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Reaktion auf Hoodbhoy-Thesen: "Demokratie, Freiheit und Vielfalt gehören zum Islam"
REUTERS

Islamische Gesellschaften sind kollektiv gescheitert? Stimmt nicht, entgegnet der türkische Journalist auf die Thesen des pakistanischen Physikers Pervez Hoodbhoy. Der Islam und davon inspirierte politische Bewegungen sind vieles: fundamentalistisch - aber auch modernistisch.

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G. Whittome 02.02.2013, 07:56
1. Übersetzungsfaulheit

Was bitte soll ein "Meinungsstück" sein? Bitte zuerst etwas über den Begriff "opinion piece" nachdenken, bevor man daran geht, die deutsche Sprache so zu verunstalten.

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Skypattaya 02.02.2013, 07:57
2. Sicherer fühlen?

Weshalb fühlen sich Frauen sicherer wenn sie sich verhüllen? Doch nicht etwa weil sonst die Herren der Schöpfung sie Vergewaltigen würden? Männer stecken Frauen in diese Kleidung damit sie sich nicht provoziert fühlen? Da fragt man sich was das für Menschen sein müssen, die andere zwingen sich zu verhüllen um ihren Gelüsten Einhalt zu gebieten. Es ist eine Religion die in vielen Regionen der Welt sich zurück ins frühe Mittellalter bewegt und sich somit zum Glück selbst eliminiert.

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chrissie 02.02.2013, 08:03
3. und welches Argument von H. hat...

.....der Autor jetzt wiederlegt. Insbesondere der Hinweis auf die Errungenschaften des Islam im Mittelalter offenbart doch gerade die Hilflosigkeit dieses Beitrages: seit 1000 Jahren tut sich nichts mehr!

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noalk 02.02.2013, 08:05
4. Nicht ganz verstanden

Mir scheint, dass Baydar an Hoodbhoy vorbeiredet, zumindest teilweise. Hoodbhoy hat nicht behauptet, dass der Islam nichts zustande gebracht habe. Er sagt nur, dass dies in der Neuzeit der Fall sei; die Errungenschaften des mittelaterlichen Islams stellt er nicht in Frage. Weiteres Beispiel: Die Tatsache, dass Frauen angeben, sie würden sich verhüllen, damit sie unbehelligt am täglichen Leben teilnehmen könnten, spricht Bände und untermauert Hoodbhoys Thesen eindrucksvoll.

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der-denker 02.02.2013, 08:14
5. Der Fan-Effekt

Menschen neigen dazu sich mit einer Gruppe zu identifizieren, die quasi ihr erweitertes, gesteigertes Ego darstellt. Wird dieses tangiert reagiert man als ob man persönlich angegriffen wird. Beim Nationalismus ist das so, bei den Fussballfans und auch bei Religionen.
Insofern ist Herr Hoodbhoy eine Ausnahmeerscheinung der es schafft sich von dieser unwürdigen Bindung zu lösen. Unwürdig, weil sie irrational ist, anachronistisch und in der Geschichte Schlimmes angerichtet hat.
Allerdings empfinden das die "Fans" ganz anders und sind sogar stolz darauf parteiisch zu sein, bzw. bringen es sogar fertig, wenn sie sich auch als objektive Intellektuelle identifizieren wollen, ihre Ignoranz mit vielen Worten zu bemänteln. Was man von Muslimen aktuell leider sehr häufig hört, wie eben von Herren Baydar. Er verschenkt die Chance die Hoodbhoy ihm gibt, er will nicht wirklich Veränderung, da diese scharfe Selbstkritik erfordert. Sondern zählt nur zahllose Gegenargumente auf.
Dass beispielsweise Indonesien eine Demokratie ist rechnet er als Verdienst des Islam. Das ist schlicht absurd. Die streng islamischen Kräfte spielen dort eine destruktive Rolle, drangsalieren säkulare und andres-religiöse Gruppen mit moralistischen Gesetzesvorhaben, haben die Scharia in Aceh eingeführt und jede Menge Gewalt im Namen irgendwelcher Fatwas angerichtet. Aber nein, die Terroristen sind ja keine Muslime, sorry...
Dass es im Mittelalter im muslimischen Ländern beachtliche Wissenschaft gab wissen wir langsam zur Genüge. Hoodbhoy sprach aber von den letzten Jahrhunderten, jedenfalls einem relevanten Zeitraum.Fast jeden Tag gibt es anerkennende TV-Dokus in westlichen Ländern dazu. Während darin die Kreuzzüge selbstkritisch kommentiert werden. Das ist genau der Unterschied. Leute wie Baydar betrachten, kulturell bedingt, Selbstkritik als Schwäche. Sie ist aber Stärke.

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bamabus 02.02.2013, 08:19
6.

Der Beitrag ist in seiner Betonung pluralistischer Tendenzen in islamischen Gesellschaften genauso einseitig wie der des pakistanischen Physikers. Die Historie belegt, dass die Naturwissenschaft (Medizin, Mathematik) und auch die Philosophie hervorragende Impulse aus der islamischen Welt erhalten hat. Aber das ist lange her. Heute kämpfen Islamisten mit hochentwickelten westlichen Waffensysteme gegen Christen, gegen säkulare Gesellschaften und selbst gegen eigene Glaubensbrüder, die ihrer Meinung nach einen nicht mit dem Koran übereinstimmenden Islam praktizieren. Selbst in der der "vielfältigen Türkei" haben es Christen schwer, ihre Relgion frei auszuüben und ihren christlichen Glauben in der Öffentlichkeit zu proklamieren. Was ist daran fortschrittlich und demokratisch? Warum müssen westliche Armeen Allianzen bilden, um gegen islamistischen Terror vorzugehen? Welche Rolle spielen hier die gemäßigten islamischen Gesellschaften? Außer diplomatischer Rhetorik - nur heiße Luft. Die Tatsache, dass Islam und Islamismus im Westen oft gleichgesetzt werden, dafür sind auch die gemäßigten islamischen Gesellschaften verantwortlich - weil sie sie sich in Wort und Tat nicht eindeutig gegen ihre radikalen Glaubensbrüder stellen.

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Horstino 02.02.2013, 08:20
7. Zaman = Gülennetzwerk

Schön, dass Sie ausgerechnet einen Journalisten aus einer Fetullah Gülen nahestehenden Zeitung zu Wort kommen lassen.

Klar, dass der das anders sieht. Der SPIEGEL ist scheinbar auf dem islamistischen Auge blind...

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susuki 02.02.2013, 08:23
8. Ich bin pesimistisch

Ein Staat der sich der Religion verschreibt muss fast zwangsläufig zur Diktatur mutieren.

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Toe Jam 02.02.2013, 08:39
9. no title

Zitat von sysop
Islamische Gesellschaften sind kollektiv gescheitert? Stimmt nicht, entgegnet der türkische Journalist Yavuz Baydar auf die Thesen des pakistanischen Physikers Pervez Hoodbhoy. Der Islam und davon inspirierte politische Bewegungen sind vieles: fundamentalistisch - aber auch modernistisch.
So vielfältig islamische Gesellschaften laut Yavuz Baydar auch eins sind, sie haben eins gemein: Dort, wo sie die Mehrheit stellen, ist es um die Rechte und die Sicherheit Andersgläubiger schlecht bestellt. Konsequent und Weltweit.

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