflationsrate eingehen (warum sind die landesweiten Mieterhöhungen keineInflation?) werden von den verlogenen Politikern wie Merkel, Gabriel , Schäuble als nicht bezahlbar abgetan. Die Wut der Bürger MUSS ein Ventil finden. Auf Umwegen erschffen die CDU /SPD erst die Leute, die man im anderen Lager "Rassisten" nennt. Ist das so schwer zu begreifen. Auch ein Herr Augstein und Herr Stegner lümmeln sich gern voller Arroganz im Talk Sow der Maischberger, als dass sie die angestammte Bevölkerung in Deutschland und den Grund ihrer Ausbrüche versuchen zu verstehen - Augstein, Stegner, Merkel haben die gleichen Probleme, wenngleich sich Merkel etwas weniger provokativ und marktschreierisch als die Vorgenannten benimmt.
wobei dies sicherlich keine Entschuldigung für Rassismus. Dennoch ist das politisch Umfeld derart aus dem Ruder gelaufen, dass sich Menschen eben genau über diese Sachverhalte Gedanken machen. Da kommen plötzlich hunderttausende von Menschen fremder Kultur ins Land, die meisten selbst Opfer eines grausamen politischen Umfelds, und schon wird das Portemonnaie gezückt, dass einen nur die Scheine um die Ohren fliegen.

Da dies naturgemäß unsere Sozialsystem unter Druck setzt erklärt sich von selbst. Dabei wird dann nach Einsparungsmöglichkeiten gesucht- und meist dort umgesetzt, wo die Menschen nur eine kleine oder keine Lobby haben. Das Klientel nennt sich dann Rentner oder Hartz4-Empfänger. Auch der Mittelstand wird angesichts des Flüchtlingsstroms weiter bluten müssen. Das ist der Nährboden für den besagten Rassismus. Und politisch Betrachtet ist der sogar noch Hausgemacht- wenn man die Zusammenhänge der Weltpolitik der letzten 25 Jahre bertachtet.

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pm22 29.01.2016, 22:41
198.

Ausländerfeindlichkeit geht garnicht. Lehnen sich Bürger und Gesellschaft aber zunehmend gegen die massive unkontrollierte Einwanderung und "political correctness" auf, so war dies schon lange überfällig. Das hat nichts mit Rasissmus zutun. Der Bürger ist es leid den Verlust an Identität, Sicherheit und Wohlstand durch eine verkorkste Einwanderungs/Integrationspolitik zu bezahlen ohne gefragt zu werden.

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candidesgarten 29.01.2016, 22:41
199. Seufz

Zitat von Simon Bolz
Sehr geehrter Herr Kazim, vieles von dem, was Sie sagen, kann ich auch im Hinblick auf meine indischen Freunde, die mich in Deutschland besucht haben, bestätigen. Es führt kein Weg daran vorbei zu benennen, dass Rassismus bis zum jetzigen Zeitpunkt ein Problem in Deutschland ist. Darüber hinaus stimme ich mit Ihnen überein, dass man sich als in Deutschland lebender Ausländer auf keinen Fall "vertreiben" lassen sollte. Ich bin immer noch der Ansicht, dass diejenigen, die Ausländern gegenüber freundlich eingestellt sind, die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen. Mit besten Grüßen Simon Bolz
Herr Bolz, vermutlich ist Herr Kazim kein Ausländer, sondern längst deutscher Staatsbürger.

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