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Rassistische Übergriffe: Immer wieder Sachsen
DPA

Der pöbelnde Pulk von Clausnitz, die Flammen in Bautzen - der Hass gegen Fremde und Flüchtlinge wird kaum irgendwo so offen sichtbar wie in Sachsen. Warum?

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Baal 22.02.2016, 14:32
40. Mal ehrlich,

richtig mies wird es in Sachsen doch erst wenn nach der nächsten Landtagswahl die CDU mit der AfD koaliert.
Was bis jetzt dort passiert ist nur das Vorspiel.

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H21K 22.02.2016, 14:32
41. Der (Polizei-)Fisch ...

... stinkt vom Kopf her.
Der Polizeipräsident rechtfertigt das brachiale Vorgehen der Polizisten mit dem geradezu grotesken Argument, es sei Gefahr für Leib und Leben der Flüchtlinge im Verzug gewesen. Anstatt den randalierenden Mob - notfalls mit gezogener Waffe - zur Raison zu bringen, vergreift man sich an den ohnehin schon schockierten Businsassen, um sie angeblich in Sicherheit zu bringen. Sowas nannte man mal Schutzhaft.

Gegen einige Flüchtlinge wird ermittelt, aber gegen den Mob nicht? Ist auch nur einer von denen dingfest gemacht worden?

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Humboldt 22.02.2016, 14:33
42. Halbwahrheit

Zitat von reflexxion
In allen Bundesländern gibt es diese verblödeten Pegida und Co Anhänger, auch in Baden Württemberg und NRW gibt es solche Übergriffe. Man macht es sich ein wenig zu einfach das Problem auf Sachsen zu reduzieren.
Das ist zwar nicht falsch, was Sie sagen (Übergriffe überall), aber auch nicht ganz richtig! Das PEGIDA-Massenphänomen (10.000 Demonstranten) und eine flüchtlingesfeindliche bis hin rassistische Einstellung in weiten Teilen der Bevölkerung ist ein sehr spezifisch Sächsisches Problem! Nirgendwo sonst sind die Menschen so offen rechts bzw. unterstützen so offen rechter Gedankengut wie in Sachsen!

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filou8 22.02.2016, 14:34
43.

Zitat von isaskiara
Ich bin im Juli 1986 mit meiner Familie aus der DDR (Erzgebirge) ausgereist, und das erste, was meine Mutter im Januar 1987 (Bundestagswahl) wählte, war die NPD, was sie auch noch stolz und schamlos gegenüber Freunden und Verwandten verkündete. Ich meine, der Rassismus in Sachsen sitzt historisch "tiefer".
Wissen Sie eigentlich, was Rassismus ist?

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rieberger 22.02.2016, 14:35
44.

Zitat von Hans Neumann
... Zwei Dinge noch: 1. Sachsen ist übrigens schon seit undenklicher Zeit fremdenfeindlich. Beispiel: Preußenhass. ...
Der hat historischen Ursprung. Fragen Sie mal in Baden nach den Schwaben oder nach Württemberg!

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DesTeufelsAnwalt 22.02.2016, 14:35
45.

Was ist denn das für eine jämmerliche Verharmlosung!
"Angst haben" führt also zur logischen Konsequenz "Häuser anzünden" und "Menschen jagen"?
Ja geht's denn noch?
Wenn die so viel Angst vor dem haben, was das Leben bringen kann, dann sollen sie sich halt umbringen. Sich, nicht andere!

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schwatt_wie_puma 22.02.2016, 14:36
46.

Zitat von vonTruhendingen
Darf dann ein FDPler noch Gewerkschaftssekretär oder Betriebsrat werden? Natürlich halte ich die Besetzung für problematisch, und die Absetzung geschah ja auch sehr weise "zum Schutz des Betroffenen". Eine Kündigung "wegen der Mitgliedschaft in der AfD" hätte sicher vor keinem Gericht Bestand. Wichtig scheint in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass Angehörigen des öffentlichen Dienstes eine politische Betätigung im Dienst untersagt ist...
Ich denke auch nicht, dass Parteizugehörigkeit ausschlaggebend dafür sein sollte, was für ein Amt jemand bekleiden darf. Das ist Gesinnungsterror,.

WEnn jemand aber öffentlich paranoide Verschwörungstheorien von amerikanischen Masterplänen zur Flutung Europas mit Flüchtlingen verbreitet, dann ist der durchaus nicht geeignet als Leiter eines Flüchtlingsheimes.
Das Problem ist aber in Sachsen und anderswo, dass einfach große Teil eder Bevölkerung rechtsextremes Gedankengut pflegen. Und damit eben auch viele Personen bei der Polizei, der Justiz, den Verwaltungsbheörden, in der Politik und sonstwo.
Anders sind übrigens auch die absolut unterirdischen Aufklärungsquoten nicht zu erklären. Die Polizei hat einfach keine Lust, zu ermitteln.

Was wir hier erleben ist nichts anderes als Pogrome und Terrorismus. Würde man einfach neden, der versucht, durch Brandanschläge demokratisch legitimierte Entschiedungen zu beeinflussen, nach 129a verurteilel (und das geht durchaus im Rahmen geltenden Rechtes), dann wäre ganz schnell Ruhe im Karton.

Das macht man aber in Deutschland nur mit Linken. Wäre das eine Gewaltwelle von links, hätten wir längst überalls Straßensperren, Radikalenerlasse, Massendurchsuchungen und sonstwas.

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Leser161 22.02.2016, 14:38
47. Effizienzgedanke

Ich sehe das alles als Folge der zunehmenden Übernahme von privatwirtchaftlichem Gedankengut in Politik und Staat. Es herrscht die Kosten-Nutzen-Rechnung.
Einen Pegida-Rentner mit markigen Worten als Nazi zu brandmarken, das ist günstig und bringt richtig Effekt in der Öffentlichkeit.

Einen ausgewachsenen Neonazis jedoch vom Randalieren abzuhalten. Oh. Das kostet ja Geld und Aufwand. Da müsste man ja in die Polizei investieren. Nein das lässt man lieber. Da ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis schlecht.
Das kriegen die richtigen Nazis aber spitz und schon haben wir den Salat.

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sponifix1977 22.02.2016, 14:39
48. Man muss aufpassen...

Als gebürtiger Sachse, der in Mecklenburg Vorpommern größtenteils aufgewachsen ist und jetzt in NRW wohnt und arbeitet habe ich folgende Gedanken: Es war tatsächlich all die Jahre im Osten so, dass rechte Gewalt sowohl vom Staat als auch von den Menschen, weitgehend verharmlost und ignoriert wurde. Diese Sprüche der Politiker dort waren die gleichen wie heute und sind nichts weiter als Worthülsen.
In Gesprächen mit Teilen meiner Familie wundere ich mich noch immer über diesen speziellen sächsischen Stolz und die Sorge vor jeglichem Verlust des eigenen und allgemeinen Hab und Gut.
Und hier in NRW auf meiner Arbeit höre ich in den Pausen ebenfalls sehr stolzen Rheinländern zu, denen kein Witz zu derbe ist, um sich über das Flüchtlingsleid lustig zu machen. Aber, es ist hier doch eines anders: Niemand hat hier, tief im Westen, eine Ahnung davon, wie es ist in einer neuen politischen Ordnung bei gleichzeitigem Verlust der eigenen Identität neu anzufangen. Deswegen und vermutlich nur deshalb bleibt es nur bei blöden Witzen...

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sober 22.02.2016, 14:40
49.

Bei einer Zugfahrt nach Prag bemerkte mein asiatischer Freund die Schönheit des Elbsandsteingebirges. Spontan fassten wir den Entschluss, dort mal zu Wandern. Ist jetzt etwa drei Jahre her. Obwohl wir wissen, dass selbstverständlich nicht "alle" Sachsen "so" sind, haben wir als schwules, binationales Paar ein schlechtes Bauchgefühl. Und das, obwohl wir auch schon in Ländern mit allgemein unguter Sicherheitslage unterwegs waren. Doch mitten in Europa will man einfach nicht vorsichtig sein müssen, man will sich sicher fühlen und nicht verstellen. Ich glaube, dass die Zustände in Sachsen dem Tourismus mehr schaden, als allgemein wahrgenommen wird. Für die toleranten Sachsen (die schweigende Mehrheit?) tut mir das sehr leid.

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